Obamas Anzug twittert jetzt

Es ist eine Nachricht, die wir nicht unter den Tisch fallen lassen wollen. US-Präsident Barack Obama hat jetzt einen twitternden Anzug. Ja, richtig gelesen. Obama, Anzug, auf Twitter. Am Donnerstag beantwortete Obama in einem braungrauen Anzug die Fragen der Reporter im Weißen Haus zu den Konflikten in der Welt. In den sozialen Medien gab es jedoch nur ein Thema: den “Tan Suit”. Darunter versteht man in den USA einen taupefarbenen Sommeranzug.

Auf Twitter gab es bereits während der Pressekonferenz zahlreiche spöttische Kommentare. ”Taupe und Change”, hieß es etwa in Anlehnung an Obamas Wahlkampfslogan “Hope and Change” (Hoffnung und Wandel) aus dem Jahr 2008. Kurze Zeit später verfügte der Anzug gar über einen eigenen Twitter-Kanal.

Maya Rhodan vom “Time”-Magazin schrieb beispielsweise: “Obama ist angezogen wie mein Großvater am Sonntag in der Kirche.” Jenni Avins von der Webseite “Quartz” fragte: “Ist Obama auf dem Weg zu einer Sommerhochzeit?”

Obama trägt in der Regel dunkle Anzüge, taupefarbene Sommeranzüge fallen daher stets auf. Dass er auf diese von nun an verzichtet, ist unwahrscheinlich. Ein Obama-Berater sagte nach der Pressekonferenz zur “USA Today”-Journalistin Susan Page: “Er liebt diesen Anzug.”

Vox.com – die abgebrochene Revolution?

Kaputt. Langweilig. Veraltet. Wenn es um den aktuellen Zustand des Journalismus geht, greifen Kritiker gerne in die Vollen. In vielen Diskussionen in Deutschland finden sich Verweise auf die Situation der US-Medien. Zwei Namen fallen dann besonders häufig: Ezra Klein und Nate Silver. Klein gelang mit politischen Kolumnen für die “Washington Post” ein erstaunlicher Aufstieg. Silver ist der wohl bekannteste Statistiker und Wahlforscher der USA. Dem langjährigen “New York Times”-Blogger Silver gelang des Kunststück, bei der Präsidentschaftswahl 2012 in allen fünfzig Bundesstaaten die Ergebnisse richtig vorauszusagen.

Mittlerweile haben sich beide von ihren jeweiligen Verlagen gelöst und versuchen, mit eigenen Webseiten erfolgreich zu sein. Der US-Sender ESPN übernahm im Juli 2013 Silvers Blog “Five Thirty Eight” (“538″) und machte den Mittdreißiger zum Chefredakteur.

Klein gründete - begleitet von regem Medieninteresse – vor rund fünf Monaten Vox.com. Die mit großen Ambitionen gestartete Webseite liegt zwar bei den Klickzahlen vor “538″, sie leidet aber noch immer unter Startschwierigkeiten. “Vielen Journalisten und Nachrichtenchefs fehlen die Gründe, um zu verstehen, was ‘Vox’ von anderen Webseiten unterscheiden soll”, schreibt “Politico” in einer lesenswerten Analyse.

Der ehemalige “New York Times”-Journalist Bill Keller, der mittlerweile die journalistische Organisation “The Marshall Project” leitet, sagte zu “Politico”: “Ich weiß, warum mich NYTimes.com (für Nachrichten und Meinungsbeiträge) [...] oder ‘Politico’ (Politik) interessieren. Bei ‘Vox’ und ’538′ [...] geht es nicht um Themen, es geht darum, wie man auf die Themen blickt. Der Grund für die Wirkung [der beiden Webseiten] ist nicht so klar.” Nun gehe es darum herauszufinden, wie die Nutzer am ehesten zu binden seien: durch eine Verbreitung in den sozialen Netzwerken oder durch eine starke Marke.

“‘Vox’ existiert seit ungefähr fünf Minuten”, sagte Keller zu “Politico”. “Ezra Klein ist ein kluger Typ, der von anderen klugen Leuten umgeben ist. Es ist noch zu früh, sie abzuschreiben.”

 

Bitte lächeln!

“Glaube an die Herrschaft des Rechts”: Rick Perrys Polizeifoto.

