Schuldenkrise: das South-Carolina-Problem

Der republikanische Sprecher im Repräsentantenhaus war gestern Abend offensichtlich nicht in der Lage die Zahl der Abweichler in den eigenen Reihen gegen seinen Gesetzesentwurf zu begrenzen. Da anscheinend alle demokratischen Mitglieder der Kammer gegen den Entwurf stimmen werden, können maximal 23 Republikaner dagegen stimmen – diese Zahl ist nicht erreicht. Wo liegt also das Problem? Die Washington Post hat eine Quelle in der Fraktionsführung der Republikaner angezapft:

A House aide who was present for much of the wrangling tonight said “we were a number of votes short.” Five? Twenty? “Somewhere in there,” he answered. He said the opponents were “a mix of freshmen and others.” In particular, South Carolina representatives were “a problem.” He spoke derisively of Sen. Jim DeMint (R-S.C.), who has been working with the House delegation: “These guys now have a new leader –  this guy Jim.”

Somit läuft es immer noch darauf hinaus, das eine abschliessende Einigung politisch zu den Bedingungen der Republikaner (Kürzungen ohne Steuererhöhungen) erfolgen wird, aber sie sehen dabei nicht sonderlich gut aus.

Zur Lage im U.S. Kongreß zur Schuldenkrise / Republikaner

Heute nach Schliessung der New Yorker Börse wird das U.S. Repräsentantenhaus über den Gesetzentwurf seines republikanischen Sprechers Boehner abstimmen, die Schuldengrenze in zwei Schritten – zunächst bis Mitte Januar 2012 – zu erhöhen. Um eine Mehrheit zu erreichen, dürfen maximal 23 Republikaner gegen den Entwurf stimmen. 22 haben bereits ihre Ablehnung signalisiert. Gleichzeitig ist offen, ob 4 der 5 Demokraten, die einem republikanischen Gesetzentwurf zur Einführung eines “Balanced Budget” Amendments der U.S. Verfassung zustimmen werden. Dies würde den Spielraum Boehners etwas erhöhen.

Die volle Übersicht über das bisher avisierte Abstimmungsverhalten hat THE HILL mit der sog. Whip List. “Whips” sind die parlamentarischen Geschäftsführer und zuständig dafür, die Stimmen zusammenzuhalten.

 

Tea Party Hobbits

Das Wall Street Journal – Stimme der republikanischen Großspender – versucht die Reißleine zu ziehen:

But what none of these critics have is an alternative strategy for achieving anything nearly as fiscally or politically beneficial as Mr. Boehner’s plan. The idea seems to be that if the House GOP refuses to raise the debt ceiling, a default crisis or gradual government shutdown will ensue, and the public will turn en masse against . . . Barack Obama. The Republican House that failed to raise the debt ceiling would somehow escape all blame. Then Democrats would have no choice but to pass a balanced-budget amendment and reform entitlements, and the tea-party Hobbits could return to Middle Earth having defeated Mordor. This is the kind of crack political thinking that turned Sharron Angle and Christine O’Donnell into GOP Senate nominees.

 

Fuck!

Die progressive Online-Plattform Moveon.org mit dem vielleicht treffendsten Beitrag zum aktuellen US-Haushaltsstreit.

[youtube width="500" height="350"]http://www.youtube.com/watch?v=Sdn3O6aaMNc&feature=player_embedded#at=57[/youtube]

Mit der hilfreichen Warnung: “This video is unsuitable for office environments and small children.” Alle anderen dürften an Katie Goodmans Lied aber ihre Freude haben.

Obama doch der Wall-Street-Kandidat? / Nachrichtenüberblick 25.07.2011

Heute mal ganz kurz:

  • I’ve never won a tough election,” concedes Paul Krugman, “but neither has Obama!” – Linke Opposition gegen den “Compromiser in Chief”
  • Die Financial Times erinnert an den Bankrott New Yorks in den 70gern.
  • Obama nimmt mehr Spenden an der Wall Street ein als in 2008
  • Rahm Emmanuel – der neue Bürgermeister von Chicago – hat erste Schwierigkeiten
  • in New York können seit gestern Schwule, Lesben und Transgender heiraten – und taten das auch.

