Ein Trump-Tweet – und seine Geschichte

“Nicht mein Feind”: Tweet von Donald Trump. (Bild: Twitter/@realDonaldTrump)

Am Freitagabend (Ortszeit) verschickte Donald Trump einen Tweet. Erst einmal nicht ungewöhnlich. ”Feind des amerikanischen Volkes”, “krank”, “unehrlich”: Mit diesen Beschimpfungen reagierte der US-Präsident auf die jüngsten Enthüllungen zahlreicher US-Medien. Auch nicht ungewöhnlich. (Leider.)

Die ”Fake-News-Medien” seien “nicht mein Feind, sie sind der Feind des amerikanischen Volkes”, twitterte Trump. Seine Kritik bezog er auf die Tageszeitung “New York Times” sowie die TV-Sender CNN, NBCNews, ABC und CBS.

In einem ersten Tweet hatte Trump seinen Vorwurf gegen die “New York Times”, CNN, NBC “und viele mehr” gerichtet und ihn mit dem Wort “KRANK!” beendet. Diesen Eintrag löschte er aber wieder.

Die vollständige Geschichte bei “Mother Jones“.

Der republikanische Senator John McCain, ein erklärter Gegner des Staatschefs, verteidigte die freie Presse. “So machen sich Diktatoren ans Werk”, sagte er bei “Meet the Press with Chuck Todd”.

Vor Amtsübergabe – Trump liefert sich Machtkampf mit Obama

Abwarten ist nicht Donald Trumps Stärke (Bild: Flickr/Gage Skidmore)

Es ist politische Tradition: Hat eine US-Wahl einen Wechsel im Weißen Haus zur Folge, führt trotzdem nur der Präsident (“the sitting president”) das Land. Der Sieger hält sich solange bedeckt, bis er den Amtseid abgelegt hat. So soll sichergestellt werden, dass es einen reibungslosen Übergang gibt. Das sorgt für Entspannung in den USA – und auf der Welt. Eine konfus agierende Supermacht? Dazu ein politischer Machtkampf? Das dürfte vielen Staats- und Regierungschefs den Schlaf rauben.

Es gibt nur ein Problem: Donald Trump schert sich um all das wenig. Dabei versuchte das Weiße Haus, die Wogen nach dem brutalen Wahlkampf zu glätten. Barack Obama und Trump trafen sich am 10. November, seitdem telefonieren sie regelmäßig. Obama will eine friedliche und zivilisierte Machtübergabe. So erlebte es der Demokrat 2009, als sein republikanischer Vorgänger George W. Bush das Weiße Haus verließ.

Trump hat erkennbar andere Prioritäten. Der 70-Jährige betreibt eine Neben-Außenpolitik. Wo? Natürlich bei Twitter. Er verurteilte die Enthaltung Washingtons bei einer Israel-Resolution im UN-Sicherheitsrat, er lobte Kremlchef Wladmir Putin für dessen zurückhaltende Reaktion auf die Ausweisung 35 russischer Diplomaten, er forderte eine Atomaufrüstung der USA und kommentierte den Anschlag von Berlin auf verstörend-aggressive Art.

“In mancherlei Hinsicht kastriert Trump die Regierung Obamas”, sagte der Historiker Douglas G. Brinkley der “New York Times”. “Sie vermeiden persönliche Attacken aufeinander, aber hinter den Kulissen graben sie sich das Wasser ab. Ich weiß nicht genau, inwiefern das amerikanische Volk davon profitieren soll.”

Trumps bizarrer Silvester-Tweet

Vor der Übergabe der Macht spitzt sich die Situation zu. Denn Obama wehrt sich. Nach der Israel-Abstimmung bei den UN sagte Sprecher Ben Rhodes. ”Dem gewählten Präsidenten möchte ich sagen, dass es nur jeweils einen Präsidenten gibt. Präsident Obama ist der Präsident bis zum 20. Januar, und wir ergreifen diese Maßnahme, selbstverständlich, als Teil der US-Politik.” Sean Spicer, künftiger Sprecher des Weißen Hauses, antwortete bei CNN: “Er (Donald Trump) ist keiner, der sich zurücklehnt und abwartet.”

