Obama und die sieben Mandeln

Scheidender US-Präsident: Im Januar 2017 endet Barack Obamas Amtszeit.

Eines ist klar: Als US-Präsident kann man reguläre Arbeitszeiten getrost vergessen. Ein Nine-to-Five-Job im Oval Office? Eher nicht. Für den aktuellen Amtsinhaber Barack Obama gilt das offenbar ganz besonders. Denn für den im Januar 2017 scheidenden Staatschef endet der Arbeitstag nicht am frühen Abend, wenn er mit seiner Familie meist gegen halb sieben zu Abend isst.

Einem Bericht der “New York Times” (NYT) zufolge arbeitet Obama oft bis tief in die Nacht. Der 54-Jährige sehe diese Zeitspanne, die oft erst gegen 2 Uhr morgens endet, als essentiell für seine politisches Schaffen an.

Der Artikel, verfasst von Michael D. Shear, dem NYT-Korrespondenten im Weißen Haus, beschreibt ausführlich, was Obama in den vergangenen siebeneinhalb Jahren nachts im Weißen Haus getan hat. Shear streift dabei auch Obamas Ernährungsgewohnheiten. Dieser gönne sich abends als Abwechslung exakt sieben leicht gesalzene Mandeln. Als Quelle fungiert der ehemalige Koch der Obamas, Sam Kass.

“Die Nacht hat etwas Spezielles”

Obama schätze die Einsamkeit der Nacht und unterscheide sich damit von seinen Amtsvorgängern. George W. Bush machte nie einen Hehl daraus, bereits um 22 Uhr ins Bett zu gehen. Bill Clinton dagegen nutzte die späten Stunden um, na klar, lange Telefongespräche zu führen.

Neben dem Lesen von Papieren und Briefen sei es für Obama besonders wichtig, Reden vorzubereiten. Shear zufolge verbringt der Demokrat regelmäßig Stunden mit seinen Beratern, um wichtige Auftritte vorzubereiten. Diese Treffen endeten oft am frühen Morgen. ”Die Nacht hat etwas Spezielles”, sagte Obamas Chefredenschreiber Cody Keenan der NYT. Das Weiße Haus sei dann kleiner und lasse einen besser denken.

Doch offenbar hat selbst der ansonsten so strebsame Obama ab und an Lust auf Ablenkung. Und dann? Dann tut er Dinge, die viele andere auch tun. Hoch im Kurs stehen offenbar Spiele auf dem iPad und Sport im Fernsehen. Herrlich normal.

Die Lehren aus der Vorwahl in Iowa

Schlechter Start: Bei der Vorwahl in Iowa landete Donald Trump nur auf Platz zwei.

1. Trump kann tatsächlich verlieren   

Loser, Versager, Underperformer: Natürlich kennt Donald Trump diese Wörter. Allerdings hat er sie bislang nur dazu benutzt, um politische Gegner und Rivalen zu diffamieren. Nun ist Trump jedoch selbst zum Loser geworden. Die ersten Präsidentschafts-Vorwahlen verlor er krachend. Im Bundesstaat Iowa zog sein republikanischer Konkurrent Ted Cruz locker davon. Der Sieg des 45-jährigen Senators aus Texas ist ein schwerer Schlag für Trump, der das Bewerberfeld seit Monaten anführt. Er machte schnell klar, wer für sein schlechtes Abschneiden verantwortlich ist: die Medien.

Kurz nach der Wahl verbreitete sich ein Tweet von Trump aus dem Juni 2014 wie ein Lauffeuer im Internet. “Keiner erinnert sich daran, wer als Zweiter ankam”, zitierte der umstrittene Milliardär den legendären US-Golfer Walter Hagen.

2. Nach der Wahl ist vor der Wahl

Der Ausgang der Vorwahl ist für den selbstbewussten Trump schmerzhaft. Doch der 69-Jährige weiß, dass Iowa nur der Auftakt zu einem Wahlmarathon war, der erst im Juni enden wird. In der Politik ist das eine Ewigkeit. Schon am 9. Februar geht es, “You betcha!“, in New Hampshire weiter. Trump hat genügend Zeit für ein Comeback – die Umfragen dürften ihm Mut machen. Dazu kommt: Iowa ist kein Spiegelbild der USA. Der Bundesstaat ist weißer, ländlicher und konservativer als das übrige Land. Zur Erinnerung: 2008 gewann Mike Huckabee in Iowa, 2012 Rick Santorum. Beiden Republikanern gelang es nicht, genügend Stimmen für die Nominierung zu bekommen.

