Ein Trump-Tweet – und seine Geschichte

“Nicht mein Feind”: Tweet von Donald Trump. (Bild: Twitter/@realDonaldTrump)

Am Freitagabend (Ortszeit) verschickte Donald Trump einen Tweet. Erst einmal nicht ungewöhnlich. ”Feind des amerikanischen Volkes”, “krank”, “unehrlich”: Mit diesen Beschimpfungen reagierte der US-Präsident auf die jüngsten Enthüllungen zahlreicher US-Medien. Auch nicht ungewöhnlich. (Leider.)

Die ”Fake-News-Medien” seien “nicht mein Feind, sie sind der Feind des amerikanischen Volkes”, twitterte Trump. Seine Kritik bezog er auf die Tageszeitung “New York Times” sowie die TV-Sender CNN, NBCNews, ABC und CBS.

In einem ersten Tweet hatte Trump seinen Vorwurf gegen die “New York Times”, CNN, NBC “und viele mehr” gerichtet und ihn mit dem Wort “KRANK!” beendet. Diesen Eintrag löschte er aber wieder.

Die vollständige Geschichte bei “Mother Jones“.

Der republikanische Senator John McCain, ein erklärter Gegner des Staatschefs, verteidigte die freie Presse. “So machen sich Diktatoren ans Werk”, sagte er bei “Meet the Press with Chuck Todd”.

So traurig! Trumps erste PK nach Wahl. Kaum Antworten & nur Streit. TOTAL ÜBERSCHÄTZT! UNGEEIGNET!

“Unsinn”: Donald Trump während der Pressekonferenz. (Bild: YouTube/New York Times)

Auch wir bei “Amerika wählt” wissen nicht, was an den massiven und unbewiesenen Vorwürfen gegen Donald Trump dran ist. Es wäre schön, wenn es anders wäre. Aber so ist es nun einmal. Kurz zur Erinnerung: US-Medienberichten zufolge soll Russland pikante Informationen über Trump gesammelt habe. Es geht, na klar, um Sex und Geld.

In den Memos, über die es angeblich eine zwei Seiten lange Zusammenfassung bei den US-amerikanischen Geheimdiensten gibt, soll es um Vorwürfe im Zusammenhang mit Moskauer Prostituierten im Jahr 2013 gehen. Auch sollen sie Informationen zu Trumps geschäftlichen Beziehungen nach Russland enthalten.

Zunächst dementierte Moskau die Vorwürfe, wenig später zog Trump auf einer denkwürdigen Pressekonferenz in New York nach. Die Berichte seien “Unsinn”, sagte Trump. “Das sind alles Falschnachrichten, es ist alles erfundenes Zeug, es ist nicht passiert.” Zuvor hatte er sich via Twitter geäußert. Dort nannte er die Inhalte “Falschinformationen – eine totale politische Hexenjagd.” Er fragte: “Leben wir eigentlich in Nazi-Deutschland?”.

Ob die Vorwürfe stimmen, ist offen. Trumps Verärgerung ist daher nachvollziehbar. Trotzdem wirft der Auftritt zahlreiche Fragen auf.

So bezeichnete Trump die Online-Plattform BuzzFeed als “einen versagenden Haufen Müll”. BuzzFeed werde die Folgen der Berichterstattung bald zu spüren bekommen. Zum CNN-Reporter Jim Acosta sagte der Republikaner nach einem hitzigen Wortgefecht: “Du bist Fake-News.”

Auch seine Steuererklärung will der 70-Jährige nicht veröffentlichen. Außer Reportern interessiere sich niemand dafür. “Und die US-Bevölkerung?”, fragte eine Journalistin. Trump antwortete, der 8. November habe gezeigt, dass es den Amerikanern egal sei. “Ich wurde ja gewählt.”

Seine Meinung zu den Hackerangriffen während des Präsidentschaftswahlkampfes hat Trump dagegen geändert. “Ich denke, es war Russland.” Bislang bezeichnete er diese Möglichkeit als zweifelhafte Einschätzung der US-Geheimdienste.

