Al und Joe: The Return of the Vizepräsident(en)

Es wurde ja auch Zeit, dass wir wieder gute Nachrichten zu vermelden haben. Dank den ehemaligen Vizepräsidenten Al Gore und Joe Biden, können wir das heute auch, denn beide sind nach einigen ruhigeren Wochen und Monaten wieder mit neuen Ankündigen ins nationale Rampenlicht getreten.

Al Gore, Vizepräsident unter Bill Clinton von 1993 bis 2001, hat sich mit einem neuen Film zum Thema Klimawandel zurückgemeldet. Nach dem sehr erfolgreichen “An Inconvenient Truth” folgt nun mit “An Inconvenient Sequel: Truth to Power” – logischerweise die Fortsetzung. Nach Präsident Trumps Ankündigung, die Umweltschutzbehörde abzuschaffen und aus den Vereinbarungen des Pariser Klimaabkommens austreten zu wollen, könnte der Film zu keinem besseren Zeitpunkt kommen, um uns daran zu erinnern, wie dringlich die Lage ist und das die wissenschaftlichen Belege für das menschengemachte Debakel nicht wegzudiskutieren sind.

Joe Biden, der Diplomat

Sein Amtskollege Joe Biden hat heute über einen neuen Twitter-Account bekannt gegeben, dass im Herbst das Penn Biden Center for Diplomacy and Global Engagement als Teil der Pennsylvania University eröffnen wird. Wie der Name sagt, soll sich das Zentrum der Gestaltung globaler Beziehungen widmen. Was wohl schon länger geplant war, wirkt im Kontrast zur aktuellen Misere US-amerikanischer Außenpolitik wie ein Silberstreif am Horizont. Joe erinnert seine Landsleute und Politikerkollegen an den Wert von soft power, Bündnistreue und Diplomatie. Ein guter Schritt zum richtigen Zeitpunkt, Joe.

Obamas nächster Anlauf

Barack Obama (M.) im Oktober 2009 beim Besuch eines Solarkraftwerks in Florida

Nun also die Klimapolitik. Mit seiner am Mittwoch in Berlin gehaltenen Rede wollte US-Präsident Barack Obama mit neuen Abrüstungsplänen punkten. Die internationalen Reaktionen darauf fielen verhalten aus. “Rüstungskontrollfachmann ohne Vision”, schrieb beispielsweise die “Süddeutsche Zeitung“. Am kommenden Dienstag nimmt Obama einen neuen Anlauf und stellt seinen mit Spannung erwarteten Klimaplan vor. Das hat das Weiße Haus in einem YouTube-Video angekündigt.

Die US-Webseite “Politico” geht davon aus, dass Obama ankündigen wird, seine Vollmachten als Staatschef zu nutzen, um den in Klimafragen gespalteten Kongress unter Druck zu setzen – oder gar zu umgehen. Vor allem die Frage, wie die USA in den kommenden Jahren ihren CO2-Ausstoß senken wollen, dürfte im Mittelpunkt der Rede stehen, die der Demokrat an der Georgetown-Universität in Washington halten wird.

In dem Vidoe sagt Obama, dass er in der Rede “seine Vision vorstellen werde, wohin wir gehen müssen”. Mit einem nationalen Plan wolle er den CO2-Ausstoß senken und sein Land auf den Klimawandel vorbereiten. “Wir müssen eine weltweite Vorreiterrolle einnehmen”, so Obama.

Mitarbeiterin des Tages // Noelle Nikpour

Es ist schwierig, Sarah Palin als einen Intelligenzbolzen dastehen zu lassen. Noelle Nikpour schafft das aber locker. Zuerst dachte ich, sie sei Komödiantin, eine echt gute noch dazu. So überzeugend spielt sie. Einfach total witzig.

Nicht witzig ist, dass es sie wirklich gibt und sie wirklich als GOP-Strategin die ganze Zeit auf Fox News rumturnen darf. Ok, das ist eigentlich auch noch recht witzig, weil Fox ja bekanntlich Realsatire ist. Sie darf zu allem Überfluss aber auch wirklich noch eine Kolumne für den Sun Sentinel in Florida schreiben. Diese Kolumnen sind auch noch mäßig witzig.

Aber wirklich nicht witzig ist, dass sie – zwar als Extrem, aber dennoch – für eine Strömung innerhalb der Republikaner steht, die für Wissenschaft und Forschung nur Unverständnis und Spott, sogar Verachtung übrig haben. Von Klimawandel hin zur Evolutionstheorie: die GOP und ihre Vertreter prügeln gerne und vergnügt und ununterbrochen und unverdrossen auf Wissenschaft und Wissenschaftler ein und halten sich in von ihnen unterstützen Think Tanks kleine Pseudo-Wissenschaftler. Das machen sie nicht erst seit dem Aufstieg der Tea Party, sondern seit Jahrzehnten. Darüber habe ich sogar mal eine Magisterarbeit geschrieben (es kam mir vor wie zwei oder drei, doch doch), in der ich mal den Diskurs rund um die Evolutionstheorie und Kreationiusmus/Intelligent Design beleuchtet habe.

Doch zurück: Man kann echt noch froh sein, dass Mitt Romney nun der Kandidat der Republikaner ist. Auch wenn Jon Huntsman der einzige der Kandidaten war, der öffentlich kundtat, dass er an den Klimawandel “glaube”, ist Mitt Romney mit seiner Liebe für Exceltabellen und Zahlenreihen noch das mit Abstand kleinste Übel für die Wissenschaft. Newt Gingrich glaubt nur an Sachen, die er sich selber ausgedacht hat. Rick Santorum, Herman Cain, Michelle Bachmann, Rick Perry? Die Erde würde vor Schreck sofort wieder zu einer Scheibe werden. Punkt.

(Hinweis: Das Daily Show-Video ist schon von 2011, ich habe es heute aber erst entdeckt…)