“Hallo Twitter! Hier ist Barack. Wirklich!”

Gelungener Einstand: Ab sofort twittert US-Präsident Barack Obama persönlich.

Drei Tweets, zwei Millionen Follower: Mit seinem neuen Twitter-Account hat US-Präsident Barack Obama (@POTUS) einen rekordverdächtigen Start hingelegt. Am Montagmorgen erklärte der 53-Jährige: ”Hallo Twitter! Hier ist Barack. Wirklich! Sechs Jahre dabei, und schließlich geben sie mir meinen eigenen Account.” Dieser erste Tweet wurde bislang rund 260.000 Mal weitergeleitet und über 360.000 Mal favorisiert.

Das Weiße Haus nutzt Twitter bereits seit 2009 für Mitteilungen (@WhiteHouse), Obama selbst hatte hin und wieder Nachrichten mit dem Kürzel “-bo” verschickt. Dazu benutzt Organizing for Action, die Nachfolgeorganisation von Obamas Wahlplattform aus dem Jahr 2008, den Account @BarackObama. Rund 60 Millionen Nutzer sind dort Follower.

Ex-Präsident Bill Clinton ließ es sich nicht nehmen, nachzufragen, ob Obamas neuer Account auch nach dessen Amtszeit zur Verfügung stehe. Clinton frage für einen Freund nach – eine Anspielung auf seine Frau Hillary, die jüngst ankündigte, im kommenden Jahr als demokratische Präsidentschaftskandidatin antreten zu wollen. Obama antwortete, dass die Nutzung mit dem Amt verbunden sei. Im Anschluss fragte er: “Eine Ahnung, ob jemand Interesse an @FLOTUS hat?” Dahinter verbirgt sich der Twitter-Account von Obamas Frau Michelle.

Obama wiederum spielte damit auf Bill Clintons (noch unklare) Rolle während einer möglichen Präsidentschaft seiner Frau an. Flotus ist die Abkürzung für “First Lady of the United States”.

Was sich hinter CarlyFiorina.org verbirgt

Trauriger Anblick: Screenshot der Webseite CarlyFiorina.org.

Carly Fiorina, ehemalige Chefin von Hewlett Packard, steigt ins Rennen um das US-Präsidentenamt ein. ”Ich denke, ich bin die Beste für den Job, weil ich verstehe, wie die Wirtschaft funktioniert”, sagte die 60-Jährige dem TV-Sender ABC. Die aus Texas stammende Fiorina bewirbt sich bei den Republikanern um das Ticket für die Wahl 2016. Umfragen zufolge ist sie chancenlos – im Gegensatz zu den Senatoren Rand Paul und Marco Rubio sowie dem ehemaligen Gouverneur von Florida, Jeb Bush.

Die US-Webseite “Mashable” hat bereits auf eine amüsante Begebenheit im Internet hingewiesen. Während CarlyFiorina.com auf die offizielle Kampagnen-Webseite CarlyforPresident.com weiterleitet, ist dies bei CarlyFiorina.org nicht der Fall. Dort wird stattdessen auf die rund 30.000 HP-Mitarbeiter hingewiesen, die Fiorina als Konzernchefin zwischen 1999 und 2005 entließ. Jeder dieser Angestellten wird auf der Webseite mit einem Emoticon dargestellt.

Nutzer sollten übrigens bis ganz ans Ende der Seite scrollen.

Obama-Bibliothek – Zuschlag für Chicago

Heimat und Rückzugsort: die Obamas vor der Skyline von Chicago. 

Die Entscheidung ist gefallen: Die US-Metropole Chicago (Bundesstaat Illinois) darf nach dem Ende der Amtszeit von Staatschef Barack Obama im Januar 2017 dessen Präsidentenbibliothek bauen. Das berichtete der TV-Sender NBC. Unklar ist noch der finale Standort. Zu Auswahl stehen die Universität von Chicago und die Universität von Illinois. Vor dem Einzug ins Weiße Haus lebten die Obamas in Chicago. Dort begann in den 1990er Jahren der politische Aufstieg des späteren Senators und heutigen Präsidenten; bis 2004 lehrte er Verfassungsrecht an der Universität von Chicago.

Die Universität von Hawaii und die Columbia-Universität in New York City hatten sich ebenfalls beworben. Honolulu ist Obamas Geburtsort, an der Columbia-Universität machte er seinen Abschluss in Politikwissenschaft.

