Obama: “Amerikanische Werte stehen auf dem Spiel”

Barack Obama kämpft um sein politisches Erbe (Bild: Flickr/Obama White House)

Der ehemalige US-Präsident Barack Obama hat sich nur zehn Tage nach seinem Ausscheiden aus dem Amt zurückgemeldet. ”Der Präsident (Obama) ist grundsätzlich gegen die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihres Glaubens oder ihrer Religion”, heißt es in einer Mitteilung von Obamas Sprecher Kevin Lewis.

Es gehe dem Ex-Staatschef ans Herz, wie viele Menschen sich derzeit bei Demonstrationen und in den sozialen Netzwerken für Demokratie und den Schutz der Verfassung engagierten. Der Demokrat kritisierte nicht direkt den Einreisestopp für Muslime, den sein Nachfolger Donald Trump verhängt hatte.

Obamas Aussage war trotzdem unmissverständlich. “Bürger, die ihr Grundrecht wahrnehmen, sich zu versammeln und sich zu organisieren: Das ist genau das, was wir in Zeiten erwarten, in denen amerikanische Werte auf dem Spiel stehen”, so Lewis.

Das ist Obamas Plan B

Die Zeit im Weißen Haus hat Barack Obama altern lassen (Bild: Flickr/Obama White House)

Barack Obamas Pläne für die Zeit nach seiner Präsidentschaft waren einfach. Urlaub machen und Zeit mit der Familie verbringen, das stand ganz oben auf der Liste. Danach wollte er sich den Projekten zuwenden, die für Ex-Präsidenten traditionell von Bedeutung sind: Buch schreiben, Präsidentenbibliothek bauen, Stiftung gründen.

Das mit dem Urlaub hat Obama geschafft. Am 20. Januar verließ er das Weiße Haus in Richtung Kalifornien, aktuell befindet er sich mit seiner Frau Michelle auf Necker Island (Britische Jungferninseln). Viel Sonne, viel Strand, so weit, so gut. Doch es gibt ein Problem. Obama machte seine Pläne vor dem 8. November, vor dem Tag der US-Wahl, vor Donald Trumps Sieg.

Der mit 55 Jahren immer noch junge Ex-Präsident musste erkennen, dass der Wahlausgang dem denkbar härtesten Bruch mit seiner Botschaft der Hoffnung und des Wandels gleichkam. Obama war 2009 angetreten, um Trennendes zu überwinden. Er wollte den USA einen Weg in eine Zukunft des Gemeinsamen weisen.

Innenpolitisch konnte er mit der Gesundheitsreform, der Legalisierung der Homo-Ehe und zwei neuen weiblichen Verfassungsrichterinnen am Supreme Court durchaus Erfolge feiern. Dazu kamen eine stabilisierte Wirtschaft und eine niedrige Arbeitslosenquote.

“Wir können das Land versöhnen, wir können den Planeten heilen”, verkündete Obama 2008 im Wahlkampf. Die USA und die Welt hofften mit. Sie wurden enttäuscht. Obama selbst wusste am Ende seiner Amtszeit, dass er seine Ziele – nicht nur in der Außenpolitik – verfehlte hatte. Durch die Fundamentalopposition der Republikaner bekam Obama seine Grenzen aufgezeigt, das vergiftete politische Klima frustrierte ihn zutiefst.

Doch eines verlor der Demokrat nicht: seinen Optimismus. Obama glaubte an die Stärke der USA und an Fortschritt durch progressive, durch humanistische Politik. Er glaubte an das Motto, das das Siegel des Landes verziert: ”E pluribus unum” (“Aus vielem eines”). Und er glaubte bis kurz vor der Wahl, dass seine Ex-Außenministerin und Parteifreundin Hillary Clinton in den kommenden Jahren einen ähnlich progressiven Ansatz verfolgen würde. Dann kam der 8. November und veränderte alles.

Was kann sich Obama erlauben? Was darf er sich erlauben? 

“Es gab eine Art von Rahmen für die Zeit nach der Präsidentschaft”, sagte ein Obama-Berater dem Magazin “GQ”. Ein Clinton-Sieg sei dafür eine Grundvoraussetzung gewesen. “Jetzt kommt Plan B.”

Nach dem 8. November traf sich der Ex-Staatschef mit zahlreichen Beratern und Historikern, um mit ihnen über seine künftige Rolle in der US-Politik zu sprechen. Eine Aufgabe steht bereits fest: Obama soll zum Architekten des Wiederaufbaus der Demokratischen Partei werden. Hillary und Bill Clinton wollen die Verantwortlichen nach der demütigenden Wahlpleite keine Verantwortung übertragen. Vielmehr soll Ex-Justizminister Eric Holder Obama unterstützen.