Trump schimpft und wütet, als ob er sich noch immer im Wahlkampf befinden würde. Sein Silvester-Tweet, insbesondere der Gruß an seine “vielen Feinde“, denen er “Liebe“ für 2017 wünschte, wirkt da wie ein bizarrer Ausrutscher. Zwei Tage zuvor hatte der Republikaner folgende Nachricht verschickt: ”Tue mein Bestes, die vielen aufrührerischen Aussagen und Hindernisse von Präsident O(bama) zu ignorieren. Dachte, das würde eine reibungslose Amtsübergabe werden – NICHT!”

All das lässt Böses für das neue Jahr – für die kommenden vier Jahre – erahnen.

War klar! Trump reklamiert Pence-Sieg für sich

“Das war mein Urteilsvermögen”: Donald Trump während seiner Rede in Nevada.

Im US-Präsidentschaftswahlkampf haben sich die beiden Vizekandidaten einen hitzigen Schlagabtausch geliefert. Der Republikaner Mike Pence überzeugte bei dem einzigen TV-Duell der beiden Stellvertreter mit einem präsidialeren Ton. Der Demokrat Tim Kaine trat  aggressiver auf, wirkte aber oft ungeduldig. Eine CNN-Blitzumfrage sah Pence mit 48 Prozent vorne (Kaine: 42 Prozent).

In US-Medien herrschte Einigkeit darüber, dass Pence den besseren Auftritt hinlegte. So meinte die “Washington Post”, er habe zu bemüht gewirkt.

Und Donald Trump? Der Präsidentschaftskandidat der Republikaner lobte seinen Mitstreiter – und sich selbst gleich mit. ”Mike Pence hat einen unglaublichen Job gemacht. Ich habe viel Lob bekommen, weil das ist meine erste sogenannte Wahl war”, sagte er bei einer Kundgebung in Nevada. “Ich gehe davon aus, dass Mike den höchsten Sieg in der Geschichte der Vizepräsidentschafts-Debatten eingefahren hat.” Amerika sei in der Lage gewesen, aus unmittelbarer Nähe Trumps Urteilsvermögen sehen. “Und das war mein Urteilsvermögen.”

Noch Fragen?

Obama und die sieben Mandeln

Scheidender US-Präsident: Im Januar 2017 endet Barack Obamas Amtszeit.

Eines ist klar: Als US-Präsident kann man reguläre Arbeitszeiten getrost vergessen. Ein Nine-to-Five-Job im Oval Office? Eher nicht. Für den aktuellen Amtsinhaber Barack Obama gilt das offenbar ganz besonders. Denn für den im Januar 2017 scheidenden Staatschef endet der Arbeitstag nicht am frühen Abend, wenn er mit seiner Familie meist gegen halb sieben zu Abend isst.

Einem Bericht der “New York Times” (NYT) zufolge arbeitet Obama oft bis tief in die Nacht. Der 54-Jährige sehe diese Zeitspanne, die oft erst gegen 2 Uhr morgens endet, als essentiell für seine politisches Schaffen an.

Der Artikel, verfasst von Michael D. Shear, dem NYT-Korrespondenten im Weißen Haus, beschreibt ausführlich, was Obama in den vergangenen siebeneinhalb Jahren nachts im Weißen Haus getan hat. Shear streift dabei auch Obamas Ernährungsgewohnheiten. Dieser gönne sich abends als Abwechslung exakt sieben leicht gesalzene Mandeln. Als Quelle fungiert der ehemalige Koch der Obamas, Sam Kass.

“Die Nacht hat etwas Spezielles”

Obama schätze die Einsamkeit der Nacht und unterscheide sich damit von seinen Amtsvorgängern. George W. Bush machte nie einen Hehl daraus, bereits um 22 Uhr ins Bett zu gehen. Bill Clinton dagegen nutzte die späten Stunden um, na klar, lange Telefongespräche zu führen.

Neben dem Lesen von Papieren und Briefen sei es für Obama besonders wichtig, Reden vorzubereiten. Shear zufolge verbringt der Demokrat regelmäßig Stunden mit seinen Beratern, um wichtige Auftritte vorzubereiten. Diese Treffen endeten oft am frühen Morgen. ”Die Nacht hat etwas Spezielles”, sagte Obamas Chefredenschreiber Cody Keenan der NYT. Das Weiße Haus sei dann kleiner und lasse einen besser denken.

Doch offenbar hat selbst der ansonsten so strebsame Obama ab und an Lust auf Ablenkung. Und dann? Dann tut er Dinge, die viele andere auch tun. Hoch im Kurs stehen offenbar Spiele auf dem iPad und Sport im Fernsehen. Herrlich normal.

