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Kein Geheimnis mehr: Hillary Clinton würde gern Barack Obamas Nachfolgerin werden.

In Hillary Clintons E-Mail-Affäre gibt es neue Vorwürfe. Anscheinend hat die Ex-Außenministerin und potenzielle Präsidentschaftskandidatin der Demokraten alle Korrespondenz auf ihrem persönlichen Rechner gelöscht.

Das zumindest teilte der Republikaner Trey Gowdy mit. Der Vorsitzende eines Kongress-Ausschusses berief sich auf Angaben von Clintons Anwalt David Kendall. Der “New York Times” zufolge verteidigte dieser das Vorgehen der ehemaligen Außenministerin aber als  legitim. Gowdy dagegen sprach von einem bisher beispiellosen Vorgang.

Jüngst war bekannt geworden, dass Clinton als Chefdiplomatin der Vereinigten Staaten ausschließlich eine private E-Mail-Adresse für ihre dienstlichen Korrespondenzen benutzte. Nach öffentlichem Druck gab Clinton schließlich 30.000 Korrespondenzen heraus – die jedoch von Mitarbeitern aussortiert waren. Gowdy zufolge löschte Clinton im Anschluss den Rest.

“The Rock Obama” räumt auf

Ziemlich wütend: “SNL”-Darsteller Jay Pharoah als Barack Obama.

Für den Schauspieler Dwayne Johnson ist es längst zu einer Art Kultrolle geworden. In der Comedy-Sendung “Saturday Night Live” (“SNL”) tritt der Ex-Wrestler regelmäßig als muskelbepacktes Ebenbild von Präsident Barack Obama auf. In der jüngsten Ausgabe der legendären NBC-Show zeigte Johnson erneut, was passiert, wenn man Obama “sehr wütend macht”.

Hier das Video:

“Obamacare”-Protest wird zum Fiasko

“Erzählen Sie Ihre Geschichte”: Webseite von Cathy McMorris Rodgers.

Die US-Republikaner verachten die Gesundheitsreform. Für die Konservativen ist das wohl wichtigste innenpolitische Projekt von Präsident Barack Obama eine Beschneidung bürgerlicher Freiheitsrechte und eine Belastung der Wirtschaft. Obama, der den Affordable Care Act vor fünf Jahren unterzeichnete, sieht das naturgemäß anders. “Familien und Unternehmen sparen mit diesem Gesetz Geld”, sagte der Staatschef jüngst. Außerdem rette die Reform Leben. Das Gesetz “funktioniert”, befand Obama, trotz der “unzähligen Versuche” der Republikaner, es “zu diffamieren”.

Mehr“Obamacare” = iOS 7?

Die Kongressabgeordnete Cathy McMorris Rodgers ist eine besonders erbitterte Gegnerin von “Obamacare”. Als Vorsitzende der House Republican Conference ist die evanglikale Christin zurzeit die mächtigste Republikanerin im Kongress. Nun wollte Rodgers einen Online-Protest gegen die Reform entfachen. Das Gesetz sei ”zerstörerisch”, so Rodgers. “Erzählen Sie Ihre Geschichte, damit ich besser verstehen kann, wie groß Ihre Probleme sind”, schrieb die 45-Jährige auf ihrer Webseite und auf Facebook. Doch der Aufruf entwickelte sich zum Fiasko.

Es dauerte nicht lange, bis auch die Befürworter der Reform auf den Aufruf aufmerksam wurde. Viele Nutzer beschrieben die positiven Auswirkungen des Gesetzes. Familienangehörige seien endlich versichert und könnten nun ein besseres Leben führen. Gleichzeitig wurde massive Kritik an Rodgers und ihrer Partei laut. Die Webseite “Vox.com” schrieb: “Das ist ein Lehrstück in der Nutzung sozialer Medien.”

Supreme Court prüft “Obamacare” noch immer

Der Affordable Care Act hatte den Kongress im März 2010 nach heftigem politischen Streit passiert und trat im Oktober 2013 in Kraft. Im Zentrum steht die Pflicht aller Bürger, sich bei einer Krankenkasse zu versichern – sonst droht eine Strafzahlung. Geringverdiener erhalten staatliche Zuschüsse für den Kauf einer Versicherung. Die Folgen: Die Zahl der Amerikaner ohne Krankenversicherung sank um 16,4 Millionen. Der Anteil der Unversicherten ging von 20,3 auf 13,2 Prozent zurück.