Viel wichtiger sind jedoch andere Fragen: Wie kann Obama sein politisches Erbe vor Trump beschützen? Wie kann er sich weiterhin für eine progressiv-liberale Ausrichtung der USA einsetzen? Was kann er sich als Ex-Präsident erlauben? Was darf er sich erlauben?

“Obama wird das größte und einflussreichste Megafon der Welt besitzen – auch wenn Trump Präsident ist. Denn seine Popularität im In- und Ausland wird viel größer sein als die von Trump”, sagte Obamas langjähriger Kommunikationsberater Dan Pfeiffer “GQ”.

Der Ex-Staatschef weiß um seine Redetalent und um seine Mobilisierungsfähigkeit. Es dürfte ihm nicht schwerfallen, auch ohne den Regierungsapparat große Kundgebungen zu organisieren. Obamas Vorteile: Er verfügt in den sozialen Netzwerken noch immer über eine riesige Anzahl an Anhängern. Auf Twitter (@BarackObama) folgen ihm fast 84 Millionen Menschen, auf Facebook (@barackobama) rund 54 Millionen. Dazu kommt ein in den Wahlkämpfen 2008 und 2012 erstellter E-Mail-Verteiler, der ebenfalls Millionen Namen umfasst.

Obamas altes Twitter-Profil ist bereits aktualisiert – in seiner Biografie präsentiert er sich jetzt als “Papa, Ehemann, Präsident, Bürger”. Wenige Stunden nach der Amtsübernahme von Trump schrieb Obama: ”Hi zusammen! Zurück mit dem alten Namen. Geht dieses Ding noch? Michelle und ich fahren jetzt schnell in Urlaub, dann machen wir uns wieder an die Arbeit.”

“Hi”: Barack Obama twittert wieder unter eigenem Namen. (Bild: Twitter/@BarackObama)

Doch was Obama mit “wieder an die Arbeit machen” meint, ist noch offen. Klar ist, dass seine in Chicago beheimatete Stiftung eine große Rolle spielen wird. Sie will gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern und junge Führungskräfte unterstützen. Auf der Webseite der Stiftung ist zu lesen: “Ich bitte euch, zu glauben. Nicht an meine Fähigkeit, Veränderungen herbeizuführen, sondern an eure.” Dazu ein passendes Video mit dem Titel “Pass the mic” (“Das Mikro weitergeben”):

Erste personelle Entscheidungen hat Obama bereits getroffen. So bleibt der bisherige Vize-Regierungssprecher Eric Schultz als Berater an seiner Seite. Schultz soll Obama unter anderem dabei helfen, sein Image zu fördern und Kontakte zu Abgeordneten und Organisationen zu pflegen. Gleichzeitig heuerte der Ex-Präsident den im Justizministerium tätigen Kevin Lewis als Sprecher an.

“Die Menschen sind auf der Suche nach jemandem, der die Dinge irgendwie wieder in die richtige Reihenfolge bringen kann”, sagte Obamas ehemaliger Chefstratege David Axelrod. Doch er warnte davor, den Demokraten als alleinigen Retter der freiheitlich-demokratischen Gesellschaftsordnung anzusehen. Diese Aufgabe komme nun anderen Politikern der Partei zu.

Wagt Obama trotzdem den Tabubruch? Wird er sich in aller Öffentlichkeit gegen Trump stellen? Es wäre ein einmaliger Vorgang. Allerdings agiert Trump als Präsident ebenfalls auf bislang nie dagewesene Art. Obamacare, TPP-Ausstieg, Mauerbau, Einreiseverbot: Der neue Staatschef setzt auf Polarisierung und lässt keine Zweifel aufkommen, dass er von Obamas politischer Leistung nicht viel hält.

Während seiner letzten Pressekonferenz im Weißen Haus sagte Obama, er freue sich nun auf ein Leben abseits des politischen Rampenlichts. “Ich will eine Weile ruhig sein und mich nicht mehr so verdammt viel reden hören.” Doch werde er sich zu Wort melden, wenn er Amerikas “Kernwerte” verletzt sehe.

“Obama, du musst nach Hause kommen”, forderte die US-Tageszeitung “Daily News” jüngst. “Wir brauchen eine Stimme für die Mehrheit der Amerikaner, die nicht für Donald Trump stimmten.”

