“Bleib stark, Papa Bär”

Fox News verliert seinen größten Star: Nach Berichten über sexuelle Übergriffe trennte sich der US-Sender von seinem Moderator Bill O’Reilly. Die “New York Times” hatte zuvor berichtet, O’Reilly (67) und Fox News hätten insgesamt 13 Millionen Dollar (rund 12,1 Millionen Euro) an fünf Frauen gezahlt, um Klagen wegen sexuellen Missbrauchs zu vermeiden.

Im Juli 2016 hatte der damalige Fox-News-Chef Roger Ailes nach ähnlichen Vorwürfen sein Amt niedergelegt.

Latenight-Talker Stephen Colbert verabschiedete sich auf ganz eigene Weise von O’Reilly. In seiner “Late Show” bei CBS schlüpfte er in seine legendäre Rolle als egomanischer Kommentator “Stephen Colbert” (Anführungszeichen!) aus seiner einstigen Comedy-Central-Sendung “The Colbert Report”.

Hier das Video:

“Get Out” – das Grauen zeigt sich von der netten Seite

“Get Out” läuft ab dem 4. Mai in deutschen Kinos (Bild: Universal Pictures)

“Eine Horrorsatire über Rassismus”: So beschreibt “Der Spiegel” den Film “Get Out” von Jordan Peele, der am 4. Mai in den deutschen Kinos anläuft. Wir freuen uns jetzt schon auf den nicht nur von der “New York Times” gefeierten Streifen.

Die bei Film- und Serienfans beliebte Webseite “Rotten Tomatoes” adelte ”Get Out” mit 99 Prozent Zustimmung. Die Wertung der Filmdatenbank IMDB: 8.2 von möglichen 10 Punkten. Die Webseite “Metacritic”, die aus mehreren Kritiken einen Durchschnittswert errechnet, vergibt 84 (von möglichen 100) Punkten. Dazu kommt ein enormer kommerzieller Erfolg.

Noch immer nicht überzeugt? Der Trailer dürfte das ändern:

Al und Joe: The Return of the Vizepräsident(en)

Es wurde ja auch Zeit, dass wir wieder gute Nachrichten zu vermelden haben. Dank den ehemaligen Vizepräsidenten Al Gore und Joe Biden, können wir das heute auch, denn beide sind nach einigen ruhigeren Wochen und Monaten wieder mit neuen Ankündigen ins nationale Rampenlicht getreten.

Al Gore, Vizepräsident unter Bill Clinton von 1993 bis 2001, hat sich mit einem neuen Film zum Thema Klimawandel zurückgemeldet. Nach dem sehr erfolgreichen “An Inconvenient Truth” folgt nun mit “An Inconvenient Sequel: Truth to Power” – logischerweise die Fortsetzung. Nach Präsident Trumps Ankündigung, die Umweltschutzbehörde abzuschaffen und aus den Vereinbarungen des Pariser Klimaabkommens austreten zu wollen, könnte der Film zu keinem besseren Zeitpunkt kommen, um uns daran zu erinnern, wie dringlich die Lage ist und das die wissenschaftlichen Belege für das menschengemachte Debakel nicht wegzudiskutieren sind.

Joe Biden, der Diplomat

Sein Amtskollege Joe Biden hat heute über einen neuen Twitter-Account bekannt gegeben, dass im Herbst das Penn Biden Center for Diplomacy and Global Engagement als Teil der Pennsylvania University eröffnen wird. Wie der Name sagt, soll sich das Zentrum der Gestaltung globaler Beziehungen widmen. Was wohl schon länger geplant war, wirkt im Kontrast zur aktuellen Misere US-amerikanischer Außenpolitik wie ein Silberstreif am Horizont. Joe erinnert seine Landsleute und Politikerkollegen an den Wert von soft power, Bündnistreue und Diplomatie. Ein guter Schritt zum richtigen Zeitpunkt, Joe.

Trumps schlimmster Tag als Präsident

Der Druck auf US-Präsident Donald Trump wächst (Bild: Flickr/Gage Skidmore)

Für Donald Trump wird es politisch ungemütlich. Und das bereits am 60. Tag seiner Präsidentschaft.

Denn FBI-Chef James Comey hat mitgeteilt, dass seine Behörde mögliche Verbindungen von Trumps Wahlkampfteam mit Russland untersucht – und das bereits seit Juli 2016. Comey sagte auch, dass das FBI über keine Informationen verfüge, die Trumps Abhörvorwürfe in Richtung seines Amtsvorgängers Barack Obama belegten. Comey äußerte sich im Geheimdienstausschuss des Abgeordnetenhauses.