3. Der wahre Sieger ist Rubio

Marco Rubio landete in Iowa zwar nur auf dem dritten Platz, jedoch fuhr er ein starkes Ergebnis ein. Fast hätte der Senator aus Florida seinen Rivalen Trump überholt. “Wir haben den ersten Schritt unternommen, aber einen wichtigen Schritt, um die Nominierung zu gewinnen”, erklärte Rubio bei einer Kundgebung in Des Moines. Sein Ergebnis dürfte bei den Republikanern für Erleichterung sorgen. Der 44-Jährige ist unter dem Spitzentrio der einzige Politiker, der moderat genug auftritt, um bei der eigentlichen Präsidentschaftswahl am 8. November eine Mehrheit der Wähler von sich überzeugen zu können.

Auf seiner Webseite findet sich bereits der Begriff “Marcomentum”, eine Mischung aus Rubios Vornamen und dem Begriff Momentum, also dem Entstehen einer immer größer werdenden Bewegung, also eines politischen Siegeszugs. 2008 gelang dies beispielsweise einem jungen demokratischen Senator aus Illinois. Sein Name: Barack Obama. Rubios Chancen auf Unterstützung durch prominente Wahlkampfhelfer und Großspenden dürften nach der Wahl in Iowa steigen.

4. Sanders “Revolution” geht weiter

Bei den Demokraten lieferten die sich Favoritin Hillary Clinton und ihr Rivale Bernie Sanders ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Clinton gewann zwar, jedoch blieb unter dem Strich ein hauchdünner Vorsprung von gerade einmal 0,3 Prozentpunkten. Bei den Demokraten ist der Wahlkampf zwischen Clinton und Sanders noch lange nicht vorbei. ”Die politische Revolution hat gerade erst begonnen”, hieß es auf der Facebook-Seite des Senators aus Vermont.

5. Clintons knapper Sieg überrascht

Die ehemalige Außenministerin hat einen steinigen Weg vor sich. Schon wieder. Die Vorwahlen im Jahr 2008 entwickelten sich für Clinton zum Albtraum. In ihrer Kampagne präsentierte sie sich bereits als designierte Kandidatin. Nach einem dramatischen Wahlkampf konnte sich Obama die Nominierung sichern. Acht Jahre später hatte Clinton  genügend Zeit, ihre Kampagne vorzubereiten. Gemeinsam mit Ehemann Bill verfügt die 68-Jährige über das wohl einflussreichste Netzwerk in der US-Politik. Geldsorgen muss sich Clinton dank kräftiger Unterstützung aus der Finanzbranche keine machen. Ihr knapper Sieg überrascht daher umso mehr.

6. Die Favoritin hat ein Problem mit Liberalen 

Nach der Wahl trat Clinton erkennbar gefrustet vor die Kameras. Lautstark sprach sie von einem “Wettkampf der Ideen” und bezeichnete sich als Reformerin und progressive Politikerin. Das zeigt: Clintons Kampagne droht eine Zerreißprobe. Einerseits will sich die Demokratin als pragmatische Alternative zu Sanders präsentieren, die Probleme aufgrund ihrer Erfahrung lösen kann. Doch die Basis ist unzufrieden und fordert frische Ideen. Sanders kann diese Sehnsucht mit seinen radikalen Forderungen befriedigen. Zieht Clinton nun nach und versucht sich als linke Populistin? Zuletzt attackierte sie bereits die Pharma- sowie die Finanzbranche und beklagte die soziale Ungleichheit in den USA.

7. Sanders baut auf die Jungen

Umfragen zeigen, dass vor allem Wähler unter 30 Jahren den 74-jährigen Sanders unterstützen. Clinton dagegen rekrutiert die meisten ihrer Fürsprecher aus dem Lager der 45- bis 64-Jährigen. Der selbsternannte “demokratische Sozialist” kann damit auf eine Wählergruppe bauen, die besonders engagiert und mit einer gehörigen Portion Idealismus zur Sache geht. Es bleibt abzuwarten, ob sich Sanders’ Anhänger im Falle einer Niederlage geschlossen hinter Clinton stellen, hinter die Vertreterin des so ungeliebten Washingtoner Politsystems

8. Sanders hat Heimvorteil, Clinton hat Geld

Umfragen zufolge liegt Sanders in New Hampshire, einem Nachbarstaat von Vermont, klar vor der Favoritin. Siegt der Senator dort nach seinem starken Abschneiden in Iowa, wird Clintons Nervosität und die der Demokraten in Washington spürbar wachsen. Doch – und auch das hat Iowa gezeigt – stimmen die Wahlumfragen nicht immer mit der Wirklichkeit überein. Zuletzt sagten Demoskopen Siege von Trump und Clinton voraus. Weitaus spannender ist, wie sich Sanders Kampagne in den kommenden Wochen entwickeln wird. Clinton mag angeschlagen sein, jedoch verfügt ihr Team über die nötigen finanziellen Ressourcen und organisatorischen Strukturen in den einzelnen Bundesstaaten, um bestens vorbereitet in die monatelange Wahlschlacht zu ziehen.