Wenn ein Sechstklässler ungeduldig wird

“Machen wir einfach weiter”: US-Präsident Barack Obama (r.) mit Osman Yaya.

Gute Reden sind eine Stärke von Barack Obama, das ist hinlänglich bekannt. Trotzdem passiert es auch dem US-Präsidenten hin und wieder, dass er zu lange an einem Gedanken festhält. In der Regel redet Obama dann einfach weiter – welcher Moderator fällt dem mächtigsten Mann der Welt schon gerne ins Wort? Osman Yaya tickt da anders. Der Sechstklässler der Bennett Middle School in Salisbury (Bundesstaat Maryland) durfte in der vergangenen Woche eine Fragerunde mit Obama in der Hauptstadt Washington moderieren.

Gegen Ende der Diskussion sprach Obama über Problemlösungen. Er bezog sich dabei auf das Verfassen von Texten in der Schule. Der 53-Jährige sagte, dass es nicht schlimm sei, von ersten Entwürfen enttäuscht zu sein. Man müsse dann einfach weiterarbeiten. Obama holte weit aus, um seinen Punkt klarzumachen. Zu weit für Yaya. Er unterbrach den Staatschef und sagte: “Ich denke, dass Sie jetzt alle Aspekte dieser Frage beleuchtet haben.” Obama zeigte sich beeindruckt. “Osman denkt, dass ich zu lange geredet habe”, sagte er und lachte. “Machen wir einfach weiter.”

Für das “Time”-Magazin steht fest: “Jemand sollte diesem Kind eine Talkshow geben.”

Hier ist das Video der gesamten Diskussion mit Obama. Yayas energisches Einschreiten ist ab Minute 27 zu sehen:

White House Correspondents Dinner: Obama teilt aus

US-Präsident Barack Obama (r.) mit seinem “Wut-Übersetzer”.

Beim traditionellen White House Correspondents Dinner hat sich US-Präsident Barack Obama wieder einmal über die Medien, die politischen Gegner und sich selbst lustig gemacht. Ein besonderer Höhepunkt war der Auftritt seines “Wut-Übersetzers” im Washington Hilton Hotel. Den leicht aufbrausenden Herrn mit dem Namen “Luther” gibt es natürlich nicht wirklich. Hinter ihm verbirgt sich der Comedian Keegan-Michael Key (“Kay & Peele”). “Luther” wurde bereits im Jahr 2012 einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Mehr Informationen zu dem Gala-Dinner gibt es auf der Webseite des Weißen Hauses.

Rubio kandidiert – und attackiert Clinton

“Gestern ist vorüber”: Marco Rubio während seiner Rede in Miami.

Der Republikaner Marco Rubio hat angekündigt, im kommenden Jahr bei der US-Präsidentschaftswahl antreten zu wollen. “Ich kann als Präsident einen Unterschied machen”, sagte der Senator aus Florida in Miami. Der 43-Jährige versprach, als Staatschef ein “neues amerikanisches Jahrhundert” einzuläuten. Rubio ist nach Ted Cruz und Rand Paul der dritte Konservative, der sich das Ticket der Konservativen sichern will.

Am Sonntag hatte Ex-Außenministerin Hillary Clinton angekündigt, für die Demokraten zur Wahl 2016 antreten zu wollen. Rubio nannte sie in Miami vor einer jubelnden Menge eine “gestrige Politikerin” mit veralteten Ansichten. “Gestern ist vorüber – und wir gehen nicht zurück.”

Zehn Fakten zu Clintons Kampagne

Pfeil nach rechts: So sieht die Facebook-Seite von Hillary Clintons Kampagne aus.

Nun kann der Wahlkampf beginnen. Hillary Clinton hat entschieden, es noch einmal zu wagen. Die Ex-Außenministerin will erste US-Präsidentin werden. Mit einem YouTube-Video verkündete Clinton ihre Kandidatur, wenig später folgten Nachrichten auf Twitter (auch von Tochter Chelsea) und auf Facebook. Mittlerweile ist Clinton in den Bundesstaat Iowa unterwegs, wo Anfang 2016 die erste Vorwahl stattfindet.

Hier die zehn wichtigsten Fakten zur Kampagne:

1. Das veröffentlichte YouTube-Video (“Getting Started”) gilt als Startschuss der Kampagne. Kurz vorher verschickte John Podest, der Chef von Clintons Wahlkampfteam, eine E-Mail an potenzielle Spender und Unterstützer.

