Das ist Obamas Plan B

Die Zeit im Weißen Haus hat Barack Obama altern lassen (Bild: Flickr/Obama White House)

Barack Obamas Pläne für die Zeit nach seiner Präsidentschaft waren einfach. Urlaub machen und Zeit mit der Familie verbringen, das stand ganz oben auf der Liste. Danach wollte er sich den Projekten zuwenden, die für Ex-Präsidenten traditionell von Bedeutung sind: Buch schreiben, Präsidentenbibliothek bauen, Stiftung gründen.

Das mit dem Urlaub hat Obama geschafft. Am 20. Januar verließ er das Weiße Haus in Richtung Kalifornien, aktuell befindet er sich mit seiner Frau Michelle auf Necker Island (Britische Jungferninseln). Viel Sonne, viel Strand, so weit, so gut. Doch es gibt ein Problem. Obama machte seine Pläne vor dem 8. November, vor dem Tag der US-Wahl, vor Donald Trumps Sieg.

Der mit 55 Jahren immer noch junge Ex-Präsident musste erkennen, dass der Wahlausgang dem denkbar härtesten Bruch mit seiner Botschaft der Hoffnung und des Wandels gleichkam. Obama war 2009 angetreten, um Trennendes zu überwinden. Er wollte den USA einen Weg in eine Zukunft des Gemeinsamen weisen.

Innenpolitisch konnte er mit der Gesundheitsreform, der Legalisierung der Homo-Ehe und zwei neuen weiblichen Verfassungsrichterinnen am Supreme Court durchaus Erfolge feiern. Dazu kamen eine stabilisierte Wirtschaft und eine niedrige Arbeitslosenquote.

“Wir können das Land versöhnen, wir können den Planeten heilen”, verkündete Obama 2008 im Wahlkampf. Die USA und die Welt hofften mit. Sie wurden enttäuscht. Obama selbst wusste am Ende seiner Amtszeit, dass er seine Ziele – nicht nur in der Außenpolitik – verfehlte hatte. Durch die Fundamentalopposition der Republikaner bekam Obama seine Grenzen aufgezeigt, das vergiftete politische Klima frustrierte ihn zutiefst.

Doch eines verlor der Demokrat nicht: seinen Optimismus. Obama glaubte an die Stärke der USA und an Fortschritt durch progressive, durch humanistische Politik. Er glaubte an das Motto, das das Siegel des Landes verziert: ”E pluribus unum” (“Aus vielem eines”). Und er glaubte bis kurz vor der Wahl, dass seine Ex-Außenministerin und Parteifreundin Hillary Clinton in den kommenden Jahren einen ähnlich progressiven Ansatz verfolgen würde. Dann kam der 8. November und veränderte alles.

Was kann sich Obama erlauben? Was darf er sich erlauben? 

“Es gab eine Art von Rahmen für die Zeit nach der Präsidentschaft”, sagte ein Obama-Berater dem Magazin “GQ”. Ein Clinton-Sieg sei dafür eine Grundvoraussetzung gewesen. “Jetzt kommt Plan B.”

Nach dem 8. November traf sich der Ex-Staatschef mit zahlreichen Beratern und Historikern, um mit ihnen über seine künftige Rolle in der US-Politik zu sprechen. Eine Aufgabe steht bereits fest: Obama soll zum Architekten des Wiederaufbaus der Demokratischen Partei werden. Hillary und Bill Clinton wollen die Verantwortlichen nach der demütigenden Wahlpleite keine Verantwortung übertragen. Vielmehr soll Ex-Justizminister Eric Holder Obama unterstützen.

Viel wichtiger sind jedoch andere Fragen: Wie kann Obama sein politisches Erbe vor Trump beschützen? Wie kann er sich weiterhin für eine progressiv-liberale Ausrichtung der USA einsetzen? Was kann er sich als Ex-Präsident erlauben? Was darf er sich erlauben?

“Obama wird das größte und einflussreichste Megafon der Welt besitzen – auch wenn Trump Präsident ist. Denn seine Popularität im In- und Ausland wird viel größer sein als die von Trump”, sagte Obamas langjähriger Kommunikationsberater Dan Pfeiffer “GQ”.