Mittlerweile steht fest: Obamas Schweigen endete zehn Tage nach der Amtsübergabe. ”Der Präsident (Obama) ist grundsätzlich gegen die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihres Glaubens oder ihrer Religion”, heißt es in einer veröffentlichten Mitteilung.

“Bürger, die ihr Grundrecht wahrnehmen, sich zu versammeln und sich zu organisieren: Das ist genau das, was wir in Zeiten erwarten, in denen amerikanische Werte auf dem Spiel stehen.”

Vor Amtsübergabe – Trump liefert sich Machtkampf mit Obama

Abwarten ist nicht Donald Trumps Stärke (Bild: Flickr/Gage Skidmore)

Es ist politische Tradition: Hat eine US-Wahl einen Wechsel im Weißen Haus zur Folge, führt trotzdem nur der Präsident (“the sitting president”) das Land. Der Sieger hält sich solange bedeckt, bis er den Amtseid abgelegt hat. So soll sichergestellt werden, dass es einen reibungslosen Übergang gibt. Das sorgt für Entspannung in den USA – und auf der Welt. Eine konfus agierende Supermacht? Dazu ein politischer Machtkampf? Das dürfte vielen Staats- und Regierungschefs den Schlaf rauben.

Es gibt nur ein Problem: Donald Trump schert sich um all das wenig. Dabei versuchte das Weiße Haus, die Wogen nach dem brutalen Wahlkampf zu glätten. Barack Obama und Trump trafen sich am 10. November, seitdem telefonieren sie regelmäßig. Obama will eine friedliche und zivilisierte Machtübergabe. So erlebte es der Demokrat 2009, als sein republikanischer Vorgänger George W. Bush das Weiße Haus verließ.

Trump hat erkennbar andere Prioritäten. Der 70-Jährige betreibt eine Neben-Außenpolitik. Wo? Natürlich bei Twitter. Er verurteilte die Enthaltung Washingtons bei einer Israel-Resolution im UN-Sicherheitsrat, er lobte Kremlchef Wladmir Putin für dessen zurückhaltende Reaktion auf die Ausweisung 35 russischer Diplomaten, er forderte eine Atomaufrüstung der USA und kommentierte den Anschlag von Berlin auf verstörend-aggressive Art.

“In mancherlei Hinsicht kastriert Trump die Regierung Obamas”, sagte der Historiker Douglas G. Brinkley der “New York Times”. “Sie vermeiden persönliche Attacken aufeinander, aber hinter den Kulissen graben sie sich das Wasser ab. Ich weiß nicht genau, inwiefern das amerikanische Volk davon profitieren soll.”

Trumps bizarrer Silvester-Tweet

Vor der Übergabe der Macht spitzt sich die Situation zu. Denn Obama wehrt sich. Nach der Israel-Abstimmung bei den UN sagte Sprecher Ben Rhodes. ”Dem gewählten Präsidenten möchte ich sagen, dass es nur jeweils einen Präsidenten gibt. Präsident Obama ist der Präsident bis zum 20. Januar, und wir ergreifen diese Maßnahme, selbstverständlich, als Teil der US-Politik.” Sean Spicer, künftiger Sprecher des Weißen Hauses, antwortete bei CNN: “Er (Donald Trump) ist keiner, der sich zurücklehnt und abwartet.”

Trump schimpft und wütet, als ob er sich noch immer im Wahlkampf befinden würde. Sein Silvester-Tweet, insbesondere der Gruß an seine “vielen Feinde“, denen er “Liebe“ für 2017 wünschte, wirkt da wie ein bizarrer Ausrutscher. Zwei Tage zuvor hatte der Republikaner folgende Nachricht verschickt: ”Tue mein Bestes, die vielen aufrührerischen Aussagen und Hindernisse von Präsident O(bama) zu ignorieren. Dachte, das würde eine reibungslose Amtsübergabe werden – NICHT!”

All das lässt Böses für das neue Jahr – für die kommenden vier Jahre – erahnen.

Obama: “Ich wäre nochmals gewählt worden”

Barack und Michelle Obama nach dem Wahlsieg 2012 (Bild: Flickr/Pete Souza/White House)

Maximal zwei Amtszeiten, dann ist Schluss: Der US-Verfassung zufolge darf ein Präsident nur zwei Amtszeiten von jeweils vier Jahren übernehmen. Diese verfassungsrechtliche Begrenzung wurde 1947 vom Kongress eingebracht und 1951 von der Mehrheit der Bundesstaaten beschlossen.

