Kiffen mit Obama

Irgendetwas stimmt hier nicht: US-Präsident Barack Obama (vorne) in Denver.

Für das Internet war die Reise von Barack Obama nach Denver vor allem eines: Gold wert. Im US-Bundesstaat Colorado besuchte der US-Präsident am vergangenen Dienstag unter anderem die Wynkoop-Brauerei, was zu vielen wunderbaren Fotos führte. Der “New York Times”-Journalist Doug Mills veröffentlichte einige von ihnen wenig später auf seinem Twitter-Kanal. Auf einem der Bilder ist zu sehen, wie Obama vor der Brauerei einem Mann mit einer Pferdemaske etwas irritiert die Hand schüttelt. Für die Personenschützer des Demokraten muss das ein Alptraum gewesen sein, für das Internet ist das – wie bereits erwähnt – pures Gold.

Einen besonderen Höhepunkt gab es in der Brauerei selbst. Dort stellte ein Mann Obama die Frage, ob er einen Joint rauchen wolle. Obama, der aus einer Drogenvergangenheit als Teenager nie einen Hehl machte, reagierte mit einem breiten Lachen. Besonders schön: Ein Gast nahm die amüsante Begegnung auf Video auf. Vielen Dank dafür.

Willkommen in Hillaryland

Hillary Clinton und Christoph Amend in Berlin

Hillary Clintons Auftritt beginnt mit euphorischem Applaus. Als die frühere US-Außenministerin am Sonntagvormittag die Bühne des Schillertheaters in Berlin-Charlottenburg betritt, jubeln die Gäste. Die Hauptstadt und die Vereinigten Staaten von Amerika: Auch in Zeiten der nicht enden wollenden NSA-Affäre bleibt das eine schwer zu erklärende Liebesbeziehung.

Clinton ist in Berlin, um ihr neues Buch “Entscheidungen” (Originaltitel: “Hard Choices”) vorzustellen. Es ist der einzige Auftritt der Demokratin in Deutschland. Eingeladen haben der Droemer-Verlag, in dem die deutsche Ausgabe erschienen ist, und das “Zeit-Magazin”. Chefredakteur Christoph Amend hat die schwierige Aufgabe, bei dieser Werbeveranstaltung Concierge und seriöser Fragesteller zu sein. Mal gelingt ihm das, mal nicht. Aber letztlich spielt das eine untergeordnete Rolle. Bei dieser Konversation gibt es eine Hauptperson, einen Star: Hillary Rodham Clinton.

Die 66-Jährige erzählt viele Episoden aus ihrer Zeit im Außenministerium und benutzt dabei oft den Titel den fast 900 Seiten dicken Buchs. Viele Entscheidungen seien hart und schwierig gewesen. Missen möchte sie diese nicht. “Sie haben mich bescheidener werden lassen.” Dass sie nach den Attacken vom 11. September 2001 die Irak-Pläne des damaligen Präsidenten George W. Bush im Senat unterstützt habe, sei eine “falsche Entscheidung” gewesen. Clinton sagt: “Es war schwierig zu sehen, dass ich einen Fehler gemacht hatte.”

Insgesamt sind die rund 70 Minuten eine Aneinanderreihung von Anekdoten aus Clintons Buch. Oft geht es um Kleidung (sie selbst trägt an diesem Tag einen strahlend blauen Hosenanzug), um Haare und Frisuren. Zu kritischen Nachfragen, die sie am Abend in der TV-Sendung von Günther Jauch beantworten muss, kommt in dem 1000-Sitze-Theater nicht. Über die NSA-Affäre sagt sie lediglich, dass das deutsch-amerikanische Verhältnis wichtig sei, und dass nun die “notwendigen Konsequenzen” gezogen werden müssten. Das Handy der von ihr bewunderten Kanzlerin Angela Merkel sei tabu. Das Publikum nimmt es nickend zur Kenntnis.

Die Geschichten, die Clinton erzählt, sagen viel aus über die US-Politik. Sie erzählt, wie Barack Obama als designierter Präsident überraschend um ihre Mitarbeit in seinem Kabinett geworben habe. Nach der Wahl habe sie Obama zunächst zweimal abgesagt. Erst nach reiflicher Überlegung sei sie zu dem Entschluss gekommen, doch Außenministerin werden zu wollen. Diese Strategie habe sie übrigens schon einmal benutzt, so Clinton. Als Bill Clinton in den 1970er um ihre Hand angehalten habe, sei sie ebenfalls unsicher gewesen und habe zunächst zweimal abgesagt. Erst beim dritten Mal sagte sie zu. “Ich und diese charismatischen Männer”, sagt Clinton. “Ich sage erst einmal immer Nein.”

