Obama: “Ich wäre nochmals gewählt worden”

Barack und Michelle Obama nach dem Wahlsieg 2012 (Bild: Flickr/Pete Souza/White House)

Maximal zwei Amtszeiten, dann ist Schluss: Der US-Verfassung zufolge darf ein Präsident nur zwei Amtszeiten von jeweils vier Jahren übernehmen. Diese verfassungsrechtliche Begrenzung wurde 1947 vom Kongress eingebracht und 1951 von der Mehrheit der Bundesstaaten beschlossen.

Wörtlich heißt es im 22. Zusatzartikel der Verfassung: “Niemand darf mehr als zweimal zum Präsidenten gewählt werden. Niemand, der länger als zwei Jahre der Amtszeit, für die eine andere Person zum Präsidenten gewählt worden war, das Amt des Präsidenten innehatte oder dessen Geschäfte wahrnahm, darf mehr als einmal in das Amt des Präsidenten gewählt werden.“

Präsident Barack Obama ist überzeugt, dass er bei einer erneuten Kandidatur für eine dritte Amtszeit gewählt worden wäre. Die Mehrheit der Menschen stehe weiter hinter seiner politischen Vision, sagte Obama in einem vom Fernsehsender CNN und der Universität von Chicago veröffentlichten Podcast.

“Ich glaube an diese Vision, weil ich daran glaube, dass ich, wenn ich nochmals kandidiert und sie vertreten hätte, die Mehrheit der Amerikaner dafür hätte mobilisieren können, sich hinter ihr zu vereinen”, so Obama in dem Interview zu seinem Ex-Berater David Axelrod.

Die Realität sieht bekanntlich anders aus: Obama übergibt sein Amt am 20. Januar an Donald Trump. Der designierte Staatschef reagierte, na klar, auf Twitter auf Obamas Aussage. Trump: „Präsident Obama hat gesagt, dass er denkt, er hätte gegen mich gewonnen. Auf keinen Fall!“

Trump-Berater sagt Trump ab

Familie geht vor: Jason Miller will nicht ins Weiße Haus wechseln. (Bild: YouTube/Fox News)

Jason Miller war Donald Trumps Wahlkampfberater und dessen Sprecher – keine ganz einfachen Aufgaben. Als Kommunikationsdirektor sollte Miller die Medienstrategie des künftigen Präsidenten ausarbeiten. Das Amt hat er jedoch abgelehnt. Es sei nicht der “richtige Zeitpunkt”, erklärte der 41-Jährige. Er wolle mehr Zeit mit seiner Familie verbringen.

Nun übernimmt Sean Spicer den Posten. Spicer war bisher das Sprachrohr der Republikaner und soll Sprecher des Weißen Hauses und der neuen US-Regierung werden. Weitere Mitglieder des Kommunikationsteam sind Hope Hicks und Dan Scavino: Hicks wird Leiter der strategischen Kommunikation, Scavino soll die Social-Media Strategie verantworten.

Trump stellt derzeit sein Regierungsteam zusammen. Der umstrittene Milliardär löst den aktuellen Staatschef Barack Obama am 20. Januar ab.

Trump hetzt auf Twitter – “Vanity Fair” jubelt

“Vanity Fair” freut sich über die trumpsche Kritik. (Screenshot: vanityfair.com)

Es war ein typischer Donald-Trump-Tweet: ”Hat jemand die wirklich armseligen Zahlen der Vanity Fair gesehen. Ziemlich unten, großer Ärger, tot!” So lästerte der designierte US-Präsident auf Twitter über die Zeitschrift – und den Chefredakteur: “Graydon Carter, kein Talent, wird rausfliegen.”

Der Grund für Trumps Ärger: “Vanity Fair” hatte kürzlich Trumps Restaurant “Trump Grill” als eines der schlechtesten Restaurants der USA verrissen; nicht einmal Pommes bekomme es hin. Darüber hinaus listete Carter im Vorwort der Dezember-Ausgabe 21 Dinge auf, die nur in den USA möglich scheinen – sie alle bezogen sich auf Trump.