Der Oberste Gerichtshof erklärte die Versicherungspflicht im Juni 2012 zwar für verfassungskonform. Derzeit prüft der Supreme Court jedoch, ob die staatlichen Beihilfen für Versicherte rechtlich gedeckt sind. Im Juni wird mit einer Entscheidung gerechnet.

Ted Cruz und der falsche Geburtsort

War da was? Seine kanadische Vergangenheit ist Ted Cruz eher unangenehm.

Als erster Republikaner hat Ted Cruz seine Kandidatur für das Präsidentenamt bei den Wahlen 2016 bekanntgegeben. Via Twitter veröffentlichte der texanische Senator eine kurze Botschaft und ein erstes Kampagnenvideo. Der 44-Jährige sagte, er wolle den Respekt der Wähler verdienen. Nun drängt sich eine Frage auf: Darf der Erzkonservative überhaupt antreten? Schließlich wurde Cruz am 22. Dezember 1970 im kanadischen Calgary geboren. Sein Vater arbeitete dort für die Ölindustrie. Der US-Verfassung zufolge muss ein Präsidentschaftskandidat jedoch ein “Bürger von Geburt an” sein.

Für Cruz stellt sein Geburtsort kein politisches Problem da. Bereits 2013 sagte er zur Tageszeitung “The Dallas Morning News”, dass er gar nicht gewusst habe, eine kanadische Staatsbürgerschaft zu haben. Vorsichtshalber gab er diese im vergangenen Jahr zurück.

Der Tea-Party-Liebling, dessen vollständiger Name Rafael Edward Cruz lautet, wuchs in Texas auf, erlangte seinen College-Abschluss in Princeton und studierte anschließend Jura in Harvard. Cruz leitet die Berechtigung für seine Kandidatur vor allem von seiner in Amerika geborenen Mutter ab.

Aus rechtlicher Sicht ist Cruz’ Kandidatur wohl nicht zu beanstanden. Gibt es trotzdem einen Rest Unsicherheit? Ja, den gibt es. Denn der US-Verfassung zufolge muss jeder Kandidat für das Präsidentenamt 35 Jahre alt, seit 14 Jahren in den Vereinigten Staaten wohnhaft und ein “natural born citizen” sein, also ein Bürger von Geburt an.

Bereits 2008 war der Geburtsort ein heiß diskutiertes politisches Thema in den USA. Vor allem die – teils von den Konservativen instrumentalisierten – Diskussionen über die Geburtsurkunde des damaligen demokratischen Kandidaten Barack Obama sorgten für erbitterten Streit zwischen den Parteien. Der heutige Staatschef wurde 1961 in Honolulu (Bundesstaat Hawaii) geboren, seine Mutter war US-Bürgerin, sein Vater stammte aus Kenia.

Supreme Court muss noch entscheiden

Auch Obamas damaliger Gegner John McCain musste sich Fragen über seinen Geburtsort gefallen lassen. Der republikanische Senator kam 1936 auf einer US-Militärbasis in der Panamakanalzone zur Welt. Erst eine Senatsresolution stellte im April 2008 fest, dass McCain ein US-Bürger von Geburt an sei und zur Wahl antreten dürfe.

Die damaligen und aktuellen Diskussionen haben einen gemeinsame Kern. Die US-Verfassung gibt nur eine vage Definition eines “natural born citizen”. 2008 einigten sich amerikanische Rechtsexperten deshalb auf Folgendes: Die US-Staatszugehörigkeit muss mit der Geburt erfolgen und darf nicht erst über eine Einbürgerung erlangt werden. Cruz ist dieser Definition zufolge in der Lage, als Präsident zu kandidieren – seiner Mutter sei Dank.

Trotzdem bleiben Zweifel. Und das liegt am Supreme Court. Als letzte Instanz in Verfassungsfragen ist es dem Obersten Gerichtshof überlassen, einen Schlussstrich unter die Diskussion um die US-Staatsbürgerschaft qua Geburt zu ziehen.