Clinton erklärt noch einmal die Hintergründe der Tötung Osama bin Ladens sowie das Zustandekommen des mittlerweile legendären Fotos im “Situation Room“. Der russische Präsident  Wladimir Putin ist für sie ein Cowboy, “mit und ohne T-Shirt”. Putin gebe sich stark, sei jedoch äußert dünnhäutig. Spätestens hier wird klar, welche Rolle der Sexismus noch immer in der weltweiten Diplomatie spielt. “Man nimmt ihn hin, aber daran gewöhnen darf man sich nicht”, sagt Clinton.

Im Anschluss erzählt sie eine Geschichte aus der Zeit, als Putin zwischen 2008 und 2012 Ministerpräsident seines Landes war. Während dieser Zeit war Clinton in Russland und traf sich neben dem damaligen Präsidenten Dmitri Medwedew auch Putin. Das Gespräch sei jedoch nicht in Gang gekommen, Putin habe desinteressiert gewirkt und gelangweilt. Clinton wies ihn daraufhin auf eine eine Gemeinsamkeit hin: das Interesse für die Erhaltung von Naturgebieten. Daraufhin habe Putin seine verdutzten Sicherheitsmänner weggeschickt und sei mit Clinton in sein Büro gegangen. Auf einer riesigen Karte habe er der Amerikanerin Russland gezeigt. Wenig später fragte er sie, ob ihr Mann Bill nicht Lust habe, ihn auf eine Expedition zu begleiten. Clinton sagte, dass sie das nicht wüsste, sie aber auch mitkommen könne. Putin habe kein Interesse gezeigt. Der Saal lacht.

18 Millionen Risse in der “gläsernen Decke”

Als sich das Interview dem Ende zuneigt, wendet sich Clinton dem Thema Frauenrechte zu. Sie spricht über die “gläserne Decke”, die sie mit ihrer Präsidentschaftskandidatur durchbrechen wollte, und über die kulturellen, religiösen und rechtlichen Widerstände gegen die Frauenrechte in vielen Ländern. Die 18 Millionen Stimmen, die sie während ihrer Kandidatur landesweite bekommen habe, seien Risse in der Glasdecke gewesen. Ähnlich äußerte sie sich bereits im Jahr 2008.

Natürlich weicht Clinton am Ende des Gesprächs Amends Frage nach einer möglichen Präsidentschaftskandidatur im Jahr 2016 aus. “Ich schicke Ihnen eine E-Mail, wenn ich mich entschieden habe”, sagt Clinton. Sie wisse es zurzeit einfach noch nicht. Außerdem freue sie sich, dass ihre Tochter Chelsea bald ein Kind bekomme und ihre Eltern damit zu Großeltern mache.

Doch eine kurze Randbemerkung der “Hard Choices”-Autorin, ungefähr in der Mitte der Veranstaltung gefallen, lässt einen an dieser anscheinenden Unentschlossenheit zweifeln. Clinton erzählte, dass sie am Abend zuvor in London gewesen sei. Dort habe sie die Frage gestellt bekommen, ob es möglich sei, dass eine Großmutter US-Präsidentin werden könne. Das Publikum, ihr Publikum, staunte, Clinton selbst blieb locker. “Aber natürlich ist das möglich”, sagte sie. Zweifel? Fehlanzeige.

Amend beendet das Interview mit einer Steilvorlage für Clinton. Hollywood plane einen Film über ihr Leben, welche Schauspielerin wünsche sie sich eigentlich? “Meryl Streep”, sagt Clinton. Eine bessere Wahl gebe es nicht. Natürlich weiß Clinton, dass Streep 2012 für ihr Rolle der britischen Premierministerin Margaret Thatcher in “Die Eiserne Lady” einen Oscar gewann. Was würde da besser passen als die Rolle der ersten US-Präsidentin?

Das Publikum versteht den Witz, lacht und klatscht ein weiteres Mal. Clinton verabschiedet sich, es gibt stehende Ovationen. Vor dem Saal liegt Clintons Buch aus. Es gibt lange Schlangen, die Verkäufer kommen mit den Rechnungen kaum nach.

