Arianna Huffington ist konsequenter als die gesamte Parteiführung der Republikaner. Hier ist der Beweis.

Wenn führende Republikaner nur halb so konsequent im Umgang mit dem Donald wären wie Arianna Huffington, hätte der Schreihals es nicht zur Spitzenkandidatur gebracht.

Strategie: In der zweiten Jahreshälfte 2015 hatte Arianna Huffington entschieden, Artikel über den Donald stehen nicht mehr in der Politik-Sparte, sondern im Entertainment-Bereich zu veröffentlichen. Mit seiner Äusserungen über eine Datenbank für Muslime in den USA, nahm sie diese Entscheidung zurück. Anders als die GOP-Führung gab sie also zu, den Mann unterschätzt zu haben und korrigierte ihre Strategie.

Abbinder: Unter jedem Artikel über den Donald steht der folgende Text:

Editor’s note: Donald Trump regularly incites political violence and is a serial liar, rampant xenophobe, racist, misogynist and birther who has repeatedly pledged to ban all Muslims ― 1.6 billion members of an entire religion ― from entering the U.S.

Twitter: Arianna hat dutzende Tweets abgesetzt, in denen sie Trump kritisiert und gehört auf Twitter viellicht zu seinen schärfsten Kritikern. Als Bonus hat sie hier noch eine Watsch’n für Sarah Palin mit dazu gepackt.

Wir sagen: Nicht schlecht für eine ehemalige Republikanerin.

So wollen die Republikaner Trump stoppen

Zwei Republikaner, ein Ziel: Donald Trump (l.) und Ted Cruz wollen US-Präsident werden.

Bei den US-Republikanern macht sich Panik breit. Der Grund ist der Siegeszug von Donald Trump bei den Vorwahlen. Die Präsidentschaftskandidatur ist dem umstrittenen Milliardär kaum mehr zu nehmen. Die Republikaner fürchten sich jedoch davor, den unberechenbaren Trump am 8. November in das Duell mit seiner wahrscheinlichen Gegnerin, der Demokratin Hillary Clinton, zu schicken.

Einflussreiche Republikaner bereiten der “New York Times” zufolge eine Kampagne vor, um Trumps Nominierung noch zu verhindern. Ab dem 5. April, an diesem Tag findet die Vorwahl im Bundesstaat Wisconsin statt, möchten Trumps Rivalen 100 Tage lang auf Delegierte und Mitglieder der Partei einwirken.

Gleichzeitig gibt es Gerüchte über einen Wahlcoup während des Nominierungsparteitags (vom 18. bis zum 21. Juli in Cleveland). Der Plan: Trump soll mit einer ”Contested Convention” (auch “Brokered Convention”) schachmatt gesetzt werden. Der 69-Jährige braucht in Cleveland 1237 Stimmen zur Nominierung. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass er dieses Ziel erreichen wird (hier der aktuelle Stand der Delegiertenzahl).

Sollte er jedoch scheitern, ist eine Kampfabstimmung die Folge - zuletzt war das bei den Republikanern 1948 der Fall. Mit jedem Wahlgang sinkt die Anzahl der Delegierten, die an ihren Kandidaten gebunden sind. (Die “New York Times” und CNN erklären das Prozedere auf ihren Webseiten.)

Sollte es tatsächlich so kommen, werden Trumps Gegner (aktuell sind das der texanische Senator Ted Cruz und Ohios Gouverneur John Casich) versuchen, die Delegierten für sich zu gewinnen. Gleichzeitig könnte aber auch ein neuer Bewerber zum Zug kommen. Ex-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney und der Sprecher des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, gelten als mögliche Retter in der Not.

“Ich werde es nicht sein. Es sollte jemand sein, der kandidiert”, sagte Ryan der “Washington Post” zufolge. Ein klares Dementi? Es darf gezweifelt werden. “Wenn ein Politiker etwas sagt, gibt es oft mehr als einen Weg, das zu interpretieren”, so die Tageszeitung. Ryan weiß: Eine ”Contested Convention” hat die Kraft, die Republikanische Partei zu zerreißen.

