Benefiz-Dinner: Trump wird ausgebuht

An Buhrufe dürfte er sich gewöhnt haben: Donald Trump in New York.

Wenige Stunden nach ihrem dritten und letzten TV-Duell sind Hillary Clinton und Donald Trump erneut aufeinandergetroffen. Beim Wohltätigkeits-Dinner der Alfred E. Smith Gedächtnisstiftung in New York versuchten beide Präsidentschaftskandidaten, humorvoll miteinander umzugehen. Trump wurde dabei jedoch ausbuht.

Einige Bemerkungen des Republikaners kamen beim Publikum weniger gut an. Clinton versuche, in der Öffentlichkeit einen anderen Eindruck zu wecken als im Privaten, so Trump: “Heute Abend gibt sie vor, Katholiken nicht zu hassen.” Dafür setzte es Buhrufe, was bei dem Dinner sonst nie vorkommt.

Clinton selbst verzichtete auf solche Attacken und nahm sich auf die Schippe. Sie stelle heute keine Rechnung, sagte die Demokratin. Normalerweise verlange sie für Reden ein Honorar.

Hier das komplette Video:

Obamas Kampfansage an die Kohlekraft

Barack Obama will den Klimaschutz zu einem Markenzeichen seiner Präsidentschaft machen.

Es geht um sein politisches Erbe. US-Präsident Barack Obama will die Ziele zur Bekämpfung des Klimawandels verschärfen. Das kündigte er in einem auf Facebook veröffentlichen Video an. Obamas Plan zufolge müssten Kraftwerke ihren Schadstoffausstoß bis 2030 um 32 Prozent (im Vergleich zu 2005) verringern, berichtete die “New York Times“. Obama sprach vom größten Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels, den die USA je gemacht hätten.

Die Sache hat jedoch einen Haken: Die Republikaner kündigten bereits Widerstand an. Gleichzeitig dürften sich auch zahlreiche Bundesstaaten querstellen. Mit großer Wahrscheinlichkeit muss sich am Ende der Supreme Court mit dem Streit beschäftigen.

Bereits in Obamas Wahlkampf 2008 hatte der Klimaschutz eine wichtige Rolle gespielt. Als Staatschef konzentrierte sich der Demokrat zunächst auf die Verabschiedung der Gesundheitsreform. Nun soll der Klimaschutz zum weiteren Markenzeichen seiner Präsidentschaft werden. Diese endet im Januar 2017.

Republikaner starten “Stop Hillary”-Kampagne

Wenig überraschend: Die Republikaner nehmen Hillary Clinton ins Visier.

Die Republikaner haben mit scharfen Attacken auf die beginnende Präsidentschaftskampagne von Hillary Clinton reagiert. Potenzielle Rivalen der Konservativen im Rennen um das Weiße Haus nahmen die Ex-Außenministerin ins Visier. Jeb Bush schrieb der “Washington Post” zufolge in einer E-Mail an Spender: “Es ist an uns, sie zu stoppen.” Zuvor hatte er bereits Clintons Außenpolitik kritisiert. Ted Cruz sprach von einer “verfehlten Politik der Vergangenheit”, Rand Paul bezeichnete Clinton als “schlimmsten Teil der Washington-Maschine”.

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Im Internet starteten die Konservativen eine “Stop Hillary”-Kampagne. Die Partei sucht auf ihrer Webseite GOP.com 100.000 Anhänger, die sich im Wahlkampf gegen Clinton engagieren. In einem entsprechenden YouTube-Video wird unter anderem ihre jüngste E-Mail-Affäre thematisiert. Parteichef Reince Priebus stellte Clinton in der Tageszeitung “USA Today” als nicht vertrauenswürdig dar.

Hillary und der Cowboy

Der Wahlkampf für 2016 nimmt immer mehr an Fahrt auf. Nun hat das politische Aktionskomitee (PAC) ”Stand with Hillary” einen ersten Wahlkampfsong veröffentlicht. ”Sie ist eine Mutter, eine Tochter und vor allem eine liebende Ehefrau”, heißt in dem rund dreieinhalb Minuten langen Video über Hillary Clinton. Ob diese nun auf die Unterstützung aller Cowboys zählen darf, bleibt auch nach der Veröffentlichung des Clips ungewiss.

Cartoonisten für strengere Waffengesetze

In letzter Zeit haben sich ja schon viele Prominente und Künstler in die Debatte um strengere Waffengesetze in den USA eingeschaltet. Für die Kampagne Demand Action der Mayors Against Illegal Guns, in der sich mehr als 1.000 Bürgermeister in den USA organisieren, haben sich nun ein paar der bekanntesten amerikanischen Cartoonisten, unter ihnen Art Spiegelmann und Gary Trudeau, zusammengeschlossen und einen Videoclip erstellt. Als Erzähler konnten sie dabei auch prominente Unterstützung gewinnen: Die beiden Schauspieler Julianne Moore und Philip Seymour Hoffman rufen in dem Film dazu auf, sich zu engagieren:

“Enough. Demand action. As a dad, as a mom, as a husband, as a wife, as a family, as a friend. As an american. It’s time. We can’t back down. It’s time for our leaders to act right now. Demand action.”

Was macht eigentlich… Sarah Palin?