9. Das Bewerberfeld lichtet sich

Bei den Republikanern lichtete sich nach der Vorwahl in Iowa das Bewerberfeld: Mike Huckabee erklärte auf Twitter das Ende seiner Wahlkampfkampagne. Der frühere Gouverneur von Arkansas hatte sich bereits vor acht Jahren erfolglos um das Präsidentenamt bemüht. Wenig später zogen Senator Rand Paul (Kentucky) und Rick Santorum nach. Bei den Demokraten gab auch Martin O’Malley seine Ambitionen auf das Präsidentenamt auf. Seine Partei müsse sich geschlossen hinter einen Kandidaten stellen, sagte O’Malley.

Kann es ein Selfie geben, das noch inszenierter ist als das Oscar-Selfie?

Liebe Hillary,

wir können nur mutmaßen, wieviele Social Media-Berater hier involviert waren und was das Ganze gekostet hat. Dieser Tipp ist aber kostenlos: Wenn ein Videoteam Dich dabei filmt, wie Du ein Familienselfie machst, ist es kein Familienselfie mehr. Sondern eine Inszenierung.

Liebe Grüße,
Dein “Amerika wählt”-Team

PS: Man sagt nur “My dad has longer arms” wenn man die Kamera anspricht. Niemand spricht so mit seinem Vater.

PS: Genau wegen sowas spenden soviele Leute Geld für den zornigen Opa aus Vermont.

Warum es für Clinton zurzeit nicht besser laufen könnte

Eingespieltes Duo: Bill und Hillary Clinton in Iowa.

Tja, wir haben es verpasst. Leider. Terminstress, Vergesslichkeit, Faulheit: Irgendwie kam gestern alles zusammen. Von daher holen wir das jetzt einfach nach: alles Gute zum Geburtstag, Hillary Clinton. 68 Jahre ist die ehemalige First Lady und Außenministerin der USA geworden. Aber, machen wir uns nichts vor, es wird Clinton ziemlich egal sein, ob Amerika wählt an ihren Geburtstag denkt oder nicht. Für die Demokratin läuft es im Vorwahlkampf zurzeit ausgesprochen gut. Die vergangenen Tage dürften daher Clintons größtes Geschenk gewesen sein.

Clinton überzeugte in der ersten TV-Debatte der Demokraten, ihr Rivale Bernie Sanders trat als weltfremder Sozialist auf (und erlangte erst durch eine “Saturday Night Live”-Parodie Berümtheit), im Kongressausschuss zum Bengasi-Anschlag stritten sich ihre Rivalen lieber untereinander und dann teilte auch noch Vizepräsident Joe Biden mit, nicht ins Rennen um die Nachfolge von Präsident Barack Obama einzusteigen. Für das Web-Magazin “The Federalist” steht fest: “Clinton ist unausweichlich.”

Dazu kam ein beinahe surreal anmutender Kampf bei den Republikanern um die Nachfolge von John Boehner als Vorsitzender des Repräsentantenhauses.

Vor wenigen Tagen teilte Ex-Präsidentschaftskandidat Paul Ryan mit, für das Amt kandidieren zu wollen. Doch wird es Ryan gelingen, die erzkonservativen Tea-Party-Anhänger (“Freedom Caucus”) einzubinden? Der nun erreichte Budgetkompromiss geht auf Boehners Konto – Ryan dürfte das nur wenig Spielraum verschaffen.

Die chaotischen Zustände bei den Republikanern haben nicht nur Ryan beschädigt. Sie zeigen auch, warum der vermeintliche Spitzenkandidat Jeb Bush bei aktuellen Umfragen nur bei rund sieben Prozent liegt. Die Parteibasis legt keinen Wert auf politische Erfahrung und Kompromissfähigkeit – sie liebäugelt lieber mit dem exzentrischen Milliardär Donald Trump und dem Außenseiter Ben Carson.