Der Ex-Staatschef weiß um seine Redetalent und um seine Mobilisierungsfähigkeit. Es dürfte ihm nicht schwerfallen, auch ohne den Regierungsapparat große Kundgebungen zu organisieren. Obamas Vorteile: Er verfügt in den sozialen Netzwerken noch immer über eine riesige Anzahl an Anhängern. Auf Twitter (@BarackObama) folgen ihm fast 84 Millionen Menschen, auf Facebook (@barackobama) rund 54 Millionen. Dazu kommt ein in den Wahlkämpfen 2008 und 2012 erstellter E-Mail-Verteiler, der ebenfalls Millionen Namen umfasst.

Obamas altes Twitter-Profil ist bereits aktualisiert – in seiner Biografie präsentiert er sich jetzt als “Papa, Ehemann, Präsident, Bürger”. Wenige Stunden nach der Amtsübernahme von Trump schrieb Obama: ”Hi zusammen! Zurück mit dem alten Namen. Geht dieses Ding noch? Michelle und ich fahren jetzt schnell in Urlaub, dann machen wir uns wieder an die Arbeit.”

“Hi”: Barack Obama twittert wieder unter eigenem Namen. (Bild: Twitter/@BarackObama)

Doch was Obama mit “wieder an die Arbeit machen” meint, ist noch offen. Klar ist, dass seine in Chicago beheimatete Stiftung eine große Rolle spielen wird. Sie will gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern und junge Führungskräfte unterstützen. Auf der Webseite der Stiftung ist zu lesen: “Ich bitte euch, zu glauben. Nicht an meine Fähigkeit, Veränderungen herbeizuführen, sondern an eure.” Dazu ein passendes Video mit dem Titel “Pass the mic” (“Das Mikro weitergeben”):

Erste personelle Entscheidungen hat Obama bereits getroffen. So bleibt der bisherige Vize-Regierungssprecher Eric Schultz als Berater an seiner Seite. Schultz soll Obama unter anderem dabei helfen, sein Image zu fördern und Kontakte zu Abgeordneten und Organisationen zu pflegen. Gleichzeitig heuerte der Ex-Präsident den im Justizministerium tätigen Kevin Lewis als Sprecher an.

“Die Menschen sind auf der Suche nach jemandem, der die Dinge irgendwie wieder in die richtige Reihenfolge bringen kann”, sagte Obamas ehemaliger Chefstratege David Axelrod. Doch er warnte davor, den Demokraten als alleinigen Retter der freiheitlich-demokratischen Gesellschaftsordnung anzusehen. Diese Aufgabe komme nun anderen Politikern der Partei zu.

Wagt Obama trotzdem den Tabubruch? Wird er sich in aller Öffentlichkeit gegen Trump stellen? Es wäre ein einmaliger Vorgang. Allerdings agiert Trump als Präsident ebenfalls auf bislang nie dagewesene Art. Obamacare, TPP-Ausstieg, Mauerbau, Einreiseverbot: Der neue Staatschef setzt auf Polarisierung und lässt keine Zweifel aufkommen, dass er von Obamas politischer Leistung nicht viel hält.

Während seiner letzten Pressekonferenz im Weißen Haus sagte Obama, er freue sich nun auf ein Leben abseits des politischen Rampenlichts. “Ich will eine Weile ruhig sein und mich nicht mehr so verdammt viel reden hören.” Doch werde er sich zu Wort melden, wenn er Amerikas “Kernwerte” verletzt sehe.

“Obama, du musst nach Hause kommen”, forderte die US-Tageszeitung “Daily News” jüngst. “Wir brauchen eine Stimme für die Mehrheit der Amerikaner, die nicht für Donald Trump stimmten.”

Mittlerweile steht fest: Obamas Schweigen endete zehn Tage nach der Amtsübergabe. ”Der Präsident (Obama) ist grundsätzlich gegen die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihres Glaubens oder ihrer Religion”, heißt es in einer veröffentlichten Mitteilung.

“Bürger, die ihr Grundrecht wahrnehmen, sich zu versammeln und sich zu organisieren: Das ist genau das, was wir in Zeiten erwarten, in denen amerikanische Werte auf dem Spiel stehen.”