2. Der Clip ist 2 Minuten und 19 Sekunden lang. Es dauert jedoch eine Minute und 31 Sekunden, bis Clinton zum ersten Mal ins Bild kommt. Der Unterschied zum Kampagnenstart im Jahr 2007 könnte nicht größer sein.

3. Eine große Rede zum Wahlkampfauftakt hat Clinton wohl erst im Mai geplant. Der Tageszeitung “Washington Post” zufolge will sich die Demokratin in Iowa vor allem in kleinen Runden mit Wählern unterhalten.

Mehr: Clintons Wahlkampflogo: Wikileaks ist sauer

4. Mit dieser Zurückhaltung will Clinton aus den Fehlern bei ihrer gescheiterten Präsidentschaftskandidatur im Jahr 2008 lernen. Damals vermittelte sie den Eindruck, dass ihr als “unvermeidbare Kandidatin” die Nominierung zustehe. Der damalige Senator Barack Obama nutzte das aus und zog im parteiinternen Vorwahlkampf an Clinton vorbei.

5. Das Online-Magazin “Politico” berichtete, dass Clinton ihre Kampagne auf die wirtschaftlichen Sorgen der Mittelschicht und ihre Rolle als Vorkämpferin für die Sache der Frauen zuschneiden will.

6. Neben Iowa dürfte Clinton in der kommende Woche auch den Bundesstaat New Hampshire besuchen. Dort findet traditionell ebenfalls eine frühe Vorwahl abhält.

7. Clintons Wahlkampfmanager heißt Robby Mook. Der 35-Jährige ist die Nummer zwei der Kampagne – hinter Podesta. Mook gilt als Datenexperte. Er ist der britischen Tageszeitung “The Guardian” zufolge der erste offen schwule Wahlkampfmanager in der US-Geschichte. Sein mutmaßlicher Twitter-Kanal gilt als ausbaufähig.

8. Clintons Mitarbeiter haben ihr Kampagnenhauptquartier im New Yorker Stadtteil Brooklyn bezogen.

9. Die “New York Times” bezifferte die anvisierten Kosten von Clintons Wahlkampf unter Berufung aus das Umfeld der Politikerin auf über 2,5 Milliarden Dollar (2,3 Milliarden Euro).

10. Clintons offizieller Kampagnenstart bedeutet das Ende des Super-PAC “Ready for Hillary“. Von nun an gilt es, die Öffentlichkeit mit einer einheitlichen Botschaft zu überzeugen.

Republikaner starten “Stop Hillary”-Kampagne

Wenig überraschend: Die Republikaner nehmen Hillary Clinton ins Visier.

Die Republikaner haben mit scharfen Attacken auf die beginnende Präsidentschaftskampagne von Hillary Clinton reagiert. Potenzielle Rivalen der Konservativen im Rennen um das Weiße Haus nahmen die Ex-Außenministerin ins Visier. Jeb Bush schrieb der “Washington Post” zufolge in einer E-Mail an Spender: “Es ist an uns, sie zu stoppen.” Zuvor hatte er bereits Clintons Außenpolitik kritisiert. Ted Cruz sprach von einer “verfehlten Politik der Vergangenheit”, Rand Paul bezeichnete Clinton als “schlimmsten Teil der Washington-Maschine”.

MehrClintons Wahlkampflogo: Wikileaks ist sauer

Im Internet starteten die Konservativen eine “Stop Hillary”-Kampagne. Die Partei sucht auf ihrer Webseite GOP.com 100.000 Anhänger, die sich im Wahlkampf gegen Clinton engagieren. In einem entsprechenden YouTube-Video wird unter anderem ihre jüngste E-Mail-Affäre thematisiert. Parteichef Reince Priebus stellte Clinton in der Tageszeitung “USA Today” als nicht vertrauenswürdig dar.

“I’m Ted Cruz and I approve this message”

Republikanisches Familienidyll: Szene aus dem Spot “Blessing”.

Der Republikaner Ted Cruz hat die Saison der Kampagnen-Spots für die Präsidentschaftswahl 2016 eingeläutet. Es scheint so, als ob sich der erzkonservative Senator aus Texas mit dem YouTube-Clip “Blessing” früh die Aufmerksamkeit von Anhängern des rechten Flügels seiner Partei sichern will.