Halloween geht bei Clinton vor

Clinton marschiert, ihre Gegner kapitulieren oder versinken in machtpolitischen Grabenkämpfen. Gemeinsam mit Ehemann Bill kann sie daher in Ruhe Spenden einsammeln und um Wähler werben. Der jüngste Post auf Clintons offizieller Facebook-Seite verdeutlich das. Dort geht es nicht um politische Themen, sondern um Vorschläge für ein gelungenes Halloween-Kostüm.

Es läuft also rund für Clinton. Ihr Geburtstag hat das verdeutlicht. 68 Jahre? Vor der Kandidatur der Demokratin gab es immer wieder Diskussionen über ihr Alter. Schließlich gab es mit Ronald Reagan und William Henry Harrison nur zwei Politiker, die mit einem vergleichbaren oder höheren Alter ins Weiße Haus einzogen.

Clinton selbst erstickte alle möglichen Zweifel im Keim: Elf Stunden lang trotze sie entspannt und meist gut gelaunt dem Kreuzfeuer im Bengasi-Ausschuss. Danach sorgten vor allem Gifs ihrer lässigsten Gesten für Aufsehen im Netz. Virale Beliebtheit: Wer braucht da noch Glückwünsche zum Geburtstag?

US-Wahlen 2016: Die 5 besten Fake-Tweets

Twitter ist eine Jauchegrube Goldgrube. Wir haben für euch geschürft und sind fündig geworden. Hier kommt die ultimative, absolut nicht-repräsentative Tweet-Liste von Fake-accounts aus den USA. – Parental Advisory strongly recommended

Sarah Palins Vagina

Will McAvoy

Pimp Trill Clinton

Harry Truman

Communist Obama

“Hallo Twitter! Hier ist Barack. Wirklich!”

Gelungener Einstand: Ab sofort twittert US-Präsident Barack Obama persönlich.

Drei Tweets, zwei Millionen Follower: Mit seinem neuen Twitter-Account hat US-Präsident Barack Obama (@POTUS) einen rekordverdächtigen Start hingelegt. Am Montagmorgen erklärte der 53-Jährige: ”Hallo Twitter! Hier ist Barack. Wirklich! Sechs Jahre dabei, und schließlich geben sie mir meinen eigenen Account.” Dieser erste Tweet wurde bislang rund 260.000 Mal weitergeleitet und über 360.000 Mal favorisiert.

Das Weiße Haus nutzt Twitter bereits seit 2009 für Mitteilungen (@WhiteHouse), Obama selbst hatte hin und wieder Nachrichten mit dem Kürzel “-bo” verschickt. Dazu benutzt Organizing for Action, die Nachfolgeorganisation von Obamas Wahlplattform aus dem Jahr 2008, den Account @BarackObama. Rund 60 Millionen Nutzer sind dort Follower.

Ex-Präsident Bill Clinton ließ es sich nicht nehmen, nachzufragen, ob Obamas neuer Account auch nach dessen Amtszeit zur Verfügung stehe. Clinton frage für einen Freund nach – eine Anspielung auf seine Frau Hillary, die jüngst ankündigte, im kommenden Jahr als demokratische Präsidentschaftskandidatin antreten zu wollen. Obama antwortete, dass die Nutzung mit dem Amt verbunden sei. Im Anschluss fragte er: “Eine Ahnung, ob jemand Interesse an @FLOTUS hat?” Dahinter verbirgt sich der Twitter-Account von Obamas Frau Michelle.

Obama wiederum spielte damit auf Bill Clintons (noch unklare) Rolle während einer möglichen Präsidentschaft seiner Frau an. Flotus ist die Abkürzung für “First Lady of the United States”.

“Time” zeigt Hillary Clinton als Teufelin

Wirklich nur ein M? Das aktuelle “Time”-Cover.

Für viele Republikaner dürfte es schlicht die Wahrheit über Hillary Clinton sein. Das Cover der neuen Ausgabe des US-Magazins “Time” lässt bei der wahrscheinlichen Präsidentschaftsbewerberin der Demokraten für die Wahl 2016 vermeintliche Teufelshörner erkennen. Zu sehen ist eine schwarze Silhouette der Ex-Außenministerin, darüber prangt der “Time”-Schriftzug. Die beiden Bogen des Buchstaben M bilden dabei zwei kleine Hörner.

“Fällt Ihnen irgendetwas Komisches am neuen ‘Time’-Cover auf?”, schrieb das konservative Magazin “National Review” auf Twitter. Die Frage sei nun, ob es sich um eine ”Entgleisung von Photoshop” oder eine “subtile Erklärung der Redaktion” handele. Auch andere Medien diskutieren über das Cover.

