2016 Kongresswahlen Obama Republicans

Rand Paul und das „Kamikaze-Interview“

Erika Andiola im Gespräch mit Steve King (vorne). Rechts: Rand Paul.

Der US-Senator Rand Paul gilt als potenzieller Präsidentschaftskandidat der Republikaner für das Jahr 2016. Wenn er die Kampagne (und den möglichen Wahlkampf) überstehen will, sollte er an seiner Standhaftigkeit üben. Im Internet verbreitet sich zurzeit ein auf YouTube gepostetes Video wie ein Lauffeuer, das Paul in einem für ihn äußerst schlechten Licht darstellt.

Der rund siebeneinhalb Minuten lange Clip wurde am Montag in der Stadt Okoboji im Bundesstaat Ohio aufgenommen. Er zeigt eine „Dreamerin“, eine als Kind illegal in die USA eingewanderte Frau, die den Abgeordneten Steve King anspricht. Dieser sitzt mit Paul an einem Tisch, der Senator aus Kentucky beißt gerade genüsslich in einen Hamburger. Als Paul jedoch hört, wie sich Erika Andiola als „Dreamerin“ vorstellt, kaut er noch einige Mal und verschwindet.

Gegenüber dem TV-Sender Fox News verteidigte sich Paul. Er sagte, dass ein Mitarbeiter (der ebenfalls in dem Video zu sehen ist) ihn kurz vor Andiolas Auftritt auf einen Interviewtermin aufmerksam gemacht hätte. Aus diesem Grund sei er kurz darauf verschwunden. Das Gespräch selbst bezeichnete er als „Kamikaze-Interview“. Auf YouTube wurde das Video bislang rund 900.000 Mal aufgerufen.

US-Präsident Barack Obama will im Kongress eine Einwanderungsreform ohne die Republikaner durchsetzen. „Wenn der Kongress nicht seinen Job macht, machen wir wenigstens unseren”, sagte er Anfang Juli. In den USA sollen sich rund elf Millionen Menschen sollen illegal aufhalten. Obama will es ihnen ermöglichen, die Staatsbürgerschaft zu erlangen. Der Ausgang der Kongresswahlen im Herbst dürfte die weitere Zukunft der Einwanderungsreform maßgeblich mitbestimmen.

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