“Nicht gerade die Rede, die ich halten wollte”

Keine Lust mehr auf Selfies im Wald: Hillary Clinton während ihrer Rede im Kapitol.

Es war Hillary Clintons zweiter öffentlicher Auftritt nach der dramatischen Niederlage bei der Präsidentschaftswahl gegen Donald Trump. Die Demokratin ließ es sich am Donnerstag nicht nehmen, bei der Verabschiedung ihres Parteifreundes Harry Reid in Washington einige Worte an die Öffentlichkeit zu richten. “Es ist nicht gerade die Rede, die ich nach der Wahl im Kapitol halten wollte”, sagte die 69-Jährige. “Aber nachdem ich jetzt ein paar Wochen damit verbracht habe, Selfies im Wald zu machen, hielt ich es für eine gute Idee herzukommen.”

Clinton ging während ihrer Rede auch auf einen einen Vorfall vom Sonntag ein. In einer Pizzeria in Washington hatte ein Mann um sich geschossen; es gab keine Verletzten. Zur Polizei sagte der 28-Jährige, er habe der Behauptung nachgehen wollen, dass Clinton und andere einen Kinderpornoring aus dem Restaurant heraus betrieben hätten.

Die Ex-Außenministerin warnte vor der Verbreitung von Falschnachrichten und Verschwörungstheorien. In diesem Jahr habe es eine regelrechte Epidemie von sogenannten Fake News gegeben. Es sei nun klar, dass diese gefährliche Konsequenzen haben könnten.

Benefiz-Dinner: Trump wird ausgebuht

An Buhrufe dürfte er sich gewöhnt haben: Donald Trump in New York.

Wenige Stunden nach ihrem dritten und letzten TV-Duell sind Hillary Clinton und Donald Trump erneut aufeinandergetroffen. Beim Wohltätigkeits-Dinner der Alfred E. Smith Gedächtnisstiftung in New York versuchten beide Präsidentschaftskandidaten, humorvoll miteinander umzugehen. Trump wurde dabei jedoch ausbuht.

Einige Bemerkungen des Republikaners kamen beim Publikum weniger gut an. Clinton versuche, in der Öffentlichkeit einen anderen Eindruck zu wecken als im Privaten, so Trump: “Heute Abend gibt sie vor, Katholiken nicht zu hassen.” Dafür setzte es Buhrufe, was bei dem Dinner sonst nie vorkommt.

Clinton selbst verzichtete auf solche Attacken und nahm sich auf die Schippe. Sie stelle heute keine Rechnung, sagte die Demokratin. Normalerweise verlange sie für Reden ein Honorar.

Hier das komplette Video:

Perfekt: Baldwin gibt den Trump

Viel besser geht’s nicht: Alec Baldwin als Donald Trump und Kate McKinnon als Hillary Clinton.

Alec Baldwin (“30 Rock”) hat sich zur Riege der Donald-Trump-Imitatoren gesellt. Und das auf ziemlich perfekte Art und Wiese. Mit Kate McKinnon als Hillary Clinton lieferte sich der 58-Jährige bei “Saturday Night Live” (SNL) eine Comedy-Version der ersten TV-Debatte der beiden Präsidentschaftskandidaten.

Baldwin begann mit folgendem Satz: “Guten Abend, Amerika! Ich werde so gut sein heute, ich werde so besonnen, so präsidentschaftswürdig sein, dass alle, die heute Abend zusehen, sich in die Hosen machen werden!”

Mit der berühmt-berüchtigten Trump-Tolle, gespitztem Mund und wütenden Zwischenrufen war Baldwin kaum vom Original zu unterscheiden. Auch die zum SNL-Ensemble gehörende McKinnon lieferte eine überzeugende Clinton, die freudig die Antworten ihres Gegners verfolgte und ihm gar Redezeit schenkte.

Im Netz erfährt der rund 10 Minuten lange Clip eine enorme Verbreitung. Der ursprüngliche Facebook-Post wurde bereits 16 Millionen Mal angesehen und rund 230.000 Mal geteilt. Auch auf YouTube gibt es zahlreiche Versionen des Videos.

Hier das komplette Video.