So sei es beispielsweise nur in Amerika möglich, dass ein Mann, für den die Wahrheit ein “unbequemes Konzept” sei, seine Gegner als “Lügner” bezeichne. Oder: ”Nur in Amerika kann jemand, der wegen der kleinsten Kleinigkeiten ausrastet, Verhandlungsführer mit den Russen, Chinesen und Nordkoreanern werden.”

Doch mit seiner Kritik beflügelte Trump den Absatz der Zeitschrift. Eine Sprecherin des Verlags Condé Nast sagte dem Magazin “Folio”, dass “Vanity Fair” den bislang höchsten Abonnenten-Zuwachs binnen eines Tages verzeichnet habe. Die Zahl der Abo-Neuabschlüsse überstieg den Tagesschnitt um das Hundertfache.

Auf seiner Webseite wirbt “Vanity Fair” nun mit folgendem Spruch: “Das Magazin, von dem Trump nicht will, dass ihr es lest. Jetzt abonnieren!”

“Gebärde des Jahres”: Diese Geste steht für Donald Trump

Jurymitglied Christian Gremaud zeigt die Gebärde des Jahres. (Bild: sgb-fss.ch)

Kleine Entscheidung, große Aufmerksamkeit: Der Schweizer Gehörlosenbund SGB-FSS hat die “Gebärde des Jahres” gewählt. Sie beschreibt, na klar, den designierten US-Präsidenten Donald Trump. Die Handfläche wird dabei von der Seite flach auf den Kopf geführt und dann leicht abgesenkt. Die Geste wurde, auch das ist kaum überraschend, von der auffälligen Frisur des Republikaners abgeleitet.

Trump setzte sich im ersten Jahres des Wettbewerbs gegen andere Vorschläge wie “vegan” und “Netflix” durch. “Ausschlaggebend war die Einfachheit der Gebärde, nämlich die Nachahmung der trumpschen Haarpracht und dass sie sich in kurzer Zeit entwickelt und schweizweit etabliert hat”, so der Gehörlosenbund.

Übrigens: Die Trump-Gebärde wird nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Deutschland und in den USA verwendet. “Ich denke deshalb, dass sie sich weltweit verbreiten könnte – einfach, weil man dieses typische Körpermerkmal sofort wiedererkennt”, sagte Jurymitglied Christian Gremaud der “Welt”.

Donald Trump, US-Präsident und TV-Produzent

Am 20. Januar zieht Donald Trump ins Weiße Haus ein (Bild: Flickr/Gage Skidmore)

Am 20. Januar, um 12 Uhr, ist es soweit: Dann wird Donald Trump seinen Amtseid ablegen und neuer US-Präsident sein. Der TV-Reality-Show “Celebrity Apprentice” soll der 70-Jährige aber erhalten bleiben. Das teilte eine Sprecherin des Show-Erfinders Mark Burnett mit. Danach wird Trump in der von NBC ausgestrahlten Neuauflage “The New Celebrity Apprentice” als “Executive Producer” geführt. Zunächst hatte das Branchenblatt “Variety” darüber berichtet.

In der Sendung geht es um Prominente, die um Gelder für Wohltätigkeitsorganisationen kämpfen. Trump war lange als Moderator und Juror zu sehen. Ab dem 2. Januar wird Hollywoodstar und Ex-Gouverneur Arnold Schwarzenegger als Ersatz für Trump zu sehen sein.

Ende November hatte Trump den Rückzug aus seinem Geschäftsimperium angekündigt. Er überlasse sein “großartiges Geschäft” seinen Kindern, schrieb er auf Twitter. Dass er jedoch bei “Celebrity Apprentice” an Bord bleibt, dürfte Fragen über eine potenzielle Verquickung seines Amts mit seinen Geschäftsinteressen aufwerfen.

