Freundschaft à la carte

US-Präsident Barack Obama und Hillary Clinton im Garten des Weißen Hauses

Diese Verabredung war ein heißes Thema in Washington: Am Montagmittag trafen sich US-Präsident Barack Obama und Ex-Außenministerin Hillary Clinton im Weißen Haus zum Mittagessen. Das Weiße Haus veröffentlichte im Anschluss ein Foto auf seiner Flickr-Seite. Ein Sprecher Obamas sagte, dass es für das Essen keinen offiziellen Anlass gab: “In erster Linie geht es um die Freundschaft.”

Trotzdem war das Mittagessen ein wichtiges Thema in der US-Hauptstadt. Beobachter gehen seit langem davon aus, dass sich Clinton 2016 um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten bewerben wird. Clinton selbst schweigt zu dem Thema – im Gegensatz zum sogenannten Super Pac “Ready for Hillary“. Auf Facebook postete die Organisation ein Foto des Treffens. Titel: “Table for Two: 44 and 45.” Mit den Ziffern sind der aktuelle Präsident und dessen Nachfolger gemeint – beziehungsweise dessen Nachfolgerin.

Zu Essen gab es “Politico” zufolge übrigens gegrilltes Hühnchen, Jambalaya und Salat.

Einmal Transparenz bitte

Die “Citizens United“-Entscheidung des US-Verfassungsgerichts bewegt noch immer die Gemüter. Zur Erinnerung: Anfang 2010 entschieden die fünf konservativen Richter am Supreme Court, dass Unternehmen künftig bis zum Wahltag unbegrenzt Mittel zur Werbung für oder gegen politische Bewerber einsetzen können. Begründung: Auch die Firmen profitierten vom Recht auf freie Meinungsäusserung. Die Folge war eine Explosion der US-Wahlkampfbudgets.

Das progressive “Good Magazine” hat sich mit dem Eis-Hersteller Ben & Jerry’s (Hmmm, „Chocolate Chip Cookie Dough“) zusammengetan, um das Urteil in einem nett gemachten Video zu hinterfragen. Titel: “Get the dough out of politics” (“Haltet die Moneten aus der Politik raus”). Eine Kampagnen-Webseite gibt es natürlich auch.

“Es könnte nicht mehr auf dem Spiel stehen”

Es war eine mit Spannung erwartete Rede: Am Mittwoch hat US-Präsident Barack Obama über seine wirtschaftspolitischen Ziele gesprochen. Im Knox College in Galesburg, Illinois, sagte Obama, dass es vor allem darauf ankommen, der Mittelschicht zu helfen. Die Rede war geprägt von Attacken auf die Republikaner, denen der Demokrat vorwarf, politische Lösungen zu blockieren. In den US-Medien rief Obamas Auftritt ein verhaltenes Echo hervor. Keine Überraschung: Die Republikaner warfen dem Präsidenten vor, sich auf einer “Straße ins Nichts” zu befinden.

“A New Birth Of Freedom” – Gettysburg revisited

Guest Commentary by Nick Ragone

July 4th marks the annual celebration of America’s birth. It’s unquestionably the most revered secular holiday in the United States. The dates proceeding the 4th — July 1-3 — aren’t nearly as celebrated — in fact most Americans are unaware of its significance — but one could argue equally as important in American history.

For it was during those three, sweltering, summer days in a little town called Gettysburg in southeastern Pennsylvania where the most pivotal battle of the American Civil War was fought. It was a turning point in the bloody three year war, for the Union army finally stopped Confederate General Robert E. Lee’s advance in the North. Never again would the Confederacy seriously threaten the Union following their defeat at Gettysburg.

This year marks the 150th anniversary of the battle at Gettysburg, and no doubt the small town was overrun with tourists and battle reenactors looking to celebrate America’s past. The other date connected to Gettysburg, however, falls later in the calendar: November 19th. It was then that President Abraham Lincoln delivered the most memorable speech in American history — maybe in all of history.