Ist Donald Trump wirklich der Held der weißen Arbeiterklasse?

Ich gebe zu, die Frage ist suggestiv. Aber wir haben ganz ehrlich unsere Neutralität bei “Amerika wählt” ohnehin schon vor einer Weile an den Nagel gehängt. Hängen müssen. Es war schon immer schwer – denkt nur mal an Sarah Palin oder die Geschichte mit dem Hund auf dem Autodach von Mitt Romney – aber bei Donald Trump ist es wirklich unmöglich, neutral zu bleiben. Der Mann ist rassistisch, frauenfeindlich, selbstbezogen, unverschämt, undiszipliniert, faul und frei jeder politischen Erfahrung.

Was er nicht ist, ist der Verteidiger der weißen Arbeiterklasse, als der er sich immer darstellt. Auch das wusstet ihr bereits. Hillary Clintons Kampagne hat es trotzdem nochmal schön herausgearbeitet, damit es auch noch mehr Wähler aus genau dieser Gruppe begreifen. In gleich drei neuen TV-Spots kommen mittelständische Unternehmer zu Wort, die einst für Trump gearbeitet haben und ihr Geld nie zu Gesicht bekommen haben. Zusammen ergeben die drei Spots eine groben Keil für einen groben Klotz. Gut so.

Und wen genau hat Trump so alles betrogen?

Einen Glaser…

…einen Instrumentenhändler…

und einen mittelständischen Bauunternehmer

“Late Show”: Colbert fasst TV-Duell mit einem Wort zusammen

“Falsch”: Stephen Colbert rechnet nach dem ersten TV-Duell ab.

Das erste TV-Duell zwischen Hillary Clinton und Donald Trump ist vorbei. Das Ergebnis ist für viele eindeutig: Clinton gewann, Trump verlor. Die Demokratin wirkte deutlich präsidiabler als ihr republikanischer Rivale. Eine CNN-Blitzumfrage sah Clinton mit 62 Prozent vorn, für Trump entschieden sich nur 27 Prozent der Befragten.

Für Latenight-Talker Stephen Colbert war die langerwartete Diskussion naturgemäß Pflichtprogramm. Seine “Late Show” fand im Anschluss an das Duell statt und wurde live ausgestrahlt.

Colberts Monolog wurde zur grandiosen Abrechnung mit den Kandidaten. “Es gab ein Wort, das zusammenfasste, wie sich diese Debatte, diese ganze Wahl anfühlt”, sagte der Moderator. Es folgte eine Collage von Szenen, die zeigten, wie Trump immer wieder ein Wort benutzte, um Clinton zu unterbrechen: “falsch”.

Noch Fragen?

Hier das komplette Video:

Clinton bricht 9/11-Auftritt ab – Video auf Twitter

Szene aus dem Twitter-Clip von Zdenek Gazda: bereits über 34.000 Retweets.

Hillary Clinton hat die 9/11-Gedenkveranstaltung in New York wegen gesundheitlicher Probleme vorzeitig verlassen müssen. Ein Sprecher sagte, Clinton habe sich “überhitzt” gefühlt und sich in die Wohnung ihrer Tochter Chelsea zurückgezogen.

In einem Video, das der Amerikaner Zdenek Gazda auf Twitter postete, war zu sehen, wie die 68-Jährige schwankt und zu stürzen scheint. Drei Leuten müssen sie halten. Gazdas Clip erfährt eine enorme virale Verbreitung: In wenigen Stunden wurde er bereits mehr als 34.000 Mal weitergeleitet. Mehr als eine Stunde später verließ die demokratische Präsidentschaftskandidatin die Wohnung ihrer Tochter wieder. Clinton sprach kurz mit Reportern und sagte, dass es ihr wieder besser gehe.

Clintons Gesundheit war zuletzt immer wieder ein Thema im US-Wahlkampf. Ihr republikanischer Rivale Donald Trump (70) warf ihr vor, physisch nicht in der Lage zu sein, das Präsidentenamt auszufüllen.

Wie reagiert Amerika auf den Mordaufruf von Trump?

Wie berichtet hat Donald Trump ein noch tieferes Niveau erreicht und indirekt zum Attentat auf Hillary Clinton aufgerufen. Die Reaktionen auf diese gezielte Provokation haben nicht lange auf sich warten lassen.