Doch “Time” hielt dagegen. Das Magazin veröffentlichte eine Übersicht mit über 30 weiteren Cover-Aufnahmen der vergangenen Jahre. Dort sind auch Papst Franziskus, Microsoft-Gründer Bill Gates und Ex-Präsident Bill Clinton mit vermeintlichen Teufelshörnern zu sehen.

In seiner neuesten Ausgabe analysiert “Time” die Auswirkungen von Hillary Clintons jüngster E-Mail-Affäre. Dabei geht es um die Verwendung eines privaten E-Mail-Kontos für dienstliche Zwecke während ihrer Zeit als Außenministerin. Clinton erklärte jüngst, dass die Nutzung des privaten Kontos ein Fehler gewesen sei. Das Außenministerium verfüge über rund 55.000 ausgedruckte Seiten mit Mail-Nachrichten. Es gehe nun darum, diese schnellstmöglich zu veröffentlichen.

Welchen Präsident Clinton meinen Sie denn?

Wahlen kosten Geld, viel Geld. Das gilt besonders in den USA und bei keiner Wahl so sehr wie der Präsidentschaftwahl. Eine Chance auf den Sieg in den Vorwahlen und letzlich auch der eigentlichen Wahl haben Kandidaten, die sich darauf verstehen, Spenden einzuwerben. In der Vergangenheit wurden den Republikanern leichte Vorteile zugesprochen. Aufgrund ihrer Wirtschaftsnähe konnten sie mit mehr Großspenden rechnen. Bill Clintons legendäre Spenden(raub)züge und Barack Obamas Erfolg, massenhaft Klein- und Kleinstspenden einzutreiben, haben diese Einschätzung ad acta gelegt.

Auch im Vorfeld der Wahlen 2016 liegen wieder leichte Vorteile bei den Demokraten: Während sich mit Jeb Bush, Marco Rubio, Rand Paul, Scott Walker, Ted Cruz und Chris Christie eine ganze Reihe von ernstzunehmenden Kandidaten um die republikanische Nominierung bewerben oder es zumindest in Betracht ziehen, kann Hillary Clinton als nahezu unangefochtene Kandidatin der Demokraten schon Geld für die Präsidentschaftswahlen einsammeln.

Das tut sie auf unterschiedlichsten Wegen, vor allem aber durch ihren Super-PAC “Ready for Hillary”.

Der wartet pünktlich zum President’s Day mit einer neuen Aktion auf: wer 20,16 Dollar spendet erhält ein Plakat, dass Hillary schon im Amt sieht. Es ziert die Aufschrift “Looking forward to having to ask which President Clinton you mean”.

Dass die Frage für den aussichtsreichsten der republikanischen Kandidaten, Jeb Bush, mindestens ebenso berechtigt wäre, ist dabei Fussnote. Denn der dürfte sich kaum darum bemühen, allzu große Nähe zum letzten Präsidenten seines Namens zu erreichen.

#Clooney2016

Glamouröse Freundschaft: George Clooney (l.) und US-Präsident Barack Obama.

Bei Hillary Clinton dürfte die Nervosität zurzeit etwas steigen. Auf Twitter verbreitet sich ein Hashtag, der einen möglichen neuen Präsidentschaftskandidaten für das Jahr 2016 ankündigt: #Clooney2016. Das US-Magazin “Vanity Fair” hat dem Netz-Hype um George Clooney bereits einen Artikel gewidmet. Fakt ist: Der Schauspieler und Demokraten-Freund hat gute Voraussetzungen. Er ist klug, politisch ambitioniert und in Washington bestens vernetzt. Mit Amal Alamuddin hat er mittlerweile auch eine potenzielle First Lady an seiner Seite. Dazu kommt, dass er weiß, wie anstrengend eine Präsidentschaftskampagne sein kann.

“Nutzt Clooney das PR-Wohlwollen nach seiner Hochzeit, um direkt ins Weiße Haus zu gelangen”, fragt “Vanity Fair” – und gibt die Antwort gleich selbst: “Wahrscheinlich nicht”. Oder doch? “Denn es gibt nicht viel, was Clooney nicht tun kann.” Es mit Hillary und Bill Clinton aufzunehmen, das dürfte jedoch auch für den Hollywood-Liebling eine unmögliche Mission sein.

Hillary Clinton: “I’m baaaaack!”

