Al und Joe: The Return of the Vizepräsident(en)

Es wurde ja auch Zeit, dass wir wieder gute Nachrichten zu vermelden haben. Dank den ehemaligen Vizepräsidenten Al Gore und Joe Biden, können wir das heute auch, denn beide sind nach einigen ruhigeren Wochen und Monaten wieder mit neuen Ankündigen ins nationale Rampenlicht getreten.

Al Gore, Vizepräsident unter Bill Clinton von 1993 bis 2001, hat sich mit einem neuen Film zum Thema Klimawandel zurückgemeldet. Nach dem sehr erfolgreichen “An Inconvenient Truth” folgt nun mit “An Inconvenient Sequel: Truth to Power” – logischerweise die Fortsetzung. Nach Präsident Trumps Ankündigung, die Umweltschutzbehörde abzuschaffen und aus den Vereinbarungen des Pariser Klimaabkommens austreten zu wollen, könnte der Film zu keinem besseren Zeitpunkt kommen, um uns daran zu erinnern, wie dringlich die Lage ist und das die wissenschaftlichen Belege für das menschengemachte Debakel nicht wegzudiskutieren sind.

Joe Biden, der Diplomat

Sein Amtskollege Joe Biden hat heute über einen neuen Twitter-Account bekannt gegeben, dass im Herbst das Penn Biden Center for Diplomacy and Global Engagement als Teil der Pennsylvania University eröffnen wird. Wie der Name sagt, soll sich das Zentrum der Gestaltung globaler Beziehungen widmen. Was wohl schon länger geplant war, wirkt im Kontrast zur aktuellen Misere US-amerikanischer Außenpolitik wie ein Silberstreif am Horizont. Joe erinnert seine Landsleute und Politikerkollegen an den Wert von soft power, Bündnistreue und Diplomatie. Ein guter Schritt zum richtigen Zeitpunkt, Joe.

Biden: “Werd erwachsen, Donald”

Eingespieltes Team: Joe Biden (l.) und Barack Obama. (Bild: Flickr/White House/Pete Souza)

Der in wenigen Tagen aus dem Amt scheidende US-Vizepräsident Joe Biden hat Donald Trump empfohlen, ein abgeklärteres Verhalten an den Tag zu legen. “Werd erwachsen, Donald”, sagte Biden in einem Interview des Senders PBS. “Du bist Präsident. Du musst etwas tun. Zeig uns, was Du kannst”, sagte der 74-Jährige.

Biden wurde auf jüngste Äußerungen Trumps angesprochen, in denen der designierte Präsident den demokratischen Senator Charles “Chuck” Schumer als “Oberclown” bezeichnet hatte. Biden: “Es wird sehr viel klarer sein, wofür er steht und wofür nicht (…), sobald wir erstmal über Detailfragen diskutieren, die das Leben der Menschen betreffen.”

Trump löst den aktuellen Staatschef Barack Obama am 20. Januar ab.

USA mit Rekord-Delegation in Davos vertreten

Special Address: John F. Kerry
Die US-Regierung, aber auch Senat und Repräsentatenhaus, sind in diesem Jahr mit Rekordbeteiligung am Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums in Davos vertreten. Angeführt wird die Delegation von Vize-Präsident Joe Biden und dem langjährigen Davos-Teilnehmer John Kerry.

Bei den Vertretern aus dem Repräsentantenhaus hat die GOP leicht die Oberhand: zwei demokratischen Senatoren und zwei Abgeordneten stehen drei republikanische Senatoren und sechs Abgeordneten gegenüber.