Secret Service (Gewaltaufrufe gegen Präsidenten oder Kandidaten sind in den USA strafbar):

Weniger zurückhaltend ist Elizabeth Warren, die ja schon seit längerem zu seinen schärfsten Kritikern gehört:

Gabrielle Giffords, die selbst Opfer eines politisch motivierten Attentats wurde, hat alle Mitbürger dazu aufgerufen, Trump für seine Äusserungen zu verurteilen:

Und Hillary Clinton selbst? Sie antwortet gar nicht direkt auf die Drohung, sondern stattdessen mit einem Video, das die gesamte Rhetorik Trumps noch einmal allen schmerzhaft vor Augen führt.

Schüsse auf Clinton? Trump-Rede sorgt für Eklat

“Es gibt die Zweite-Verfassungszusatz-Leute”: Donald Trump während seiner Rede.

Es ist der nächste Eklat im US-Wahlkampf: Während einer Rede in Wilmington (US-Bundesstaat North Carolina) hat Donald Trump indirekt Schüsse auf seine Rivalin Hillary Clinton angedeutet. Der republikanische Präsidentschaftskandidat sagte:

“Hillary wants to abolish, essentially abolish the Second Amendment. By the way, and if she gets to pick — if she gets to pick her judges, nothing you can do, folks. Although the Second Amendment people, maybe there is, I don’t know.”

Übersetzt heißt das in etwa:

“Hillary will den zweiten Verfassungszusatz abschaffen, wirklich abschaffen. Ganz nebenbei, falls sie es schafft, ihre Richter auszuwählen, kann man nichts dagegen machen, Leute. Andererseits gibt es die Zweite-Verfassungszusatz-Leute, vielleicht ist es das. Ich weiß nicht.”

Der zweite Verfassungszusatz in den USA besagt, dass die Regierung das Recht auf den Besitz und das Tragen von Waffen nicht einschränken darf. Hat Trump nun tatsächlich zu Schüssen auf seine demokratische Gegnerin aufgerufen?

In den sozialen Netzwerken verbreitet sich das Video der Rede wie ein Lauffeuer. Zahlreiche US-Medien (beispielsweise CNN, “Politico“, “Vox” und “The Hill“) haben das Thema aufgegriffen.

Trump-Berater Jason Miller wies die Vorwürfe zurück. Der Kandidat habe die “Zweite-Verfassungszusatz-Leute” als politische Kraft und Inspiration gemeint. Klar ist jedoch: Trump liebt die Provokation. Es wäre nicht das erste Mal, dass er mit einer scheinbar beiläufigen Äußerung Grenzen auslotet und überschreitet. Es ist Teil seines Wahlkampfs, seine Anhänger bewundern ihn dafür.

Via Twitter teilte das Clinton-Lager mit: “Was Trump sagt, ist schlicht gefährlich. Eine Person, die Präsident der Vereinigten Staaten werden möchte, sollte Gewalt in keiner Weise vorschlagen.”

“Die Korrupte und der Irre” – Evan McMullins offener Brief

“Die Korrupte und der Irre”: Was wie der Titel eines Films mit Bud Spencer (RIP) und Terence Hill klingt, ist im wesentlichen die Charakterisierung von Evan McMullin, der seit gestern als unabhängiger, konservativer Kandidat ins Rennen um die Präsidentschaft eingetreten ist.

McMullin hat auf seiner Website heute einen offenen Brief an seine amerikanischen Mitbürger (und potenziellen Wähler veröffentlicht). Darin schildert er seine Vision von Amerika und beschreibt die Gründe für seine Kandidatur. Bemerkenswert sind wie gesagt seine Charakterisierung von Hillary Clinton und Donald Trump.

In Hillary sieht er folgende Charakterzüge:

Hillary Clinton is a corrupt career politician who has recklessly handled classified information in an attempt to avoid accountability and put American lives at risk including those of my former colleagues. She fails the basic tests of judgment and ethics any candidate for President must meet. Moreover, she only offers stale economic ideas like the same old top-down government control that has brought us eight years of historically low growth.