Ein “Mugshot” von einem US-Gouverneur, das sieht man nicht alle Tage. Es scheint so, als ob der Republikaner Rick Perry das bekannte Polizeiprozedere ziemlich gelassen hingenommen hat. Nachdem der texanische Regierungschef in der vergangenen Woche wegen Amtsmissbrauch angeklagt wurde, kündigte er an, sich der Polizei zu stellen. Er tat dies am Freitag in der Hauptstadt Austin. “Ich bin heute hier, weil ich an die Herrschaft des Rechts glaube”, sagte Perry der “Los Angeles Times” zufolge vor dem Betreten des Polizeigebäudes.

Die Anklage ist in den USA umstritten. Die “New York Times” bezeichnete sie als falsch, David Axelrod, ein enger Vertrauter von US-Präsidenten Barack Obama, nannte sie auf Twitter “dürftig”.

Nach Anklage: Rick Perry stellt sich

Der Druck auf Rick Perry wächst. Wegen Amtsmissbrauchs und Nötigung ist der texanische Gouverneur angeklagt worden. Der Republikaner, der als möglicher Präsidentschaftsbewerber 2016 zählt, soll versucht haben, mit einer Veto-Drohung die demokratische Staatsanwältin Rosemary Lehmberg zum Rücktritt zu zwingen. Nun berichtet der TC-Sender CBS, dass sich Perry der Polizei stellen will.

Konkret heißt das, dass Perry zur formellen Bearbeitung der Anklage durch die Behörden seine persönliche Informationen angeben muss. Dabei werden auch seine Fingerabdrücke genommen und Fotos (“Mugshots”) gemacht. Die Gegner des Republikaners dürften sich bereits die Hände reiben.

Die Anklage ist in den USA umstritten. Die “New York Times” bezeichnete sie als falsch, David Axelrod, ein enger Vertrauter von US-Präsidenten Barack Obama, nannte sie auf Twitter “dürftig”. Perry selbst wies die Anschuldigungen zurück. “Diese Anklage läuft auf nichts anderes hinaus als Machtmissbrauch und ich kann und werde nicht zulassen, dass so etwas passiert”, sagte er auf einer Pressekonferenz.

Obama: “Ich muss sehr vorsichtig sein”

Die Krawalle in der Stadt Ferguson nach den tödlichen Schüssen eines Polizisten auf den schwarzen Teenager Michael Brown sind ein Symbol für das bis heute wohl größte Reizthema der USA: die Hautfarbe. Präsident Barack Obama hat in dem Konflikt offensive Worte bislang vermieden. Während einer Pressekonferenz im Weißen Haus sagte er: “Ich muss sehr vorsichtig sein, die Geschehnisse [in Ferguson] vor dem Abschluss der Untersuchungen nicht vorschnell zu beurteilen.”

So bewerten die Medien Obamas Rolle in dem Konflikt:

Die “L.A. Times” analysiert die Hintergründe von Obamas Ferguson-Strategie.

Das “Time“-Magazin vermutet, dass der Präsident versuchen wird, eine Reise nach Ferguson zu verhindern.

Die “New York Times” geht auf die vergleichbare Tragödie um den 2012 in Florida erschossenen Trayvon Martin ein.

Die Nachrichten-Webseite “The Daily Beast” ordnet die zögerliche Reaktion des Demokraten in einen historischen Kontext ein.

Die Politik-Webseite “Politico” erläutert die politischen Motive hinter der Reaktion des Weißen Hauses.

Ebenfalls auf “The Daily Beast” ist ein lesenswerter Artikel zu finden, der erklärt, wie sich Obama – allen aktuellen Annahmen zum Trotz – um junge Afroamerikaner kümmert.

Der TV-Sender “Fox News” kritisiert Obama dafür, die Gewalt in Ferguson nicht explizit verurteilt zu haben.

Für die “Süddeutsche Zeitung” ist Obama im Ferguson-Konflikt ein “farbloser Präsident”. (Eine verunglückte Überschrift für einen ansonsten ausgewogenen Text.)

Kevin Spacey foppt Hillary Clinton

Die Netflix-Serie “House of Cards” ist ein Publikums- und Kritikerhit. Auch Bill und Hillary Clinton sind große Fans der TV-Serie. Ein neues YouTube-Video zeigt eindrucksvoll, wie eng die Clintons mit Hauptdarsteller Kevin Spacey verbunden sind. Spacey spielt in “House of Cards” den skrupellosen Politiker Frank Underwood, der es nur mit Intrigen bis zum Vizepräsidenten der USA bringt.