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God v Perry / Nachrichtenüberblick 22.07.2011

Der texanische Grouverneur Rick Perry hat ein echtes Problem mit einem prominenten Sympathisanten:

“Describing Texas Gov. Rick Perry as grossly unqualified for the position, God, the Creator and Ruler of the Universe, urged Perry not to run for president of the United States Wednesday. “I prayed last night and asked the Lord to support my candidacy, and He said no,” Perry told reporters outside the Texas Capitol, explaining that God had cited the governor’s rejection of federal stimulus funds to expand state jobless benefits, his irresponsible speculation about Texas seceding from the union, and his overall lack of concrete solutions to nation’s problems as reasons why He could not endorse a Perry presidential bid.”

Ansonsten:

  • Jon Huntsmans Kampagne zeigt erste Auflösungserscheinungen. Er hat den Manager ausgetauscht und setzt nun auf einen engen Berater von Arnold Schwarzenegger.
  • Tim Pawlenty hat in seinem letzten Spot wohl illegal Ausschnitte aus “Miracle on Ice” verwendet und hat deshalb jetzt echte Probleme. Nun gut, in Iowa wird es kalt im Januar..
  • Charles “Buddy” Roemer, ehemaliger Gouverneur von Lousiana ist der neueste Bewerber um die republikanische Nominierung.
  • Interessantester Artikel des Tages: ein Überblick über die politische Unterstützung für und die ideologische Position der einzelnen U.S. Gouverneure.

Bonus: Al Franken macht einen sog. Experten zum Thema Homosexualität platt:

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=318DYr_K8J4&feature=player_embedded[/youtube]

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Waffen, Hubschrauber, Zeitbomben / Nachrichtenüberblick 21.07.2011

Das wichtige zuerst: Anders als eine ehemalige Gouverneurin von Alaska erschiesst Tim Pawlenty  Tiere nicht von seinem Hubschrauber aus:

Madrid, Ia. — Tim Pawlenty visited a handgun instruction facility here today, telling reporters the visit was in part to showcase his commitment to gun rights. (…) Pawlenty told reporters that he owns multiple weapons, including handguns. However, he doesn’t yet have a permit to carry a concealed handgun. He is a frequent sportsman, hunting deer and pheasant with his brother. Upon questions from reporters, he denied hunting from helicopters: An issue that has been a frequent source of political criticism to potential 2012 presidential candidate Sarah Palin. “No,” Pawlenty said to the question, laughing.”

Im Bild: Die Pawlenty-Brüder

Zweitrangig: Die Financial Times fordert den U.S. Congress auf, eine kurzfristige Lösung zur Abwendung einer vorrübergehenden Zahlungsunfähigkeit der Vereinigten Staaten herbeizuführen:

“By design, this anything-but-grand bargain would fail to address the longer-term problem. That is shameful, to be sure, and it has come to something when Mr McConnell’s ruse looks attractive. But the immediate priority must be to avoid default. Having wasted months on posturing, Congress has run out of time to address the larger issues. They will have to wait. They aren’t going anywhere.”

Die Demokraten im U.S. Congress streben hingegen weiterhin eine umfassende Lösung (“grand bargain”) an:

“Democrats are being maddeningly tight-lipped about a leadership meeting with President Obama at the White House Wednesday afternoon. But a couple of key tells, and conversations with sources, suggest they believe — or want reporters to believe — that a “Grand Bargain” on deficit reduction and raising the debt limit, crafted by the White House and congressional negotiators, is still possible in the next couple weeks.”

Das Weiße Haus signalisiert mittlerweile auch die Bereitschaft, eine geringe Erhöhung der Schuldenobergrenze zu akzeptieren, wenn es eine Perspektive für eine umfassender Kürzungsperspektive im Haushalt gibt.