Zu Trump hat er folgendes zu sagen:

Donald Trump appeals to the worst fears of Americans at a time when we need unity, not division. Republicans are deeply divided by a man who is perilously close to gaining the most powerful position in the world, and many rightly see him as a real threat to our Republic. Given his obvious personal instability, putting him in command of our military and nuclear arsenal would be deeply irresponsible. His infatuation with strongmen and demagogues like Vladimir Putin is anathema to American values. We cannot and must not elect him.

Den gesamten Brief könnt ihr hier nachlesen:
https://www.evanmcmullin.com/my_letter_to_america

A Question of Character(s): Hillary vs Trump on Twitter

A combination photo shows U.S. Democratic presidential candidate Hillary Clinton (L) and Republican U.S. presidential candidate Donald Trump (R) in Los Angeles, California on May 5, 2016 and in Eugene, Oregon, U.S. on May 6, 2016 respectively.

By Matthias Lüfkens

The election campaign in the United States is entering its decisive phase. Both candidates are fighting it out on every medium from newspapers to television – and social media is no exception.

So who’s top on Twitter? According to the latest Twiplomacy analysis, Donald Trump is in the lead, at least in terms of followers and engagement.

As of July this year, @realDonaldTrump had 10,267,655 followers, placing him in 177th position among the global Twitterati. If elected tomorrow, he would be the third most followed world leader. (Pope Francis has 30 million followers and India’s Prime Minister Narendra Modi has 20 million.)

With her 7,765,519 followers @HillaryClinton is in 275th position worldwide and would be the fourth most followed world leader.

Both candidates have witnessed exponential growth in the number of their Twitter followers during their respective primaries. According to Twittercounter.com, in late 2015 Trump overtook Clinton in terms of followers. His account is still growing, adding an average of 30,574 new followers per day. The @HillaryClintonaccount, meanwhile, counts 22,086 new followers each day.

Image: Wall Street Journal

Which candidate is more effective?

In terms of efficacy, Donald Trump would seem to outperform Hillary Clinton, since his tweets have been retweeted a total of 12 million times – twice as many as Clinton’s, which have been retweeted 5.5 million times.

Trump has also received 33 million likes for his tweets, almost three times as many as Clinton, who has a total of 12 million likes. Trump averages 5,639 retweets per tweet, compared with 2,154 retweets per tweet for Clinton. It’s not possible to say at this point whether the Trump campaign uses paid promotion to boost its posts.

Donald Trump, who set up his account on 18 March 2009, has sent a total of 32,697 tweets, almost five times as many tweets as Hillary Clinton, who only joined four years later, on 9 April 2013, after leaving the State Department. However, Clinton has been more prolific over the past six months, averaging 18 tweets per day compared with Trump’s 12 tweets per day.

One in every five tweets on the @HillaryClinton account is either a retweet or a quoted tweet, mainly from @TheBriefing2016 and the @HFA campaign accounts. Only 5% of Trump’s tweets are retweets or quoted tweets, including several tweets from his children @EricTrump and @DonaldJTrumpJr.

Do they talk to each other?

Hillary Clinton’s most popular tweet, with more than a million interactions, was her quip at Donald Trump to delete his Twitter account. Donald Trump replied by asking: “How long did it take your staff (…) to think that up”. It became his most popular tweet.

 

However, in general the two opponents do not directly interact with each other on Twitter.

While Hillary Clinton only mentions other Twitter users in every fifth tweet, 92 of the 580 user mentions are for the @realDonaldTrump, more than any other Twitter user mentioned on her account, including @POTUS (81 mentions) and her husband @BillClinton (51 mentions).

Donald Trump’s team, on the other hand, does not mention @HillaryClinton’s Twitter handle. Donald Trump consistently mentions other Twitter users in two-thirds of his tweets, often mentioning his own account @realDonaldTrump (226 mentions), but also @FoxNews (71 mentions), @CNN (52) and Fox News anchor @MegynKelly (42 mentions) for their allegedly biased and unfair reporting.

It remains to be seen which strategy is better: engaging with and mentioning your opponent’s Twitter account or simply ignoring it.