“Washington ist so langweilig im Sommer, dass ich mich selbst ein bisschen unterhalten muss”, sagt Spacey in seiner bekannt arroganten Underwood-Stimme in dem Clip. Dann greift er zum Telefonhörer und ruft Hillary Clinton an. Allerdings tut er dies mit verstellter Stimme. Hier nun verschwimmen die Grenzen zwischen der TV- und der realen Welt. Denn Spacey ist ein talentierter Imitator des Ex-Präsidenten.

Die ehemalige US-Außenministerin nimmt ab und unterhält sich mit ihrem “Ehemann” über seinen bevorstehenden Geburtstag. Nach einer kurzen Diskussion über mögliche Geschenke und Vornamen für das Kind von Tochter Chelsea fragt Clinton schließlich: “Kevin, kannst Du nicht einfach die Geburtstagskarte für meinen Mann unterschreiben?” Spätestens jetzt wird klar: Der Clip ist eine gut gemachte PR-Aktion der Clinton-Stiftung für den 68. Geburtstag des Demokraten am 19. August.

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass sich Spacey als Clinton-Imitator für die Stiftung einsetzt. 2011 war er Teil einer illustren Runde aus Hollywood-Stars, die in einem amüsanten Video der US-Webseite “Funny or Die” auf die Ziele der Organisation aufmerksam machten.

Perry wegen Amtsmissbrauchs angeklagt

Der texanische Gouverneur Rick Perry ist wegen Amtsmissbrauchs und Nötigung angeklagt worden. Perry, der bei den Republikanern zu den möglichen Präsidentschaftsbewerbern 2016 zählt, soll versucht haben, mit einer Veto-Drohung die demokratische Staatsanwältin Rosemary Lehmberg zum Rücktritt zu zwingen.

Perry wies die Anschuldigungen zurück. Er nannte die Anklage empörend und eine Farce. “Diese Anklage läuft auf nichts anderes hinaus als Machtmissbrauch und ich kann und werde nicht zulassen, dass so etwas passiert”, sagte er auf einer Pressekonferenz.

Sollte der 64-Jährige wegen Machtmissbrauchs verurteilt werden, drohen ihm zwischen 5 und 99 Jahre Gefängnis. Sollte die Grand Jury zum Schluss kommen, dass sich Perry der Nötigung schuldig gemacht hat, wären bis zu 10 Jahre Gefängnis möglich.

2012 war im Rennen um die republikanische Präsidentschaftskandidatur Mitt Romney unterlegen. Dieser er wiederum verlor gegen den demokratischen Amtsinhaber Barack Obama.

Hillary Clinton vs. Stephen Colbert

Ex-Außenministerin Hillary Clinton ist weiter auf Werbetour für ihr Buch “Entscheidungen” (Originaltitel: “Hard Choices”). Dabei entschied sie sich auch für einen “Überraschungsbesuch” beim “Colbert Report”. Mit Moderator Stephen Colbert lieferte sie sich ein amüsantes Duell um VIP-Freunde und politische Bekanntschaften.

Clinton verlor kein Wort über ihre angeblichen Pläne, sich 2016 um die Präsidentschaft zu bewerben. Eine ausführliche (und meist positive) Berichterstattung war ihr trotzdem sicher.

Rand Paul und das “Kamikaze-Interview”

Erika Andiola im Gespräch mit Steve King (vorne). Rechts: Rand Paul.

Der US-Senator Rand Paul gilt als potenzieller Präsidentschaftskandidat der Republikaner für das Jahr 2016. Wenn er die Kampagne (und den möglichen Wahlkampf) überstehen will, sollte er an seiner Standhaftigkeit üben. Im Internet verbreitet sich zurzeit ein auf YouTube gepostetes Video wie ein Lauffeuer, das Paul in einem für ihn äußerst schlechten Licht darstellt.

Der rund siebeneinhalb Minuten lange Clip wurde am Montag in der Stadt Okoboji im Bundesstaat Ohio aufgenommen. Er zeigt eine “Dreamerin”, eine als Kind illegal in die USA eingewanderte Frau, die den Abgeordneten Steve King anspricht. Dieser sitzt mit Paul an einem Tisch, der Senator aus Kentucky beißt gerade genüsslich in einen Hamburger. Als Paul jedoch hört, wie sich Erika Andiola als “Dreamerin” vorstellt, kaut er noch einige Mal und verschwindet.

Gegenüber dem TV-Sender Fox News verteidigte sich Paul. Er sagte, dass ein Mitarbeiter (der ebenfalls in dem Video zu sehen ist) ihn kurz vor Andiolas Auftritt auf einen Interviewtermin aufmerksam gemacht hätte. Aus diesem Grund sei er kurz darauf verschwunden. Das Gespräch selbst bezeichnete er als “Kamikaze-Interview”. Auf YouTube wurde das Video bislang rund 900.000 Mal aufgerufen.