Es geht um brisante Fragen: Hat Russland sich in den US-Wahlkampf eingemischt? Hat Trumps Team im vergangenen Jahr mit Moskau zusammengearbeitet? Was wusste der damalige Präsidentschaftskandidat der Republikaner?

Die US-Geheimdienste glauben, dass Russland hinter Cyberangriffen auf die demokratische Partei steht. Beweis dafür gibt es nicht. Comeys selbstbewusster Auftritt dürfte die Diskussionen erneut anheizen.

Für Trump ist all das ein Desaster. Denn im Fokus der Untersuchungen steht der engste Kreis des Staatschefs – zum Beispiel Ex-Wahlkampfchef Paul Manafort. Sicherheitsberater Michael Flynn musste aufgrund von widersprüchlichen Aussagen über seine Kontakte mit dem russischen US-Botschafter bereist zurücktreten.

Trump musste noch einen Tiefschlag einstecken.

Am 4. März hatte der Republikaner via Twitter behauptet, dass Barack Obama („kranker Typ“) ihn während des Wahlkampfs im Trump-Tower habe abhören lassen. Comey konnte das nicht bestätigen. Mehr noch: Ein Präsident könne ein solches Abhören gar nicht anordnen.

Zuvor hatte Trump via Twitter versucht, alle Vorwürfe auf die Demokraten abzuwälzen. Viel wichtiger sei es, die Personen zu finden, die seit Wochen geheime Informationen an die Öffentlichkeit leakten. Comey entkräftete die Tweets während seiner Befragung – live im TV.

Tweet von Joe Scarborough (Screenshot: Twitter/@JoeNBC)

Der populäre TV-Moderator Joe Scarborough (“Morning Joe”) twitterte: “Ich dachte, Freitag war der schlimmste Tag in Donald Trumps Präsidentschaft. Ich habe mich geirrt. Er ist heute.”

Das Weiße Haus wollte die Abhörvorwürfe gegen Obama nicht zurücknehmen. Regierungssprecher Sean Spicer sagte, die Aussage von Comey habe nichts an der Lage geändert.

“Wie eine fein abgestimmte Maschine”

War was?

Donald Trump ist mit seinen ersten vier Wochen als US-Präsident durchweg zufrieden. Vermutlich sei noch nie ein US-Präsident in so kurzer Zeit so erfolgreich gewesen wie er, sagte der 70-Jährige während einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Er warf, na klar, den Medien vor, seine Erfolge zu verschwiegen. Trump: “Diese Regierung arbeitet wie eine fein abgestimmte Maschine.”

Hier das Video der gesamten Pressekonferenz:

“Quartz” hat die neun “verrücktesten” Momente von Trumps Auftritt zusammengefasst. Der Kommentar von “Spiegel Online”: “Einen Arzt, bitte!”

Wir schließen uns an.

Wie dieser Mann Donald Trump bloßstellt

Rotmaler: Andrew Boynton vom “New Yorker”. (Bild: Facebook/The New Yorker)

Andrew Boynton ist Redakteur des US-Magazins “The New Yorker“. Jüngst analysierte er Donald Trumps Rede zum Start des Black History Month. Dabei stellte er den US-Präsidenten auf denkbar einfache Art bloß. It’s true.

Zum Video gut es hier.

Auf die harte Weise geboren

Szene aus dem Budweiser-Clip (Bild: YouTube/Budweiser)

Vor dem Super Bowl (5. Februar) sorgt ein Budweiser-Werbespot für große Aufmerksamkeit. Angesichts der Protestwelle gegen die Einwanderungspolitik von US-Präsident Donald Trump lässt sich das Video ”Born The Hard Way” (“Auf die harte Weise geboren”) nicht von der aktuellen Stimmung trennen:

Schauen Sie sich dieses Video an. Es ist großartig.

Ein großartiger Screenshot. Absolut fantastisch. (Bild: YouTube/vpro zondag met lubach)

Kennen Sie die niederländische TV-Sendung “Zondag met Lubach” (Sonntag mit Lubach)? Nein? Gut, wir hatten sie bislang ebenfalls nicht auf dem Schirm. (Schirm und TV-Sendung. Lustig, oder?) Moderator Arjen Lubach fasst darin – vergleichbar mit dem ”Neo Magazin Royale” – die wichtigsten Ereignisse der abgelaufenen Woche zusammen. Am vergangenen Sonntag begrüßte Lubach den neuen US-Präsidenten Donald Trump mit dessen “eigenen Worten”.