Wörtlich heißt es im 22. Zusatzartikel der Verfassung: “Niemand darf mehr als zweimal zum Präsidenten gewählt werden. Niemand, der länger als zwei Jahre der Amtszeit, für die eine andere Person zum Präsidenten gewählt worden war, das Amt des Präsidenten innehatte oder dessen Geschäfte wahrnahm, darf mehr als einmal in das Amt des Präsidenten gewählt werden.“

Präsident Barack Obama ist überzeugt, dass er bei einer erneuten Kandidatur für eine dritte Amtszeit gewählt worden wäre. Die Mehrheit der Menschen stehe weiter hinter seiner politischen Vision, sagte Obama in einem vom Fernsehsender CNN und der Universität von Chicago veröffentlichten Podcast.

“Ich glaube an diese Vision, weil ich daran glaube, dass ich, wenn ich nochmals kandidiert und sie vertreten hätte, die Mehrheit der Amerikaner dafür hätte mobilisieren können, sich hinter ihr zu vereinen”, so Obama in dem Interview zu seinem Ex-Berater David Axelrod.

Die Realität sieht bekanntlich anders aus: Obama übergibt sein Amt am 20. Januar an Donald Trump. Der designierte Staatschef reagierte, na klar, auf Twitter auf Obamas Aussage. Trump: „Präsident Obama hat gesagt, dass er denkt, er hätte gegen mich gewonnen. Auf keinen Fall!“

Trump-Berater sagt Trump ab

Familie geht vor: Jason Miller will nicht ins Weiße Haus wechseln. (Bild: YouTube/Fox News)

Jason Miller war Donald Trumps Wahlkampfberater und dessen Sprecher – keine ganz einfachen Aufgaben. Als Kommunikationsdirektor sollte Miller die Medienstrategie des künftigen Präsidenten ausarbeiten. Das Amt hat er jedoch abgelehnt. Es sei nicht der “richtige Zeitpunkt”, erklärte der 41-Jährige. Er wolle mehr Zeit mit seiner Familie verbringen.

Nun übernimmt Sean Spicer den Posten. Spicer war bisher das Sprachrohr der Republikaner und soll Sprecher des Weißen Hauses und der neuen US-Regierung werden. Weitere Mitglieder des Kommunikationsteam sind Hope Hicks und Dan Scavino: Hicks wird Leiter der strategischen Kommunikation, Scavino soll die Social-Media Strategie verantworten.

Trump stellt derzeit sein Regierungsteam zusammen. Der umstrittene Milliardär löst den aktuellen Staatschef Barack Obama am 20. Januar ab.

“Ich trete 2020 an. Als Präsident”

Verbündete und Freunde: US-Präsident Barack Obama und sein Vize Joe Biden (r.).

US-Vizepräsident Joe Biden erwägt offenbar eine Bewerbung ums Weiße Haus. “Ich trete 2020 an. Als Präsident. Und das wisst ihr sowieso, also was zur Hölle”, sagte Biden lächelnd vor Reportern. Diese hakten nach, ob der Demokrat einen Witz gemacht habe.

Der 74-Jährige ruderte daraufhin zurück. “Ich lege mich nicht darauf fest, anzutreten. Ich lege mich auf gar nichts fest.” Er habe gelernt, dass das Schicksal auf merkwürdige Weise ins Leben eingreife. 2008 unterlag Biden im Vorwahlkampf dem aktuellen Amtsinhaber Barack Obama. Ihr Verhältnis gilt als ausgesprochen eng.

Nach der Wahl 2020 wäre Biden 78 Jahre alt. Ex-Präsident Ronald Reagan verließ im Januar 1989 kurz vor seinem 78. Geburtstag das Weiße Haus.

The 3-point plan to restore US growth and opportunity

politics inequality 102

Guest Commentary by Richard Samans

The insurgent candidacies of both Sen. Bernie Sanders and Donald Trump in this year’s presidential campaigns exposed a deep fault line in American economic policy: too few voters today have confidence in the country’s economic stewardship over the past generation.

In fact, Americans – by virtue of their support for Sanders and Trump – have issued a direct intellectual challenge to the market-friendly, internationally-open policy model of the past several decades. As wages have stagnated, inequality has grown and technological change and globalization have continued to disrupt Americans’ lives, more people are demanding an economy that generates both wider social participation and broader distribution of its benefits.

Unfortunately, the question of how we can improve not only the quantity of economic growth but its quality – i.e., its bottom-line payoff to society in the form of sustained progress in median living standards – has not been the top focus of U.S. economic policy for a very long time. But if policymakers are serious about restoring opportunity and upward mobility to the vast number of Americans who’ve felt left behind by the seismic shifts in our national and global economy, the task of structural economic reform to address this challenge must become absolutely paramount.