Willkommen in Hillaryland – mitten im Westen Berlins.

So verfolgte Obama die US-Niederlage

Deutschland steht im WM-Achtelfinale. Auch “Amerika wählt” freut sich über den 1:0-Sieg gegen die USA. US-Präsident Barack Obama verfolgte das Spiel übrigens in der Air Force One. Doug Mills, Fotograf der “New York Times”, twitterte das oben zu sehende und ein weiteres Bild. Auch Beraterin Valerie Jarrett scheint Fußball-Fan zu sein. Sie verfolgte das Spiel gemeinsam mit Obama.

 

Hundert Jahre US-Politik auf einen Blick

Vo wenigen Tagen ging es hier auf “Amerika wählt” um die politische Stimmung in den USA, die sich immer mehr verschlechtert, immer mehr verschärft. “Es gibt keine roten und blauen Staaten, es gibt nur die Vereinigten Staaten.” Mit diesem Satz gelang es Barack Obama in seiner ersten Präsidentschaftskampagne 2008, seine berühmte Botschaft von Hoffnung und Wandelt in die ganze Welt zu tragen. Was damals nach einem lange ersehnten Neustart in der US-Politik klang, entpuppte sich schnell als Utopie und Illusion.

Denn die Hauptstadt Washington bewies schnell, dass der Wandel kaum durchzusetzen war. Die Republikaner schalteten nach den schmachvollen Wahlniederlagen 2008 und 2012 auf Totalopposition. Die erzkonservative Tea-Party-Bewegung hält die Partei weiterhin in Atem. Eine konstruktive Zusammenarbeit ist so unmöglich. Das auf gegenseitige Kontrolle angelegte System der USA ist gelähmt – und der Präsident gleich mit.

Wie tiefgreifend die politischen Unterschiede in den USA mittlerweile sind, zeigt eine beeindrucke animierte Karte auf der Webseite “MapStory“. Dort ist zu sehen, welche Parteien die einzelnen Wahlbezirke seit 1918 gewinnen konnten. Aus einer einst bunt gemischten Nation wurde im Lauf der Jahre ein politisch geteiltes Land. Republikanisch in ländlichen Gebieten, in der Mitte und im Süden, demokratisch in den Städten sowie an der Ost- und Westküste. Die  Daten für die Karte sammelte Jonathan Davis von der Arizona State Universität.

(Vielen Dank an Sergius Seebohm für den Tipp)

Land des Misstrauens

US-Präsident Barack Obama stößt im eigenen Land auf immer größeren Widerstand

Die politische Stimmung in den USA sinkt weiter. Das zumindest besagen zwei neue Meinungsumfragen. Dem Institut Gallup zufolge lehnen 54 Prozent der Befragten die Politik von US-Präsident Barack ab, lediglich 40 Prozent stimmen zu. In den USA stoßen vor allem die Immigrationspläne des Weißen Hauses und der umstrittene Austausch des US-Soldaten Bowe Bergdahl auf Ablehnung. Eine Ipsos/Reuters-Umfrage ergab jüngst noch dramatischere Werte. Demnach lehnten 58 Prozent der Befragten Obamas Agenda ab, nur 36 Prozent befürworteten sie.

Die Webseite “Real Clear Politics” bildet aus den wichtigsten US-Umfragen einen Mittelwert und bildet diesen in einem Schaubild ab. Dieses zeigt, dass sich rund fünf Monate vor der Kongresswahl im November Obamas Zustimmungs- und Ablehnungskurven immer weiter voneinander entfernen. Doch die Freude der Republikaner über diese Zahlen dürfte sich in Grenzen halten.

Denn gleichzeitig ist auch ein großer Teil der Amerikaner unzufrieden über die Arbeit des Kongress. Eine YouGov-Umfrage für die Wochenzeitschrift “The Economist” hat ergeben, dass 73 Prozent der Befragten die Arbeit beider Parlamentskammern ablehnen; lediglich 7 Prozent sind demnach mit der Arbeit des Repräsentantenhauses und des Senats zufrieden. “Real Clear Politics” zufolge klaffen auch hier die Kurven für Zustimmung Ablehnung weit auseinander.