The Gettysburg Address, as its known, was as brief as it was impactful. At only 272 words, it took Lincoln a mere three minutes to deliver his remarks commemorating the cemetery that marked the final resting place for the fallen Union combatants. Amazingly enough, Lincoln wasn’t even the keynote speaker that day. That honor fell to former Secretary of State Edward Everett, widely regarded as the most gifted orator of the day. Lincoln’s little address actually followed Everett’s two hour oration. It’s hard to fathom an American President taking second billing at an event of this magnitude, but that was the case.

Standard lore has it that Lincoln quickly wrote the speech while riding the train from Washington DC to Gettysburg the day before the ceremony. In fact, the opposite is true: he spent weeks carefully crafting his remarks — he painstakingly labored over each word — in an effort to subtlety shift the meaning of the war in the mind of the public.

In Lincoln’s mind, no longer was the war simply about preserving the Union. “We here highly resolve that these dead shall not have died in vain,” he closed the speech, “that this nation, under God, shall have a new birth of freedom — and that the government of the people, by the people, for the people, shall not perish from the earth.”

It was the first time Lincoln fused the idea of union with universal freedom. The war was more than just a way to hold the Union together. Now it was about freedom and equality for all Americans. It was a subtle, but important, shift — one that would re-make the American landscape forever thereafter.

Nick Ragone is a partner and Director of Ketchum’s Washington office and author of Presidential Leadership: 15 Decisions that Changed the Nation.

Wählerstimmen durch Emotionsanalyse: Der Big Data Trend aus den USA

Dieser Beitrag ist zu erst bei wahl.de erschienen.

Das Personal Democracy Forum (PDF) ist eine der weltgrößten Veranstaltungen zu Politik und Technologie. Auf der diesjährigen Ausgabe stand ein Thema im Vordergrund, das auch hier zu Lande heiß diskutiert wird: Big Data.

Im vergangenen US-Wahlkampf als der entscheidende Faktor wahrgenommen, findet die Analyse und Auswertung von personenbezogenen Daten im deutschen Wahlkampf aus datenschutzrechtlichen Gründen bisher kaum statt. Ein Fehler sagen die einen, ein Glück die anderen. In den USA hingegen ist man bereits ein Schritt weiter. Cyrus Krohn, ein ehemaliger Mitarbeiter der republikanischen Partei, und Sara Critchfield von Upworthy sprachen auf dem PDF über die emotionale Komponente von Datensätzen. Krohn verwies dabei auf ein aktuelles Vorgehen der republikanischen Partei. Die möchte durch die Analyse von Emotionen Wählerverhalten vorhersagen und so neue Wähler gewinnen. Krohns These:

Nicht die Analyse von bisherigen Nutzeraktivitäten im Internet führt zum Erfolg, sondern die Deutung von Emotionen.

Krohn begründet dies damit, dass Emotionen Handlungen auslösen und somit die Deutung von Emotionen Rückschlüsse auf das zukünftige Verhalten zulässt.

Mit Emotionalität Klicks erzeugen

Ähnlich spannend war der Vortrag von Sara Critchfield. In ihrer Präsentation erklärt sie das Erfolgsgeheimnis ihres Unternehmens Upworthy. Es liegt in der Kombination aus Emotionen und Analyse. Um Inhalte viral werden zu lassen, setzt Upworthy zum einem auf die klassische Auswertungen von Daten. So werden z. B. bis zu zehn Überschriften getestet. Zum anderen liegt der Fokus auf der emotionalen Verbindung der Redakteure zu den Stücken. Als konkretes Beispiel nannte sie das Video eines jungen Musikers, der kurz nach Veröffentlichung an Krebs verstarb.

Das brachte den zuständigen Redakteur mehrfach zum Weinen. Er erkannte daraufhin das Potential des Videos und steckte schließlich noch mehr Zeit und Energie in die Verbreitung. Das von Critchfield beschriebene Vorgehen beschränkt sich nicht nur auf ihr eigenes Unternehmen und unpolitische Inhalte, sondern war bereits im vergangenen amerikanischen Wahlkampf zu entdecken.
Und Deutschland?