Hier die vollständige Liste:

Joe Biden Vice President of the United States
John Kerry US Secretary of State
Ashton Carter US Secretary of Defense
Jacob Lew US Secretary of the Treasury
Penny Pritzker US Secretary of Commerce
Michael Froman US Trade Representative
Loretta Lynch US Attorney General
Sylvia Matthews Burwell US Secretary of Health and Human Services
Gayle Smith Administrator of USAID

Senat
Christopher Coons Senator from Delaware (Democrat), USA
Bob Corker Senator from Tennessee (Republican); Chairman of the Senate Committee on Foreign Relations, USA
Lindsey O. Graham Senator from South Carolina (Republican), USA
John R. Thune Senator from South Dakota (Republican), USA
Mark R. Warner Senator from Virginia (Democrat), USA

Repräsentantenhaus
Kevin McCarthy Majority Leader and Congressman from California (Republican), 23rd District, USA
Donald S. Beyer Jr Congressman from Virginia (Democrat), 8th District, USA
John K. Delaney Congressman from Maryland (Democrat), 6th District, USA
Kay Granger Congresswoman from Texas (Republican), 12th District, USA
George Holding Congressman from North Carolina (Republican), 13th District, USA
Darrell E. Issa Congressman from California (Republican), 49th District, USA
Patrick McHenry Congressman from North Carolina (Republican), 10th District, USA
Mac Thornberry Congressman from Texas (Republican), 13th District, USA

Gouverneure
Gregory W. Abbott Governor of Texas, USA
John W. Hickenlooper Governor of Colorado, USA
Gina Raimondo Governor of Rhode Island, USA

Disclaimer: Der Autor arbeitet im Medienteam des Weltwirtschaftsforums.

Warum es für Clinton zurzeit nicht besser laufen könnte

Eingespieltes Duo: Bill und Hillary Clinton in Iowa.

Tja, wir haben es verpasst. Leider. Terminstress, Vergesslichkeit, Faulheit: Irgendwie kam gestern alles zusammen. Von daher holen wir das jetzt einfach nach: alles Gute zum Geburtstag, Hillary Clinton. 68 Jahre ist die ehemalige First Lady und Außenministerin der USA geworden. Aber, machen wir uns nichts vor, es wird Clinton ziemlich egal sein, ob Amerika wählt an ihren Geburtstag denkt oder nicht. Für die Demokratin läuft es im Vorwahlkampf zurzeit ausgesprochen gut. Die vergangenen Tage dürften daher Clintons größtes Geschenk gewesen sein.

Clinton überzeugte in der ersten TV-Debatte der Demokraten, ihr Rivale Bernie Sanders trat als weltfremder Sozialist auf (und erlangte erst durch eine “Saturday Night Live”-Parodie Berümtheit), im Kongressausschuss zum Bengasi-Anschlag stritten sich ihre Rivalen lieber untereinander und dann teilte auch noch Vizepräsident Joe Biden mit, nicht ins Rennen um die Nachfolge von Präsident Barack Obama einzusteigen. Für das Web-Magazin “The Federalist” steht fest: “Clinton ist unausweichlich.”

Dazu kam ein beinahe surreal anmutender Kampf bei den Republikanern um die Nachfolge von John Boehner als Vorsitzender des Repräsentantenhauses.

Vor wenigen Tagen teilte Ex-Präsidentschaftskandidat Paul Ryan mit, für das Amt kandidieren zu wollen. Doch wird es Ryan gelingen, die erzkonservativen Tea-Party-Anhänger (“Freedom Caucus”) einzubinden? Der nun erreichte Budgetkompromiss geht auf Boehners Konto – Ryan dürfte das nur wenig Spielraum verschaffen.

Die chaotischen Zustände bei den Republikanern haben nicht nur Ryan beschädigt. Sie zeigen auch, warum der vermeintliche Spitzenkandidat Jeb Bush bei aktuellen Umfragen nur bei rund sieben Prozent liegt. Die Parteibasis legt keinen Wert auf politische Erfahrung und Kompromissfähigkeit – sie liebäugelt lieber mit dem exzentrischen Milliardär Donald Trump und dem Außenseiter Ben Carson.