Ex-Außenministerin Hillary Clinton, die der “New York Times” zufolge ihre Kandidatur für die Demokraten im April bekanntgeben will, kann die Debatten sorgenfrei verfolgen. Sie erblickte im Oktober 1947 in Chicago im Bundesstaat Illinois das Licht der Welt.

“Time” zeigt Hillary Clinton als Teufelin

Wirklich nur ein M? Das aktuelle “Time”-Cover.

Für viele Republikaner dürfte es schlicht die Wahrheit über Hillary Clinton sein. Das Cover der neuen Ausgabe des US-Magazins “Time” lässt bei der wahrscheinlichen Präsidentschaftsbewerberin der Demokraten für die Wahl 2016 vermeintliche Teufelshörner erkennen. Zu sehen ist eine schwarze Silhouette der Ex-Außenministerin, darüber prangt der “Time”-Schriftzug. Die beiden Bogen des Buchstaben M bilden dabei zwei kleine Hörner.

“Fällt Ihnen irgendetwas Komisches am neuen ‘Time’-Cover auf?”, schrieb das konservative Magazin “National Review” auf Twitter. Die Frage sei nun, ob es sich um eine ”Entgleisung von Photoshop” oder eine “subtile Erklärung der Redaktion” handele. Auch andere Medien diskutieren über das Cover.

Doch “Time” hielt dagegen. Das Magazin veröffentlichte eine Übersicht mit über 30 weiteren Cover-Aufnahmen der vergangenen Jahre. Dort sind auch Papst Franziskus, Microsoft-Gründer Bill Gates und Ex-Präsident Bill Clinton mit vermeintlichen Teufelshörnern zu sehen.

In seiner neuesten Ausgabe analysiert “Time” die Auswirkungen von Hillary Clintons jüngster E-Mail-Affäre. Dabei geht es um die Verwendung eines privaten E-Mail-Kontos für dienstliche Zwecke während ihrer Zeit als Außenministerin. Clinton erklärte jüngst, dass die Nutzung des privaten Kontos ein Fehler gewesen sei. Das Außenministerium verfüge über rund 55.000 ausgedruckte Seiten mit Mail-Nachrichten. Es gehe nun darum, diese schnellstmöglich zu veröffentlichen.

“Wie bringt man Obamas Augen zum Leuchten?”

Entspannter US-Präsident: Barack Obama scheint keine Probleme mit fiesen Tweets zu haben.

Barack Obama weiß, wie man sich als Prominenter im Internet präsentieren muss. Zuletzt bewies der US-Präsident das mit einem Clip für die Webseite “Buzzfeed”, der auf Facebook eine enorme virale Verbreitung erfuhr. Rund 50 Millionen Mal wurde das Video dort aufgerufen. Nun hat der 52-Jährige bewiesen, dass er auch über Sticheleien in fiesen Twitter-Nachrichten lachen kann – sogar wenn es um sein Äußeres geht. Obama machte bei der auf YouTube populären Kategorie “Mean Tweets” der US-Talkshow von Moderator Jimmy Kimmel mit.

Bei “Mean Tweets” lesen Prominente gehässige Nachrichten über sich selbst vor. “Gibt es irgendeine Möglichkeit, Obama zu einem Golfplatz um die halbe Welt zu fliegen und ihn einfach dort zu lassen?”, heißt es in einem Tweet, den der Demokrat vorlas. “Ich denke, das ist eine großartige Idee”, sagte der passionierte Golfer.

Ein anderer Nutzer schrieb: “Wie bringt man Obamas Augen zum Leuchten? Scheine mit einer Taschenlampe in seine Ohren.” Da musste sogar Obama lachen. “Ich finde, der ist ziemlich gut”, sagte der 52-Jährige.

Seit geraumer Zeit wird Obama wegen vermeintlich schlecht sitzender Jeans (“dad jeans”) aufgezogen – auch dazu gab es einen Tweet: ”Ich finde es ok, wenn der Präsident Jeans trägt. Aber ich finde es nicht ok, wenn der Präsident SOLCHE Jeans trägt”, las Obama vor. Moderator Jimmy Kimmel ließ es sich nicht nehmen, den Clip in einer typischen “Obama-Jeans” zu beenden.

Auf YouTube wurde die Obama-Ausgabe von “Mean Tweets” innerhalb eines Tages rund 3,1 Millionen Mal angesehen.