Trumps Kommentar: gewohnt brachial. “Ich denke, es würde zu Aufständen kommen.”

Das Rennen geht los: Wer gewinnt Iowa, was sagen die Umfragen?

So, schnell die Tränen aus den Augenwinkeln wischen, mir sind wahre Bäche das Gesicht runtergelaufen beim Anblick des Videos von Trump, mit dem er die ehrlichen, hart-arbeitenden, patriotischen Leute von Iowa überzeugen will. Sein Programm: Greatness! Denn seien wir ehrlich, er ist so ein großartiger Typ, Anführer, Verhandler, Rhetoriker, dass es gar keinen Zweifel geben kann, wer gewinnt (Er natürlich!), um Amerika wieder irgendwie so richtig groß und stark und unbesiegbar zu machen, so wie früher (wann auch immer das war).

Auch wenn der Ergebnis also jetzt schon feststeht: Der Fairness halber wollen wir uns mal mit der Wirklichkeit beschäftigen. Auch wenn Umfragen – unter anderem wegen der fortschreitenden Digitalisierung und dem Vormarsch von Smartphones – grade in den letzten Vorhersagen zu Wahlen oftmals ziemlich daneben lagen, bleiben sie die beste Möglichkeit, einen möglichen Wahlausgang vorherzusagen. Die Twitter-Follower zum Beispiel kann man ja kaufen, so dass selbst Newt Gingrich auf einmal den Eindruck erwecken könnte, dass viele Leute ihm zuhören würden.

Gucken wir uns die gesammelten Umfragen an, die RealClearPolitics netterweise immer sammelt, sieht es tatsächlich gut aus für Trump. Seit dem 18. Januar führt er die Umfragen in Iowa an, davor hatte er sich mit Cruz abgewechselt. Auch wenn Trump in den Umfragen der letzten Tage im Schnitt mit 6.2 Prozentpunkten vor Cruz führt, bleibt ihm dieser doch recht dicht auf den Fersen. So sieht das Umfrage-Bild momentan bei RCP aus:

  • Trump führt mit ihm Schnitt 30.4%
  • Cruz folgt ihm mit 24.2%
  • Rubio holt immerhin 15.2%, gefolgt von Carson mit 8.8%
  • alle anderen – Bush, Christie, Fiorina und Co. – laufen unter ferner liefen und knacken nicht einmal die 5%-Marke

Auch der hochverehrte Nate Silver, ein direkter Nachfahre von Nostradamus, sagt einen – wenn auch knappen – Sieg von Trump voraus. Er bringt aber zusätzlich eine weitere Komponente ins Spiel:

Danach hat Trump zwar einen sehr harten Kern von Unterstützern, aber auch deutlich schlechtere Beliebtheitswerte in Iowa – und er wird immer unbeliebter (nur Jeb Bush wird noch negativer gesehen).

How does that make any sense? Trump isn’t liked by many Republicans, but he’s loved by a few, and in a 12-candidate field, that may be enough.

Von daher sieht er zwar wie der Favorit aus, es könnte aber sehr, sehr eng werden – und er könnte von Cruz am heutigen Wahltag abgefangen werden. Für Fiorina, Santorum und Huckabee sollte aber spätestens nach der Vorwahl in New Hampshire Schluss sein. Christie und Kasich dürften sich wohl noch ein bisschen länger Hoffnungen machen, da sie eine andere partei-interne Wählerschaft als Trump und Cruz ansprechen.

Und bei den Demokraten. Hier liegt Hillary Clinton in Iowa in allen Umfragen konstant vorne. Allerdings führt Sanders in New Hampshire deutlich. Hier bleibt es also spannend.

Kasich platzt der Kragen: Was ist aus unserer Partei geworden?!

Milford, N.H. Town Hall 10-23-15

“What has happened to our Party?”

John Kasich, Governeur in Ohio, ist ein Kandidat der leisen Töne. In seinen Wahlkampfauftritten wirbt er für einen ausgeglichenen Haushalt, stabile Militärausgaben und die Förderung des Mittelstandes. Er hält sich zurück, wo andere gegen Washington keilen, und vertritt eine für republikanische Verhältnisse moderate Position in sozialen Belangen.