Halloween geht bei Clinton vor

Clinton marschiert, ihre Gegner kapitulieren oder versinken in machtpolitischen Grabenkämpfen. Gemeinsam mit Ehemann Bill kann sie daher in Ruhe Spenden einsammeln und um Wähler werben. Der jüngste Post auf Clintons offizieller Facebook-Seite verdeutlich das. Dort geht es nicht um politische Themen, sondern um Vorschläge für ein gelungenes Halloween-Kostüm.

Es läuft also rund für Clinton. Ihr Geburtstag hat das verdeutlicht. 68 Jahre? Vor der Kandidatur der Demokratin gab es immer wieder Diskussionen über ihr Alter. Schließlich gab es mit Ronald Reagan und William Henry Harrison nur zwei Politiker, die mit einem vergleichbaren oder höheren Alter ins Weiße Haus einzogen.

Clinton selbst erstickte alle möglichen Zweifel im Keim: Elf Stunden lang trotze sie entspannt und meist gut gelaunt dem Kreuzfeuer im Bengasi-Ausschuss. Danach sorgten vor allem Gifs ihrer lässigsten Gesten für Aufsehen im Netz. Virale Beliebtheit: Wer braucht da noch Glückwünsche zum Geburtstag?

Wahl 2016: Biden verzichtet auf Kandidatur

Nun ist es raus: Joe Biden will nicht US-Präsident werden.

Die Entscheidung ist gefallen: US-Vizepräsident Joe Biden wird sich bei den Demokraten nicht als Präsident der Vereinigten Staaten bewerben. Das gab der 72-Jährige in Washington bekannt. Biden hatte es lange offengelassen, ob er Nachfolger von Staatschef Barack Obama werden will. An der Basis seiner Partei hatten sich viele Wähler gewünscht, dass Biden antritt.

Ex-Außenministerin Hillary Clinton und Senator Bernie Sanders (Bundesstaat Vermont) bleiben damit die beiden Bewerber mit den höchsten Chancen auf die Kandidatur. Clinton gilt als Favoritin.

Seinen Verzicht begründete Biden unter anderem mit familiären Gründen. Erst im Mai war sein Sohn Beau mit 46 Jahren an den Folgen eines Gehirntumors gestorben.

PAC erhöht Druck: Erster Biden-Spot online

Mann mit bewegter Vergangenheit: undatiertes Familienfoto von Joe Biden.

Es ist eine Frage, die die US-Demokraten umtreibt: Bewirbt sich Joe Biden im kommenden Jahr um die Präsidentschaftskandidatur? Der Vize von Staatschef Barack Obama zögert – und mit jedem zusätzlichen Tag wird eine Kandidatur unwahrscheinlicher. Die Kampagne von Ex-Außenministerin Hillary Clinton läuft – trotz ihrer E-Mail-Affäre – auf Hochtouren. Schon heute wäre es für den beim Volk beliebten Biden schwierig, organisatorisch nachzuziehen und in den Umfragen aufzuholen.

Das Political Action Committee “Draft Biden” hat nun einen TV-Clip veröffentlicht, um den 72-Jährigen zu einer Kandidatur zu ermuntern. In dem rund anderthalb Minuten Spot geht es um Bidens tragische familiäre Vergangenheit: 1972 kamen Bidens Frau Neilia und seine einjährige Tochter Naomi bei einem Autounfall ums Leben. Im Mai dieses Jahres starb Sohn Beau mit 46 Jahren an einem Gehirntumor.

Der Clip “My Redemption” (“Meine Erlösung”) ist unterlegt mit einer emotionalen Rede Bidens. Zu sehen sind zahlreiche Familienbilder und Aufnahmen mit Obama. Am Ende erscheinen zwei Wörter: ”Joe, run” (“Joe, bewirb dich”). Der “Washington Post” zufolge will Biden Ende Oktober bekannt geben, ob er sich um Obamas Nachfolge bewirbt.

Glückwunsch, Präsident Biden!