Am Sonntag steigerte sich die politische Spannung in Indianola (US-Bundesstaat Iowa) ins schier Unermessliche. Rund 10.000 Zuschauer waren gekommen, dazu 200 Pressevertreter. Warum? Bill und Hillary Clinton drehten Steaks um und aßen diese anschließend. US-Politik kann faszinierend sein.

Ach so: Bei der vom demokratischen Senator Tom Harkin veranstalteten Brutzel-Party begrüßte Hillary Clinton das Publikum nicht nur mit den verheißungsvollen Worten “I’m baaaaack!”. Sie sagte auch, dass sie in der Tat über eine erneute Kandidatur für das Weiße Haus im Jahr 2016 nachdenke. ”Heute bin ich aber wegen den Steaks hier.” Die Menge jubelte frenetisch, Clinton lachte. Unsicherheit sieht anders aus.

Hier gibt es das passende Video dazu.

Kevin Spacey foppt Hillary Clinton

Die Netflix-Serie “House of Cards” ist ein Publikums- und Kritikerhit. Auch Bill und Hillary Clinton sind große Fans der TV-Serie. Ein neues YouTube-Video zeigt eindrucksvoll, wie eng die Clintons mit Hauptdarsteller Kevin Spacey verbunden sind. Spacey spielt in “House of Cards” den skrupellosen Politiker Frank Underwood, der es nur mit Intrigen bis zum Vizepräsidenten der USA bringt.

“Washington ist so langweilig im Sommer, dass ich mich selbst ein bisschen unterhalten muss”, sagt Spacey in seiner bekannt arroganten Underwood-Stimme in dem Clip. Dann greift er zum Telefonhörer und ruft Hillary Clinton an. Allerdings tut er dies mit verstellter Stimme. Hier nun verschwimmen die Grenzen zwischen der TV- und der realen Welt. Denn Spacey ist ein talentierter Imitator des Ex-Präsidenten.

Die ehemalige US-Außenministerin nimmt ab und unterhält sich mit ihrem “Ehemann” über seinen bevorstehenden Geburtstag. Nach einer kurzen Diskussion über mögliche Geschenke und Vornamen für das Kind von Tochter Chelsea fragt Clinton schließlich: “Kevin, kannst Du nicht einfach die Geburtstagskarte für meinen Mann unterschreiben?” Spätestens jetzt wird klar: Der Clip ist eine gut gemachte PR-Aktion der Clinton-Stiftung für den 68. Geburtstag des Demokraten am 19. August.

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass sich Spacey als Clinton-Imitator für die Stiftung einsetzt. 2011 war er Teil einer illustren Runde aus Hollywood-Stars, die in einem amüsanten Video der US-Webseite “Funny or Die” auf die Ziele der Organisation aufmerksam machten.

Willkommen in Hillaryland

Hillary Clinton und Christoph Amend in Berlin

Hillary Clintons Auftritt beginnt mit euphorischem Applaus. Als die frühere US-Außenministerin am Sonntagvormittag die Bühne des Schillertheaters in Berlin-Charlottenburg betritt, jubeln die Gäste. Die Hauptstadt und die Vereinigten Staaten von Amerika: Auch in Zeiten der nicht enden wollenden NSA-Affäre bleibt das eine schwer zu erklärende Liebesbeziehung.

Clinton ist in Berlin, um ihr neues Buch “Entscheidungen” (Originaltitel: “Hard Choices”) vorzustellen. Es ist der einzige Auftritt der Demokratin in Deutschland. Eingeladen haben der Droemer-Verlag, in dem die deutsche Ausgabe erschienen ist, und das “Zeit-Magazin”. Chefredakteur Christoph Amend hat die schwierige Aufgabe, bei dieser Werbeveranstaltung Concierge und seriöser Fragesteller zu sein. Mal gelingt ihm das, mal nicht. Aber letztlich spielt das eine untergeordnete Rolle. Bei dieser Konversation gibt es eine Hauptperson, einen Star: Hillary Rodham Clinton.

Die 66-Jährige erzählt viele Episoden aus ihrer Zeit im Außenministerium und benutzt dabei oft den Titel den fast 900 Seiten dicken Buchs. Viele Entscheidungen seien hart und schwierig gewesen. Missen möchte sie diese nicht. “Sie haben mich bescheidener werden lassen.” Dass sie nach den Attacken vom 11. September 2001 die Irak-Pläne des damaligen Präsidenten George W. Bush im Senat unterstützt habe, sei eine “falsche Entscheidung” gewesen. Clinton sagt: “Es war schwierig zu sehen, dass ich einen Fehler gemacht hatte.”