So wollen die Republikaner Trump stoppen

Zwei Republikaner, ein Ziel: Donald Trump (l.) und Ted Cruz wollen US-Präsident werden.

Bei den US-Republikanern macht sich Panik breit. Der Grund ist der Siegeszug von Donald Trump bei den Vorwahlen. Die Präsidentschaftskandidatur ist dem umstrittenen Milliardär kaum mehr zu nehmen. Die Republikaner fürchten sich jedoch davor, den unberechenbaren Trump am 8. November in das Duell mit seiner wahrscheinlichen Gegnerin, der Demokratin Hillary Clinton, zu schicken.

Einflussreiche Republikaner bereiten der “New York Times” zufolge eine Kampagne vor, um Trumps Nominierung noch zu verhindern. Ab dem 5. April, an diesem Tag findet die Vorwahl im Bundesstaat Wisconsin statt, möchten Trumps Rivalen 100 Tage lang auf Delegierte und Mitglieder der Partei einwirken.

Gleichzeitig gibt es Gerüchte über einen Wahlcoup während des Nominierungsparteitags (vom 18. bis zum 21. Juli in Cleveland). Der Plan: Trump soll mit einer ”Contested Convention” (auch “Brokered Convention”) schachmatt gesetzt werden. Der 69-Jährige braucht in Cleveland 1237 Stimmen zur Nominierung. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass er dieses Ziel erreichen wird (hier der aktuelle Stand der Delegiertenzahl).

Sollte er jedoch scheitern, ist eine Kampfabstimmung die Folge - zuletzt war das bei den Republikanern 1948 der Fall. Mit jedem Wahlgang sinkt die Anzahl der Delegierten, die an ihren Kandidaten gebunden sind. (Die “New York Times” und CNN erklären das Prozedere auf ihren Webseiten.)

Sollte es tatsächlich so kommen, werden Trumps Gegner (aktuell sind das der texanische Senator Ted Cruz und Ohios Gouverneur John Casich) versuchen, die Delegierten für sich zu gewinnen. Gleichzeitig könnte aber auch ein neuer Bewerber zum Zug kommen. Ex-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney und der Sprecher des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, gelten als mögliche Retter in der Not.

“Ich werde es nicht sein. Es sollte jemand sein, der kandidiert”, sagte Ryan der “Washington Post” zufolge. Ein klares Dementi? Es darf gezweifelt werden. “Wenn ein Politiker etwas sagt, gibt es oft mehr als einen Weg, das zu interpretieren”, so die Tageszeitung. Ryan weiß: Eine ”Contested Convention” hat die Kraft, die Republikanische Partei zu zerreißen.

Trumps Kommentar: gewohnt brachial. “Ich denke, es würde zu Aufständen kommen.”

Strg + A + Entf

Kein Geheimnis mehr: Hillary Clinton würde gern Barack Obamas Nachfolgerin werden.

In Hillary Clintons E-Mail-Affäre gibt es neue Vorwürfe. Anscheinend hat die Ex-Außenministerin und potenzielle Präsidentschaftskandidatin der Demokraten alle Korrespondenz auf ihrem persönlichen Rechner gelöscht.

Das zumindest teilte der Republikaner Trey Gowdy mit. Der Vorsitzende eines Kongress-Ausschusses berief sich auf Angaben von Clintons Anwalt David Kendall. Der “New York Times” zufolge verteidigte dieser das Vorgehen der ehemaligen Außenministerin aber als  legitim. Gowdy dagegen sprach von einem bisher beispiellosen Vorgang.

Jüngst war bekannt geworden, dass Clinton als Chefdiplomatin der Vereinigten Staaten ausschließlich eine private E-Mail-Adresse für ihre dienstlichen Korrespondenzen benutzte. Nach öffentlichem Druck gab Clinton schließlich 30.000 Korrespondenzen heraus – die jedoch von Mitarbeitern aussortiert waren. Gowdy zufolge löschte Clinton im Anschluss den Rest.