It’s true that U.S. macroeconomic policy has been anything but inert and complacent since the 2008-09 financial crisis, and great credit is due the Federal Reserve, the Obama Administration and Congress for stabilizing the economy, fostering a recovery and reducing the fiscal deficit to a more sustainable level. But the most important domestic reforms of the past twenty years – such as the Affordable Care Act, the Dodd-Frank financial reform, Leave No Child Behind, the Medicare prescription drug benefit and recent energy and climate rules – were neither aimed at nor had the effect of structurally adapting the economy to the challenges posed to American employment, production and living standards by technological change and globalization.

Read the full article here.

Richard Samans is a Managing Director of the World Economic Forum and former Special Assistant to President Bill Clinton for International Economic Policy, and Senior Director, National Security Council, White House

Barack Obama: 5 standout moments from his presidency

Guest commentary by Stéphanie Thomson

Before he’d even stepped foot in the White House, Barack Obama, the first African American president of the United States, was destined to make history. In a country where segregation between black and white Americans was legal as late as 1964, that was already quite an achievement.

 Barack Obama’s election poster

Barack Obama’s election poster Barack Obama’s election poster Image: Library of Congress
Now, as his two terms at the helm of the world’s most powerful country draw to a close, what else will he be remembered for? That’s a tricky thing to predict; a “fools errand” even, according to what the Pulitzer-winning historian Gordon Wood told New York Magazine when asked the same question. Often, a person’s legacy only becomes clear decades later.

But while it might indeed be too soon to identify the defining policies of Obama’s presidency, there have been a few memorable moments that say as much about him as a person as they do about his time as president.

The beer summit

   President Barack Obama at the

When Henry Louis Gates Jr, an African-American Harvard professor, was arrested outside his home by a white police officer responding to a burglary report, it triggered a national debate about racial profiling. The situation intensified when Obama said that the police had “acted stupidly” during the incident.

Obama’s attempt to de-escalate the situation by inviting both parties to the White House for what the press dubbed “the beer summit” led to this iconic photo, earning him a reputation for a sometimes unconventional approach to diplomacy.

President Barack Obama at the ‘Amazing Grace’


Six years later, and race relations in the US had hit a new low, after several high-profile shootings of unarmed black men. It was against this backdrop of heightened racial tensions that Dylann Roof, a white supremacist, shot and killed nine African Americans during a prayer service in Charleston.

At the funeral of one of the victims, senior pastor and South Carolina State Senator Clementa Pinckney, Obama gave a moving eulogy, breaking out into song at the end. It was, the Atlantic wrote, “his single most accomplished rhetorical performance”.

Shedding a tear for the victims of gun violence

Several mass shootings have taken place in the US during Obama’s presidency, none more shocking than Sandy Hook, where 20 children aged between six and seven were murdered. At the time Obama had hoped their deaths would help galvanize the country into action, but all subsequent attempts at gun control were blocked.

Four years later, in an emotional speech announcing fresh plans to push through change, Obama shed his normally cool exterior and openly cried as he spoke of the “college kids in Santa Barbara, high schoolers in Columbine, and first graders in Newtown”, whose “right to life, liberty and the pursuit of happiness were stripped”.

A stand-up comedian in the White House

“Obama has a comic sensibility that’s edgier and more pop-culture-influenced than we’re used to hearing from politicians,” the Washington Post wrote in an article on the role comedy has played in Obama’s presidency.

Who can forget the White House Correspondents Dinner when he finally laid to rest speculations about his country of birth, or the time he appeared on Zach Galifianakis’ cult comedy show Between Two Ferns.

But he almost always used his comedy to make more important points – like the time he posed with a selfie stick to promote health insurance.

Obama the family man

“Kids love me – partly because my ears are big, and so I look a little like a cartoon character,” Obama told Jerry Seinfeld in an episode of Comedians in Cars Getting Coffee. And Obama seems to love kids.

Some of the most defining photos from his time in office aren’t those from state visits or with other world leaders: they’re of Obama with children. So much so that at the start of the year, #ObamaAndKids was trending online.

And this could be one of his most important legacies, according to the New York Magazine profile of the outgoing president. “He was most effective as a ‘normal’ president, and he helped put the presidency back on a human scale … Future historians will give him full marks for that.”

This article  originally appeared on the Forum Agenda of the World Economic Forum.