So schnell kann es gehen. In den USA hat es einen Machtwechsel gegeben. Joe Biden regiert nun als Präsident im Weißen Haus; Barack Obama war einmal. Der Nachrichtenagentur AFP zufolge hat Bidens Präsidentschaft jedoch mit einem Schockmoment begonnen:

Alles Quatsch, oder? Richtig. Amüsant ist es trotzdem. Es ist halt so eine Sache mit automatisiert veröffentlichten Ticker-Meldungen. Wer übrigens mehr über die Schüsse in der Nähe des Hauses von US-Vizepräsident Joe Biden erfahren möchte, kann sich unter anderem auf der CNN-Webseite informieren.

Königsmacher Biden?

Entscheidender Akteur: Joe Biden (r.) ist seit sechs Jahren Barack Obamas Vizepräsident.

Bei den Kongresswahlen am Dienstag droht US-Präsident Barack Obama ein Fiasko. Die Republikaner, die bereits das Abgeordnetenhaus kontrollieren, könnten künftig auch im Senat das Sagen haben. Sie müssten dazu nur sechs Sitze gewinnen, was aktuellen Umfragen zufolge realistisch erscheint:

  • Für die Statistik-Webseite “Five Thirty Eight” haben die Republikaner eine Chance von 74 Prozent, den Senat zu erobern.
  • Bei der “Huffington Post” haben die Konservativen eine 77-prozentige Siegchance.
  • Die Umfrage-Webseite “Real Clear Politics” geht aktuell von 52 republikanischen Senatoren aus.

Erobern die Republikaner allerdings nur fünf Sitze dazu, käme es im Senat zu einer Pattsituation. Davon könnte paradoxerweise Obamas Vize Joe Biden profitieren. Er bekäme die Gelegenheit, bei Uneinigkeit zu entscheiden. Der US-Verfassung zufolge ist der Vizepräsident automatisch Präsident des Senats und entscheidet bei Stimmengleichheit.

Midterms 2014: die 15 schrägsten Wahlvideos

Sollte es so kommen, könnte Biden die Gelegenheit bekommen, mit Blick auf die nächste Präsidentenwahl sein Profil zu schärfen. Dann geht es um Obamas Nachfolge – und Biden hat nie ausgeschlossen, 2016 zu kandidieren. Dazu müsste er jedoch parteiintern voraussichtlich die an der Basis populäre Hillary Clinton besiegen.

Biden würde die Rolle als Königsmacher wohl genießen. Er ist ein ausgewiesener Senatsexperte, hat dort nahezu 40 Jahre verbracht. In einer derart wichtigen Rolle könnte er den Amerikanern zeigen, dass er noch im Spiel ist. Allerdings ist eine Pattsituation im Senat vergleichsweise selten. In der Geschichte der USA kam dies bei rund 250 Abstimmungen vor. Zuletzt gab es 2008 den Fall, als bei der Abstimmung über einen Haushaltszusatz zur alternativen Mindeststeuer der damalige Vizepräsident Dick Cheney die entscheidende Stimme abgab.

“Isn’t it a bitch?”

Gut aufgelegt: US-Vizepräsident Joe Biden

US-Vizepräsident Joe Biden trägt sein Herz auf der Zunge. Das ist ein bekannter Fakt. Nun hat er diese Charaktereigenschaft auf erneut einprägsame Weise demonstriert. Während einer Veranstaltung der Harvard Universität machte Biden einen derben Scherz über sein eigenes Amt. “Isn’t it a bitch?”, sagte er zu einem Studenten, der sich als Vizepräsident der Studentenschaft vorgestellt hatte. Biden muss sich schnell bewusst geworden sein, was er da gesagt hatte. Rasch schob er hinterher, dass er nur einen Witz gemacht habe. Und das gleich sechs Mal.