Kleine Geste, großer Streit

US-Präsident Barack Obama (M.) beim Aussteigen aus “Marine One”

Es ist lediglich ein kleines Ritual. Ein Wimpernschlag genügt, um es zu verpassen – und doch ist es weltbekannt. Wenn der US-Präsident in ein Flugzeug oder in einen Hubschrauber ein oder-aussteigt, stehen Marines bereit und salutieren. Dem Protokoll zufolge führt der Staatschef und Oberste Befehlshaber ebenfalls die Hand zur Stirn. Im Handbuch der US-Navy steht, dass die von Ronald Reagan eingeführte Geste die “wichtigste aller militärischen Gepflogenheiten“ sei.

Ausgerechnet diese fast alltägliche Routine wurde Barack Obama jetzt zum Verhängnis. Am Dienstag landete der Demokrat mit seinem Hubschrauber “Marine One” in New York. Beim Aussteigen hatte er jedoch einen Kaffeebecher in der rechten Hand. Also führte er diesen ebenfalls in Richtung Stirn und stapfte dann lässig mit Sonnenbrille weiter. In den sozialen Netzwerken sorgte der vom Weißen Haus auf Instagram veröffentlichte Clip für Unmut.

“Warte – hat Präsident Obama eben den Marines mit einem LATTE in seiner Hand salutiert?!”, schrieb etwa das Republikanische Kongresskomitee auf Twitter. Im Anschluss setzte das NRCC seine Nachrichten mit dem Hashtag #LatteSalute ab. Andere Twitter-Nutzer nannten die Geste “unglaublich respektlos”. Sarah Palin, einstige Ikone der “Tea Party”, reagierte blitzschnell und entschuldigte sich (scheinbar für die Konservativen) auf Facebook beim US-Militär.

“Moment mal, wie despektierlich war das denn”, sagte Karl Rove, einstiger “Spin Doctor” der Republikaner, zum TV-Sender Fox News. Auch die “New York Times“, die “Washington Post” und die Politik-Webseite “Politico” griffen den Streit um den “Latte Salute” beziehungsweise den “Starbucks Salute” auf. Mittlerweile existiert auf Twitter sogar ein eigener Satire-Account.

Bush salutierte mit Hund auf dem Arm

Für den ohnehin unbeliebten Präsidenten kommen die Diskussionen um den “Latte Salute” zur Unzeit. Sechs Wochen vor den Zwischenwahlen am 4. November sind das Weiße Haus und Obamas Demokraten dringend auf gute Nachrichten angewiesen. Die Republikaner dürften daher versuchen, den Pappbecher-Streit weiter anzuheizen.

Dem TV-Sender CNN zufolge gibt es bei dem militärischen Gruß eine Empfehlung, was zu tun ist, wenn die Hände nicht frei sind: einfach nicht salutieren. Obama ist übrigens nicht der erste US-Präsident, dem die Geste gründlich misslingt. Sein Vorgänger George W. Bush versuchte 2001, mit seinem Hund auf dem Arm zu salutieren.

Die schrecklich netten Palins

Bleibt eine streitbare Politikerin: Sarah Palin

Es begann als eine Geburtstagsfeier für Schneemobilfahrer – und endete   in einer Schlägerei mit Mitgliedern der Familie von Sarah Palin. Die Polizei untersucht noch, wie es zu dem Vorfall am Samstag in Anchorage (Alaska) gekommen ist, so oder so steht aber fest: Der Vorfall lässt die ehemalige Gouverneurin des nördlichsten US-Bundesstaats und republikanische Vizepräsidentschaftskandidatin von 2008 erneut in einem schlechten Licht erscheinen.

Wie kam es zu der Schlägerei? Der “New York Times” zufolge begann das Fest als eine Geburtstagsfeier für die Zwillingsbrüder Matt und Marc McKenna; letzterer ist ein bekannter Schneemobilrennfahrer. Die Gäste tanzten, eine Live-Band spielte, die Stimmung war ausgelassen. Das änderte sich, als die Palin-Familie mit einer Hummer-Limousine aufkreuzte.

Augenzeugen zufolge stieg Palins bereits betrunkener Sohn Track aus dem Geländewagen und stürzte sich auf einen ehemaligen Freund seiner Schwester Willow, der ebenfalls zu der Party eingeladen war. Ein Streit brach aus, es folgte ein wüstes Handgemenge, bei dem Palin-Tochter Bristol und auch Ehemann Todd mitmischten. Die Schlägerei endete erst, als der Palin-Clan das Gelände verlassen musste.