Hier der ziemlich famose Satire-Clip:

“Trumps Präsidentschaft beginnt als Desaster”

Bald US-Präsident: Donald Trump in New York. (Bild: YouTube/New York Times)

Der ein oder andere mag es mitbekommen haben: Der designierte US-Präsident Donald Trump hat am Mittwoch eine Pressekonferenz in New York gegeben. Sie entwickelte sich schnell zu einem medialen Fiasko sorgte für reichlich Diskussionsstoff. Hier einige Kommentare und Artikel dazu:

“New York Times”: Donald Trump: A Modern Manchurian Candidate?

“Washington Post”: What the bleep happened at the Trump news conference?

“Fox News”: The five biggest takeaways from Trump’s first press conference as president-elect 

“Politico”: Trump refuses to bend to the office of president

BBC: Trump press event a theatre of the absurd

“The Guardian”: Trump’s trainwreck press conference ushers in a shambolic presidency

“Die Welt”: Man kann Trump in dieser Situation sogar verstehen

“Die Zeit”: Schauspiel zum Schaudern

“Das Handelsblatt”: Ein bitterer Vorgeschmack

“Der Tagesspiegel”: Trumps Präsidentschaft beginnt als Desaster

Hier die Pressekonferenz in voller Länge:

So traurig! Trumps erste PK nach Wahl. Kaum Antworten & nur Streit. TOTAL ÜBERSCHÄTZT! UNGEEIGNET!

“Unsinn”: Donald Trump während der Pressekonferenz. (Bild: YouTube/New York Times)

Auch wir bei “Amerika wählt” wissen nicht, was an den massiven und unbewiesenen Vorwürfen gegen Donald Trump dran ist. Es wäre schön, wenn es anders wäre. Aber so ist es nun einmal. Kurz zur Erinnerung: US-Medienberichten zufolge soll Russland pikante Informationen über Trump gesammelt habe. Es geht, na klar, um Sex und Geld.

In den Memos, über die es angeblich eine zwei Seiten lange Zusammenfassung bei den US-amerikanischen Geheimdiensten gibt, soll es um Vorwürfe im Zusammenhang mit Moskauer Prostituierten im Jahr 2013 gehen. Auch sollen sie Informationen zu Trumps geschäftlichen Beziehungen nach Russland enthalten.

Zunächst dementierte Moskau die Vorwürfe, wenig später zog Trump auf einer denkwürdigen Pressekonferenz in New York nach. Die Berichte seien “Unsinn”, sagte Trump. “Das sind alles Falschnachrichten, es ist alles erfundenes Zeug, es ist nicht passiert.” Zuvor hatte er sich via Twitter geäußert. Dort nannte er die Inhalte “Falschinformationen – eine totale politische Hexenjagd.” Er fragte: “Leben wir eigentlich in Nazi-Deutschland?”.

Ob die Vorwürfe stimmen, ist offen. Trumps Verärgerung ist daher nachvollziehbar. Trotzdem wirft der Auftritt zahlreiche Fragen auf.

So bezeichnete Trump die Online-Plattform BuzzFeed als “einen versagenden Haufen Müll”. BuzzFeed werde die Folgen der Berichterstattung bald zu spüren bekommen. Zum CNN-Reporter Jim Acosta sagte der Republikaner nach einem hitzigen Wortgefecht: “Du bist Fake-News.”

Auch seine Steuererklärung will der 70-Jährige nicht veröffentlichen. Außer Reportern interessiere sich niemand dafür. “Und die US-Bevölkerung?”, fragte eine Journalistin. Trump antwortete, der 8. November habe gezeigt, dass es den Amerikanern egal sei. “Ich wurde ja gewählt.”

Seine Meinung zu den Hackerangriffen während des Präsidentschaftswahlkampfes hat Trump dagegen geändert. “Ich denke, es war Russland.” Bislang bezeichnete er diese Möglichkeit als zweifelhafte Einschätzung der US-Geheimdienste.

Was bleibt als Fazit? Wenige Tage vor der Vereidigung hat Trump seine Rolle als Reality-TV-Star noch nicht abgelegt, er befindet sich weiterhin im Wahlkampf-Modus. Er tritt aggressiv auf, beleidigt und droht. Auf Kritik reagiert er dünnhäutig und mit falschen Behauptungen – das verdeutlichte auch seine Twitter-Tirade nach Meryl Streeps gefeierter Anti-Trump-Rede bei den “Golden Globes”.

Trumps Selbstbewusstsein hat übrigens nicht gelitten – sämtlichen Anschuldigungen und jeglicher Kritik zum Trotz: “Ich werde der größte Job-Präsident sein, den Gott je geschaffen hat.”