Democrats Obama Transatlantic Relations

„Bloß nicht in Europhie verfallen“

Die Spannung steigt. In wenigen Stunden entscheidet sich eine der wichtigsten Wahlen der letzten Jahrzehnte. Und mit dieser Wahl ob Europa in einem Meer aus Tränen versinken wird. Sollte Barack Obama tatsächlich die Wahl noch verlieren, würde die derzeitige Mischung aus Hoffen und Bangen vieler Deutscher sicherlich Schock und Horror weichen, die ein Präsident McCain auslösen würde.

Was derzeit wenig überrascht ist der beinah körperlich spürbare Anstieg der Spannung vor der Wahlnacht. Die meisten Menschen mit denen ich gesprochen habe, verbinden mit der Möglichkeit des „Change“ ganz persönliche Wünsche für die USA. Abbau sozialer Ungerechtigkeiten und mehr Chancengleichheit bei Bildung und sozialem Aufstieg. Weniger Machtstreben einer waffenstrotzenden CIA-USA und dafür mehr Konsensbereitschaft. Weniger Unilateralismus und vor allem mehr Dialog, vor dem Griff zum Colt. Selbst die Kenianer beten für Barak Obama und seinen Wahlsieg.

Tatsächlich sind die Erfolgsaussichten von Barack Obama nach den aktuellen Prognosen sehr gut. Und kaum jemand den ich kenne würde McCain wählen. Eigentümlicherweise schleicht sich bei mir ein Gefühl wie bei meiner Abi-Prüfung ein: Ich bin gut vorbereitet (war ich nicht wirklich), ich kann nur noch gewinnen. Obama wird gewinnen. Dann kommt die Prüfung, man besteht sie und fällt plötzlich in ein tiefes Loch. Was kommt danach? Wie geht es weiter?

Ob die vielen Hoffnungen wirklich berechtigt sind, wagt kaum jemand zu prognostizieren. Vor allem ist kaum absehbar, welche ökonomischen Sachzwänge Obama zu Kurskorrekturen zwingen werden.

Deshalb halte ich es mit Rudi Kipp aus dem Klassiker „Wir können auch anders“ beim Anblick des vermeintlich geerbten Gutshofs: „Wir wollen mal nicht gleich in Europhie verfallen“. Wer weiss schon was uns Barack Obama wirklich vererben wird.

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