Volle Kriegskassen in den Einzelstaaten

100 Dollar Bills

Im Windschatten des sich abzeichnenden Duells zwischen Barack Obama und Mitt Romney bereiten sich auch in den Bundesstaaten zahlreiche Kandidaten vor, um im November Sitze im US-Kongress zu erobern oder zu verteidigen. Alleine die Kandidaten für den Senat haben bis zum jetzigen Zeitpunkt satte 321 Millionen US-Dollar für ihren Wahlkampf eingesammelt. Das entspricht im groben Durchschnitt 5 Millionen US-Dollar pro Kandidat. Die Summe umfasst hauptsächlich Spenden, aber auch Kredite und Erlöse aus dem Verkauf von Büchern, Bumper Stickern, Aufklebern usw. Dabei liegen die beiden Parteien ungefähr gleich auf: die Republikaner verfügen über 161,9 Millionen US-Dollar, die Demokraten über 154,4 Millionen US-Dollar.

Im Kampf um das Repräsentatenhaus liegen die Republikaner eine goldene Nasenlänge vorn. Von den insgesamt 575 Millionen US-Dollar, klingeln 340 Millionen US-Dollar in ihren Kassen. Weitere Informationen hält die Federal Election Commission für alle interessierten Bürger bereit.

Was macht eigentlich Newt Gingrich? Goofy Things!

“This is one of those goofy things.” –Newt Gingrich spricht über einen ungedeckten Check

Rick Santorum ist raus, aber Newt Gingrich ist noch im Rennen. Obwohl es niemanden mehr interessiert, macht er weiter und träumt wahrscheinlich wirklich noch von der Präsidentschaft. Denn vielleicht stellt sich ja heraus, dass Mitt Romney gar keine Mormone ist, sondern Salafist. Oder so. Die Hoffnung stirbt zuletzt, und Gingrich verkündet bei jeder Gelegenheit, dass er nicht an Aufgabe denke.

Seinen Willen hat er also noch, Geld aber offensichtlich nicht mehr. Nachdem auch Kasinomogul Sheldon Adelson ihm die Millionen nicht mehr hinterher wirft, klafft auf dem Kampagnenkonto von Gingrich ein riesiges Loch. So konnte seine Kampagne bereits die ein oder andere Rechnung wohl nur noch mit ungedeckten Schecks begleichen. Und viele andere haben noch nicht einmal einen ungedeckten Scheck bekommen und warten seit Monaten auf ihr Geld für Wahlplakate, Catering und vieles mehr.

Mittlerweile hat die Gingrich-Kampagne einen Schuldenberg von 4.5 Millionen Dollar angehäuft. Sogar Fox News fragt ihn nun schon, ob er nicht bald komplett pleite sei. Und nun hat auch noch ein Health Care Think Tank von Gingrich – The Gingrich Group – Bankrott anmelden müssen.

Aber Gingrich wäre nicht Supergingrich, wenn er nicht total tolle Lösungen für seine Geldprobleme hätte. Vor kurzem hatte er ja schon angekündigt, dass seine Unterstützer von nun an doch gefälligst 50 Dollar zahlen müssten, wenn sie ein Foto mit ihm machen wollten. Jetzt hat er noch eine bessere Idee: er will seine Liste von Spendern für jeweils bis zu 26.000 Dollar an Dritte verkaufen. Das wird sowohl seine Spender überglücklich machen als auch seine Finanzprobleme im Nu lösen und ihm zusätzlichen ermöglichen, den Mond zu kaufen.

Mit solchen Ideen hätte Gingrich die Wirtschaftskrise, ja jedes Problem, spielend gelöst. Davon ist er überzeugt.

Photo Credit: dollar there // Barry Yanowitz // Flickr

Mitt Romney // Money Making Campaign Machine

Es ist ja nicht so, dass Mitt Romney dringend Geld für seinen Wahlkampf brauchen würden. Denn er hat ja mehr als nur ein paar Millionen auf dem Konto liegen.

Nun hat er diese Woche an einem einzigen Tag schlappe 10.25 Millionen Dollar an Spenden für seine Kampagne eingesammelt (der Großteil davon stammte aus einem phone bank fundraiser).

Romney’s Fundraising-Maschine ist vor allem aber auch ein Signal der Stärke an seine Mitbewerber. Denn neben den Umfragen werden die Frontrunner bei den Vorwahlen auch über ihre finanzielle Potenz gekürt – und hier liegt Romney aktuell innerhalb der GOP weit vorne.

Und Romney hat nicht nur die meisten finanziellen Mittel, er profitiert auch am meisten vom Ausscheiden von Mike Huckabee und Donald Trump. Nach einer Studie der Suffolk University wollen ein Drittel der Anhänger von Huckabee und Trump nun Romney unterstützen (Sarah Palin kann als Zweitplatzierte nur 16 Prozent dieser Anhänger hinter sich versammeln).

Nachdem das Kandidatenfeld der GOP in den letzten Monaten noch so unübersichtlich wie war, kristallisiert sich mit Romney nun langsam ein Frontrunner heraus – wenn auch kein eindeutiger. Denn in der neuesten Gallupp-Umfrage kann Romney nur 20 Prozent der Republikaner überzeugen. Auf den Plätzen: Sarah Palin mit 18 Prozent, Gingrich mit 11, Ron Paul mit 8 Prozent. Aufgrund der Schwäche der anderen potentiellen Kandidaten ist es aber kein Wunder, dass sich die Demokraten nun schon ein bisschen auf den ehemaligen Gouverneur von Massachusetts einschießen.