In Deutschland liegt die Sammlung und Auswertung von personenbezogenen Daten im Wahlkampf noch weit hinter den USA zurück. Dies hat auf der einen Seite mit den deutlich strengeren Datenschutzvorgaben zu tun, die eine Zusammenführung unterschiedlicher Datensätze nicht zulässt. Ein anderer Grund ist die Zurückhaltung der Parteien. Trotz allem ist davon auszugehen, dass die Nutzung von Big Data in der deutschen Politik in Zukunft weiter zunehmen wird.

“Made in Ohio” – Interview with Governor John R. Kasich

John R. Kasich (R), Governor of Ohio and former member of the U.S. House of Representatives for Ohio’s 12th district (1983 – 2001), answered our questions about the strength of “Made in Ohio”, his home state’s special relationship with German companies, his recipe to avoid Washington-style gridlock in America’s most prominent battleground state and his perspective on the Prism-debate. He did not reveal, however, if his impressive economic and fiscal track record will prompt him to aim for the Republican nomination in 2016.

In recent business rankings, Ohio beat most neighboring states. What’s your recipe for success?

Ohio was just named the state with the most improved business climate by Chief Executive magazine in its survey of more than 700 CEOs.  That is impressive and a reflection of what we have done to strengthen our state’s finances without a tax increase, cut taxes, streamline regulations and eliminate red tape, and reform our economic development system. We need to keep driving on all of these fronts and make sure that job creators have access to a workforce with the skills they need, but the formula is not complex, you just need the will to pursue it and not every state has that will the same way we do here in Ohio.

States like North Carolina, Florida, or Texas are still seen as more business friendly. How will you close that gap?

All of those states have lower overall tax burdens than Ohio, which is why we have cut taxes and are pursuing more tax cuts.  We can continue to restrain state government’s costs so we can reduce taxes and we need to help local governments do so as well.  Education and training are critical also. We lead those states already with our higher education and research systems, especially in health care.  Better articulating those resources with the needs of job creators will be a leap-ahead achievement for us and we have got major resources behind that effort.

German companies are strongly represented in Ohio. What makes the state attractive for foreign investment?

Ohioans have a long tradition of making things, discovering things and inventing things—it is in our blood, we work hard at it and that focus on innovation continues today.  For companies from Germany, where there is also a strong focus on research and development, Ohio seems very familiar. When you combine that ingenuity and the people and institutions that support it, with our advantages of location, the advantages become even greater. Ohio’s combination of innovation, location and workforce is the best in North America.  We are within 600 miles of 60 percent of the population and have the world-class highway, rail and water links to fully leverage that proximity.   The companies that are here stay here and grow here because they simply cannot duplicate their Ohio experience anywhere.

Ohio is the battleground state. How do you avoid being trapped in constant campaigning?

It is no more complex than simply choosing a better path. Weathervane policymaking can be a big temptation for some, and we see the product of it every day in Washington—gridlock. The best solutions to tough problems often are not the most popular ones, but that does not mean you walk away from them.  If innovation produces complaints from the entrenched interests that are feeding off the status quo, so be it.  Governance based merely on the avoidance of complaints is doomed to paralysis. Governance that is based on putting Ohio on a path to sustainable, broad-based prosperity is what Ohioans demand and deserve, and it is the North Star by which our Administration sets our compass.

Your political trademark is fiscal responsibility. Is the NSA’s Prism program a good use of American taxpayer’s money?

National security and foreign policy are not state-level issues so I try to resist weighing in on them in an official capacity. There is an increasing willingness to politicize these types of issues and I think that can interfere with our efforts to formulate and implement the best solutions for keeping America safe. That does not mean I do not have very strong views on them, especially on privacy and the duty of government to respect individual liberty, nor should anyone assume that I am not concerned by what I have read in the newspaper lately. It just means that I think we need a more constructive, less political dialogue in these areas so that Americans can be confident that their safety—and nothing else—is what’s driving policymaking.

To learn more about Governor John Kasich visit his website or follow him on twitter @JohnKasich