Cheerleader-in-Chief

“Ich glaube an sie”: Barack Obama und Hillary Clinton in Charlotte.

Hillary Clinton hat im Wahlkampf auf fulminante Art Unterstützung von US-Präsident Barack Obama bekommen. “Ich bin heute hier, weil ich an Hillary Clinton glaube”, sagte Obama bei seiner ersten Kundgebung mit der designierten Präsidentschaftsbewerberin der Demokraten in Charlotte, North Carolina. Nie habe es jemanden gegeben, die für das höchste Staatsamt der USA qualifizierter wäre. Auf Clintons E-Mail-Affäre ging Obama nicht ein.

Clintons Kampagnenteam nutze den Auftritt, um die Webseite der Kandidatin mit einem großen “He’s with her!” (“Er unterstützt sie!”) aufzufrischen. Auch so kann man Erleichterung ausdrücken.

Der Präsident nahm auch Donald Trump, den potenziellen republikanischen Rivalen von Clinton, ins Visier. “Jeder kann twittern, aber niemand weiß, was es tatsächlich erfordert, Präsident zu sein”, sagte Obama. “Selbst die Republikaner wissen nicht, worüber er redet.” Das Publikum jubelte.

Obama zog während seiner Rede rhetorisch alle Register: Als Cheerleader-in-Chief feuerte er das Publikum zu Jubelrufen an und lobte unter anderem Clintons Vertrauenswürdigkeit. Obama weiß: Das ist Clintons größte Schwäche. Umfragen zeigen, dass viele Wähler die Politikerin schlicht für unehrlich halten.

Obama und die sieben Mandeln

Scheidender US-Präsident: Im Januar 2017 endet Barack Obamas Amtszeit.

Eines ist klar: Als US-Präsident kann man reguläre Arbeitszeiten getrost vergessen. Ein Nine-to-Five-Job im Oval Office? Eher nicht. Für den aktuellen Amtsinhaber Barack Obama gilt das offenbar ganz besonders. Denn für den im Januar 2017 scheidenden Staatschef endet der Arbeitstag nicht am frühen Abend, wenn er mit seiner Familie meist gegen halb sieben zu Abend isst.

Einem Bericht der “New York Times” (NYT) zufolge arbeitet Obama oft bis tief in die Nacht. Der 54-Jährige sehe diese Zeitspanne, die oft erst gegen 2 Uhr morgens endet, als essentiell für seine politisches Schaffen an.

Der Artikel, verfasst von Michael D. Shear, dem NYT-Korrespondenten im Weißen Haus, beschreibt ausführlich, was Obama in den vergangenen siebeneinhalb Jahren nachts im Weißen Haus getan hat. Shear streift dabei auch Obamas Ernährungsgewohnheiten. Dieser gönne sich abends als Abwechslung exakt sieben leicht gesalzene Mandeln. Als Quelle fungiert der ehemalige Koch der Obamas, Sam Kass.

“Die Nacht hat etwas Spezielles”

Obama schätze die Einsamkeit der Nacht und unterscheide sich damit von seinen Amtsvorgängern. George W. Bush machte nie einen Hehl daraus, bereits um 22 Uhr ins Bett zu gehen. Bill Clinton dagegen nutzte die späten Stunden um, na klar, lange Telefongespräche zu führen.

Neben dem Lesen von Papieren und Briefen sei es für Obama besonders wichtig, Reden vorzubereiten. Shear zufolge verbringt der Demokrat regelmäßig Stunden mit seinen Beratern, um wichtige Auftritte vorzubereiten. Diese Treffen endeten oft am frühen Morgen. ”Die Nacht hat etwas Spezielles”, sagte Obamas Chefredenschreiber Cody Keenan der NYT. Das Weiße Haus sei dann kleiner und lasse einen besser denken.

Doch offenbar hat selbst der ansonsten so strebsame Obama ab und an Lust auf Ablenkung. Und dann? Dann tut er Dinge, die viele andere auch tun. Hoch im Kurs stehen offenbar Spiele auf dem iPad und Sport im Fernsehen. Herrlich normal.

The first woman to ever run for the Democratic nomination

By Stéphanie Thomson

They say that history is written by the victors. Perhaps that’s why our history books tend to be dominated by men, with women relegated to bit parts. Of course, there are exceptions: women so powerful and influential that their legacies live on. Queen Elizabeth I, Boudica or Joan of Arc, for example – the same names we hear thrown around when asked to think of leading female historical figures.