Hier das entsprechende Video:

Washington bittet zur “Nerdprom”

Überraschendes Treffen im Tattoo-Studio: Nancy Pelosi, Julia Louis-Dreyfus (M.) und Joe Biden

US-Vizepräsident Joe Biden hat eine klare Meinung zum White House Correspondents Dinner. “Ein paar Politikern erklären Hollywood, wie Politik funktioniert. Es lohnt sich nicht, da hinzugehen.” Die Welt ist klare Worte von Biden gewöhnt, aber diese Offenheit überrascht dann. Doch bei der “Nerdprom“, wie Washington die Abendgala gern nennt, darf man erst einmal nichts für bare Münze nehmen. Das Correspondents Dinner mit seinen Insider-Witzen ist das humoristische Großereignis der US-Hauptstadt. Auch in diesem Jahr nahm US-Präsident Barack Obama seine Gegner und sich selbst auf amüsante Art und Weise aufs Korn:

Ein weiterer Höhepunkt war das Eröffnungsvideo mit “Veep-”Hauptdarstellerin Julia Louis-Dreyfus und Biden:

Den Comedy-Part übernahm in diesem Jahr “Community“-Star Joel McHale:

Joe Bidens Beinahe-Kandidatur

“Das ist Deine Nacht”: Joe Biden (M., neben Amy Poehler) im Gespräch mit Seth Meyers

Er wird bei den Diskussionen über Hillary Clintons Präsidentschaftsambitionen gern vergessen: US-Vizepräsident Joe Biden. Bei Late-Night-Talker Seth Meyers hat Biden nun gezeigt, dass es ihm sichtbar Spaß macht, die Gerüchte über seine Pläne für das Jahr 2016 anzufeuern. “Ich hatte geplant, eine große Ankündigung zu machen, aber ich habe entschieden, dass das Deine Nacht ist”, sagte Biden. Meyers feierte am Montag sein Debüt als Moderator von “Late Night” auf NBC. Eine Überraschung gab es dann aber doch: Moderatorin und Schauspielerin Amy Poehler (“Saturday Night Live”, “Parks and Recreation”) witzelte, dass sie sich 2016 um eine Präsidentschaftskandidatur bemühen werde. Clinton sollte sich in Acht nehmen.

SOTU 2.0

Am Dienstagabend (Ortszeit) hat US-Präsident Barack Obama seine alljährliche Rede zur Lage der Nation (State of the Union/SOTU) gehalten. Auf YouTube hat das Weiße Haus die Rede mit zusätzlichen Informationen hochgeladen:

Und hier noch eine amüsante “Buzzfeed”-Liste über einige Dinge, die Obamas Vize Joe Biden während der Rede getan hat. Wir freuen uns vor allem über diese Szene:

Hillary Clinton: “Bin nicht in Eile”

US-Präsident Barack Obama und Hillary Clinton im Weißen Haus (Archivbild)

Die Gerüchteküche brodelt weiter: Hillary Clinton hat eine erneute Bewerbung um das US-Präsidentenamt im Jahr 2016 nicht ausgeschlossen. ”Ich bin sowohl pragmatisch als auch realistisch”, sagte die Ex-Außenministerin in einem Interview des “New York Magazine”. Sie habe eine gute Vorstellung von den Herausforderungen, mit denen die politischen Spitzenkräfte der USA konfrontiert seien. 2008 war Clinton in den Vorwahlen der Demokraten dem späteren Präsidenten Barack Obama knapp unterlegen.

“Ich werde von jeder Position aus, in der ich mich befinde, alles tun, was ich kann, um die Werte und Politik zu fördern, die ich als richtig für unser Land betrachte”, sagte die 65-Jährige. Sie werde weiter abwägen, “was die Faktoren sind, die mich in die eine oder andere Richtung beeinflussen könnten”. Sie sei nicht in Eile, so Clinton. “Ich halte das für eine ernste Entscheidung, die man nicht leicht fällt, aber es ist auch keine, die bald getroffen werden muss.” Das “New York Magazine” beschreibt die ehemalige First Lady als entspannt und gut gelaunt. Sie selbst sagt, dass sie zurzeit viel Zeit mit der Familie verbringe und sich hin und wieder mit Obama austausche.