Ja, was macht Sarah Palin eigentlich so? Nachdem wir neulich schon geguckt hatten, was Hillary so macht, hab ich natürlich sehnsüchtig an Sarah Palin gedacht, von der ich lange nichts gehört und gesehen hatte.

Nun hat sie sich neulich mit obigem Video zurückgemeldet – und zeigt damit, in welcher Rolle sie sich selber sieht: als Königsmacherin der GOP (so wie Grover Norquist, jedenfalls früher), als wahre Anführerin der Tea Party. Auf lokaler Ebene kann sie hier auch mit Erfolgen reüssieren, doch so drängt sie die Republikaner immer weiter nach rechts, die von ihr unterstützen Kandidaten zeichnen sich in Washington vor allem durch ihre komplette Blockadehaltung auf.

Interessant an dem Spot ist aber auch, dass ihre PAC vor allem Medien wie Buzzfeed, Politico oder The Daily Beast verlinkt, um die These der “Königsmacherin” zu beweisen. Eigentlich sind das doch aber die bösen, liberalen Medien, die sonst nur Quatsch schreiben… oder, Sarah?

Extra 3 erklärt das Wahlsystem der USA

Wir hatten ja neulich schon ein paar Videos gepostet, die das Electoral College und andere Eigenheiten des Wahlsystems der USA erklären. Extra 3 hatte bereits 2008 ein sehr aufschlussreiches Erklärvideo produziert. Aufmerksam angucken, damit heute Abend beim gemeinsamen Wahl-Gucken mit Details geglänzt werden kann.

Wie Super PACs ihr Geld ausgeben

Sehr schönes Video vom NPR (das Romney ja bestimmt auch gerne abschaffen würde). Es zeigt sehr anschaulich, wieviel Geld die Super PACs in den Wahlkmapf pumpen – und wie sie ihr Geld von Staat zu Staat verteilen. So geben sie in Nevada (Swing State) fast sechs Dollar pro Wähler aus, in Kalifornien (kein Swing State) hingegen nur ungefähr einen Cent. Auch für dieses Ungleichgewicht zeichnet das amerikanische Wahlsystem mit seinem Electoral College verantwortlich. Denn das Winner-Takes-All-Motto mit Bezug auf die Wahlmänner stellt einen Zustand her, in dem es sich einfach nicht lohnt, Geld in Staaten auszugeben, die fest in Hand einer Partei sind.

Wahlvideo des Tages // “Zomney – He Needs Brains”

Und wieder greift ein Prominenter in den US-Wahlkampf ein. Regisseur Joss Whedon, der zuletzt Avengers auf die Kinoleinwände brachte und vorher bei Buffy auch schon ab und an mal mit Untoten zu tun hatte, hat ein lustiges Video aufgenommen, in dem er vor Mitt Zomney und der Zombie Acopalypse warnt:

“Romney is ready to make the deep rollbacks in health care, education, social services, reproductive rights, that will guarantee poverty, unemployment, overpopulation, disease, rioting, all crucial elements in creating a nightmare zombie wasteland. Lets all embrace the future,” the 48-year-old Whedon quips. “Stop pretending we care about each other, and start hoarding canned goods. Because if Mitt takes office, sooner or later the zombies will come for all of us.”

Mitarbeiter des Tages // Dinesh D’Souza

Die Auszeichnung geht heute an Dinesh D’Souza. Der konservative Tausendsassa, der den überaus objektiven Dokumentarfilm 2016: Obama’s America produziert hat, ist nicht nur seinen Posten als Präsident des King’s College los, nachdem er sich als überzeugter evangelikaler Christ mit einer jungen Frau verlobt hatte. Obwohl er auch noch mit seiner eigentlichen Ehefrau verheiratet ist. Und nun hat er auch noch Ärger mit einem seiner Partner bei dem Filmprojekt, da D’Souza angeblich Gelder zweckentfremdet hat. Well done, Dinesh!

Zitat des Tages // The National

“Our music was used without our permission in this ad. The song you’re using was written about the same backward, con game policies Romney is proposing. We encourage all students to educate themselves about the differences between the inclusive, pro-social, compassionate, forward-thinking policies of President Obama and the self-serving politics of the neo-conservative movement and Mitt Romney. Every single person involved in the creation of the music you’re using is voting for President Obama.” –Matt Berninger, Sänger von The National, auf YouTube zu einem Video der Band, welches von einer Pro-Romney-Studentenorganisation in Ohio für ihr Wahlvideo genutzt wurde

Wahlwerbung des Tages ::: A Severe Case of Romneysia

Ein ganz besonderer Fall von Romneysia: In Toledo/Ohio lief gestern diese lustige Wahlwerbung von Mitt Romney. Der eigentliche Zielmarkt muss Bizarroworld gewesen sein, denn in der Ad behauptet Romney doch glatt, dass er der Heiland der Automobilindustrie sei. Und nicht dieser Typ aus Chicago, der zufällig im Weißen Haus gelandet ist und behauptet, er hätte mit seinem Bailout Detroit gerettet.

Romney muss wirklich vergessen haben, was er vor knapp vier Jahren in einem Op-Ed in der New York Times geschrieben hat: “Let Detroit go bankrupt.” Der höchste Grad der Heuchelei ist damit erreicht.