Der “New York Times” zufolge ließ Sarah Palin vom Auto aus wüste Beschimpfungen los und schrie: “Wisst Ihr nicht, wer ich bin?” Einer der Gäste konterte mit dem Satz: ”Das hier ist keine verdammte Hillbilly-Reality-Show!” Palin hat sich bislang nicht zu dem Vorfall geäußert.

Vox.com – die abgebrochene Revolution?

Kaputt. Langweilig. Veraltet. Wenn es um den aktuellen Zustand des Journalismus geht, greifen Kritiker gerne in die Vollen. In vielen Diskussionen in Deutschland finden sich Verweise auf die Situation der US-Medien. Zwei Namen fallen dann besonders häufig: Ezra Klein und Nate Silver. Klein gelang mit politischen Kolumnen für die “Washington Post” ein erstaunlicher Aufstieg. Silver ist der wohl bekannteste Statistiker und Wahlforscher der USA. Dem langjährigen “New York Times”-Blogger Silver gelang des Kunststück, bei der Präsidentschaftswahl 2012 in allen fünfzig Bundesstaaten die Ergebnisse richtig vorauszusagen.

Mittlerweile haben sich beide von ihren jeweiligen Verlagen gelöst und versuchen, mit eigenen Webseiten erfolgreich zu sein. Der US-Sender ESPN übernahm im Juli 2013 Silvers Blog “Five Thirty Eight” (“538″) und machte den Mittdreißiger zum Chefredakteur.

Klein gründete - begleitet von regem Medieninteresse – vor rund fünf Monaten Vox.com. Die mit großen Ambitionen gestartete Webseite liegt zwar bei den Klickzahlen vor “538″, sie leidet aber noch immer unter Startschwierigkeiten. “Vielen Journalisten und Nachrichtenchefs fehlen die Gründe, um zu verstehen, was ‘Vox’ von anderen Webseiten unterscheiden soll”, schreibt “Politico” in einer lesenswerten Analyse.

Der ehemalige “New York Times”-Journalist Bill Keller, der mittlerweile die journalistische Organisation “The Marshall Project” leitet, sagte zu “Politico”: “Ich weiß, warum mich NYTimes.com (für Nachrichten und Meinungsbeiträge) [...] oder ‘Politico’ (Politik) interessieren. Bei ‘Vox’ und ’538′ [...] geht es nicht um Themen, es geht darum, wie man auf die Themen blickt. Der Grund für die Wirkung [der beiden Webseiten] ist nicht so klar.” Nun gehe es darum herauszufinden, wie die Nutzer am ehesten zu binden seien: durch eine Verbreitung in den sozialen Netzwerken oder durch eine starke Marke.

“‘Vox’ existiert seit ungefähr fünf Minuten”, sagte Keller zu “Politico”. “Ezra Klein ist ein kluger Typ, der von anderen klugen Leuten umgeben ist. Es ist noch zu früh, sie abzuschreiben.”

 

Nach Anklage: Rick Perry stellt sich

Der Druck auf Rick Perry wächst. Wegen Amtsmissbrauchs und Nötigung ist der texanische Gouverneur angeklagt worden. Der Republikaner, der als möglicher Präsidentschaftsbewerber 2016 zählt, soll versucht haben, mit einer Veto-Drohung die demokratische Staatsanwältin Rosemary Lehmberg zum Rücktritt zu zwingen. Nun berichtet der TC-Sender CBS, dass sich Perry der Polizei stellen will.

Konkret heißt das, dass Perry zur formellen Bearbeitung der Anklage durch die Behörden seine persönliche Informationen angeben muss. Dabei werden auch seine Fingerabdrücke genommen und Fotos (“Mugshots”) gemacht. Die Gegner des Republikaners dürften sich bereits die Hände reiben.

Die Anklage ist in den USA umstritten. Die “New York Times” bezeichnete sie als falsch, David Axelrod, ein enger Vertrauter von US-Präsidenten Barack Obama, nannte sie auf Twitter “dürftig”. Perry selbst wies die Anschuldigungen zurück. “Diese Anklage läuft auf nichts anderes hinaus als Machtmissbrauch und ich kann und werde nicht zulassen, dass so etwas passiert”, sagte er auf einer Pressekonferenz.

Kiffen mit Obama

Irgendetwas stimmt hier nicht: US-Präsident Barack Obama (vorne) in Denver.