LLAP – Live Long and Political

Vulcanology--Not Just For Volcanoes Anymore!  Pres. Obama and Lt. Uhura

RIP Mr. Spock . “Amerika wählt” gedenkt dem Allvater aller Nerds & Wonks mit ein paar Nuggets zum politisch denkenden Menschen Leonard Nimoy.

Spock und die Raumschiffe
Logisch. Leonard Nimoy warb für Raumschiffe. 1976 liess er sich bereitwillig von der NASA einspannen lassen, um für das US-Raumfahrtprogramm zu trommeln und damit ein Kernstück der (bereits unter Kennedy begonnenen) Prestigepolitik von Präsident Johnson im Kalten Krieg zu unterstützen. Seine Popularität und die thematische Nähe zu seiner Rolle als Vulkanier an Bord der Enterprise machten ihn dazu bestens geeignet. Wie dankbar ihm die NASA dafür bis heute ist sieht man hier https://twitter.com/NASA/status/571365324781543425/photo/1

Spock und die Bombe
Nimoy war aber schon 14 Jahre früher politisch aktiv geworden. Zusammen mit seiner ersten Frau schickte er ein Telegramm an Präsident Kennedy. Darin forderten die beiden Kennedy auf, von einem Test einer Wasserstoffbombe im Weltraum abzusehen, um die Erde vor den ökologischen Folgen zu bewahren.

Spock und der Umgang mit dem (politischen) Gegner
Dieses Bild sagt doch eigentlich schon alles. Cool! https://twitter.com/TheRealNimoy/status/509385902829748224

Spock und die Politicos
Zuletzt verliess Nimoy aber die Coolness seines Alter Ego Spock. In einem sichtlich genervten Tweet vom vergangenen November stellte er der Politik kein gutes Zeugnis aus. Sie kümmere sich nicht genug um die Menschen. Wenn ein Vulkanier darauf hinweisen muss, sieht es tatsächlich nicht so gut aus.

Image courtesy of Supremecourtjester.

“Sesamstraße” verulkt “House of Cards”

Drohung per Smartphone: Frank Underwolf in Aktion.

Eine bessere Werbung hätte sich der US-Streamingdienst Netflix wohl nicht wünschen können. Kurz vor dem Start der dritten Staffel der TV-Serie “House of Cards” hat die Kinderserie “Sesamstraße” eine erstaunlich gelungene Parodie auf YouTube veröffentlicht. In dem rund rund viereinhalb Minuten langen Video versucht Frank Underwolf ins Weiße Haus einzuziehen – und die dort residierenden Schweine zu vertreiben. Wie er dabei vorgeht, sollte man sich am besten selbst anschauen:

“House of Cards”-Hauptdarsteller Kevin Spacey veröffentlichte seine Meinung via Twitter. Spacey fand den Clip schlicht “brilliant”. Die neuen Folgen von “House of Cards” rund um den skrupellosen Francis “Frank” Underwood starten am 27. Februar auf Netflix. In Deutschland ist die dritte Staffel in der Originalversion auf Sky Go und Sky Anytime zu sehen. Ab dem 13. März laufen die Folgen dann immer Freitags auf Sky.

Co-Latterell Damage

Badlands National Park

Meet Isaac Latterell. Isaac runs a small business in Sioux Falls, South Dakota. He fixes computers for other small business owners. And he is a State Representative for District 6. As a Republican he supports some very common principles such as limited government, balanced budget and low taxes. It is fair to say that in many ways Isaac Latterell is a politically engaged citizen with roots in his community. That is a good thing.

Here comes the great however: Isaac Latterell, his position on abortion and the way he shares it with the world is also a striking example for everything that is wrong with (parts of) the Republican Party and more general with the political culture in the oldest democracy on the planet.

Abortion is a very complex issue that touches on medical, moral and religious aspects. Abortion is an integral part of the debate about women’s rights and gender relations. There are no easy answers. There are many arguments to support the right to have an abortion. There are also valid arguments to debate the conditions for an abortion.