In einem Vorwahlkampf, der vielleicht stärker als je zuvor von Zuspitzungen, Vereinfachungen und Polemik geprägt ist, hat er sich damit nicht als Liebling der Medien oder seiner Parteibasis hervorgetan. Zugleich fehlt ihm die Unterstützung des Partei-Establishments in dem Maße, wie Rubio oder Bush sie bekommen.

Da ist es schwierig, gegen den großmäuligen Donald Trump oder den programmatisch flexiblen Carson zu bestehen, die vor allem auf ihre Gegner eindreschen und sich nicht unnötig mit Inhalten oder Fakten aufhalten.

“What has happened to the Conservative Movement?”

Doch gerade deshalb ist Kasich jetzt auf einer Wahlkampfveranstaltung der Kragen geplatzt. Unter dem Gelächter seiner Anhänger erklärte er, dass er die “Schnauze voll” habe. Die politischen Konzepte seiner innerparteilichen Konkurrenten seien schlichtweg verrückt, unsozial und nicht finanzierbar. Obwohl er dabei keine Namen nannte – Kasich bleibt eben doch Kasich – wurde er doch deutlich genug: Warum bei der 10% flat tax (Carson) innehalten, wenn man doch Steuern ganz abschaffen könne, so Kasich ironisch. Dazu sollte jeder US-Bürger noch ein Huhn geschenkt bekommen. Oder wie solle man sich das eigentlich vorstellen, mehrere Millionen Menschen zur Grenze zu bringen und auszuweisen (wie es Trump vorgeschlagen hat).

Als Strategie durchaus intelligent und so dürfte der Wutausbruch trotz echter Empörung letzten Endes nicht spontan ausgefallen sein. Ob der kalkulierte Ausbruch Kasich hilft, sich besser als der moderate Kandidat zu positionieren, der auch in den eigentlichen Präsidentschaftswahlen eine Mehrheit der Wähler um sich scharen kann, bleibt abzuwarten. Klar ist aber schon, dass das Medienecho gewaltig ausgefallen ist.

Warum es für Clinton zurzeit nicht besser laufen könnte

Eingespieltes Duo: Bill und Hillary Clinton in Iowa.

Tja, wir haben es verpasst. Leider. Terminstress, Vergesslichkeit, Faulheit: Irgendwie kam gestern alles zusammen. Von daher holen wir das jetzt einfach nach: alles Gute zum Geburtstag, Hillary Clinton. 68 Jahre ist die ehemalige First Lady und Außenministerin der USA geworden. Aber, machen wir uns nichts vor, es wird Clinton ziemlich egal sein, ob Amerika wählt an ihren Geburtstag denkt oder nicht. Für die Demokratin läuft es im Vorwahlkampf zurzeit ausgesprochen gut. Die vergangenen Tage dürften daher Clintons größtes Geschenk gewesen sein.

Clinton überzeugte in der ersten TV-Debatte der Demokraten, ihr Rivale Bernie Sanders trat als weltfremder Sozialist auf (und erlangte erst durch eine “Saturday Night Live”-Parodie Berümtheit), im Kongressausschuss zum Bengasi-Anschlag stritten sich ihre Rivalen lieber untereinander und dann teilte auch noch Vizepräsident Joe Biden mit, nicht ins Rennen um die Nachfolge von Präsident Barack Obama einzusteigen. Für das Web-Magazin “The Federalist” steht fest: “Clinton ist unausweichlich.”

Dazu kam ein beinahe surreal anmutender Kampf bei den Republikanern um die Nachfolge von John Boehner als Vorsitzender des Repräsentantenhauses.

Vor wenigen Tagen teilte Ex-Präsidentschaftskandidat Paul Ryan mit, für das Amt kandidieren zu wollen. Doch wird es Ryan gelingen, die erzkonservativen Tea-Party-Anhänger (“Freedom Caucus”) einzubinden? Der nun erreichte Budgetkompromiss geht auf Boehners Konto – Ryan dürfte das nur wenig Spielraum verschaffen.