Neither of the two candidates are very conversational on their Twitter channels: Clinton has replied to 16 other users, including a personal message to singer Jennifer Lopez, while Trump has sent 20 @replies, to praise positive contributions and sometimes challenge media reports.

Hashtags wars

Donald Trump includes a hashtag in almost every other tweet, including #Trump2016, used 279 times, and #MakeAmericaGreatAgain, used 186 times. Hillary Clinton is more sparing, using hashtags in only 14% of her tweets; most commonly #DemDebate and #DemTownhall. She has also used hashtags to react to her opponent during the Republican National Convention (#RNCinCLE used 50 times) and the #GOPDebate.

Both candidates make good use of visuals, and both accounts post photos in 17% of their tweets. Clinton posts more videos and animated gifs (one in every six tweets). Only 5% of Trump’s tweets contain a video, and these are often a link to his YouTube channel. He also includes fewer links, with only one in every fifth containing one, while 43% of Clinton’s tweets contain a link, often to her campaign website.

Who is most followed by other world leaders?

Foreign leaders seem to favour Hillary Clinton: 124 heads of state, heads of government and ministers of foreign affairs follow the presidential candidate. Donald Trump, on the other hand, is only followed by 24 of the 800 world leaders on Twitter, including the @IsraeliPM and Ghana’s president @JDMahama. So far, neither Trump nor Clinton have reciprocated and do not follow any other foreign leader on Twitter.

Nationally, Clinton is following the @WhiteHouse, @POTUS and @FLOTUS. These official administration accounts, however, are legally prohibited to follow, endorse or @mention either candidate. Among the 690 Twitter users Clinton follows are her campaign staff as well as her husband @BillClinton and daughter @ChelseaClinton.

It is interesting to note that while President Barack Obama endorsed Hillary Clinton at the Democratic convention he has not mentioned her on the @BarackObama campaign account, which is the most followed account of any world leader (it has 76 million followers).

Donald Trump currently follows only 44 other Twitter accounts, including his different properties (hotels and golf courses), his wife @MelaniaTrump and his children @DonaldJTrumpJr, @IvankaTrump, @EricTrump and @TiffanyATrump.

And finally, it’s somewhat ironic to note that while their parents fight it out on social media, daughters @ChelseaClinton and @IvankaTrump follow each other on Twitter.

About this study

Twiplomacy is an award-winning global study of world leaders on social media, conducted by Burson-Marsteller. The 2016 edition has analysed 2,146 tweets by @realDonaldTrump and 3,198 tweets by @HillaryClinton, sent between 1 February and 27 July 2016. Find out more at @Twiplomacy

This article has been originally published by the World Economic Forum.

Arianna Huffington ist konsequenter als die gesamte Parteiführung der Republikaner. Hier ist der Beweis.

Wenn führende Republikaner nur halb so konsequent im Umgang mit dem Donald wären wie Arianna Huffington, hätte der Schreihals es nicht zur Spitzenkandidatur gebracht.

Strategie: In der zweiten Jahreshälfte 2015 hatte Arianna Huffington entschieden, Artikel über den Donald stehen nicht mehr in der Politik-Sparte, sondern im Entertainment-Bereich zu veröffentlichen. Mit seiner Äusserungen über eine Datenbank für Muslime in den USA, nahm sie diese Entscheidung zurück. Anders als die GOP-Führung gab sie also zu, den Mann unterschätzt zu haben und korrigierte ihre Strategie.

Abbinder: Unter jedem Artikel über den Donald steht der folgende Text:

Editor’s note: Donald Trump regularly incites political violence and is a serial liar, rampant xenophobe, racist, misogynist and birther who has repeatedly pledged to ban all Muslims ― 1.6 billion members of an entire religion ― from entering the U.S.

Twitter: Arianna hat dutzende Tweets abgesetzt, in denen sie Trump kritisiert und gehört auf Twitter viellicht zu seinen schärfsten Kritikern. Als Bonus hat sie hier noch eine Watsch’n für Sarah Palin mit dazu gepackt.

Wir sagen: Nicht schlecht für eine ehemalige Republikanerin.

Cheerleader-in-Chief

“Ich glaube an sie”: Barack Obama und Hillary Clinton in Charlotte.

