2016 Republicans Wahlkampf

Kasich platzt der Kragen: Was ist aus unserer Partei geworden?!

Milford, N.H. Town Hall 10-23-15

„What has happened to our Party?“

John Kasich, Governeur in Ohio, ist ein Kandidat der leisen Töne. In seinen Wahlkampfauftritten wirbt er für einen ausgeglichenen Haushalt, stabile Militärausgaben und die Förderung des Mittelstandes. Er hält sich zurück, wo andere gegen Washington keilen, und vertritt eine für republikanische Verhältnisse moderate Position in sozialen Belangen.

In einem Vorwahlkampf, der vielleicht stärker als je zuvor von Zuspitzungen, Vereinfachungen und Polemik geprägt ist, hat er sich damit nicht als Liebling der Medien oder seiner Parteibasis hervorgetan. Zugleich fehlt ihm die Unterstützung des Partei-Establishments in dem Maße, wie Rubio oder Bush sie bekommen.

Da ist es schwierig, gegen den großmäuligen Donald Trump oder den programmatisch flexiblen Carson zu bestehen, die vor allem auf ihre Gegner eindreschen und sich nicht unnötig mit Inhalten oder Fakten aufhalten.

„What has happened to the Conservative Movement?“

Doch gerade deshalb ist Kasich jetzt auf einer Wahlkampfveranstaltung der Kragen geplatzt. Unter dem Gelächter seiner Anhänger erklärte er, dass er die „Schnauze voll“ habe. Die politischen Konzepte seiner innerparteilichen Konkurrenten seien schlichtweg verrückt, unsozial und nicht finanzierbar. Obwohl er dabei keine Namen nannte – Kasich bleibt eben doch Kasich – wurde er doch deutlich genug: Warum bei der 10% flat tax (Carson) innehalten, wenn man doch Steuern ganz abschaffen könne, so Kasich ironisch. Dazu sollte jeder US-Bürger noch ein Huhn geschenkt bekommen. Oder wie solle man sich das eigentlich vorstellen, mehrere Millionen Menschen zur Grenze zu bringen und auszuweisen (wie es Trump vorgeschlagen hat).

Als Strategie durchaus intelligent und so dürfte der Wutausbruch trotz echter Empörung letzten Endes nicht spontan ausgefallen sein. Ob der kalkulierte Ausbruch Kasich hilft, sich besser als der moderate Kandidat zu positionieren, der auch in den eigentlichen Präsidentschaftswahlen eine Mehrheit der Wähler um sich scharen kann, bleibt abzuwarten. Klar ist aber schon, dass das Medienecho gewaltig ausgefallen ist.

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