Florida! Und was dann?

 

Jon Stewart gibt noch einmal einen schönen Überblick über alles, was sich in den letzten Tagen vor der Primary bei den Republikanern abgespielt hat. Es ist vor allem ein Duell Romney gegen Gingrich, Santorum und Paul laufen in Florida und in der Berichterstattung nur unter ferner liefen. Romney wird die Wahl in Florida wohl eindeutig gewinnen – aber wie geht es weiter?

Meine Prognose hatte ich gestern ja schon ausführlich dargelegt. Die Kurzform: Es wird ein langes Rennen geben, denn Gingrich und Paul werden auch nach dem Super Tuesday und darüber hinaus im Rennen bleiben. Einzig Rick Santorum könnte nach schlechtem Abschneiden am Super Tuesday Anfang März aufgeben und dann Gingrich unterstützen. Am Ende wird jedoch wohl Romney die Nase vorn haben.

Wir haben uns aber auch nochmal in der deutschsprachigen Blogosphäre umgehört.

  • Maik Bohne (Amerika im Wahlkampf) hatte bereits Ende Dezember ein Szenario entworfen, in dem Mitt Romney sich auch ob seiner starken Super PACs schnell durchsetzt und Obama früh direkt attackieren wird. Und an dieser Stelle auch gleich ein Veranstaltungshinweis: Das Blog ruht momentan, aber Maik Bohne wird am kommenden Samstag im Rahmen des Seminars “A one-term president? Wahlkampf um das Weiße Haus” der Atlantischen Akademie einen Vortrag zum Thema “Campaigning as a team – Das (informelle) Zusammenspiel von Kandidaten, Parteien und Interessengruppen im Wahlkampf” halten.
  • Felix Reimer (Amerika 2012) setzt ebenso auf Mitt Romney: “Eigentlich hat die Partei ihn schon nominiert, aber dank seiner Niederlage in South Carolina muss er noch bis Super Tuesday so tun, als kämpfe er um die Nominierung. Die republikanische Basis kann mit ihm leben, auch wenn sie nicht wirklich will. Newt Gingrich und Rick Santorum haben ihm weder organisatorisch noch finanziell etwas entgegenzusetzen.
  • Stefan Bachleitner (USA2012.at) sieht Mitt Romney noch nicht am Ziel:

    Mitt Romney wird in Florida wohl einen Erfolg feiern dürfen, das Rennen um die republikanische Nominierung wird damit aber nicht entschieden werden. Aus heutiger Sicht dürfte das Rennen jedenfalls bis zum “Super Tuesday” am 6. März spannend bleiben.

    Am Ende dieser Woche steht bereits Nevada im Mittelpunkt des Interesses und alles andere als ein klarer Sieg dort würde die Favoritenrolle, an der Romney so hart arbeitet, wieder ankratzen. Immerhin gewann er bei den Vorwahlen 2008 in Nevada  mit beeindruckenden 51,1 % (der spätere Präsidentschaftskandidat John McCain lag dort mit 12,8 % sogar hinter Ron Paul mit 13,7 %).

    Romney kann jedenfalls nicht darauf vertrauen, dass ihm ein deutlicher Sieg in Florida auch in anderen Bundesstaaten Aufwind verleiht – dieser Effekt war nämlich bislang bei diesen Vorwahlen kaum zu beobachten. Er hat zwar nach wie vor die besten Chancen, sich die republikanische Nominierung zu sichern, doch er wird mehr dafür tun (und ausgeben) müssen, als ihm lieb sein kann. Besonders spannend wird bei den nächsten Vorwahlen das Match zwischen Newt Gingrich und Rick Santorum, denn das Rennen um die Rolle des konservativen Champions hat maßgeblichen Einfluss darauf, wie stark Romney noch unter Druck geraten wird.

Tendenz: Romney wird es machen. Allerdings bleibt abzuwarten, wie schnell er sich durchsetzen und vor allem Newt Gingrich abschütteln kann.

Ein Blick nach Florida

Mitt Romney wird die Closed Primary in Florida heute mit einem beruhigendem Vorsprung gewinnen. Zwar ist sein Vorsprung auf Gingrich in den letzten Tagen zusammengeschmolzen, aber trotzdem stabil geblieben. Und Romney hat auch die Attacken von Gingrich in den letzten Tagen souverän pariert, so dass selbst die Daily Show ihn zum Gewinner ausruft. Und von Santorum und Paul, die in Florida nur halbherzig campaignen, geht im Sunshine State eh keine Gefahr aus.