Was bleibt als Fazit? Wenige Tage vor der Vereidigung hat Trump seine Rolle als Reality-TV-Star noch nicht abgelegt, er befindet sich weiterhin im Wahlkampf-Modus. Er tritt aggressiv auf, beleidigt und droht. Auf Kritik reagiert er dünnhäutig und mit falschen Behauptungen – das verdeutlichte auch seine Twitter-Tirade nach Meryl Streeps gefeierter Anti-Trump-Rede bei den “Golden Globes”.

Trumps Selbstbewusstsein hat übrigens nicht gelitten – sämtlichen Anschuldigungen und jeglicher Kritik zum Trotz: “Ich werde der größte Job-Präsident sein, den Gott je geschaffen hat.”

Obama: “Ich wäre nochmals gewählt worden”

Barack und Michelle Obama nach dem Wahlsieg 2012 (Bild: Flickr/Pete Souza/White House)

Maximal zwei Amtszeiten, dann ist Schluss: Der US-Verfassung zufolge darf ein Präsident nur zwei Amtszeiten von jeweils vier Jahren übernehmen. Diese verfassungsrechtliche Begrenzung wurde 1947 vom Kongress eingebracht und 1951 von der Mehrheit der Bundesstaaten beschlossen.

Wörtlich heißt es im 22. Zusatzartikel der Verfassung: “Niemand darf mehr als zweimal zum Präsidenten gewählt werden. Niemand, der länger als zwei Jahre der Amtszeit, für die eine andere Person zum Präsidenten gewählt worden war, das Amt des Präsidenten innehatte oder dessen Geschäfte wahrnahm, darf mehr als einmal in das Amt des Präsidenten gewählt werden.“

Präsident Barack Obama ist überzeugt, dass er bei einer erneuten Kandidatur für eine dritte Amtszeit gewählt worden wäre. Die Mehrheit der Menschen stehe weiter hinter seiner politischen Vision, sagte Obama in einem vom Fernsehsender CNN und der Universität von Chicago veröffentlichten Podcast.

“Ich glaube an diese Vision, weil ich daran glaube, dass ich, wenn ich nochmals kandidiert und sie vertreten hätte, die Mehrheit der Amerikaner dafür hätte mobilisieren können, sich hinter ihr zu vereinen”, so Obama in dem Interview zu seinem Ex-Berater David Axelrod.

Die Realität sieht bekanntlich anders aus: Obama übergibt sein Amt am 20. Januar an Donald Trump. Der designierte Staatschef reagierte, na klar, auf Twitter auf Obamas Aussage. Trump: „Präsident Obama hat gesagt, dass er denkt, er hätte gegen mich gewonnen. Auf keinen Fall!“

War klar! Trump reklamiert Pence-Sieg für sich

“Das war mein Urteilsvermögen”: Donald Trump während seiner Rede in Nevada.

Im US-Präsidentschaftswahlkampf haben sich die beiden Vizekandidaten einen hitzigen Schlagabtausch geliefert. Der Republikaner Mike Pence überzeugte bei dem einzigen TV-Duell der beiden Stellvertreter mit einem präsidialeren Ton. Der Demokrat Tim Kaine trat  aggressiver auf, wirkte aber oft ungeduldig. Eine CNN-Blitzumfrage sah Pence mit 48 Prozent vorne (Kaine: 42 Prozent).

In US-Medien herrschte Einigkeit darüber, dass Pence den besseren Auftritt hinlegte. So meinte die “Washington Post”, er habe zu bemüht gewirkt.

Und Donald Trump? Der Präsidentschaftskandidat der Republikaner lobte seinen Mitstreiter – und sich selbst gleich mit. ”Mike Pence hat einen unglaublichen Job gemacht. Ich habe viel Lob bekommen, weil das ist meine erste sogenannte Wahl war”, sagte er bei einer Kundgebung in Nevada. “Ich gehe davon aus, dass Mike den höchsten Sieg in der Geschichte der Vizepräsidentschafts-Debatten eingefahren hat.” Amerika sei in der Lage gewesen, aus unmittelbarer Nähe Trumps Urteilsvermögen sehen. “Und das war mein Urteilsvermögen.”

Noch Fragen?