Die chaotischen Zustände bei den Republikanern haben nicht nur Ryan beschädigt. Sie zeigen auch, warum der vermeintliche Spitzenkandidat Jeb Bush bei aktuellen Umfragen nur bei rund sieben Prozent liegt. Die Parteibasis legt keinen Wert auf politische Erfahrung und Kompromissfähigkeit – sie liebäugelt lieber mit dem exzentrischen Milliardär Donald Trump und dem Außenseiter Ben Carson.

Halloween geht bei Clinton vor

Clinton marschiert, ihre Gegner kapitulieren oder versinken in machtpolitischen Grabenkämpfen. Gemeinsam mit Ehemann Bill kann sie daher in Ruhe Spenden einsammeln und um Wähler werben. Der jüngste Post auf Clintons offizieller Facebook-Seite verdeutlich das. Dort geht es nicht um politische Themen, sondern um Vorschläge für ein gelungenes Halloween-Kostüm.

Es läuft also rund für Clinton. Ihr Geburtstag hat das verdeutlicht. 68 Jahre? Vor der Kandidatur der Demokratin gab es immer wieder Diskussionen über ihr Alter. Schließlich gab es mit Ronald Reagan und William Henry Harrison nur zwei Politiker, die mit einem vergleichbaren oder höheren Alter ins Weiße Haus einzogen.

Clinton selbst erstickte alle möglichen Zweifel im Keim: Elf Stunden lang trotze sie entspannt und meist gut gelaunt dem Kreuzfeuer im Bengasi-Ausschuss. Danach sorgten vor allem Gifs ihrer lässigsten Gesten für Aufsehen im Netz. Virale Beliebtheit: Wer braucht da noch Glückwünsche zum Geburtstag?

Obamas Kampfansage an die Kohlekraft

Barack Obama will den Klimaschutz zu einem Markenzeichen seiner Präsidentschaft machen.

Es geht um sein politisches Erbe. US-Präsident Barack Obama will die Ziele zur Bekämpfung des Klimawandels verschärfen. Das kündigte er in einem auf Facebook veröffentlichen Video an. Obamas Plan zufolge müssten Kraftwerke ihren Schadstoffausstoß bis 2030 um 32 Prozent (im Vergleich zu 2005) verringern, berichtete die “New York Times“. Obama sprach vom größten Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels, den die USA je gemacht hätten.

Die Sache hat jedoch einen Haken: Die Republikaner kündigten bereits Widerstand an. Gleichzeitig dürften sich auch zahlreiche Bundesstaaten querstellen. Mit großer Wahrscheinlichkeit muss sich am Ende der Supreme Court mit dem Streit beschäftigen.

Bereits in Obamas Wahlkampf 2008 hatte der Klimaschutz eine wichtige Rolle gespielt. Als Staatschef konzentrierte sich der Demokrat zunächst auf die Verabschiedung der Gesundheitsreform. Nun soll der Klimaschutz zum weiteren Markenzeichen seiner Präsidentschaft werden. Diese endet im Januar 2017.

Ted Cruz, Han Solo und Spider-Man

Ist also mehr ein Spider-Man-Typ: Ted Cruz im US-Senat.

Ted Cruz will für die US-Republikaner als Präsident ins Weiße Haus einziehen. Die Chancen dafür sind eher gering. Der Webseite “Realclearpolitics” zufolge liegt er in aktuellen Umfragen abgeschlagen hinter der Spitze. (Also dort, wo zurzeit erstaunlicherweise Donald Trump liegt.) Cruz geht nun mit einem neuen Buch in die Offensive. Der Titel lautet: “A Time for Truth: Reigniting the Promise of America”. Übersetzt heißt das in etwa: “Zeit für die Wahrheit: Das Versprechen Amerikas erneuern”. Im Interview mit der “New York Times” hat der texanische Senator erklärt, wie er das machen will.