Trotzdem: Auch nach einem Sieg in Florida und dem Einsammeln von 50 weiteren Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag werden sich die Vorwahlen noch hinziehen. Ron Paul ist ein Überzeugungstäter und wird nicht aussteigen. Ebenso Newt Gingrich, der sich ohne jeglichen Anflug von Selbstzweifeln für den besten und einzig wahren Kandidaten der GOP und geborenen Präsidenten hält. Er würde wohl erst aufhören, wenn ihm das Geld irgendwann ausgeht.

Zu persönlich ist mittlerweile der Zweikampf zwischen Romney und ihm geworden, als das er aufstecken würde. Und die scheinbar endlosen Irrungen und Wirrungen, die das Rennen bei den Republikanern bisher prägten und neben Romney und Gingrich auch schon einmal Perry, Bachmann, Cain und sogar Donald Trump an die Spitze des Feldes spülten, geben Team Gingrich auch nach einer deutlichen Niederlage in Florida und Nevada (dort sind mehr als ein Viertel der Wähler Mormonen und Romney gewann hier 2008 deutlich) die Hoffnung, dass jedweder Trend immer noch zu drehen ist. Und US-weit führt Gingrich dem letzten Gallup Poll zufolge sogar vor Romney.

Bis zum Super Tuesday am 6.März werden alle Kandidaten wohl sicher im Rennen bleiben. Auch danach, sollte Romney nicht auch in eher konservativen Bundesstaaten gewinnen, werden Gingrich und auch Paul weiter im Rennen bleiben. So könnte sich wiederholen, was die Demokraten 2008 durchmachten, bei denen sich Hillary Clinton erst im Juni geschlagen gab. Einzig Rick Santorum könnte sich nach dem Super Tuesday bei ausbleibenden Erfolgen zur Aufgabe entschließen – und anschließend wie Cain und Perry vor ihm dann Gingrich untersützen. Sollte Santorum aussteigen, würde dies Gingrich stärken und den Zweikampf zwischen ihm und Romney noch weiter befeuern.

Photo Credit: “Welcome to Florida Sign” by DonkeyHotey // Flickr

Ein Blick nach Iowa

Am 3. Januar ist es soweit: Die Primary-Saison geht mit dem Iowa Caucus in die erste Runde. Dabei geht es im Corn State ein bisschen anders zu als in den Primaries der anderen Bundesstaaten. Beim Caucus in Iowa kommen die Bewohner der 1784 Bezirke bei Veranstaltungen zusammen, die wie Nachbarschaftstreffen fungieren – und daher auch mal beim Nachbarn um die Ecke im Wohnzimmer stattfinden können. Dort wird debattiert und gestritten. Und von da an geht es so weiter:

Unlike the first-in-the-nation primary in New Hampshire, the Iowa caucus does not result directly in national delegates for each candidate. Instead, caucus-goers elect delegates to county conventions, who in turn elect delegates to district and state conventions where Iowa’s national convention delegates are selected. Ironically, the state conventions do not take place until the end of the primary and caucus season: Iowa is in fact one of the very last states to choose its delegates.

Also alles nicht ganz einfach – und das war nur die stark verkürzte Beschreibung. Mehr zum genauen Ablauf des Caucus (der für Republikaner und Demokraten noch einmal unterschiedlich abläuft) gibt es hier, hier und hier.

Natürlich ist Iowa nur Iowa und nicht Florida, New Hampshire oder South Carolina – und wer dort gewinnt, hat noch lange nicht die Nominierung seiner Partei in der Tasche. Aber ein Blick auf die Resultate der vergangenen Jahre verdeutlich schon, dass von dem Caucus in Iowa auch eine deutliche Signalwirkung ausgehen kann. Bei den Demokraten siegten Obama in 2008 und Kerry in 2004 (beide jeweils vor John Edwards) sowie Gore im Jahr 2000 (vor Bill Bradley). Bill Clinton bekam 1992 aber nur 3 Prozent der Stimmen. Er trat aber auch gegen den Lokalmatadoren Tom Harkin an.