Ansonsten:

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Texas u.a. / Nachrichtenüberblick 20.07.2011

Die Texas Tribune hat eine vergleichende Analyse über 20 Jahren Wahlkampfwerbespots für den derzeitigen republikanischen gouverneur Rick Perry – beginnend mit seiner Kandidatur als Agricultural Commissioner. Ein Lehrstück über die Inszenierung und Profilbildung einer öffentlichen Person:

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=UMIlNRzBKsU&feature=player_embedded#at=12[/youtube]

In other news:

  • U.S. Senator Richard Lugar versucht so viel Distanz wie möglich zwischen sich und Barack Obama zu bekommen, um seine erneute republikanische Nominierung in Indiana zu sichern. Ein weiteres Indiz für das polarisierte politische Klima. Es lohnt sich genauer zu verfolgen, ob er wieder aufgestellt wird.
  • Die Koch Brüder – erzkonservative Multimilladäre – haben die maximal mögliche Summe von 5.000 Dollar an die Kampagne von Scott Brown in Massachusetts überwiesen.
  • Michelle Bachmann macht erneut ihre Prioritäten klar – das Leben im Jenseits: “The most important thing is eternity, and what we can do for eternity.”
  • Michelle Bachmann II: Ihre Migräne wird kein Problem, wenn um 3 Uhr nachts ein Anruf von Hillary Clinton kommt.
  • Ein weiterer Republikaner – Rep. Alan West - verliert die Nerven und schreibt öffentlich über seine demokratische kollegin im Repräsentantenhaus, Debbie Wassermann-Schultz: “In an invective personal email sent Tuesday night, Rep. Allen West, R-Fla., lambasted fellow Florida Congress member Debbie Wasserman Schultz and accused her of being “vile,” “unprofessional,” “despicable” and “not a Lady.”
  • Und Obama vs. Romney würde in 2012 richtig, richtig eng werden.

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Filmstar Palin / Nachrichtenüberblick 19.7.2011

Sarah Palins neuer Film Undefeated kommt bei den Kritikern und Zuschauern nicht sonderlich gut an:

Das kann aber auch an den desaströsen Besucherzahlen liegen. Sie ist einfach sooooo 2010.

Weitere Neuigkeiten:

  • Scott Brown Chancen auf eine erneute Wahl für eine volle Wahlperiode im U.S. Senat für Massachusetts sind nach schweren Auseinandersetzung bei den Demokraten deutlich gestiegen, meint der Boston Globe.
  • Eben diese Chancen könnten aber deutlich sinken, wenn Elizabeth Warren – gestern erst von BArack Obama als möglche Chefin der Finanzaufsicht abgesägt – für eine Kandidatur entscheidet. Immerhin wird sie dafür u.a. vom Wall Street Journal aufgefordert. Dieser vergiftete Rate kommt aus der Serie “Be careful what you wish for”…
  • Das Wall Street Journal untersucht die Wahlen in Virginia. Ein Staat der eine bedeutetender Indikator dafür sein wird, on Obamas Wählerkoalition zusammenhält.
  • Ansonsten steht Barack Obama in der Debt-Ceiling-Debatte bisher nach neuesten Umfragen weniger schlecht da als die anderen.
  • Nicht völlig überraschend, nun aber belegt: Wählerinnen und Wähler entscheiden sich auch und deutlich nach dem Aussehen der Kandidatinnen und Kandidaten.

Kleiner Bonus:

Es ist ja eigentlich keine neue Nachricht, aber jetzt weiß es auch die TSA: Donald Rumsfeld ist ein Sicherheitsrisiko:

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Nachrichtenüberblick 18.7.2011

Guten Morgen, folgende Hinweise für heute:

Rick Perry, zur Zeit Gouverneur von Texas wird in der nächsten Zeit seine Kandidatur für die republikanische Präsidentschaftskandidatur bekannt geben – aber noch nicht gleich:

“I’m not ready to tell you that I’m ready to announce that I’m in. But I’m getting more and more comfortable every day that this is what I’ve been called to do. This is what America needs.”

Michelle Bachmann verlässt nach 10 Jahren ihre Kirche, die Wisconsin Evangelical Lutheran Synod. Warum? Weil sie jetzt erst bemerkt hat, dass ihre Kirche radikal anti-katholisch ist und den Papst für den Teufel hält:

“We identify the Antichrist as the Papacy,” the denomination’s website says. “This is an historical judgment based on Scripture.”

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