Bei den Demokraten ist Clinton immens beliebt. Die Partei schickte am (heutigen) Dienstag eine Werbe-Mail mit der Überschrift “Are you in?” an ihre Unterstützer. Ein angehängtes Foto aus dem Weißen Haus zeigt Obama, Vizepräsident Joe Biden – und Clinton.

Der letzte Mann im Raum

US-Präsident Barack Obama
 (r.) und sein Vize Joe Biden im Weißen Haus

Im Weißen Haus verbreitet Joe Biden oft Angst und Schrecken. Der US-Vizepräsident ist ein Freund der klaren Worte. Dem Druck der unbedingten politischen Korrektheit will der Ex-Senator auch als Stellvertreter von Barack Obama nicht nachgeben. Diese Einstellung hat in Bidens Karriere Spuren hinterlassen. Im Internet gibt es zahlreiche Top-Ten-Listen seiner verbalen Ausrutscher. Im September 2008 begrüßte er beispielsweise bei einer Parteiveranstaltung der Demokraten im US-Bundesstaat Missouri den Politiker Chuck Graham. Von der Bühne herab sagte Biden zu ihm: “Steh auf, Chuck. Dann können Dich die Leute sehen.” Doch Graham konnte nicht aufstehen, der Demokrat sitzt im Rollstuhl.

Peinlich wurde es auch im Mai 2010, als der damalige irische Premier Brian Cowen zu Besuch in Washington war. Mit gesenkter Stimme sagte Biden zu Cowen, dass dessen Mutter hoffentlich in Frieden ruhe. Das Problem an der Sache war: Die Frau lebte noch. Biden hatte Cowens Vater gemeint.

Besondere Berühmtheit erlangte ein Ausspruch Bidens aus dem März 2010. Im Weißen Haus verkündeten Obama und sein Vize, dass der Kampf um die Verabschiedung der Gesundheitsreform gewonnen sei. Biden hielt eine kurze Rede und kündigte Obama an. Während der darauffolgenden Umarmung flüsterte Biden, dass das Gesetz ein “big fucking deal” sei, “eine verdammt große Sache”. Durch ein offenes Mikrofon bekam die gesamte Nation Bidens Euphorie mit.

Einer der letzten Versprecher des Manns aus Pennsylvania sorgte – im Gegensatz zur relativ harmlosen ”F-Bomb” – für heftigen politischen Streit. Im August vergangenen Jahres, kurz vor der Wahl, warf Biden Mitt Romney, dem Präsidentschaftskandidaten der Republikaner, vor, die Afro-Amerikaner wieder in “Ketten legen zu wollen”. Die Webseite ”The Daily Beast” stellte damals fest: “Wäre Biden ein Republikaner, müsste er zurücktreten.”

Trotz all dieser losen Sprüche und Kommentare sitzt Biden fest im Sattel. Für Obama bleibt er einer der wichtigsten Ratgeber. Gut möglich, dass er dessen mächtigster Einflüsterer ist. Ein Artikel in der neuen US-Ausgabe des ”Rolling Stone“, dem ein Interview mit dem Vizepräsidenten beigestellt ist, versucht zu erklären, warum Biden so einflussreich ist – und was seine politischen Pläne für die Zukunft sein könnten. Der Historiker Douglas Brinkley beschreibt Biden als einen charismatischen Politiker, als einen populistischen Kämpfer für Reformen. Der schwierige Wandel der Kohleindustrie, das Ringen um schärfere Waffengesetze, der Kampf gegen die chinesische Umweltverschmutzung: Betrete Biden den Raum, seien die Lösungen zu diesen Problemen in scheinbar greifbarer Nähe.