Schüsse auf Clinton? Trump-Rede sorgt für Eklat

“Es gibt die Zweite-Verfassungszusatz-Leute”: Donald Trump während seiner Rede.

Es ist der nächste Eklat im US-Wahlkampf: Während einer Rede in Wilmington (US-Bundesstaat North Carolina) hat Donald Trump indirekt Schüsse auf seine Rivalin Hillary Clinton angedeutet. Der republikanische Präsidentschaftskandidat sagte:

“Hillary wants to abolish, essentially abolish the Second Amendment. By the way, and if she gets to pick — if she gets to pick her judges, nothing you can do, folks. Although the Second Amendment people, maybe there is, I don’t know.”

Übersetzt heißt das in etwa:

“Hillary will den zweiten Verfassungszusatz abschaffen, wirklich abschaffen. Ganz nebenbei, falls sie es schafft, ihre Richter auszuwählen, kann man nichts dagegen machen, Leute. Andererseits gibt es die Zweite-Verfassungszusatz-Leute, vielleicht ist es das. Ich weiß nicht.”

Der zweite Verfassungszusatz in den USA besagt, dass die Regierung das Recht auf den Besitz und das Tragen von Waffen nicht einschränken darf. Hat Trump nun tatsächlich zu Schüssen auf seine demokratische Gegnerin aufgerufen?

In den sozialen Netzwerken verbreitet sich das Video der Rede wie ein Lauffeuer. Zahlreiche US-Medien (beispielsweise CNN, “Politico“, “Vox” und “The Hill“) haben das Thema aufgegriffen.

Trump-Berater Jason Miller wies die Vorwürfe zurück. Der Kandidat habe die “Zweite-Verfassungszusatz-Leute” als politische Kraft und Inspiration gemeint. Klar ist jedoch: Trump liebt die Provokation. Es wäre nicht das erste Mal, dass er mit einer scheinbar beiläufigen Äußerung Grenzen auslotet und überschreitet. Es ist Teil seines Wahlkampfs, seine Anhänger bewundern ihn dafür.

Via Twitter teilte das Clinton-Lager mit: “Was Trump sagt, ist schlicht gefährlich. Eine Person, die Präsident der Vereinigten Staaten werden möchte, sollte Gewalt in keiner Weise vorschlagen.”

So wollen die Republikaner Trump stoppen

Zwei Republikaner, ein Ziel: Donald Trump (l.) und Ted Cruz wollen US-Präsident werden.

Bei den US-Republikanern macht sich Panik breit. Der Grund ist der Siegeszug von Donald Trump bei den Vorwahlen. Die Präsidentschaftskandidatur ist dem umstrittenen Milliardär kaum mehr zu nehmen. Die Republikaner fürchten sich jedoch davor, den unberechenbaren Trump am 8. November in das Duell mit seiner wahrscheinlichen Gegnerin, der Demokratin Hillary Clinton, zu schicken.

Einflussreiche Republikaner bereiten der “New York Times” zufolge eine Kampagne vor, um Trumps Nominierung noch zu verhindern. Ab dem 5. April, an diesem Tag findet die Vorwahl im Bundesstaat Wisconsin statt, möchten Trumps Rivalen 100 Tage lang auf Delegierte und Mitglieder der Partei einwirken.

Gleichzeitig gibt es Gerüchte über einen Wahlcoup während des Nominierungsparteitags (vom 18. bis zum 21. Juli in Cleveland). Der Plan: Trump soll mit einer ”Contested Convention” (auch “Brokered Convention”) schachmatt gesetzt werden. Der 69-Jährige braucht in Cleveland 1237 Stimmen zur Nominierung. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass er dieses Ziel erreichen wird (hier der aktuelle Stand der Delegiertenzahl).

Sollte er jedoch scheitern, ist eine Kampfabstimmung die Folge - zuletzt war das bei den Republikanern 1948 der Fall. Mit jedem Wahlgang sinkt die Anzahl der Delegierten, die an ihren Kandidaten gebunden sind. (Die “New York Times” und CNN erklären das Prozedere auf ihren Webseiten.)