Hillary Clinton hat im Wahlkampf auf fulminante Art Unterstützung von US-Präsident Barack Obama bekommen. “Ich bin heute hier, weil ich an Hillary Clinton glaube”, sagte Obama bei seiner ersten Kundgebung mit der designierten Präsidentschaftsbewerberin der Demokraten in Charlotte, North Carolina. Nie habe es jemanden gegeben, die für das höchste Staatsamt der USA qualifizierter wäre. Auf Clintons E-Mail-Affäre ging Obama nicht ein.

Clintons Kampagnenteam nutze den Auftritt, um die Webseite der Kandidatin mit einem großen “He’s with her!” (“Er unterstützt sie!”) aufzufrischen. Auch so kann man Erleichterung ausdrücken.

Der Präsident nahm auch Donald Trump, den potenziellen republikanischen Rivalen von Clinton, ins Visier. “Jeder kann twittern, aber niemand weiß, was es tatsächlich erfordert, Präsident zu sein”, sagte Obama. “Selbst die Republikaner wissen nicht, worüber er redet.” Das Publikum jubelte.

Obama zog während seiner Rede rhetorisch alle Register: Als Cheerleader-in-Chief feuerte er das Publikum zu Jubelrufen an und lobte unter anderem Clintons Vertrauenswürdigkeit. Obama weiß: Das ist Clintons größte Schwäche. Umfragen zeigen, dass viele Wähler die Politikerin schlicht für unehrlich halten.

So wollen die Republikaner Trump stoppen

Zwei Republikaner, ein Ziel: Donald Trump (l.) und Ted Cruz wollen US-Präsident werden.

Bei den US-Republikanern macht sich Panik breit. Der Grund ist der Siegeszug von Donald Trump bei den Vorwahlen. Die Präsidentschaftskandidatur ist dem umstrittenen Milliardär kaum mehr zu nehmen. Die Republikaner fürchten sich jedoch davor, den unberechenbaren Trump am 8. November in das Duell mit seiner wahrscheinlichen Gegnerin, der Demokratin Hillary Clinton, zu schicken.

Einflussreiche Republikaner bereiten der “New York Times” zufolge eine Kampagne vor, um Trumps Nominierung noch zu verhindern. Ab dem 5. April, an diesem Tag findet die Vorwahl im Bundesstaat Wisconsin statt, möchten Trumps Rivalen 100 Tage lang auf Delegierte und Mitglieder der Partei einwirken.

Gleichzeitig gibt es Gerüchte über einen Wahlcoup während des Nominierungsparteitags (vom 18. bis zum 21. Juli in Cleveland). Der Plan: Trump soll mit einer ”Contested Convention” (auch “Brokered Convention”) schachmatt gesetzt werden. Der 69-Jährige braucht in Cleveland 1237 Stimmen zur Nominierung. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass er dieses Ziel erreichen wird (hier der aktuelle Stand der Delegiertenzahl).

Sollte er jedoch scheitern, ist eine Kampfabstimmung die Folge - zuletzt war das bei den Republikanern 1948 der Fall. Mit jedem Wahlgang sinkt die Anzahl der Delegierten, die an ihren Kandidaten gebunden sind. (Die “New York Times” und CNN erklären das Prozedere auf ihren Webseiten.)

Sollte es tatsächlich so kommen, werden Trumps Gegner (aktuell sind das der texanische Senator Ted Cruz und Ohios Gouverneur John Casich) versuchen, die Delegierten für sich zu gewinnen. Gleichzeitig könnte aber auch ein neuer Bewerber zum Zug kommen. Ex-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney und der Sprecher des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, gelten als mögliche Retter in der Not.

“Ich werde es nicht sein. Es sollte jemand sein, der kandidiert”, sagte Ryan der “Washington Post” zufolge. Ein klares Dementi? Es darf gezweifelt werden. “Wenn ein Politiker etwas sagt, gibt es oft mehr als einen Weg, das zu interpretieren”, so die Tageszeitung. Ryan weiß: Eine ”Contested Convention” hat die Kraft, die Republikanische Partei zu zerreißen.

Trumps Kommentar: gewohnt brachial. “Ich denke, es würde zu Aufständen kommen.”