Ein Strippenzieher wie in “House of Cards”

Kevin McCarthy ist neue “Nummer zwei” der Republikaner

Die Republikaner haben entschieden. Die Partei hat einen Nachfolger für ihren Mehrheitsführer im US-Repräsentantenhaus bestimmt. Der bisherige Amtsinhaber Eric Cantor hatte in der vergangenen Woche beim parteiinternen Vorentscheid für die Kongresswahlen überraschend gegen einen Herausforderer aus dem Tea-Party-Lager verloren. Nun soll der kalifornische Abgeordnete Kevin McCarthy die Republikaner im “House” anführen.

Der 49-Jährigre gehörte bereits der Parteiführung im Repräsentantenhaus an und galt als bevorzugter Kandidat des Partei-Establishments. Als “Whip” (Einpeitscher) sorgte McCarthy bislang dafür, seine Fraktion bei Abstimmungen auf Kurs zu halten. Nun darf er sich über einen gewaltigen Karrieresprung freuen. Ab sofort gilt er bei den Republikanern als neue “Nummer zwei” – direkt hinter John Boehner, dem republikanischen Vorsitzenden des Repräsentantenhauses.

McCarthy gehört erst seit acht Jahren dem Repräsentantenhaus in Washington an, zuvor saß er im Parlament von Kalifornien. Trotzdem gilt er als versierter Insider und fähiger Strippenzieher. Hollywood-Star Kevin Spacey gab zu, dass er für seinen legendären Charakter Frank Underwood aus der TV-Serie “House  of Cards“ McCarthy studiert habe. Dieser sagte, dass ihm Underwoods Büro merkwürdig bekannt vorkomme. US-Präsident Barack Obama sollte sich in Acht nehmen. Spacey spielt Underwood als durchtriebenen, skrupellosen und machthungrigen Politiker, der auch vor Mord nicht zurückschreckt.

Cantors spektakuläre Niederlage

Neuer “Whip” im Abgeordnetenhaus ist der aus Louisiana stammende Steve Scalise, der dem erzkonservativen Lager der Partei zugerechnet wird. Scalises Wahl könnte dazu führen, dass die Konservativen bei künftigen Verhandlungen mit den Demokraten eine noch kompromisslosere Haltung einnehmen. “Wir haben solide konservative Lösungen für die Probleme in unserem Land”, sagte er.

Mit McCarthys Wahl versuchen die Republikaner den Wirbel um Cantors spektakuläre Niederlage zu beenden. Dieser hatte seinen Amtsrücktritt erklärt, nachdem ihn der Tea-Party-Kandidat Dave Brat verdrängt hatte. Der Wirtschaftsprofessor gewann überraschend den parteinternen Vorentscheid in Virginia und tritt dort nun für die Republikaner bei der Kongresswahl im November an. Cantor will sein Abgeordnetenmandat noch bis zum Ende der Legislaturperiode im Januar 2015 behalten.

Mehr Informationen zu McCarthy gibt es auf seiner Webseite, seinem Twitter-, Facebook-, Flickr- und YouTube-Kanal.

Christie “rockt” mit Fallon

Bitte tanzen Sie jetzt: Jimmy Kimmel (l.) und Chris Christie.

First Lady Michelle Obama machte es vor, nun hat New Jerseys Gouverneur Chris Christie nachgezogen. Mit US-Talker Jimmy Fallon ließ der potenzielle Präsidentschaftskandidat der Republikaner in der vergangenen Woche seine Hüften kreisen. Ja, seine Hüften. Beim “Bridgegate”-Tanz wurde es Christie dann aber doch zu viel. Ein Auftritt mit viel Selbstironie – so lieben die Amerikaner ihre Politiker.

TV-Tipp: “The Ides of March”

Unser heutiger TV-Tipp: “The Ides of March – Tage des Verrats” auf ProSieben (20:15 Uhr). George Clooney, prominenter Unterstützter von US-Präsident Barack Obama, nimmt den US-Wahlkampf unter die Lupe. Als Regisseur beleuchtet er die verborgenen Mechanismen der Macht im Washingtoner Polit-Zirkus. Unter anderem mit Ryan Gosling, Philip Seymour Hoffman und Evan Rachel Wood.

Übrigens: Der Filmtitel spielt auf den Mord an Julius Cäsar an. Im römischen Kalender standen die “Iden” für die Festtage in der Monatsmitte. An einem dieser Festtage, am 15. März 44 v. Chr., wurde Cäsar umgebracht. Seit dieser Zeit sind die “Iden des März” zum Synonym für Intrigen und Machtspiele in der Politik geworden.