“Nicht gerade die Rede, die ich halten wollte”

Keine Lust mehr auf Selfies im Wald: Hillary Clinton während ihrer Rede im Kapitol.

Es war Hillary Clintons zweiter öffentlicher Auftritt nach der dramatischen Niederlage bei der Präsidentschaftswahl gegen Donald Trump. Die Demokratin ließ es sich am Donnerstag nicht nehmen, bei der Verabschiedung ihres Parteifreundes Harry Reid in Washington einige Worte an die Öffentlichkeit zu richten. “Es ist nicht gerade die Rede, die ich nach der Wahl im Kapitol halten wollte”, sagte die 69-Jährige. “Aber nachdem ich jetzt ein paar Wochen damit verbracht habe, Selfies im Wald zu machen, hielt ich es für eine gute Idee herzukommen.”

Clinton ging während ihrer Rede auch auf einen einen Vorfall vom Sonntag ein. In einer Pizzeria in Washington hatte ein Mann um sich geschossen; es gab keine Verletzten. Zur Polizei sagte der 28-Jährige, er habe der Behauptung nachgehen wollen, dass Clinton und andere einen Kinderpornoring aus dem Restaurant heraus betrieben hätten.

Die Ex-Außenministerin warnte vor der Verbreitung von Falschnachrichten und Verschwörungstheorien. In diesem Jahr habe es eine regelrechte Epidemie von sogenannten Fake News gegeben. Es sei nun klar, dass diese gefährliche Konsequenzen haben könnten.

“Ich trete 2020 an. Als Präsident”

Verbündete und Freunde: US-Präsident Barack Obama und sein Vize Joe Biden (r.).

US-Vizepräsident Joe Biden erwägt offenbar eine Bewerbung ums Weiße Haus. “Ich trete 2020 an. Als Präsident. Und das wisst ihr sowieso, also was zur Hölle”, sagte Biden lächelnd vor Reportern. Diese hakten nach, ob der Demokrat einen Witz gemacht habe.

Der 74-Jährige ruderte daraufhin zurück. “Ich lege mich nicht darauf fest, anzutreten. Ich lege mich auf gar nichts fest.” Er habe gelernt, dass das Schicksal auf merkwürdige Weise ins Leben eingreife. 2008 unterlag Biden im Vorwahlkampf dem aktuellen Amtsinhaber Barack Obama. Ihr Verhältnis gilt als ausgesprochen eng.

Nach der Wahl 2020 wäre Biden 78 Jahre alt. Ex-Präsident Ronald Reagan verließ im Januar 1989 kurz vor seinem 78. Geburtstag das Weiße Haus.

“Schadenfreude therapy”

Designierter US-Präsident: Donald Trump will im Januar ins Weiße Haus einziehen.

So, wir hier bei “Amerika wählt” mussten den Schock nach der US-Wahl erst einmal verarbeiten. Das hat einige Tage gedauert. Fakt ist: Donald Trump hat die Wahl gewonnen und ist designierter US-Präsident. Am 20. Januar, um 12 Uhr, leistet Trump den Amtseid und wird Nachfolger von Barack Obama. Der 70-Jährige wird dann 45. Staatschef der USA sein. So weit, so unerfreulich.

Erstaunlich: Bei Trumps Anhängern hat die Euphorie nicht sonderlich lange angehalten. Ein Tumblr (“Trumpgrets – schadenfreude therapy”) sammelt die Reaktionen der enttäuschten Wähler. Mehr Trost können wir zurzeit auch nicht spenden. Wobei …

Für seinen Deal zum Erhalt von Arbeitsplätzen eines Klimaanlagenherstellers hat Trump ausgerechnet Kritik von Sarah Palin bekommen. Die Ex-Gouverneurin von Alaska warnte in einem Beitrag für die Website “Young Conservatives“ (You betcha!) vor “kapitalistischer Vetternwirtschaft”.

Ob Palin jetzt noch den Sprung ins Kabinett schafft?