Sollte es tatsächlich so kommen, werden Trumps Gegner (aktuell sind das der texanische Senator Ted Cruz und Ohios Gouverneur John Casich) versuchen, die Delegierten für sich zu gewinnen. Gleichzeitig könnte aber auch ein neuer Bewerber zum Zug kommen. Ex-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney und der Sprecher des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, gelten als mögliche Retter in der Not.

“Ich werde es nicht sein. Es sollte jemand sein, der kandidiert”, sagte Ryan der “Washington Post” zufolge. Ein klares Dementi? Es darf gezweifelt werden. “Wenn ein Politiker etwas sagt, gibt es oft mehr als einen Weg, das zu interpretieren”, so die Tageszeitung. Ryan weiß: Eine ”Contested Convention” hat die Kraft, die Republikanische Partei zu zerreißen.

Trumps Kommentar: gewohnt brachial. “Ich denke, es würde zu Aufständen kommen.”

“Fassen Sie meine Freundin nicht an!”

Schwierige Dreiecksbeziehung: US-Prasident Barack Obama (M.) in Chicago.

Sogar Barack Obama muss es mit eifersüchtigen Männern aufnehmen. Bereits am Montag gab der US-Präsident in seiner Heimatstadt Chicago (Bundesstaat Illinois) seine Stimme für die am 4. November anstehenden Zwischenwahlen ab. Dabei traf er auf Aia Cooper und ihren Verlobten Mike Jones. Dieser ließ es sich nicht nehmen, Obama zu warnen: “Mr. President, fassen Sie meine Freundin nicht an.” Cooper war peinlich berührt, Obama selbst reagierte gelassen. Am Ende gab es, das war klar, ein Küsschen für Cooper. “Jetzt ist er richtig eifersüchtig”, sagte Obama.

Hier das amüsante Video:

Kleine Geste, großer Streit

US-Präsident Barack Obama (M.) beim Aussteigen aus “Marine One”

Es ist lediglich ein kleines Ritual. Ein Wimpernschlag genügt, um es zu verpassen – und doch ist es weltbekannt. Wenn der US-Präsident in ein Flugzeug oder in einen Hubschrauber ein oder-aussteigt, stehen Marines bereit und salutieren. Dem Protokoll zufolge führt der Staatschef und Oberste Befehlshaber ebenfalls die Hand zur Stirn. Im Handbuch der US-Navy steht, dass die von Ronald Reagan eingeführte Geste die “wichtigste aller militärischen Gepflogenheiten“ sei.

Ausgerechnet diese fast alltägliche Routine wurde Barack Obama jetzt zum Verhängnis. Am Dienstag landete der Demokrat mit seinem Hubschrauber “Marine One” in New York. Beim Aussteigen hatte er jedoch einen Kaffeebecher in der rechten Hand. Also führte er diesen ebenfalls in Richtung Stirn und stapfte dann lässig mit Sonnenbrille weiter. In den sozialen Netzwerken sorgte der vom Weißen Haus auf Instagram veröffentlichte Clip für Unmut.

“Warte – hat Präsident Obama eben den Marines mit einem LATTE in seiner Hand salutiert?!”, schrieb etwa das Republikanische Kongresskomitee auf Twitter. Im Anschluss setzte das NRCC seine Nachrichten mit dem Hashtag #LatteSalute ab. Andere Twitter-Nutzer nannten die Geste “unglaublich respektlos”. Sarah Palin, einstige Ikone der “Tea Party”, reagierte blitzschnell und entschuldigte sich (scheinbar für die Konservativen) auf Facebook beim US-Militär.

“Moment mal, wie despektierlich war das denn”, sagte Karl Rove, einstiger “Spin Doctor” der Republikaner, zum TV-Sender Fox News. Auch die “New York Times“, die “Washington Post” und die Politik-Webseite “Politico” griffen den Streit um den “Latte Salute” beziehungsweise den “Starbucks Salute” auf. Mittlerweile existiert auf Twitter sogar ein eigener Satire-Account.

Bush salutierte mit Hund auf dem Arm

Für den ohnehin unbeliebten Präsidenten kommen die Diskussionen um den “Latte Salute” zur Unzeit. Sechs Wochen vor den Zwischenwahlen am 4. November sind das Weiße Haus und Obamas Demokraten dringend auf gute Nachrichten angewiesen. Die Republikaner dürften daher versuchen, den Pappbecher-Streit weiter anzuheizen.