But beyond these usual suspects, there are many trailblazing women you’ve probably never heard of. And that’s why we celebrate Women’s History Month every March. It is, as US President Barack Obama said this week, an opportunity to remember those who are all too often overlooked: “During Women’s History Month, we remember the trailblazers of the past, including the women who are not recorded in our history books, and we honour their legacies by carrying forward the valuable lessons learned from the powerful examples they set.”

Meet Shirley Chisholm

By the end of the year, the world’s most powerful country might have its first female president. That would be quite an achievement. But before Hillary Clinton, there was another trailblazing woman most people outside of the US will have never heard of: Shirley Chisholm.

The daughter of two immigrants, Chisolm was born into poverty in Brooklyn. After graduating with a Bachelor of Arts, she taught in a nursery school while at the same time studying for her master’s at Colombia. She later got into politics, and would become the first African-American woman elected to the US Congress, and the first woman and black person to run for the Democratic Party’s presidential nomination.

“I felt that the time had come when a black person or a female person could and should be president of the US – not only white males. I decided somebody had to get it started,” she said in an interview years later.

While her bid was unsuccessful, she laid the foundations for those who would come after her, teaching them that anything was possible.

This post is an excerpt of a longer article by Stéphanie Thomson that originally appeared on Forum Agenda, the blog of the World Economic Forum.

Die Lehren aus der Vorwahl in Iowa

Schlechter Start: Bei der Vorwahl in Iowa landete Donald Trump nur auf Platz zwei.

1. Trump kann tatsächlich verlieren   

Loser, Versager, Underperformer: Natürlich kennt Donald Trump diese Wörter. Allerdings hat er sie bislang nur dazu benutzt, um politische Gegner und Rivalen zu diffamieren. Nun ist Trump jedoch selbst zum Loser geworden. Die ersten Präsidentschafts-Vorwahlen verlor er krachend. Im Bundesstaat Iowa zog sein republikanischer Konkurrent Ted Cruz locker davon. Der Sieg des 45-jährigen Senators aus Texas ist ein schwerer Schlag für Trump, der das Bewerberfeld seit Monaten anführt. Er machte schnell klar, wer für sein schlechtes Abschneiden verantwortlich ist: die Medien.

Kurz nach der Wahl verbreitete sich ein Tweet von Trump aus dem Juni 2014 wie ein Lauffeuer im Internet. “Keiner erinnert sich daran, wer als Zweiter ankam”, zitierte der umstrittene Milliardär den legendären US-Golfer Walter Hagen.

2. Nach der Wahl ist vor der Wahl

Der Ausgang der Vorwahl ist für den selbstbewussten Trump schmerzhaft. Doch der 69-Jährige weiß, dass Iowa nur der Auftakt zu einem Wahlmarathon war, der erst im Juni enden wird. In der Politik ist das eine Ewigkeit. Schon am 9. Februar geht es, “You betcha!“, in New Hampshire weiter. Trump hat genügend Zeit für ein Comeback – die Umfragen dürften ihm Mut machen. Dazu kommt: Iowa ist kein Spiegelbild der USA. Der Bundesstaat ist weißer, ländlicher und konservativer als das übrige Land. Zur Erinnerung: 2008 gewann Mike Huckabee in Iowa, 2012 Rick Santorum. Beiden Republikanern gelang es nicht, genügend Stimmen für die Nominierung zu bekommen.

3. Der wahre Sieger ist Rubio

Marco Rubio landete in Iowa zwar nur auf dem dritten Platz, jedoch fuhr er ein starkes Ergebnis ein. Fast hätte der Senator aus Florida seinen Rivalen Trump überholt. “Wir haben den ersten Schritt unternommen, aber einen wichtigen Schritt, um die Nominierung zu gewinnen”, erklärte Rubio bei einer Kundgebung in Des Moines. Sein Ergebnis dürfte bei den Republikanern für Erleichterung sorgen. Der 44-Jährige ist unter dem Spitzentrio der einzige Politiker, der moderat genug auftritt, um bei der eigentlichen Präsidentschaftswahl am 8. November eine Mehrheit der Wähler von sich überzeugen zu können.

Auf seiner Webseite findet sich bereits der Begriff “Marcomentum”, eine Mischung aus Rubios Vornamen und dem Begriff Momentum, also dem Entstehen einer immer größer werdenden Bewegung, also eines politischen Siegeszugs. 2008 gelang dies beispielsweise einem jungen demokratischen Senator aus Illinois. Sein Name: Barack Obama. Rubios Chancen auf Unterstützung durch prominente Wahlkampfhelfer und Großspenden dürften nach der Wahl in Iowa steigen.