Having said that, comparing abortion to beheadings by ISIS is definitely not an acceptable position. In fact, it is among the most moronic things that can be said for a myriad of reasons. Unfortunately, Isaac Latterell has done exactly that. On his website, he published a blog post under the title “Planned Parenthood worse than ISIS and lying about it” in which he wrote:

“No state, no religion, and no organization should ever be allowed to use this unspeakably horrifying method. While we rightly take the speck out of our neighbor’s eye by holding ISIS accountable, let us be sure to take the plank out of our own eye by holding Planned Parenthood accountable.”

He has also introduced a bill to the South Dakota House of Representatives under the title “The preborn infant beheading ban 2015″.

Isaac Latterell’s musings have generated some negative coverage. I can only assume that this prompted him to change the title of the blog to “Planned Parenthood beheading children and lying about it”. Remarkably enough for a guy who makes a living from working with and fixing computers, the URL remained unchanged by the time of this writing. http://www.isaaclatterell.com/2015/02/17/planned-parenthood-worse-than-isis-and-lying-about-it/ (as of February 19, 1800 CET).

UPDATE: The reactions from Planned Parenthood and especially its president Cecile Richards came prompt and with a vengeance.

Picture (c) Jim Bauer, Badlands National Park, South Dakota

Welchen Präsident Clinton meinen Sie denn?

Wahlen kosten Geld, viel Geld. Das gilt besonders in den USA und bei keiner Wahl so sehr wie der Präsidentschaftwahl. Eine Chance auf den Sieg in den Vorwahlen und letzlich auch der eigentlichen Wahl haben Kandidaten, die sich darauf verstehen, Spenden einzuwerben. In der Vergangenheit wurden den Republikanern leichte Vorteile zugesprochen. Aufgrund ihrer Wirtschaftsnähe konnten sie mit mehr Großspenden rechnen. Bill Clintons legendäre Spenden(raub)züge und Barack Obamas Erfolg, massenhaft Klein- und Kleinstspenden einzutreiben, haben diese Einschätzung ad acta gelegt.

Auch im Vorfeld der Wahlen 2016 liegen wieder leichte Vorteile bei den Demokraten: Während sich mit Jeb Bush, Marco Rubio, Rand Paul, Scott Walker, Ted Cruz und Chris Christie eine ganze Reihe von ernstzunehmenden Kandidaten um die republikanische Nominierung bewerben oder es zumindest in Betracht ziehen, kann Hillary Clinton als nahezu unangefochtene Kandidatin der Demokraten schon Geld für die Präsidentschaftswahlen einsammeln.

Das tut sie auf unterschiedlichsten Wegen, vor allem aber durch ihren Super-PAC “Ready for Hillary”.

Der wartet pünktlich zum President’s Day mit einer neuen Aktion auf: wer 20,16 Dollar spendet erhält ein Plakat, dass Hillary schon im Amt sieht. Es ziert die Aufschrift “Looking forward to having to ask which President Clinton you mean”.

Dass die Frage für den aussichtsreichsten der republikanischen Kandidaten, Jeb Bush, mindestens ebenso berechtigt wäre, ist dabei Fussnote. Denn der dürfte sich kaum darum bemühen, allzu große Nähe zum letzten Präsidenten seines Namens zu erreichen.

Obama, “Buzzfeed” und der PR-Coup

Beruhigend: Auch Barack Obama schneidet anscheinend gern Grimassen vor dem Spiegel.

Das kann man wohl getrost unter Coup verzeichnen. Die US-Webseite “Buzzfeed” hat US-Präsident Barack Obama für sich gewinnen können. Dabei ist nicht nur ein Interview herausgekommen. “Buzzfeed” und Obama konnten auch etwas schaffen, was in der heutigen Zeit viel wertvoller ist: ein für die sozialen Medien perfekt produziertes Video.

In dem knapp zwei Minuten langen Clip sieht man Obama und den “Buzzfeed”-Redakteur Andrew Ilnyckyj Dinge tun, “die jeder macht, über die aber niemand spricht”. Beide Männer schneiden Grimassen, üben Sätze vor dem Spiegel und machen Selfies. Obama sogar mit einem “Selfie-Stick”.

Und warum all das? Das Video – rund 5,5 Millionen Aufrufe auf Facebook – ist eine perfekte Kombination aus viraler Form und politischem Inhalt. “Buzzfeed” darf sich mit Obama schmücken, dieser gibt sich ziemlich lässig und macht nebenbei auch noch Werbung für seine Gesundheitsreform.