Dem TV-Sender CNN zufolge gibt es bei dem militärischen Gruß eine Empfehlung, was zu tun ist, wenn die Hände nicht frei sind: einfach nicht salutieren. Obama ist übrigens nicht der erste US-Präsident, dem die Geste gründlich misslingt. Sein Vorgänger George W. Bush versuchte 2001, mit seinem Hund auf dem Arm zu salutieren.

Viel Lärm um die Noch-Nicht-Kandidatin

 

Wir haben es getan. Wir werden es wieder tun. Viel wichtiger ist aber, dass nahezu alle US-Medien es auch tun. Nämlich über jeden Auftritt von Hillary Clinton zu berichten und sei der Nachrichtenwert auch noch so gering.

Peter Hamby, langjähriger Politikjournalist in Diensten von CNN, hat sich jetzt mit diesem Phänomen auseinandergesetzt. Er beschreibt Szenen aus Iowa, wo Hillary und Bill Clinton zum Steak essen zu Gast waren. Über 200 Journalisten seien über Tage vor Ort gewesen, um alle die selben O-Töne und Bilder einzufangen, während zahllose politische Themen von Immigration bis Ebola kaum Aufmerksamkeit fanden.

Hamby, der schon mit seiner Frage “Did Twitter kill the Boys on the Bus” eine Diskussion um professionelles journalistisches Arbeiten während der Präsidentschaftswahlen auslöste, spricht von einem “Madcap Media Mob”, also einer verrückten Medienmeute.

Es hat schon Züge von Slapstick, wenn Fotografen von Leitern fallen und Reporter von schwenkenden TV-Kameras von den Füßen geholt werden. Vor allem aber ist es eine Herausforderung sowohl für die Journalisten als auch für die Wahlkampfmanager.

Wie kann man eine Kampagne organisieren, die schon 2 Jahre vor den Wahlen einen derartigen medialen Rummel auslöst. Wie kann man ausreichend handfesten “content” anbieten, der die immer hungrige Meute in diesem “atomized and hyperactive social news environment” zufriedenstellt?  Zur Erinnerung: Hillary Clinton hat noch nicht einmal offiziell bekannt gegeben, dass sie antreten wird. Wie kann man andererseits über eine Kampagne mit der nötigen Distanz berichten, wenn der Konkurrenzdruck um Soundbites und Interviews so groß ist?

Peter Hamby eine Idee. Er will seine nächste Recherchereise an einen Ort unternehmen, an dem ganz gewiss keine anderer Journalist ist.

Photo Credit: <a href=”https://www.flickr.com/photos/71336401@N00/2286380499/”>mattscoggin</a> via <a href=”http://compfight.com”>Compfight</a> <a href=”https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/”>cc</a>

Carney und McCain zoffen sich bei CNN

Bleiben wohl Gegner: Jay Carney (l.) und John McCain.

Im Juni teilte Jay Carney mit, sein Amt als Sprecher von US-Präsident Barack Obama aufzugeben. Nun ist der ehemalige “Time”-Journalist zurück in der politischen Arena. CNN gab bekannt, dass Carney zukünftig als Kommentator für den TV-Sender arbeiten werde. ”Ich bin begeistert, mich CNN in einer Zeit anschließen zu können, in der in der Nation und in der Welt so viel passiert”, teilte der 49-Jährige mit. Seinen ersten Auftritt hatte Carney am Mittwochabend (Ortszeit), als er Obamas Rede an die Nation analysierte.

Der zugeschaltete Senator John McCain ist von Carneys Seitenwechsel wohl nicht überzeugt. Der Republikaner lieferte sich mit dem einstigen Regierungssprecher ein aggressives Wortduell. Hier das Video:

Deutsche Medien bloggen los

von Adrian Rosenthal

Wir haben in unserer Blogroll ja bereits einige deutsche Blogs, die sich mit dem US-Wahlkampf beschäftigen, aufgezählt. In den letzten Tagen sind aber noch eine stattliche Anzahl von Blogs dazu gekommen – denn die deutschen Medien aus Print, TV und Radio haben Blogs anscheinend nun auch als ädaquates Mittel der Berichterstattung zum US-Wahlkampf entdeckt. Werfen wir dich mal einen kurzen Blick darauf, was die Medien hier so treiben.