4. Sanders “Revolution” geht weiter

Bei den Demokraten lieferten die sich Favoritin Hillary Clinton und ihr Rivale Bernie Sanders ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Clinton gewann zwar, jedoch blieb unter dem Strich ein hauchdünner Vorsprung von gerade einmal 0,3 Prozentpunkten. Bei den Demokraten ist der Wahlkampf zwischen Clinton und Sanders noch lange nicht vorbei. ”Die politische Revolution hat gerade erst begonnen”, hieß es auf der Facebook-Seite des Senators aus Vermont.

5. Clintons knapper Sieg überrascht

Die ehemalige Außenministerin hat einen steinigen Weg vor sich. Schon wieder. Die Vorwahlen im Jahr 2008 entwickelten sich für Clinton zum Albtraum. In ihrer Kampagne präsentierte sie sich bereits als designierte Kandidatin. Nach einem dramatischen Wahlkampf konnte sich Obama die Nominierung sichern. Acht Jahre später hatte Clinton  genügend Zeit, ihre Kampagne vorzubereiten. Gemeinsam mit Ehemann Bill verfügt die 68-Jährige über das wohl einflussreichste Netzwerk in der US-Politik. Geldsorgen muss sich Clinton dank kräftiger Unterstützung aus der Finanzbranche keine machen. Ihr knapper Sieg überrascht daher umso mehr.

6. Die Favoritin hat ein Problem mit Liberalen 

Nach der Wahl trat Clinton erkennbar gefrustet vor die Kameras. Lautstark sprach sie von einem “Wettkampf der Ideen” und bezeichnete sich als Reformerin und progressive Politikerin. Das zeigt: Clintons Kampagne droht eine Zerreißprobe. Einerseits will sich die Demokratin als pragmatische Alternative zu Sanders präsentieren, die Probleme aufgrund ihrer Erfahrung lösen kann. Doch die Basis ist unzufrieden und fordert frische Ideen. Sanders kann diese Sehnsucht mit seinen radikalen Forderungen befriedigen. Zieht Clinton nun nach und versucht sich als linke Populistin? Zuletzt attackierte sie bereits die Pharma- sowie die Finanzbranche und beklagte die soziale Ungleichheit in den USA.

7. Sanders baut auf die Jungen

Umfragen zeigen, dass vor allem Wähler unter 30 Jahren den 74-jährigen Sanders unterstützen. Clinton dagegen rekrutiert die meisten ihrer Fürsprecher aus dem Lager der 45- bis 64-Jährigen. Der selbsternannte “demokratische Sozialist” kann damit auf eine Wählergruppe bauen, die besonders engagiert und mit einer gehörigen Portion Idealismus zur Sache geht. Es bleibt abzuwarten, ob sich Sanders’ Anhänger im Falle einer Niederlage geschlossen hinter Clinton stellen, hinter die Vertreterin des so ungeliebten Washingtoner Politsystems

8. Sanders hat Heimvorteil, Clinton hat Geld

Umfragen zufolge liegt Sanders in New Hampshire, einem Nachbarstaat von Vermont, klar vor der Favoritin. Siegt der Senator dort nach seinem starken Abschneiden in Iowa, wird Clintons Nervosität und die der Demokraten in Washington spürbar wachsen. Doch – und auch das hat Iowa gezeigt – stimmen die Wahlumfragen nicht immer mit der Wirklichkeit überein. Zuletzt sagten Demoskopen Siege von Trump und Clinton voraus. Weitaus spannender ist, wie sich Sanders Kampagne in den kommenden Wochen entwickeln wird. Clinton mag angeschlagen sein, jedoch verfügt ihr Team über die nötigen finanziellen Ressourcen und organisatorischen Strukturen in den einzelnen Bundesstaaten, um bestens vorbereitet in die monatelange Wahlschlacht zu ziehen.

9. Das Bewerberfeld lichtet sich

Bei den Republikanern lichtete sich nach der Vorwahl in Iowa das Bewerberfeld: Mike Huckabee erklärte auf Twitter das Ende seiner Wahlkampfkampagne. Der frühere Gouverneur von Arkansas hatte sich bereits vor acht Jahren erfolglos um das Präsidentenamt bemüht. Wenig später zogen Senator Rand Paul (Kentucky) und Rick Santorum nach. Bei den Demokraten gab auch Martin O’Malley seine Ambitionen auf das Präsidentenamt auf. Seine Partei müsse sich geschlossen hinter einen Kandidaten stellen, sagte O’Malley.