Für das Internet war die Reise von Barack Obama nach Denver vor allem eines: Gold wert. Im US-Bundesstaat Colorado besuchte der US-Präsident am vergangenen Dienstag unter anderem die Wynkoop-Brauerei, was zu vielen wunderbaren Fotos führte. Der “New York Times”-Journalist Doug Mills veröffentlichte einige von ihnen wenig später auf seinem Twitter-Kanal. Auf einem der Bilder ist zu sehen, wie Obama vor der Brauerei einem Mann mit einer Pferdemaske etwas irritiert die Hand schüttelt. Für die Personenschützer des Demokraten muss das ein Alptraum gewesen sein, für das Internet ist das – wie bereits erwähnt – pures Gold.

Einen besonderen Höhepunkt gab es in der Brauerei selbst. Dort stellte ein Mann Obama die Frage, ob er einen Joint rauchen wolle. Obama, der aus einer Drogenvergangenheit als Teenager nie einen Hehl machte, reagierte mit einem breiten Lachen. Besonders schön: Ein Gast nahm die amüsante Begegnung auf Video auf. Vielen Dank dafür.

So verfolgte Obama die US-Niederlage

Deutschland steht im WM-Achtelfinale. Auch “Amerika wählt” freut sich über den 1:0-Sieg gegen die USA. US-Präsident Barack Obama verfolgte das Spiel übrigens in der Air Force One. Doug Mills, Fotograf der “New York Times”, twitterte das oben zu sehende und ein weiteres Bild. Auch Beraterin Valerie Jarrett scheint Fußball-Fan zu sein. Sie verfolgte das Spiel gemeinsam mit Obama.

 

Beyond Bridgegate: does Chris Christie have a political future?

Interview with Nick Ragone

Chris Christie’s strategy so far has been that of an all out attack: fire and denounce his former employees and appointees and then declare ignorance of what was going on. Has this strategy worked so far?

I’m not sure his strategy has been an “all out attack” so far. Clearly, he’s decided to attack David Wildstein after his attorney revealed that there may be evidence that Governor Christie was aware of the lane closings. It’s too early to tell if that strategy will work, but it doesn’t change the basic calculus of this scandal: If it’s proven that Governor Christie either ordered or was aware of the lane closings then his political career is likely over. He’s staked his entire reputation on the fact that he knew nothing about this. If that turns out to be a lie than he’s in deep trouble.

Christie lambasted both the New York Times and David Wildstein after the newspaper came out with the story that Christie knew more about Bridgegate than he admits. Can this strategy of personal attacks work?

With the New York Times, I believe he corrected some inaccuracies in their lede and the story (which the Times itself has gone on to correct). The Times admitted it was a bit loose with its language in the story and I think the Christie Administration rightly pushed back. As for Wildstein, the Christie Administration is clearly trying to discredit him as a source. It’ll all come down to why type of evidence Wildstein has to prove that Governor Christie was aware of the lane closings.

If – as Wildstein claims – Christie really knew about the lane closures: can he survive this politically?

No, his political career will be effectively over.

Even if he is cleared of any wrongdoings, will Bridgegate stick on him and diminish his chance on a presidential run?

If it turns out, after all the investigations, that Governor Christie did not authorize and was not aware of the lane closings, than he’ll still have a chance at seeking the Republican nomination. I’m not sure Republican primary voters – three years from now — will care about the lane closings (again, should it turn out Governor Christie told the truth). All comes down to whether or not Governor Christie was telling the truth.

Finally, what would your advice for Christie be. How should he handle the situation?

Focus on your job, tell the truth, and let the chips fall where they may.

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Nick Ragone is Partner at Ketchum and the Director of Ketchum Washington, D.C.

Nick serves as a senior strategist, counselor and media trainer to many of the agency’s top clients. In 2007, Nick was named one of PR Week’s “40 under 40” to watch in the industry. He is the author of five books, including four on government and politics, with his most recent being Presidential Leadership: 15 Decisions that Changed the Nation (February, 2011). Nick is a regular contributor to Fox News, CNN and Fox Business on issues of politics and communications, as well as the Star-Ledger, Politico, the Washington Times and US News & World, PRWeek, Adage, and the New York Times. Nick is an Adjunct Professor at Georgetown University.

