Trumps schlimmster Tag als Präsident

Der Druck auf US-Präsident Donald Trump wächst (Bild: Flickr/Gage Skidmore)

Für Donald Trump wird es politisch ungemütlich. Und das bereits am 60. Tag seiner Präsidentschaft.

Denn FBI-Chef James Comey hat mitgeteilt, dass seine Behörde mögliche Verbindungen von Trumps Wahlkampfteam mit Russland untersucht – und das bereits seit Juli 2016. Comey sagte auch, dass das FBI über keine Informationen verfüge, die Trumps Abhörvorwürfe in Richtung seines Amtsvorgängers Barack Obama belegten. Comey äußerte sich im Geheimdienstausschuss des Abgeordnetenhauses.

Es geht um brisante Fragen: Hat Russland sich in den US-Wahlkampf eingemischt? Hat Trumps Team im vergangenen Jahr mit Moskau zusammengearbeitet? Was wusste der damalige Präsidentschaftskandidat der Republikaner?

Die US-Geheimdienste glauben, dass Russland hinter Cyberangriffen auf die demokratische Partei steht. Beweis dafür gibt es nicht. Comeys selbstbewusster Auftritt dürfte die Diskussionen erneut anheizen.

Für Trump ist all das ein Desaster. Denn im Fokus der Untersuchungen steht der engste Kreis des Staatschefs – zum Beispiel Ex-Wahlkampfchef Paul Manafort. Sicherheitsberater Michael Flynn musste aufgrund von widersprüchlichen Aussagen über seine Kontakte mit dem russischen US-Botschafter bereist zurücktreten.

Trump musste noch einen Tiefschlag einstecken.

Am 4. März hatte der Republikaner via Twitter behauptet, dass Barack Obama („kranker Typ“) ihn während des Wahlkampfs im Trump-Tower habe abhören lassen. Comey konnte das nicht bestätigen. Mehr noch: Ein Präsident könne ein solches Abhören gar nicht anordnen.

Zuvor hatte Trump via Twitter versucht, alle Vorwürfe auf die Demokraten abzuwälzen. Viel wichtiger sei es, die Personen zu finden, die seit Wochen geheime Informationen an die Öffentlichkeit leakten. Comey entkräftete die Tweets während seiner Befragung – live im TV.

Tweet von Joe Scarborough (Screenshot: Twitter/@JoeNBC)

Der populäre TV-Moderator Joe Scarborough (“Morning Joe”) twitterte: “Ich dachte, Freitag war der schlimmste Tag in Donald Trumps Präsidentschaft. Ich habe mich geirrt. Er ist heute.”

Das Weiße Haus wollte die Abhörvorwürfe gegen Obama nicht zurücknehmen. Regierungssprecher Sean Spicer sagte, die Aussage von Comey habe nichts an der Lage geändert.

“Karikatur eines Präsidenten”

Screenshot: Twitter/McDonaldsCorp

“Ekelhafte Karikatur eines Präsidenten”: Hacker haben über den Twitter-Account von McDonald’s in den USA beleidigende Botschaften an Donald Trump gesendet. Wenig später war die Nachricht gelöscht, der Fastfood-Konzern entschuldigte sich für den Tweet. Im Internet verbreiteten sich trotzdem Screenshots der Nachricht.

(Den Teil mit den “winzigen Händen” finden wir lustig. Sehr sogar.)

Ein Trump-Tweet – und seine Geschichte

“Nicht mein Feind”: Tweet von Donald Trump. (Bild: Twitter/@realDonaldTrump)

Am Freitagabend (Ortszeit) verschickte Donald Trump einen Tweet. Erst einmal nicht ungewöhnlich. ”Feind des amerikanischen Volkes”, “krank”, “unehrlich”: Mit diesen Beschimpfungen reagierte der US-Präsident auf die jüngsten Enthüllungen zahlreicher US-Medien. Auch nicht ungewöhnlich. (Leider.)

Die ”Fake-News-Medien” seien “nicht mein Feind, sie sind der Feind des amerikanischen Volkes”, twitterte Trump. Seine Kritik bezog er auf die Tageszeitung “New York Times” sowie die TV-Sender CNN, NBCNews, ABC und CBS.

In einem ersten Tweet hatte Trump seinen Vorwurf gegen die “New York Times”, CNN, NBC “und viele mehr” gerichtet und ihn mit dem Wort “KRANK!” beendet. Diesen Eintrag löschte er aber wieder.

Die vollständige Geschichte bei “Mother Jones“.

Der republikanische Senator John McCain, ein erklärter Gegner des Staatschefs, verteidigte die freie Presse. “So machen sich Diktatoren ans Werk”, sagte er bei “Meet the Press with Chuck Todd”.

Donald Trump startet Wahlkampf 2020

Donald Trump ist erst seit vier Wochen US-Präsident. (It’s true.) Trotzdem befindet sich der Milliardär schon wieder im Wahlkampfmodus. In einer Rede vor Unterstützern in Melbourne (Bundesstaat Florida) hat Trump erneut gegen die Medien ausgeteilt. Sie seien Teil des korrupten Systems, kritisierte er.

Erstaunlich: Die Versammlung wurde von Trumps Walkampfteam organisiert und nicht vom Weißen Haus. Reporter wollten vom Staatschef denn auch wissen, ob es nicht zu früh für den Start einer neuen Kampagne sei. Trumps Antwort: “Das Leben ist eine Kampagne.” Auch sein Motto “Make America Great Again” sei eine Kampagne.

Der Wahlkampf 2020 ist eröffnet – 3 Jahre und 9 Monate vor der eigentlichen Abstimmung.

“Wie eine fein abgestimmte Maschine”

War was?

Donald Trump ist mit seinen ersten vier Wochen als US-Präsident durchweg zufrieden. Vermutlich sei noch nie ein US-Präsident in so kurzer Zeit so erfolgreich gewesen wie er, sagte der 70-Jährige während einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Er warf, na klar, den Medien vor, seine Erfolge zu verschwiegen. Trump: “Diese Regierung arbeitet wie eine fein abgestimmte Maschine.”

Hier das Video der gesamten Pressekonferenz:

“Quartz” hat die neun “verrücktesten” Momente von Trumps Auftritt zusammengefasst. Der Kommentar von “Spiegel Online”: “Einen Arzt, bitte!”

Wir schließen uns an.

Wie dieser Mann Donald Trump bloßstellt

Rotmaler: Andrew Boynton vom “New Yorker”. (Bild: Facebook/The New Yorker)

Andrew Boynton ist Redakteur des US-Magazins “The New Yorker“. Jüngst analysierte er Donald Trumps Rede zum Start des Black History Month. Dabei stellte er den US-Präsidenten auf denkbar einfache Art bloß. It’s true.

Zum Video gut es hier.

“Spiegel” schockt mit Trump-Cover

So, das ist also das aktuelle “Spiegel”-Cover:

Der Killer-Präsident: aktuelles “Spiegel”-Cover. (Bild: “Der Spiegel”)

Gelungen? Die Meinungen gehen auseinander. Mehr hierhier, hier und hier.

Und so nähert sich der “New Yorker” dem Thema:

Flamme aus: aktuelles “The New Yorker”-Cover. (Bild: “The New Yorker”)

Hier gehen die Meinungen übrigens nicht auseinander. Chapeau, “New Yorker”.