Bei den Republikanern setzte sich 1996 Bob Dole vor Pat Buchanan durch, 2000 Dubya gegen Steve Forbes. 2008 gewann aber Mike Huckabee vor Romney. John McCain hingegen wurde nur Vierter. Momentan spiegeln die aktuellen Umfragen in Iowa die Stimmung in den USA annähernd wieder: Gingrich führt deutlich vor Romney. Allerdings ist Romney in Iowa deutlich schwächer und führt in den Umfragen nur hauchdünn vor Ron Paul (der wie Romney bei ca. 17 Prozent liegt). Und sowohl Perry als auch Bachmann können noch ein bisschen vom Ausscheiden Herman Cains profitieren – dieser lag vor seinem Ausscheiden in Iowa vorn. Beide kommen nun auf knapp 10 Prozent.

Übrigens debattierten die Kandidaten (minus Jon Huntsman, der lieber Curb Your Enthusiasm gucken wollte) gestern Abend in Des Moines, der Hauptstadt von Iowa. Es gab nichts Neus, sie spielten wieder “Wer ist der Konservativste?” von uns (wobei Michele Bachman mit der Erkenntnis glänzte, dass Michele Bachman die Konservativste von allen sei, und nicht Newt Romney). Schöne Nachlesender Debatte gibt es bei Spiegel Online, dem New York Magazine sowie Politico.

Gemeinsam gegen Folter: John, Ron und Ronald

Ron Paul

Ron Paul, Mitglied des Repräsentantenhauses, erklärter Libertärer und – hier nicht ganz unwichtig – Arzt, hat seine Mitbewerber um die republikanische Präsidentschaftskandidatur scharf für ihre Haltung zu Folter kritisiert. Alle Kandidaten hätten sich in jüngsten Äußerungen dafür ausgesprochen, zum Schutz der Vereinigten Staaten auch Folter einsetzen zu wollen. Ausnahme sei lediglich Jon Huntsman, der als Mitglied des gemäßigten Flügels der Republikaner gilt.

Dabei ist es aus Pauls Sicht unerheblich, ob die Kandidaten offen von Folter oder von “advanced interrogation techniques”, also fortgeschrittenen Verhörmethoden sprechen. So sei beispielsweise Waterbording schlichtweg Folter. Ron Paul, der als Außenseiter im Rennen um die republikanische Kandidatur gilt, beruft sich dabei auf zwei prominente Parteifreunde: den mittlerweile verstorbenen Ex-Präsidenten Ronald Reagan und den Präsidentschaftskandidaten von 2008 John McCain.

Die Wahl der Kronzeugen ist politisch geschickt: Reagan gilt vielen amerikanischen Konservativen immer noch als Vorbild. McCain genießt als Vietnamkriegsveteran und langjähriger Kriegsgefangener eine hohe Glaubwürdigkeit in diesen Fragen. Seine Warnung, die Aufweichung des Folterverbots gefährde auch US-Soldaten, hatte ihm während der Vorfälle im Irak und auf Guantanamo Ärger mit der Bush-Regierung aber viel Beifall aus den Streikräften eingebracht.

Schützenhilfe bekommt Paul auch vom prominenten konservativen Kommentator (und Unterstützer der Paul-Kandidatur) Jack Hunter. Hunter kritisiert vor allem Newt Gingrich für seine Haltung. So habe dieser in der Vergangenheit stets von China gefordert, auf Folter zu verzichten.

Paul, der in vielen Punkten von partei-üblichen Positionen abweicht, z.B. bei der Legalisierung von harten Drogen, wird damit wenig Gehör finden. Zu sehr sind die Kandidaten darauf bedacht, an der republikanischen Basis als tough zu gelten. Es ist wie Jon Stewart in seiner Daily Show sagte: “Ron hat gute Chancen die Nominierung seiner Partei zu erhalten. Nur sind die Republikaner nicht seine Partei!”

Mitt Romney // Money Making Campaign Machine

Es ist ja nicht so, dass Mitt Romney dringend Geld für seinen Wahlkampf brauchen würden. Denn er hat ja mehr als nur ein paar Millionen auf dem Konto liegen.

Nun hat er diese Woche an einem einzigen Tag schlappe 10.25 Millionen Dollar an Spenden für seine Kampagne eingesammelt (der Großteil davon stammte aus einem phone bank fundraiser).

Romney’s Fundraising-Maschine ist vor allem aber auch ein Signal der Stärke an seine Mitbewerber. Denn neben den Umfragen werden die Frontrunner bei den Vorwahlen auch über ihre finanzielle Potenz gekürt – und hier liegt Romney aktuell innerhalb der GOP weit vorne.