Interview: Adrian Rosenthal & Georg Schmitt

Der Planet Hillary

Clinton-Cover des “New York Times Magazine”

Die Anzeichen für eine Kandidatur Hillary Clintons bei der Präsidentschaftswahl 2016 mehren sich. Nun hat sich auch ”Priorities USA Action“, das mächtigste politische Aktionskomitee (PAC) der Demokraten, für die Ex-Außenministerin ausgesprochen. Das berichtete die “New York Times”. Der Artikel “Planet Hillary”  sorgte aber nicht nur wegen des Inhalts für Wirbel, auch die Aufmachung löste Erstaunen aus. Auf dem Cover des “New York Times Magazine”, in dem der Text erschien, blickt Clinton die Leser als Planet an (mehr Informationen gibt es im Blog des Magazins). Das Magazin “Vanity Fair” bezeichnete das Cover bereits als “dadaistisches Meisterwerk”. Weltweit fühlten sich Photoshop-Künstler dazu aufgefordert, ihre Version des Covers zu präsentieren.

GIF via Ben Rosen

In ihrem Artikel berichtete Amy Chozik, dass auch im Umfeld von Präsident Barack Obama die Unterstützung für Clinton wachse. Gleichzeitig schlagen sich immer mehr ehemalige Obama-Unterstützer auf Clintons Seite - etwa im Bündnis “Ready for Hillary“, das erfolgreich Unterstützer mobilisiert und Spenden sammelt.

“Bridgegate”-Skandal schockt Chris Christie

Gerne würde Chris Christie (r.) Nachfolger von Präsident Barack Obama werden

Lange galt New Jerseys Gouverneur Chris Christie als Hoffnungsträger der Republikaner, als potenzieller Nachfolger von US-Präsident Barack Obama. Nun ist Christie in arge Bedrängnis geraten. Der ”Bridgegate”-Skandal lässt den Stern des moderaten Konservativen sinken – und zwar rapide. Im Zentrum des politischen Eklats stecken tagelange Sperrungen rund um die New Yorker George-Washington-Brücke, eine der meistbefahrenen Brücken der Welt.

Veröffentlichte E-Mails legen den Verdacht nahe, dass Mitarbeiter Christies die Staus forcierten – als perfide Rache für fehlende Unterstützung in dessen Wahlkampf. Bridget Anne Kelly, eine enge Beraterin des Republikaners, soll sich vor dessen Wiederwahl Anfang November an den für die George-Washington-Brücke zuständigen Leiter der Verkehrsbehörde gewandt haben: Es sei “Zeit für ein paar Verkehrsprobleme in Fort Lee”, schrieb Kelly unmissverständlich. Die “New York Times” hat die E-Mails auf ihrer Webseite veröffentlicht. Nun hat Christie reagiert und Kelly entlassen. ”Peinlich” und “demütigend” sei die ganze Sache, so Christie während einer Pressekonferenz. Kelly habe sich “dumm” und “hinterlistig” verhalten.

Im November vergangenen Jahres wurde Christie deutlich als Gouverneur wiedergewählt - auch dank der Unterstützung mehrerer Bürgermeister der gegnerischen Demokraten. Einer, der sich jedoch nicht für ihn einsetzte, war Mark Sokolich, Stadtchef von Fort Lee. Das hatte Folgen: Anfang September wurden in seiner Stadt tagelang mehrere Zugangsstraßen zur George-Washington-Brücke in Richtung New York gesperrt. Es kam zu massiven Verkehrsproblemen, die Wut wuchs.

Christie will nichts gewusst haben

In den Staus blieben Rettungswagen stecken, Schulbusse kamen nicht mehr durch. Christie sagte damals, dass die Durchführung einer Verkehrsstudie Grund für die Probleme sei. Kelly dagegen schrieb, dass lediglich “die Kinder von Buono-Wählern” betroffen seien. Die Demokratin Barbara Buono war Christies Gegenkandidatin bei der Gouverneurswahl.

Nachdem der Schriftverkehr öffentlich wurde, dementierte Christie, von den Vorgängen gewusst zu haben. An dieser Aussage hält er weiter fest. Kellys demütigende Entlassung soll Schlimmeres verhindern. Doch die US-Medien sind sich sicher: Dem in der eigenen Partei umstrittenen Christie dürfte der “Racheakt” seiner Mitarbeiterin schaden. Es sei schwer vorstellbar, was dessen Anhänger Schlimmeres hätten tun können um dessen Hoffnungen auf den Einzug ins Weiße Haus zunichtezumachen, kommentierte unter anderem die Tageszeitung “USA Today”.