Erstaunlicherweise ist das Interview äußerst unterhaltsam. Das liegt weniger am politischen Inhalt, vielmehr erzählt Cruz viel über seine Jugend und seine popkulturellen Idole. Wer wissen will, was Cruz mit der “Star Wars”-Legende Han Solo und dem Comic-Held Spier-Man zu tun hat, der findet die Antwort hier. Und wer wissen will, warum der US-Blog “The Verge” ziemlich wenig von dem Interview hält, der sollte hier klicken.

US-Republikaner: Scott Walker verkündet Kandidatur

“Ich bin dabei”: Scott Walker will für die Republikaner ins Weiße Haus einziehen.

Er ist Nummer 15: Der US-Republikaner Scott Walker hat seine Präsidentschaftsbewerbung verkündet. “Ich bin dabei. Ich bewerbe mich als Präsident, weil die Amerikaner einen Anführer verdienen, der für sie kämpft und gewinnt”, schrieb der Gouverneur des Bundesstaats Wisconsin bei Twitter. Der 47-Jährige liegt in Umfragen derzeit in der Spitzengruppe.

Republikaner starten “Stop Hillary”-Kampagne

Wenig überraschend: Die Republikaner nehmen Hillary Clinton ins Visier.

Die Republikaner haben mit scharfen Attacken auf die beginnende Präsidentschaftskampagne von Hillary Clinton reagiert. Potenzielle Rivalen der Konservativen im Rennen um das Weiße Haus nahmen die Ex-Außenministerin ins Visier. Jeb Bush schrieb der “Washington Post” zufolge in einer E-Mail an Spender: “Es ist an uns, sie zu stoppen.” Zuvor hatte er bereits Clintons Außenpolitik kritisiert. Ted Cruz sprach von einer “verfehlten Politik der Vergangenheit”, Rand Paul bezeichnete Clinton als “schlimmsten Teil der Washington-Maschine”.

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Im Internet starteten die Konservativen eine “Stop Hillary”-Kampagne. Die Partei sucht auf ihrer Webseite GOP.com 100.000 Anhänger, die sich im Wahlkampf gegen Clinton engagieren. In einem entsprechenden YouTube-Video wird unter anderem ihre jüngste E-Mail-Affäre thematisiert. Parteichef Reince Priebus stellte Clinton in der Tageszeitung “USA Today” als nicht vertrauenswürdig dar.

“Obamacare”-Protest wird zum Fiasko

“Erzählen Sie Ihre Geschichte”: Webseite von Cathy McMorris Rodgers.

Die US-Republikaner verachten die Gesundheitsreform. Für die Konservativen ist das wohl wichtigste innenpolitische Projekt von Präsident Barack Obama eine Beschneidung bürgerlicher Freiheitsrechte und eine Belastung der Wirtschaft. Obama, der den Affordable Care Act vor fünf Jahren unterzeichnete, sieht das naturgemäß anders. “Familien und Unternehmen sparen mit diesem Gesetz Geld”, sagte der Staatschef jüngst. Außerdem rette die Reform Leben. Das Gesetz “funktioniert”, befand Obama, trotz der “unzähligen Versuche” der Republikaner, es “zu diffamieren”.

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Die Kongressabgeordnete Cathy McMorris Rodgers ist eine besonders erbitterte Gegnerin von “Obamacare”. Als Vorsitzende der House Republican Conference ist die evanglikale Christin zurzeit die mächtigste Republikanerin im Kongress. Nun wollte Rodgers einen Online-Protest gegen die Reform entfachen. Das Gesetz sei ”zerstörerisch”, so Rodgers. “Erzählen Sie Ihre Geschichte, damit ich besser verstehen kann, wie groß Ihre Probleme sind”, schrieb die 45-Jährige auf ihrer Webseite und auf Facebook. Doch der Aufruf entwickelte sich zum Fiasko.

Es dauerte nicht lange, bis auch die Befürworter der Reform auf den Aufruf aufmerksam wurde. Viele Nutzer beschrieben die positiven Auswirkungen des Gesetzes. Familienangehörige seien endlich versichert und könnten nun ein besseres Leben führen. Gleichzeitig wurde massive Kritik an Rodgers und ihrer Partei laut. Die Webseite “Vox.com” schrieb: “Das ist ein Lehrstück in der Nutzung sozialer Medien.”