  • SWR & MDR // Amerika wählt: Wer wird der nächste Präsident: Seit dem 26. August berichten die Hörfunk-Korrespondentinnen Sabrina Fritz (SWR) und Silke Hasselmann (MDR) direkt aus Washington über den US-Wahlkampf. Pluspunkte gibt es eindeutig für den Namen. Obwohl ich mir ziemlich sicher bin, diesen schon irgendwo einmal gehört zu haben. Die beiden Hörfunk-Korrespondentinnen berichten sehr regelmäßig, gespickt mit persönlichen Eindrücken, Hörfunk-Reportagen werden auch eingebunden. Ein paar Abzüge in der B-Note gibt es bei der Umsetzung. Manch ein Post ist kursiv gehalten, bei anderen der Text zentriert. Fotos werden irgendwie wahllos eingebunden, mal groß, mal klein, mal nur als Thumbnail, rechtsbündig, linksbündig, zentriert. Das stört bei der Ansicht ein bisschen. Und was die Verbreitung angeht, mit der die beiden Autorinnen anscheinend noch hadern: Mit der “Technik” zuhause in Deutschland, die man fragen will, hat das nichts zu tun. Eher mit Vernetzung und anderen Aspekten, die bisher noch viel zu kurz kommen.
  • Die Welt / CNN / n-tv // Kampf ums Weiße Haus: Zwei Tage vorher, am 24. August, haben verschiedene Autoren der Troika aus Die Welt, CNN und n-tv angefangen, ein Gemeinschafstblog zu schreiben. Vom  Design her ansprechend konzentrieren sich die Autoren auf Analysen und Kommentare, die gut zu lesen sind. Leider wird das Blog aber anscheinend aber irgendwie nur als Verlängerung der bereits bestehenden Auftritte gesehen. Von Interaktivität keine Spur, von Multimedia auch nicht. In allen Post befinden sich insgesamt ein Bild (als Thumbnail) sowie ein externer Link. Vernetzung mit anderen Akteuren gibt es ebenso nicht. Die Möglichkeiten des Internets werden so kaum genutzt.
  • Frankfurter Rundschau // Countdown für Obama: Gestartet am 20. Juli 2012 bloggen hier US-Korrespondent Damir Fras, seine Vorgängerin in Washington Olivia Schoeller sowie Danile Haufler aus dem Ressort Meinung. In sehr regelmäßigen, ausführlichen Beiträgen unter Mitnahme von reichlich Videomaterial. Und sogar Chuck Norris taucht auf. Allerdings ist das Blog eher ein Mash-Up, denn das Blog ist komplett in den Internetauftritt der FR integriert und daher als solches kaum zu erkennen, vor allem da auch die einzelnen Blog-Posts von der Aufmachung identisch mit normalen Artikeln auf der Webseite sind. Zudem  werden im Blog genauso Artikel gefeatured, die die Autoren für andere Teile der Webseite geschrieben haben.
  • Kleine Zeitung (Österreich) // Countdown für Obama: Jaja, das ist der gleiche Name. Denn Damir Fras ist gleichzeitig auch der US-Korrespondent der Kleinen Zeitung. Hier bloggt Fras aber schon seit März 2012, die Beiträge doppeln sich auch nicht mit denen bei der FR. Und diesmal ist es kein Mashu-Up mit der Webseite, sondern ein richtiges WordPress-Blog.
  • Luxemburger Wort // Spang’s Spin: Hier bloggt Michael Span ausgestattet mit der “Vor-Ort-Erfahrung von drei Präsidentschaftswahlkämpfen”. Er verspricht Alltags-Eindrücke, Fotos, interessante Links. Davon ist aber leider bisher noch nicht viel zu sehen. Die Fotos beschränken sich auf eine Auswahl aus dem Fundus von AFP, interessante Links gibt es bisher auch eher weniger. Dafür gibt es das gleiche Blog gleich noch bei der Saarbrücker Zeitung, bei den Stuttgarter Nachrichten oder in den Blättern des Waiblinger Zeitungsverlags. Dabei werden die Nachrichten recycelt. Syndicated Content ick hör dir trapsen. Ich bin gespannt, was noch von der Vor-Ort-Berichterstattung kommt. Bisher aber eher weniger Blog denn normale Artikel, die so auch auf jeder Nachrichtenseite stehen könnten.
  • Zeit Online // US-Wahlblog: Zwar komplett in den Internetauftritt der Zeit eingebettet, aber trotzdem gut als Blog wahrnehmbar. Das liegt nicht nur an einer schönen, ausführlichen Blogroll. Starker Fokus auf Digitalthemen, die gut aufbereit werden. Der erste Beitrag datiert vom 30. Juni, das Blog ist also schon seit ein paar Monaten am Start und hat sich mit vielen Kommentaren gut etabliert (wobei die Einbettung in zeit.de sicherlich hilft). Gefällt mir gut, vor allem auch mit Hinblick auf die Themenauswahl.
  • Süddeutsche Zeitung // US-Wahlblog: Wie das gleichnamige Blog von Zeit Online gut gemacht, sowohl mit Blick auf Inhalt als auch auf Design. Schon seit Februar 2012 online und damit quasi schon der Elder Statesman unter den US-Wahlblogs der deutschen Medien.
  • Handelsblatt // State of the Union: Seit dem 25. August berichten Astrid Dörner und Nils Rüdel über den US-Wahlkampf. Gut aufgemachter WordPress-Blog, das Design überzeugt, der Content auch. Mit Georg Watzlawek hat das Handelsblatt zudem einen Mitarbeiter in ihren Reihen, der schon 2008 mit seinem eigenen Blog zum US-Wahlkampf online war und auch dieses Jahr wieder loslegt.
  • taz // US-Wahlen 2012: Seit Ende Juli bloggen hier vier taz-Korrespondenten aus den USA. Hier wird endlich mal nicht nur auf die New York Times oder RealClearPolicits hingwiesen und aus deren Berichten zitiert, sondern eben auch auf Seiten wir The Crowdwire oder BuzzFeed verlinkt. Und damit der Kosmos der klassischen bzw. schon etablierten Medien für ein paar Moment verlassen.

