2012 Republicans

Last Action Hero to the Rescue // Tim Pawlenty for POTUS

Auf ihn haben alle gewartet. Nachdem er sich ja neulich schon per Action-Film-Trailer ins Gedächtnis aller freiheitsliebenden Konservativen zurückgebeamt hatte (wir berichteten) und ihnen natürlich auch das wundervolle Buch „Courage to Stand“ geschenkt hat (kaufen wollte es irgendwie keiner), kam der nächste Schritt ungefähr so überraschend wie die nächste klatschende Schelle von Bud Spencer.

Gestern verkündete Tim Pawlenty, modern wie er ist, exklusiv auf Facebook, dass er wie Newt Gingrich vor ihm auch ein Exploratory Committee geschaffen hat – und damit tritt in den Ring und bewirbt sich nun offiziell um die vakante Stelle als König der GOP bei den nächsten Präsidentschaftswahlen.

Pawlenty ist sicher einer der unbekannteren unter den Anwärtern auf die Krone bei den Republikanern. Nachdem seine Karriere als Actionheld nicht so ganz aus den Startlöchern kam – er konnte nie eine Rolle an der Seite von Chuck Norris oder Ronald Reagan ergattern -, begann Pawlenty, die deutsche und polnische Vorfahren hat, eine erfolgreiche Karriere als Hockey-Coach und führte die Minnesota Mighty Ducks dreimal hintereinander zur Thekenmeisterschaft von Nord-Minneapolis.

Als geborener Weltretter und Anführer war es daher nicht wirklich überraschend, dass er daraufhin sofort zweimal hintereinander zum Gouverneur von Minnesota gewählt wurde. Nach zwei Amtszeiten trat er 2010 nicht erneut an – denn er hatte mit seinem kühnen, aber gleichzeitig auch gütig-freundlichem Blick bereits höhere Ziele ins Auge gefasst: die Rettung der Vereinigten Staaten. Was zuerst als Hollywoodprojekt begann (checkt den Trailer), wurde nun bitterer Ernst: Pawlenty tritt an, die anderen Republikaner im Teilnehmerfeld zittern ob der Bildgewalt und des Pathos des Last Action Hero.

Da das Feld bei den Republikanern aber momentan noch total offen ist, sind seine Chancen schlecht einzuschätzen. Er wird in den nächsten Monaten viel Zeit in Iowa und New Hampshire verbringen und seine Anhänger weiterhin regelmäßig über Facebook mit kleinen Trailern versorgen. In einem Gallup-Poll unter Anhängern der Republikaner kam er letzten Monat nur auf 3 Prozent (hinter Huckabee, Palin, Romney, Paul, Bachmann, Gingrich), Obama schlägt ihn bisher in Umfragen auch sehr deutlich, und sogar The Donald lässt ihn (und auch Romney) in einer Umfrage vom Wall Street Journal und NBC deutlich hinter sich.

Also eigentlich keine guten Aussichten für den Ex-Gouverneur. Aber da sich bisher weder Palin noch Huckabee noch Romney zu ihrer Kandidatur geäussert haben, hat Pawlenty durchaus Chancen, wenn auch nur marginale. Aufgrund seiner sehr sozialkonservativen Haltung zu Abtreibung, Schwulenrechten, etc. ist er für viel Wähler aus dem rechten Spektrum wählbar. Mit sein größtes Problem ist sein geringer Bekanntheitsgrad. In den nächsten Wochen und Monaten hat er genug Zeit, daran zu arbeiten (und er scheint dabei vor allem wieder auf Facebook zu setzen). Sobald sich Palin und Co. aber entschlossen haben, auch anzutreten, wird es für Pawlenty schwer genug, Headlines und Aufmerksamkeit zu erhaschen und sich vis a vis der anderen Kandidaten wirksam zu positionieren. Falls er das nicht schafft, werden ihm auch seine kleinen Filmchen nicht helfen, die Nominierung bei der GOP zu erlangen.

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