Und Romney hat nicht nur die meisten finanziellen Mittel, er profitiert auch am meisten vom Ausscheiden von Mike Huckabee und Donald Trump. Nach einer Studie der Suffolk University wollen ein Drittel der Anhänger von Huckabee und Trump nun Romney unterstützen (Sarah Palin kann als Zweitplatzierte nur 16 Prozent dieser Anhänger hinter sich versammeln).

Nachdem das Kandidatenfeld der GOP in den letzten Monaten noch so unübersichtlich wie war, kristallisiert sich mit Romney nun langsam ein Frontrunner heraus – wenn auch kein eindeutiger. Denn in der neuesten Gallupp-Umfrage kann Romney nur 20 Prozent der Republikaner überzeugen. Auf den Plätzen: Sarah Palin mit 18 Prozent, Gingrich mit 11, Ron Paul mit 8 Prozent. Aufgrund der Schwäche der anderen potentiellen Kandidaten ist es aber kein Wunder, dass sich die Demokraten nun schon ein bisschen auf den ehemaligen Gouverneur von Massachusetts einschießen.

“My heart says no” // Huckabee tritt nicht an

Das unübersichtliche Kandidatenfeld bei den Republikanern lichtet sich ein bisschen: Mike Huckabee erklärte heute, dass er nicht antreten wird. Damit ist das Rennen vor allem in Iowa, wo er in den letzten Umfragen das GOP-Feld anführte (auch in South Carolina lag er vorne), wieder völlig offen. Als Auftakt der Vorwahlsaison kommt den Straw Poll in Iowa aber eine entscheidende Rolle zu.

Natürlich waren seine Konkurrenten schnell bei Fuß, Huckabee zu loben. Donald Trump trat praktischerweise in der gleichen Sendung bei FOX News auf, Huntsman und Pawlenty verschickten noch während seiner Ankündigung entsprechende Statements.

Sie alle schielen nun auf die Unterstützer des ehemaligen baptistischen Pastors. Michelle Bachman und Tim Pawlenty können ihr Glück gar nicht fassen, denn sie können sich berechtigte Hoffnungen machen, dass ein Großteil der Sympathisanten von Huckabee nun sie unterstützen werden. Denn Huckabee war eine Ikone der Sozialkonservativen und der weißen Evangelikalen, in dieser Gruppe hatte er von allen möglichen Kandidaten die besten Werte. Und diese Wählerschicht bedienen eben vor allem Pawlenty und Bachman.

Noch hat er keinen der anderen Kandidaten empfohlen. Aber er nannte fünf Kandidaten – neben Pawlenty und Bachman auch Rick Snatorum und Newt Gingrich – die von seiner Entscheidung profitieren könnten, da sie änhliche Ansichten wie er haben. Mitt Romney erwähnte er dabei ausdrücklich nicht.

Zudem könnte Herman Cain, der nach der ersten Debatte bei den Republikanern ein gewisses Momentun auf seiner Seite hat, ein Nutznießer der nun veränderten Vorzeichen in Iowa sein. Für die verbleibenden Kandidaten wird auf jeden Fall wichtig sein, ein Endorsement von Huckabee zu bekommen. Und daran werden sie in den nächsten Wochen fieberhaft arbeiten.

Anbei die Ankündigung von Huckabee bei FOX Newsim Wortlaut:

Last Action Hero to the Rescue // Tim Pawlenty for POTUS

Auf ihn haben alle gewartet. Nachdem er sich ja neulich schon per Action-Film-Trailer ins Gedächtnis aller freiheitsliebenden Konservativen zurückgebeamt hatte (wir berichteten) und ihnen natürlich auch das wundervolle Buch “Courage to Stand” geschenkt hat (kaufen wollte es irgendwie keiner), kam der nächste Schritt ungefähr so überraschend wie die nächste klatschende Schelle von Bud Spencer.

Gestern verkündete Tim Pawlenty, modern wie er ist, exklusiv auf Facebook, dass er wie Newt Gingrich vor ihm auch ein Exploratory Committee geschaffen hat – und damit tritt in den Ring und bewirbt sich nun offiziell um die vakante Stelle als König der GOP bei den nächsten Präsidentschaftswahlen.

Pawlenty ist sicher einer der unbekannteren unter den Anwärtern auf die Krone bei den Republikanern. Nachdem seine Karriere als Actionheld nicht so ganz aus den Startlöchern kam – er konnte nie eine Rolle an der Seite von Chuck Norris oder Ronald Reagan ergattern -, begann Pawlenty, die deutsche und polnische Vorfahren hat, eine erfolgreiche Karriere als Hockey-Coach und führte die Minnesota Mighty Ducks dreimal hintereinander zur Thekenmeisterschaft von Nord-Minneapolis.