Auffallend ist vor allem, dass bis auf das Wahlblog der Süddeutschen keines der oben erwähnten Blogs eine Blogroll hat (bzw. eine Blogroll, die nicht nur die anderen Blogs des jeweiligen Mediums erwähnt). Das ist ziemlich schade, es gibt bisher kaum Vernetzung und zum Teil wenig bis gar keine Ineraktivität. Blogs sind aber auch Teil des Social Web. Aber trotzdem ist es sehr zu begrüßen, dass jetzt Blogs als Ergänzung zur Berichterstattung gelaunched werden. Da viele der genannten Blogs ja erst seit ein paar Wochen existieren, kann sich hier ja auch noch einiges tun. Wir gucken auf jeden Fall zu und diskutieren mit.

PS: Falls ich hier Blogs vergessen habe… immer her mit den Links!

Obamas Chancen steigen weiter

Während die Republikaner weiterhin im Kandidaten-Limbo feststecken, scheinen sich für Obama immer mehr Weichen in Richtung Wiederwahl zu stellen. Bereits kurz nach dem Tod von Osama bin Landen häuften sich die Medienberichte, dass die zweite Obama-Amtszeit nun sicher sei. Was zunächst  übereilt schien, lässt sich nun in ersten Umfragen wiederfinden.

Kaum zurück von seiner Europareise, attestiert eine CNN-Umfrage Obama eine steigende Zustimmung bei der US-Bevölkerung. 54% der Amerikaner seien demnach zufrieden mit ihrem Präsidenten. Vor allem die außen- und sicherheitspolitischen Aktionen des Präsidenten sollen für die Positivwende der Umfragewerte sorgen. Dank steigender Umfragewerte und republikanischem Schaulaufen potentieller Kandidaten, kann das Team rund um Obama zumindest im Augenblick recht optimistisch in Richtung 2012 blicken.