Insgesamt sind die rund 70 Minuten eine Aneinanderreihung von Anekdoten aus Clintons Buch. Oft geht es um Kleidung (sie selbst trägt an diesem Tag einen strahlend blauen Hosenanzug), um Haare und Frisuren. Zu kritischen Nachfragen, die sie am Abend in der TV-Sendung von Günther Jauch beantworten muss, kommt in dem 1000-Sitze-Theater nicht. Über die NSA-Affäre sagt sie lediglich, dass das deutsch-amerikanische Verhältnis wichtig sei, und dass nun die “notwendigen Konsequenzen” gezogen werden müssten. Das Handy der von ihr bewunderten Kanzlerin Angela Merkel sei tabu. Das Publikum nimmt es nickend zur Kenntnis.

Die Geschichten, die Clinton erzählt, sagen viel aus über die US-Politik. Sie erzählt, wie Barack Obama als designierter Präsident überraschend um ihre Mitarbeit in seinem Kabinett geworben habe. Nach der Wahl habe sie Obama zunächst zweimal abgesagt. Erst nach reiflicher Überlegung sei sie zu dem Entschluss gekommen, doch Außenministerin werden zu wollen. Diese Strategie habe sie übrigens schon einmal benutzt, so Clinton. Als Bill Clinton in den 1970er um ihre Hand angehalten habe, sei sie ebenfalls unsicher gewesen und habe zunächst zweimal abgesagt. Erst beim dritten Mal sagte sie zu. “Ich und diese charismatischen Männer”, sagt Clinton. “Ich sage erst einmal immer Nein.”

Clinton erklärt noch einmal die Hintergründe der Tötung Osama bin Ladens sowie das Zustandekommen des mittlerweile legendären Fotos im “Situation Room“. Der russische Präsident  Wladimir Putin ist für sie ein Cowboy, “mit und ohne T-Shirt”. Putin gebe sich stark, sei jedoch äußert dünnhäutig. Spätestens hier wird klar, welche Rolle der Sexismus noch immer in der weltweiten Diplomatie spielt. “Man nimmt ihn hin, aber daran gewöhnen darf man sich nicht”, sagt Clinton.

Im Anschluss erzählt sie eine Geschichte aus der Zeit, als Putin zwischen 2008 und 2012 Ministerpräsident seines Landes war. Während dieser Zeit war Clinton in Russland und traf sich neben dem damaligen Präsidenten Dmitri Medwedew auch Putin. Das Gespräch sei jedoch nicht in Gang gekommen, Putin habe desinteressiert gewirkt und gelangweilt. Clinton wies ihn daraufhin auf eine eine Gemeinsamkeit hin: das Interesse für die Erhaltung von Naturgebieten. Daraufhin habe Putin seine verdutzten Sicherheitsmänner weggeschickt und sei mit Clinton in sein Büro gegangen. Auf einer riesigen Karte habe er der Amerikanerin Russland gezeigt. Wenig später fragte er sie, ob ihr Mann Bill nicht Lust habe, ihn auf eine Expedition zu begleiten. Clinton sagte, dass sie das nicht wüsste, sie aber auch mitkommen könne. Putin habe kein Interesse gezeigt. Der Saal lacht.

18 Millionen Risse in der “gläsernen Decke”

Als sich das Interview dem Ende zuneigt, wendet sich Clinton dem Thema Frauenrechte zu. Sie spricht über die “gläserne Decke”, die sie mit ihrer Präsidentschaftskandidatur durchbrechen wollte, und über die kulturellen, religiösen und rechtlichen Widerstände gegen die Frauenrechte in vielen Ländern. Die 18 Millionen Stimmen, die sie während ihrer Kandidatur landesweite bekommen habe, seien Risse in der Glasdecke gewesen. Ähnlich äußerte sie sich bereits im Jahr 2008.

Natürlich weicht Clinton am Ende des Gesprächs Amends Frage nach einer möglichen Präsidentschaftskandidatur im Jahr 2016 aus. “Ich schicke Ihnen eine E-Mail, wenn ich mich entschieden habe”, sagt Clinton. Sie wisse es zurzeit einfach noch nicht. Außerdem freue sie sich, dass ihre Tochter Chelsea bald ein Kind bekomme und ihre Eltern damit zu Großeltern mache.

Doch eine kurze Randbemerkung der “Hard Choices”-Autorin, ungefähr in der Mitte der Veranstaltung gefallen, lässt einen an dieser anscheinenden Unentschlossenheit zweifeln. Clinton erzählte, dass sie am Abend zuvor in London gewesen sei. Dort habe sie die Frage gestellt bekommen, ob es möglich sei, dass eine Großmutter US-Präsidentin werden könne. Das Publikum, ihr Publikum, staunte, Clinton selbst blieb locker. “Aber natürlich ist das möglich”, sagte sie. Zweifel? Fehlanzeige.