Supreme Court prüft “Obamacare” noch immer

Der Affordable Care Act hatte den Kongress im März 2010 nach heftigem politischen Streit passiert und trat im Oktober 2013 in Kraft. Im Zentrum steht die Pflicht aller Bürger, sich bei einer Krankenkasse zu versichern – sonst droht eine Strafzahlung. Geringverdiener erhalten staatliche Zuschüsse für den Kauf einer Versicherung. Die Folgen: Die Zahl der Amerikaner ohne Krankenversicherung sank um 16,4 Millionen. Der Anteil der Unversicherten ging von 20,3 auf 13,2 Prozent zurück.

Der Oberste Gerichtshof erklärte die Versicherungspflicht im Juni 2012 zwar für verfassungskonform. Derzeit prüft der Supreme Court jedoch, ob die staatlichen Beihilfen für Versicherte rechtlich gedeckt sind. Im Juni wird mit einer Entscheidung gerechnet.

Bush gegen Clinton? Das sagen die Zahlen

Strebt wohl nach Höherem: Jeb Bush (Archivbild) prüft eine Präsidentschaftskandidatur.

Jeb Bush, Bruder des ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush und Ex-Gouverneur von Florida, trifft offenbar konkrete Vorbereitungen für eine Bewerbung um das Präsidentenamt. Der 61-Jährige habe alle Vorstandsposten niedergelegt und seine Beraterverträge gekündigt, berichtete die “Washington Post“. Zudem überlege der Republikaner, sich aus seiner Firma Jeb Bush & Associates zurückzuziehen.

Sprecherin Kristy Campbell sagte der “Washington Post”, dass sich Bush mit der Aufgabe seiner geschäftlichen Tätigkeiten auf “seine mögliche Kandidatur für das Präsidentenamt”  konzentrieren wolle. Diese hat Bush noch nicht offiziell erklärt. Mitte Dezember stellte er sie allerdings – etwas verklausuliert – in Aussicht.

Damals kündigte er auf Twitter und Facebook an, der Möglichkeit einer Kandidatur “aktiv nachzugehen”. In US-Medien wurde dies als klarer Schritt in Richtung einer Bewerbung für die Wahl im November 2016 gewertet. In der republikanischen Partei werden ihm große Chancen eingeräumt, das Weiße Haus zu erobern. Amtsinhaber Barack Obama darf nach zwei Amtszeiten nicht erneut antreten.

Druck auf Bushs Konkurrenten wächst

Bushs Offensive erhöht den Druck auf andere Republikaner, ihre Pläne offenzulegen. Besonders dem Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, werden Ambitionen auf das Präsidentenamt nachgesagt. Auch die Senatoren Rand Paul, Marco Rubio und Ted Cruz heben wohl Ambitionen. Der seriösen Webseite “Realclearpolitics” zufolge liegt Bush in aktuellen Umfragen eindeutig vorne.

Sollte es Bush gelingen, die Republikaner zu überzeugen, käme es möglicherweise zu einem brisanten Duell zweier Polit-Dynastien. Bei den Demokraten denkt Ex-Außenministerin Hillary Clinton über eine Bewerbung nach. Trotz zahlreicher Andeutungen steht ein klares Statement aber noch aus. “Realclearpolitics” zufolge hätte Clinton zurzeit gute Chancen, Bush bei einer Präsidentschaftswahl zu schlagen.

Republikaner demütigen Obamas Demokraten

Gelingt die Kooperation? Barack Obama (l.) und Mitch McConnell im Garten des Weißen Hauses.

Es war ein erwarteter Sieg: Die Republikaner haben die Mehrheit im US-Senat erobert. Die Konservativen kommen im Oberhaus nun auf 54 Stimmen. Da die Republikaner gleichzeitig ihre Mehrheit im Abgeordnetenhaus auf 247 Sitze ausbauten, beherrschen sie jetzt beide Parlamentskammern. Das Regieren wird für Präsident Barack Obama damit zusehends schwieriger – es droht eine politische Blockade. Die Republikaner können nun Gesetze verabschieden, Obama bleibt nur noch die Möglichkeit eines Vetos. Mitch McConnell dürfte neuer Mehrheitsführer im Senat werden.