Als geborener Weltretter und Anführer war es daher nicht wirklich überraschend, dass er daraufhin sofort zweimal hintereinander zum Gouverneur von Minnesota gewählt wurde. Nach zwei Amtszeiten trat er 2010 nicht erneut an – denn er hatte mit seinem kühnen, aber gleichzeitig auch gütig-freundlichem Blick bereits höhere Ziele ins Auge gefasst: die Rettung der Vereinigten Staaten. Was zuerst als Hollywoodprojekt begann (checkt den Trailer), wurde nun bitterer Ernst: Pawlenty tritt an, die anderen Republikaner im Teilnehmerfeld zittern ob der Bildgewalt und des Pathos des Last Action Hero.

Da das Feld bei den Republikanern aber momentan noch total offen ist, sind seine Chancen schlecht einzuschätzen. Er wird in den nächsten Monaten viel Zeit in Iowa und New Hampshire verbringen und seine Anhänger weiterhin regelmäßig über Facebook mit kleinen Trailern versorgen. In einem Gallup-Poll unter Anhängern der Republikaner kam er letzten Monat nur auf 3 Prozent (hinter Huckabee, Palin, Romney, Paul, Bachmann, Gingrich), Obama schlägt ihn bisher in Umfragen auch sehr deutlich, und sogar The Donald lässt ihn (und auch Romney) in einer Umfrage vom Wall Street Journal und NBC deutlich hinter sich.

Also eigentlich keine guten Aussichten für den Ex-Gouverneur. Aber da sich bisher weder Palin noch Huckabee noch Romney zu ihrer Kandidatur geäussert haben, hat Pawlenty durchaus Chancen, wenn auch nur marginale. Aufgrund seiner sehr sozialkonservativen Haltung zu Abtreibung, Schwulenrechten, etc. ist er für viel Wähler aus dem rechten Spektrum wählbar. Mit sein größtes Problem ist sein geringer Bekanntheitsgrad. In den nächsten Wochen und Monaten hat er genug Zeit, daran zu arbeiten (und er scheint dabei vor allem wieder auf Facebook zu setzen). Sobald sich Palin und Co. aber entschlossen haben, auch anzutreten, wird es für Pawlenty schwer genug, Headlines und Aufmerksamkeit zu erhaschen und sich vis a vis der anderen Kandidaten wirksam zu positionieren. Falls er das nicht schafft, werden ihm auch seine kleinen Filmchen nicht helfen, die Nominierung bei der GOP zu erlangen.

What’s the Matter with Egypt?

Nachdem sich Obama nach tagelangem Zögern nun doch endlich zur Lage in Ägypten geäußert und sich – zumindest rhetorisch – auf die Seite der Anti-Mubarak-Fraktion geschlagen hat, kümmert sich Sarah Palin grade vor allem darum, ein Trademark auf ihren Namen zu beantragen. Zu Ägypten hat sie noch nichts gesagt. Das ist aber keine Überraschung. Denn man kann Ägypten ja auch nicht von Alaska aus sehen, daher kann dieses Land ja auch nicht so wichtig wie, sagen wir mal, die Aleuten sein.

Aber was sagen denn eigentlich die anderen hoffnungsvollen Politiker aus Reihen der GOP, die mit beiden Augen auf das Präsidentschaftsamt schielen. Erstmal haben sie gar nichts gesagt, das Schweigen im Hinterwald war fast schon gespenstisch. Aber eigentlich müssten sie den Auftstand der Ägypter (bzw. Teile der ägyptischen Bevölkerung) gegen den Autokraten Mubarak ja lautstark begrüßen, richtig? Denn “Freiheit” stellen diese Politiker ja über alles. Und das Volk muss sich ja gegen Quasi-Diktatoren wie Mubarak und Obama wehren, richtig? Mehr Schweigen.

Nö. Sagt nun Mike Huckabee und kritisiert, dass man Verbündete ja nicht so einfach fallen lassen könne. Und warnt, dass durch das entstandene politische Vakuum Extremisten (sprich: die Muslimbruderschaft) an die Macht kommen könnten. Was natürlich auch nicht von der Hand zu weisen ist.

Die GOP-Anführer im Kongress, John Boehner und Mitch McConnell, sagen lieber auch erstmal gar nichts, bzw. sagen, dass Obama doch was sagen soll, und dass das zählt was der Präsident dann sagt.