US-Präsident Barack Obama will im Kongress eine Einwanderungsreform ohne die Republikaner durchsetzen. „Wenn der Kongress nicht seinen Job macht, machen wir wenigstens unseren”, sagte er Anfang Juli. In den USA sollen sich rund elf Millionen Menschen sollen illegal aufhalten. Obama will es ihnen ermöglichen, die Staatsbürgerschaft zu erlangen. Der Ausgang der Kongresswahlen im Herbst dürfte die weitere Zukunft der Einwanderungsreform maßgeblich mitbestimmen.

Obamas Telefon-Diplomatie

Wichtige Präsidentenaktivität: Barack Obama während eines Telefonats im Oval Office.

Die (stets lesenswerte) Webseite “Vox.com” hat eine spannende Grafik über die Telefon-Diplomatie von US-Präsident Barack Obama veröffentlicht. Sie zeigt, mit welchen Staats- und Regierungschefs Obama in diesem Jahr am häufigsten telefoniert hat. Ein Blick genügt, um zu erkennen, dass die Ukraine-Krise für einen intensive Austausch mit europäischen Spitzenpolitikern gesorgt hat. Auf Platz eins von Obamas Anrufsliste steht: Kanzlerin Angela Merkel. Gemeinsam auf Platz zwei: Russlands Präsident Wladimir Putin und Großbritanniens Premier David Cameron.

Merkel ist “Vox.com” zufolge “die Figur innerhalb der Europäischen Union mit dem größten Einfluss”. Gleichzeitig sei die EU die mächtigste Organisation, die der Ukraine in der Krise helfen und Russland bestrafen könne. Der zweite wichtige Grund für die häufigen Obama-Merkel-Gespräche dürfte die NSA-Affäre sein.

Die Daten für die Weltkarte stammten vom Reddit-Nutzer nyshtick. Für seine Erhebung griff er auf die Pressemitteilungen des Weißen Hauses zurück.

“Pulp Fiction” in Iowa

Für die “Washington Post” ist es “einer der “bizarrsten Politik-Spots in diesem Jahr”. Die Organisation NextGen Climate des liberalen Umweltschützers Tom Steter nimmt mit einem neuen Video die Republikanerin Joni Ernst ins Visier, die bei den Kongresswahlen im Herbst für Iowa in den US-Senat einziehen will. Letztlich geht es in dem kuriosen Clip um Ernsts Unterstützung für die Lobbygruppe Americans for Tax Reform des Steueraktivisten Grover Norquist. Diesem ist es gelungen, einen Großteil der republikanischen Abgeordneten auf eine Fundamentalopposition beim Thema Steuererhöhungen einzuschwören.

Die “Washington Post” resignierte vor dem Inhalt des einminütigen Clips. Eine logische Zusammenfassung fällt in der Tat schwer. Ein Mann mit Brille (ein “Spin Doctor”?) einem zweiten am Tisch sitzenden Mann (ein Großspender?) die Wahlkampfsituation in Iowa. Letztlich bleibt alles vage und voller Andeutungen. So erinnert beispielsweise der Blick in einen (für den Betrachter nicht einsehbaren) Koffer an den Kultfilm “Pulp Fiction” des US-Regisseurs Quentin Tarantino. “Wir sind ein bisschen verwirrt”, lautet das Fazit der “Washington Post”. Ein bisschen?

Hier das Video:

Happy Birthday, Mr. President

Ein neuer Berater zum Geburtstag? US-Präsident Barack Obama im Weißen Haus.

Heute feiert US-Präsident Barack Obama seinen 53. Geburtstag. Obama nutzte den Anlass, um am Sonntag auf dem Gelände der Andrews Air Force Base eine Runde Golf mit seinen drei Jugendfreunden Mike Ramos, Bobby Titcomb und Greg Orte zu spielen. Obamas Vorfreude auf die kurze Pause von den Krisen dieser Welt muss groß gewesen sein. Die Tageszeitung “The Daily News” berichtete, dass der Demokrat am Freitag geradezu enttäuscht reagierte, als er von Journalisten nicht auf seinen Ausflug nach Maryland angesprochen wurde. “Was ist aus der Geburtstags-Sache geworden”, fragte Obama erstaunt.

In diesem Sinne: alles Gute zum Geburtstag, Mr. President.