Politische PR in idealer Form: Wir verbeugen uns, Mr. President.

Genug gelacht: Jon Stewart geht von Bord

Jon Stewart

Die Nachricht war noch kaum über die Ticker gelaufen, da wurde sie schon zum “trending topic” auf twitter: die Comedy-Legende und das Gesicht der erfolgreichsten Fake-Nachrichten der Welt (nein, nicht FOX News), Jon Stewart, verlässt nach über 15 Jahren die Daily Show.

Noch ist nicht bekannt, wohin es Stewart verschlagen wird, aber eines ist jetzt schon sicher: die Präsidentschaftswahlen 2016 werden ohne seine bissigen Kommentare ein Stück an Attraktivität für die Fans politischer Comedy verlieren.

Während Fans sich betrübt zeigten, nahm Jon selbst derweil seinen Anschied mit Humor. “Wenigstens heute solltet ihr mal bis zum Ende des Interviews eingeschaltet bleiben” twitterte er.

SPD holt Obamas Wahlkampfleiter

Jim Messina (OBAMA 2012)

Genosse Messina soll es richten: Nach Informationen des Spiegel verhandelt die SPD derzeit mit Jim Messina, um sich dessen Unterstützung für die nächste Bundestagswahl zu sichern. Messina war von 2009 bis 2011 Stellvertretender Stabschef im Weißen Haus und hat als Wahlkampfmanager 2012 maßgeblich zur Wiederwahl Präsident Obamas beigetragen. Der Kontakt zur SPD bestehe schon seit letztem Jahre, berichtet das Nachrichtenmagazin.

Jim Messina gründete 2013 die “Messina Group” eine Lobbying- und Beratungsfirma, die sehr stark auf die Verquickung von Technologie und Politik setzt. Sie unterhält Büros in Washington, San Francisco, New York City und London. Seine Expertise in den Disziplinen Social Media, Graswurzel-Kampagnen und Big Data-Anwendungen zur Wählerananlyse haben sich auch schon die Britischen Konservativen gesichert.

Zum Personal der Firma gehören unter anderem auch ausgewiesene Experten für Negative Campaigning, wie zum Beispiel Public Affiars-Chef Brennan Bilberry. Er gilt als Mastermind hinter den Attack Ads, die Mitt Romney als kaltherzigen Milliardär darstellen sollten.

Auch Messina selbst ist kein Kind von Traurigkeit. Ihm wird vorgeworfen, die Homophobie weiter Teile des konservativen Lagers ausgenutzt zu haben, um in Montana mit Hilfe eines TV-Werbespot den republikanischen Kandidaten Mike Taylor aus dem Rennen zu werfen. Der homophobe Ansatz mit dem Slogan: “Not the way we do Business in Montana” hatte Erfolg. Taylor stieg seinerzeit unter dem entstandenen Druck aus dem Wahlkampf aus.

Man darf gespannt sein, wie sich Messina in den deutschen Wahlkampf einbringen wird.

Vegane Feminazis im McDrive – Ein modernes Märchen

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BILD-Kolumnist und Rotweinkenner Franz-Josef Wagner hat 2011 in einem seiner Briefe (“Post von Wagner”) den folgenden Satz geprägt: “Ich wiederhole mich, das größte Wunder ist für mich der Mensch. Aus einem Molch wird ein Schiller, aus einer Kröte Goethe.” Aus welchem Tier der rechtspopulistische Radiokommentator Rush Limbaugh hervorgegangen ist, war bis Redaktionsschluss nicht zu klären. Evolutionäre Zusammenhänge sind rechts der politischen Mitte in den USA ja bekanntlich umstritten. Fest steht aber, dass Limbaugh einmal mehr in seiner Sendung am Montag, den 2. Februar die Sau rausgelassen hat.

Seine neueste These besagt, dass die Republikanische Partei und die Fastfood-Kette McDonalds beide den selben Fehler machten. Sie reagierten auf Kritiker!