Tanzkurs mit Michelle Obama, Teil zwei

Eingespieltes Duo: Jimmy Fallon tanzt “den Barack Obama”, Ehefrau Michelle ist ungehalten.

Mittlerweile wurde das Video auf YouTube fast 22 Millionen Mal angeklickt: Im Februar 2013 ließ es sich First Lady Michelle Obama nicht nehmen, mit einem Tanzduell (“The Evolution Of Mom Dancing”) in der damaligen NBC-Sendung “Late Night with Jimmy Fallon” auf ihre Bewegungsinitiative “Let’s move!” hinzuweisen.

Nun haben sich Fallon, seit Februar 2014 Gastgeber der “Tonight Show”, und Amerikas ”Mom in Chief” erneut auf dem Parkett getroffen. Sie brauchen noch Tanzideen für die nächste Party? Wie wäre es mit der ”Zieh eine Tüte aus der Sammlung von Plastiktüten unter der Spüle”-Bewegung?

“West Wing Week” feiert Geburtstag

Vor fünf Jahren begann das Weiße Haus damit, die wöchentlichen Aktivitäten von Präsident Barack Obama in einem Video-Blog festzuhalten. Die YouTube-Serie “West Wing Week”, erzählt von Obamas Sprecher Josh Earnest, hat sich zu einem beachtlichen Erfolg im Internet entwickelt. Zum fünften Geburtstag blicken Obama und die “West Wing Week”-Macher zurück.

“Buzzfeed” zieht ins Weiße Haus ein

Mächtige Kästchen: die neue Sitzstruktur im Briefing Room des Weißen Hauses.

Es sind, zumindest aus journalistischer Sicht, 49 legendäre Plätze. So viele Sitzmöglichkeiten gibt es im Briefing Room des Weißen Hauses. Dort informiert der Sprecher des US-Präsidenten die Medienvertreter fast täglich über die wichtigsten Ereignisse und die Ansichten der Regierung. Auf den Sitzen stehen die Namensschilder der wichtigsten US-Medien – mit einer Ausnahme. Der Platz in der vierten Reihe links außen ist für die ausländischen Korrespondenten („Foreign Press Group“) reserviert. Lange gab es für Ausländer nur Stehplätze. Erst 2011 änderte die “White House Correspondents’ Association” diese Regel.

Nun hat es erneut eine Veränderung der Sitzstruktur gegeben. Die Tageszeitung “USA Today” und das Internetportal “Politico” berichteten, dass die Webseite “Buzzfeed” und der arabische Nachrichtensender Al Jazeera ab sofort Plätze haben. Jedoch müssen sie diese mit dem Medienkonzern Scripps (“Buzzfeed”) und der Tageszeitung “Chicago Sun-Times” (Al Jazeera) teilen. Gleichzeitig rückt die politische Webseite “The Hill” eine Reihe nach vorn, die Zeitung “The New York Daily News” hat das Nachsehen.

Erst vor Kurzem hatte “Buzzfeed” Präsident Barack Obama für ein Interview und einen viel beachteten viralen Clip gewinnen können.

Strg + A + Entf

Kein Geheimnis mehr: Hillary Clinton würde gern Barack Obamas Nachfolgerin werden.

In Hillary Clintons E-Mail-Affäre gibt es neue Vorwürfe. Anscheinend hat die Ex-Außenministerin und potenzielle Präsidentschaftskandidatin der Demokraten alle Korrespondenz auf ihrem persönlichen Rechner gelöscht.

Das zumindest teilte der Republikaner Trey Gowdy mit. Der Vorsitzende eines Kongress-Ausschusses berief sich auf Angaben von Clintons Anwalt David Kendall. Der “New York Times” zufolge verteidigte dieser das Vorgehen der ehemaligen Außenministerin aber als  legitim. Gowdy dagegen sprach von einem bisher beispiellosen Vorgang.

Jüngst war bekannt geworden, dass Clinton als Chefdiplomatin der Vereinigten Staaten ausschließlich eine private E-Mail-Adresse für ihre dienstlichen Korrespondenzen benutzte. Nach öffentlichem Druck gab Clinton schließlich 30.000 Korrespondenzen heraus – die jedoch von Mitarbeitern aussortiert waren. Gowdy zufolge löschte Clinton im Anschluss den Rest.