“Ich will nicht Gore sein”

Die Realität sieht aufgrund des politisch tief gespalteten Kongresses freilich anders aus. Bei vielen Projekten der Obama-Regierung herrscht Stillstand, vieles liegt auf Eis. Doch was nach politischer Ernüchterung klingt, nach Resignation, ist für Biden – wenn es nach Brinkley geht – ein Kampf um den Eintrag ins Geschichtsbuch. Der Autor beschreibt den Demokraten als eine Art ehrgeizigen Bewacher der Obama-Gesetze. Diese unmittelbare Verbundenheit rühre aus Bidens Rolle im Weißen Haus. Im Interview sagt er: “Sogar unsere Kritiker haben nie behauptet, dass es Zweifel daran gibt, dass ich für für den Präsidenten spreche. Ich spreche für ihn aufgrund unserer Beziehung.” In jeder Sitzung, die Obama habe, nehme auch er, Biden, teil.

2008, als Obama ihn als Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten haben wollte, sagte Biden, dass er nur dann mitmache, wenn er bei jeder weitreichenden Entscheidung der letzte Mann im Raum sein werde. Er war auf die Freiheit aus, überall mitsprechen zu können, nicht nur bei einem bestimmten Politikfeld. ”Ich will nicht Gore sein”, sagte Biden damals zu Obama. Als Bill Clintons Stellvertreter war es Al Gore gelungen, sich vor allem im Bereich der Umweltpolitik zu profilieren.

Für Brinkley ist nach dem Interview klar. “Biden denkt sicherlich darüber nach, sich 2016 als Präsidentschaftskandidat zu bewerben.” Sein Ruf als Verteidiger des Mittelstands und seine guten Beziehungen zu den Gewerkschaften könnten dem dann 74-Jährigen helfen, sich durchzusetzen. Gut möglich, dass den Demokraten 2016 ein Kampf der Politsenioren droht. Denn vieles deutet darauf hin, dass Hillary Clinton (65) in drei Jahren noch einmal versuchen wird, ins Weiße Haus einzuziehen.”Sie wird es tun”, sagte US-Experte Stephan Strothe vor Kurzem zu “Amerika wählt” über die Zukunftspläne der beliebten Ex-Außenministerin.

Auf die Demokraten könnte also das Duell zweier politischer Schwergewichte zukommen, in dem es auch um die finale Beurteilung der beiden jüngsten Regierungszeiten der Partei gehen würde: Biden als Obamas langjähriger Vize und Hillary Clinton als ehrgeizige Vertreterin der Politik ihres Mannes Bill.

Sollte es wirklich so kommen, hätte vor allem ein Mann ein Problem: Barack Obama. Die Frage, wem er im Fall der Fälle seine Unterstützung zukommen lassen würde, dürfte ihm jetzt schon Kopfschmerzen bereiten.

Und sie bewegt sich doch: NRA lädt zu Pressekonferenz

UPDATE: Die Pressekonferenz findet heute um 10.45 ET statt und wird auf nra.org und nranews.com live übertragen.

Die National Rifle Association (NRA) hat für morgen, Freitag den 21. Dezember eine Pressekonferenz in Washington DC per Pressemeldung angekündigt.

Darin drückt sie den Hinterbliebenen der Opfer von Sandy Hooks ihr Mitgefühl aus: The National Rifle Association of America is made up of four million moms and dads, sons and daughters – and we were shocked, saddened and heartbroken by the news of the horrific and senseless murders in Newtown.

Warum das jetzt erst passiert, erklärt die erste Adresse der US-Waffenlobby folgendermassen: Out of respect for the families, and as a matter of common decency, we have given time for mourning, prayer and a full investigation of the facts before commenting.

Im Text der Ankündigung heisst es weiter, man werde sich mit sinnvollen Beiträgen dafür einsetzen, dass so etwas nie wider geschehen könne. Joe Biden wird sich das sicher aufmerksam anhören, soll er doch im Auftrag von Präsident Obama für strengere Gesetzgebung und Kontrollen sorgen.