2010 hatten Obamas Demokraten ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus verloren. Die Republikaner konnten seit dieser Zeit fast alle wichtigen Gesetzesvorhaben des Weißen Hauses blockieren. John Boehner dürfte Vorsitzender des Repräsentantenhauses bleiben.

Dem “Center for Responsive Politics” zufolge war der Kongresswahlkampf der bislang teuerste aller Zeiten. Der Wahlkampf aller Kandidaten kostete insgesamt rund 3,7 Milliarden Dollar (2,9 Milliarden Euro).

Fehlgeleitete Republikaner und eine bankrotte Hillary

Hillary Clinton bekommt nichts geschenkt. Schon gar nicht von der GOP, der Grand Old Party, wie sich die Republikaner gerne nennen. Dabei hätte die demokratische Präsidentschaftskandidatin in spe es nötig, wenn man eben genau jener GOP glauben schenken darf. Die haben jetzt auf ihrer Webseite die 404-Meldung mit dem Konterfei der ungeliebten Demokratin versehen. Die 404-Meldung taucht immer auf, wenn ein Link nicht (mehr) funktioniert.

Das Wortspiel dazu ist ebenso lustig wie gemein.

What do Hillary Clinton and this link have in common? They are both “dead broke”.

“Broke” heißt im Falle des Links, dass er nicht funktioniert, für Hillary aber “pleite”. Sorgen muss man sich aber um die Frontfrau der Demokraten nicht wirklich machen. Dank einer schon länger andauernden Vorbereitungsphase für ihre Kandidatur, einem Bestseller im Buchhandel und den fast schon legendären Fundraisung-Künsten ihres Mannes, sollte sie ihre Kriegskassen gut gefüllt haben, um der GOP solche Seitenhiebe in gleicher Münze heimzahlen zu können.

Was Du über die “Midterms” wissen musst

Während wir uns vom Schock der zweistelligen AfD-Ergebnisse erholen und gespannt nach Schottland schauen, laufen in den USA die Wahlkampfmaschinen der Republikaner und Demokraten heiß. Am 4. November sind Halbzeitwahlen, kurz “the Midterms”.

Viel steht auf dem Spiel: ein Drittel (36) der 100 Sitze im Senat wird möglicherweise neu besetzt. Gleichzeitig werden alle 435 Abgeordneten des Repräsentantenhauses (neu?) gewählt. Satte 36 von 50 Governeursposten werden vergeben. Im Vergleich dazu klein, aber fein: auch die Bürgermeister von Washington DC, San Diego, Newark und New Orleans stehen zur Wahl.

Die meiste Aufmerksamkeit richtet sich in den US Medien auf den Senat. Von den umkämpften Sitzen halten derzeit die Demokraten 21, die Republikaner 15. Wo sonst im bipolaren Parteiensystem in den USA selten Einigkeit herrscht, gehen Beobachter beider Seiten davon aus, dass die Demokraten mit herben Verlusten rechnen müssen. Die Republikaner haben dagegen gute Chancen, die Mehrheit im Oberhaus des Kongresses zu erobern und damit beide Häuser zu kontrollieren.

Die erste – innerparteiliche – Hürde hat die GOP dabei schon genommen: in allen 13 Staaten, in denen sich republikanische Amtsinhaber Herausforderern der Tea Party gegenüber sahen, konnten sich die Senatoren durchsetzen. Der gemäßigte Flügel der Partei geht damit gestärkt in die Wahlen.

Wie stark die Republikaner wirklich sind, kann natürlich niemand voraussagen. Nate Silver wäre aber nicht Nate Silver, wenn er es nicht versuchen würde. Seine Zahlen lassen die Demokraten hoffen. Zwar sieht auch er die Republikaner durch die Bank in allen Umfragen vorne. In den umkämpften Staaten (“purple states”) stellt er aber leichte Vorteile für die demokratischen Kandidaten fest.

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