Wer jetzt dachte, ein offenes Ohr für Kritik zeichne moderne Unternehmen und politische Parteien aus, sieht sich eines Besseren belehrt. Limbaugh hat den aktuellen Rauswurf des McDonald-Geschäftsführers Don Thompson zum Anlass genommen, um mit dieser Mär ein für allemal aufzuräumen. Ganz gleich ob Burgerbräter oder Republikaner: Wer Kompromisse eingeht, ist schon so gut wie erledigt. Wer “den Linken” entgegenkommt, hat schon verloren. Klingt konfus? Ist es auch:

Militant vegans, militant vegetarians, are attempting not to get McDonald’s to serve food they want to eat because they’re never gonna go to McDonald’s. They’re trying to shut McDonald’s down just like they tried to shut Burger King down in Berkeley by making ‘em sell veggie burgers out there in the fast-food lane or whatever. You start appeasing the left… I don’t care if you’re the Republican Party or if you’re McDonald’s.

Jetzt wird alles klar. Wer den linken militanten Veganern erst mal die Apfeltasche reicht, der verliert bald den ganzen McRib. Rush Limbaugh hat zudem herausgefunden, dass der Aktienkurs von McDonalds nicht auf Talfahrt gegangen ist, weil die Kette diverse Trends verschlafen hat und gegenüber der Konkurrenz etwa von Shake Shack an Boden verliert, sondern weil zwölf Aktivisten mit Hilfe von perfiden Twitter-Algorithmen den Eindruck erweckt haben, das ganze Land wolle plötzlich nicht mehr so ungesund essen.

If you start appeasing them, you try to make them happy… One of the things they do… They’ve perfected this. McDonald’s ended up thinking that half the country was ticked off at ‘em for serving unhealthy food, and it was probably 12 people. Twelve people making themselves look like they were 300,000 people with weird Twitter algorithms and whatever other kinds of abuses they engage in, and we know this because they do it to us.

Diese zwölf linken Veganer (beliebig zu ersetzen durch: Umweltschützer, Feminazis, Vegetarier) hätten nur eines im Sinn: das Ende von McDonalds. Oder der Republikanischen Partei. Und das macht sie irgendwie auch zum amtierenden Präsidenten der USA. Da kannste mal sehen.

The cure for McDonald’s, just like the cure for the Republican Party and the cure for anybody, is to stand up to these people on the left and not be bullied by ‘em, ’cause that’s all they are. [...] militant left — I don’t care if it’s vegans, if it’s vegetarians, if it’s environmentalist wackos, if it’s feminazis — there is no desire to work together to compromise to take their enemies or their opponents and straighten ‘em out and make ‘em right. They want to shut everybody down. It’s like Obama.

Spätestens jetzt sollten die republikanischen Kandidaten hellhörig werden, denn auch der Präsidentschaftswahlkampf ist kein Happy Meal:

Whenever you hear the Republicans say, “Yeah, well, you know, we gotta meet the Democrats halfway on amnesty.” No, you don’t! That’s not the answer. You’re not gonna be loved and adored by people that hate you if you go halfway in on amnesty. It doesn’t work that way. They’re trying to eliminate you. They’re trying to get you to destroy yourself by supporting things your supporters are never gonna support you on. This is why it’s such a mystery.

Yep. Und ein Mystery wird es wohl auch bleiben, Rush. Egal, I’m lovin it.

Chris Christie am Boden

Missgeschick vor laufender Kamera: der gefallene Chris Christie.

Das Internet vergisst nicht. Für Politiker ist das ein oft ärgerlicher Fakt. Doch auch US-Radiosender scheinen ein langes Gedächtnis zu haben. Der Sportsender 94WIP aus Philadelphia (Bundesstaat Pennsylvania) hat nun ein ziemlich unvorteilhaftes Video des Gouverneurs von New Jersey, Chris Christie, veröffentlicht. Es zeigt, wie der Republikaner vor einem Interview mit Moderator Angelo Cataldi im Juni 2014 von einem Stuhl fällt und auf dem Boden landet. Die Tatsache als solche ist unspektakulär, als GIF ist der fallende Christie aber durchaus lustig:

Das Wochenmagazin “New York” fragte recht süffisant: “Ganz ehrlich, wenn er nicht auf einem Stuhl sitzen kann, kann er dann eine Nation führen?” Bei den Republikanern werden Christie Ambitionen auf das Präsidentenamt nachgesagt.