Mitt Romney hingegen findet eigentlich richtig, was die Obama-Adminstration macht. Diese Übereinstimmung ist aber eigentlich kein Wunder, denn Romney findet ja sogar die Gesundheitsreform gut.

John Bolton hingegen findet wiederum findet, dass die Demonstranten verblendete idealistische Stundenten seine, also eigentlich Hippies. Und Hippies sind nicht gut, Hippies sind doof. Das findet Dich Cheney ja auch.

Tim Pawlenty hat auch irgendetwas gesagt.

Rand Paul sagt, dass die USA durch ihre jahrelange Unterstützung mitverantwortlich seien für das Chaos und das jegliche Hilfe für den mittleren Osten eingestellt werden müsste. Ich finde DJ Vadim irgendwie besser in der Rolle von “The Isolationist”.

Newt Gingrich sagt, Ägypten sei bald der neue Iran.

Bobby Jindal und John Thune sagen lieber gar nichts.

Rick Perry muss sich um seine Frisur kümmern.

Hallo, Christine O’Donnell? Michelle Bachmann? Sagt ihr doch mal was, es prügelt eigentlich grad niemand so richtig auf Obama ein.

Die GOP muss ihre außenpolitische Kompetenz viel stärker zeigen. Freiwillige vor.

Legacy of the Gingrich Revolution and the Era of Small Government

“The era of big government is over”, proclaimed President Bill Clinton in his January 1996 State of the Union Address. The US thus shed its embrace of government and, amongst other things, began accumulating a net foreign debt of almost US$4 trillion.

This self-styled “Gingrich Revolution”, named after the eponymous former Speaker of the House, emerged from the ashes of the 1995 Midterm Elections, in which the Republicans regained control of the House of Representatives for the first time in forty years. Swayed by the torrent of public opinion, President Clinton relented. The Republicans’ seminal political ideology had percolated into the mainstream.

But suddenly, we all witnessed the events of September 11, 2001. Our faith in small government was shaken. For it was not investment bankers or corporate lawyers who would be deployed to remote corners of the Earth to fight in its aftermath. Nor were their institutions those which were called upon to rebuild nations ravaged by the ensuing conflict.

The second harbinger was carried on the tides of Enron’s collapse. The world could no longer trust corporations and individuals to rise beyond their own interests when a greater social predicament was at stake. Even the nebulous concept of corporate social responsibility was widely argued to be nothing more than rebadged notion of heightened corporate self-interest, the sanctity of which was defiled by its inherent arbitrariness.

The third signal that Clinton’s prophesy was wavering arrived amidst the winds of Hurricane Katrina. The Bush Administration’s diabolical response illustrated the dire need for a coordinated response, one which so abysmally failed the people of New Orleans.

The financial markets’ meltdown has hastened the demise of the small government, unregulated market ideology. Alan Greenspan himself admitted before a congressional committee last week that his actions as Federal Reserve Chairman for the past decade may have been predicated upon a misplaced faith in the ability of financial markets to self-regulate their activities. Dick Meyer rearticulated the concept in more emphatic terms, criticising the hypocrisy and greed of the rich:

When the interests of the very-monied class were threatened, it was damn the torpedoes of Reaganism, full bailout ahead! The more regulation the better! And why not go for just a little bit of nationalization while you’re at it?

Prior threats to small government didn’t make the rich sweat. And as the country learned from Vietnam, the elites can stomach a lot of injustice, inequity and incompetence until their own kin (via the Vietnam-era draft) or their own wallets (today’s meltdown) are threatened.

President-Elect Obama’s victory has signalled the final step towards negating the pre-eminence of small government. His campaign pledges to roll back the Bush tax cuts, reform healthcare, subsidise alternative energy research, and increase regulation of the financial industry gravitate towards a larger role for government institutions in his administration.

These five events have signalled a new paradigm, one in which government will play a greater role. For individuals alone cannot resolve our problems. They require the concerted efforts of a larger administration because, borrowing a soliloquy from Sorkin’s The West Wing,:

… government, no matter what its failures in the past and in times to come for that matter, government can be a place where people come together and where no one gets left behind.

But change is never painless. It will require higher government spending in the order of hundreds of billions of dollars. This must eventually translate into higher taxes, most likely by means of a federal sales tax on consumer items.

What is certain is that the Gingrich Revolution is now obsolete. The era of big government has returned. Only through a collective voice, as expressed through government institutions, can we successfully confront our most odious challenges. All our futures depend on it.