Amend beendet das Interview mit einer Steilvorlage für Clinton. Hollywood plane einen Film über ihr Leben, welche Schauspielerin wünsche sie sich eigentlich? “Meryl Streep”, sagt Clinton. Eine bessere Wahl gebe es nicht. Natürlich weiß Clinton, dass Streep 2012 für ihr Rolle der britischen Premierministerin Margaret Thatcher in “Die Eiserne Lady” einen Oscar gewann. Was würde da besser passen als die Rolle der ersten US-Präsidentin?

Das Publikum versteht den Witz, lacht und klatscht ein weiteres Mal. Clinton verabschiedet sich, es gibt stehende Ovationen. Vor dem Saal liegt Clintons Buch aus. Es gibt lange Schlangen, die Verkäufer kommen mit den Rechnungen kaum nach.

Willkommen in Hillaryland – mitten im Westen Berlins.

Hillary Clinton, “too big to fail”

Mit aller Macht ruft sich Hillary Clinton ins Gedächtnis der Öffentlichkeit zurück. Nachdem sich Clinton im Februar aus dem US-Außenministerium verabschiedete, wurde es erst einmal ruhig um die Demokratin. Ende April dann der erste Auftritt als gut bezahlte Rednerin beim National Multi Housing Council, einer Vereinigung von Immobilienbesitzern. Vor wenigen Tagen dann der lang erwartete Start ihres Twitter-Kanals, der ein breites Medienecho fand.

Nun gab die 65-Jährige den Startschuss für die Initiative “Too small to fail” (Zu klein, um zu scheitern). Dabei handelt es sich um eine Bildungsoffensive für Kleinkinder. Hinter “Too small too fail” steht die Stiftung von Ex-Präsident Bill Clinton und die liberale Organisation “The next generation“. Von Präsidentengattin Michelle Obama gab es zusätzliche Unterstützung auf Twitter.

Der Text für das rund viereinhalb Minuten lange Video wird von Hillary Clinton eingesprochen, am Ende ist sie dann auch persönlich zu sehen. Der Clip als solcher besticht durch Sachlichkeit und durch wissenschaftliche Aussagen. Und doch verrät er mehr: Das Video zeigt ein Thema, mit denen sich Clinton auf eine mögliche Präsidentschaftskandidatur im Jahr 2016 vorbereiten will: Bildungspolitik. Clinton zielt damit auf Personengruppen, die nicht erst seit ihrem berühmt gewordenen “3 a.m.”-Video aus dem Jahr 2008  als ihre Basis gelten: Frauen und Familien.

Auch die Unterzeile auf der “Too small too fail”-Webseite (“Weil wir große Dinge für unsere Kinder wollen – und für unser Land”)  gibt einen Hinweis, dass sich Clinton hier ein Politikfeld herausgesucht hat, zu dem sie sich in Zukunft noch häufiger äußern dürfte. Schon jetzt, rund drei Jahre vor der nächsten US-Präsidentschaftswahl, ist klar: Der Kampf um die Kandidatur bei den Demokraten hat begonnen, und Clinton ist – im Gegensatz zum Motto ihrer neuen Initiative – längst “too big, too fail”, zu groß, um zu scheitern.

Hillarys neuer Job

Was macht eigentlich Ex-Außenministerin Hillary Clinton so? Zuletzt sah man Clinton Anfang Februar auf einer großen Bühne. Damals verabschiedete sich mit einer launigen Rede (“Ich werde vielleicht mal durchklingeln”) von den Mitarbeitern im State Department.

Wenig später wurde bekannt, dass sich die New Yorker Harry-Walker-Agentur Clintons Dienste sichern konnte. Die Agentur vermittelt Prominente für Reden vor Vereinigungen, Unternehmen oder auf Konferenzen. Auch Ehemann Bill Clinton heuerte nach seinem Ausscheiden aus dem Amt bei der Agentur an und verdiente dort Millionen. Nun berichtet CNN, dass die Demokratin, der große Ambitionen auf eine Präsidentschaftskandidatur 2016 nachgesagt werden, Ende April ihren ersten Auftritt als bezahlte Star-Rednerin haben werde. In Dallas tritt sie bei einer Konferenz vom National Multi Housing Council auf, einer Vereinigung von Immobilienbesitzern.