Obama-Sprecher Jay Carney geht

Schicksalsplatz eines “Press Secretary”: Jay Carney verlässt das Weiße Haus.

Jay Carney, Sprecher von Präsident Barack Obama, verlässt nach dreieinhalb Jahren das Weiße Haus. Das hat US-Präsident Barack Obama mitgeteilt. Carneys bisheriger Stellvertreter, Josh Earnest, steigt Mitte Juni zum neuen “Press Secretary” auf. Carney verlasse das Weiße Haus aus persönlichen Gründen, so Obama. “Ich werde ihn sehr vermissen”, sagte der Präsident.

Der Demokrat hatte den heute 49-Jährigen Anfang 2011 zu seinem Sprecher gemacht. Vor dieser Zeit war Carney zwei Jahre lang Kommunikationsdirektor von Vizepräsident Joe Biden. Carney ist ausgebildeter Journalist, er war knapp drei Jahre lang Washingtoner Bürochef des “Time”-Magazins. Auch Earnest gehört zu Obamas Vertrauten. Während der Vorwahlen zur Präsidentenwahl 2008 war Ernest Obamas Kommunikationsdirektor. Er ist außerdem die Stimme des YouTube-Tagebuchs der US-Regierung (“West Wing Week“).

“Der Bär ist los!”

Die Touristen waren verzückt, der Secret Service eher nicht. Am vergangenen Mittwoch gönnte sich US-Präsident Barack Obama einen  Spaziergang durch Washington. In einer seltenen Ausnahme entschied sich der Demokrat dafür, seine gepanzerte Limousine (“The Beast”) stehenzulassen und stattdessen zu Fuß zum Innenministerium zu laufen. “Der Bär ist los!”, sagte Obama. “Es ist gut, draußen zu sein.”

Auch wenn Obama von zahlreichen Leibwächtern umgeben war, nahm er sich die Zeit, mit einigen Touristen zu plaudern. Nach einer Rede im Innenministerium ging es dann ebenfalls zu Fuß zurück ins Weiße Haus. Eine Touristengruppe war baff, als Obama ihnen zurief: “Wie geht’s, Leute?” Er fügte an: “Wir können ruhig Hände schütteln. Ich beiße nicht”, so Obama.

Wenige später veröffentlichte das Weiße Haus auf YouTube ein Video von Obamas Spaziergang. Erstaunlich: Fast drei Millionen haben sich den kurzen Film bislang angeschaut.

Zensur mal anders

Unser Fundstück des Tages. Der US-Comedian Jake Vale hat seine “Censored!“-Reihe auf YouTube mit einem Ausflug in die Politik fortgesetzt. Was US-Präsident Barack Obama und sein Vize Joe Biden in Wirklichkeit sagen? Keine Ahnung. Gut möglich, dass es etwas mit “ducking” oder “hugging” zu tun hat. Der Rest entsteht auf (schräge Art und Weise) im Kopf des Zuschauers.

Clinton: “Bleibt wegen 2016 dran!”

Tritt sie 2016 wirklich an? Ex-Außenministerin Hillary Clinton macht weiter ein Geheimnis um ihre angeblichen Präsidentschaftsambitionen. “Bleibt dran”, sagte Clinton lapidar am Montag während eines Gesundheitskongresses in der US-Hauptstadt Washington. “Wenn ich es weiß, wisst ihr es auch”, so Clinton. Die Diskussionen dürfen also weitergehen.

Hier eine kurze Zusammenfassung von Clintons Auftritt:

Washington bittet zur “Nerdprom”

Überraschendes Treffen im Tattoo-Studio: Nancy Pelosi, Julia Louis-Dreyfus (M.) und Joe Biden

US-Vizepräsident Joe Biden hat eine klare Meinung zum White House Correspondents Dinner. “Ein paar Politikern erklären Hollywood, wie Politik funktioniert. Es lohnt sich nicht, da hinzugehen.” Die Welt ist klare Worte von Biden gewöhnt, aber diese Offenheit überrascht dann. Doch bei der “Nerdprom“, wie Washington die Abendgala gern nennt, darf man erst einmal nichts für bare Münze nehmen. Das Correspondents Dinner mit seinen Insider-Witzen ist das humoristische Großereignis der US-Hauptstadt. Auch in diesem Jahr nahm US-Präsident Barack Obama seine Gegner und sich selbst auf amüsante Art und Weise aufs Korn:

Ein weiterer Höhepunkt war das Eröffnungsvideo mit “Veep-”Hauptdarstellerin Julia Louis-Dreyfus und Biden:

Den Comedy-Part übernahm in diesem Jahr “Community“-Star Joel McHale:

Obamas angekündigtes Desaster

Freundliche Geste, erbitterte Gegner: US-Präsident Barack Obama (l.) und der Republikaner John Boehner im Januar 2011 im Kapitol in Washington

Die Amtszeit von Barack Obama endet im Januar 2017. Eigentlich. Denn es ist gut möglich, dass der US-Präsident ab November faktisch machtlos ist. Dann nämlich finden in den USA Zwischenwahlen statt. Für Obamas Demokraten könnten diese in einem “Desaster” enden – so formulierte es bereits die “New York Times“. Zurzeit verfügt die Partei über eine knappe Mehrheit im Senat, im Repräsentantenhaus liegen dagegen die Republikaner klar vorn.

Eine neue Analyse des Blogs “The Monkey Cage” der “Washington Post” zeigt nun, dass sich die Republikaner keine Sorge um einen Machtverlust im Repräsentantenhaus machen müssen. Autor John Sides schreibt, dass die Demokraten lediglich eine Chance von einem Prozent hätten, die Mehrheit im “House” zurückzugewinnen. Als wahrscheinlichstes Ergebnis der Wahl prognostiziert Sides fünf zusätzliche Sitze für die Republikaner. Konkret bedeutet das, dass die Partei über 239 Abgeordnete in der Kammer verfügen würde.

Zusätzlich hoffen die Republikaner darauf, nach sieben Jahren die Mehrheit im Senat zurückzugewinnen. Aktuelle Umfragen zeigen, dass es bei den besonders knappen Rennen vor allem um bislang von Demokraten gehaltene Sitze geht. Sollten sich Obamas schlechte Zustimmungswerte bis November nicht ändern, könnten diese die einzelnen Senats-Abstimmungen in Richtung der republikanischen Kandidaten kippen lassen.

Obama muss darauf hoffen, dass sich seine bislang größten Probleme – die Gesundheitsreform und die Konjunktur – in Erfolge verwandeln. Sollten die acht Millionen Amerikaner, die sich bislang für “Obamacare” angemeldet haben, zufrieden sein, könnte das auch den Demokraten helfen. Dasselbe gilt für die Konjunktur.

Fest steht: Obama gelingt es kaum, mit einem zur Hälfte von den Republikanern dominierten Kongress zu arbeiten. Gegen eine Opposition in beiden Häusern wäre der Präsident wohl chancen- und machtlos.

Ein Bush – zum Dritten?

Schielt offenbar doch aufs Weiße Haus: Jeb Bush im September 2012 in Philadelphia

Bislang waren es nur Gerüchte, nun hat sich Jeb Bush erstmals öffentlich zu seinen Präsidentschaftsambitionen geäußert. Am Mittwoch überraschte der ehemalige Gouverneur des US-Bundesstaats Florida auf einer Wohltätigkeitsveranstaltung katholischer Schulen in New York seine Zuhörer mit dem Satz: ”Ich denke darüber nach, als Präsident zu kandidieren.”

Der US-Tageszeitung “New York Post” zufolge reagierte das Publikum mit stehenden Ovationen auf Bushs Ankündigung. ”Ich glaube, dass Jeb Bush antreten und ein sehr starker Kandidat sein wird”, sagte der Republikaner und Ex-Senator von New York, Al D’Amato, nach der Veranstaltung.

Mit seiner Kandidatur könnte Jeb Bush eine politische Familientradition fortsetzen. Sein Vater, George H. W. Bush, war von 1989 bis 1993 41. US-Präsident. Jeb Bushs älterer Bruder, George W. Bush, regierte als 43. Staatschef von 2001 bis 2009 im Weißen Haus.

Bei den US-Demokraten hoffen viele auf eine Kandidatur von Ex-Außenministerin Hillary Clinton. Die ehemalige First Lady hat in den vergangenen Monaten stets zurückhaltend auf die Gerüchte reagiert.