Romney gewinnt Arizona und Michigan

Knapp in Michigan, deutlich in Arizona: Mitt Romney hat beide republikanischen Vorwahlen am Dienstag gewonnen und jeweils Rick Santorum auf den zweiten Platz verwiesen. Newt Gingrich und Ron Paul spielen machen momentan nur noch unter sich aus, wer den letzten Platz bei der jeweiligen Vorwahl bekommt.

In Arizona gewann Mitt Romney wenig überraschend sehr deutlich mit knapp unter 50 Prozent der Stimmen vor Santorum (26 Prozent) und Gingrich (16 Prozent). Auch hier zeigt sich aber, dass Santorum und Gingrich sich noch selbst kannibalisieren und so keiner von beiden in Staaten wie Arizona ein ernstzunehmender Herausforderer von Romney sein kann.

Auch in Michigan, dem Staat, in dem Romney aufgewachsen ist und in dem sein Vater Governeur war, konnte Romney triumphieren. Allerdings war es ein knapper, dreckiger Sieg, finanziert mit Wahlwerbe-Millionen und Negative Advertising seiner Super PAC. Daher ist dieser Romney-Sieg aus Sicht seiner Gegner eigentlich eine Niederlage – und ein eindeutiges Zeichen seiner Schwäche. Ein Ende der Vorwahlen ist und bleibt so immer noch nicht in Sicht. Denn im wichtigen Battleground-State Ohio führt Santorum den letzten Umfragen nach bisher deutlich. Noch. Denn Mitt Romney wird den Bundesstaat bald mit seinen Wahlkampfmillionen überfluten.

Und selbst Newt Gingrich macht sich trotz seiner Niederlagenserie noch Hoffnungen. Denn in Georgia bleibt Gingrich stabil und führt seit Wochen in allen Umfragen deutlich.

Interessant bleibt die Rolle von Ron Paul, der nie eine Chance hatte und trotzdem sicher bis zum bitteren Ende im Rennen bleiben wird. Mittlerweile mehren sich Vorwürfe, so Politico, dass Paul zumindest passiv im Romney-Camp ist. Denn er attackiert mehrheitlich Santorum und Gingrich und schont Romney zumindest in der Stärke seiner Attacken. Politico spekuliert, dass er damit eventuell seinem Sohn Rand Paul eine Chance einräumen will, als möglicher Vizepräsident auf den Romney-Zug aufzuspringen.

Derjenige, der am meisten vom konfusen und hässlichen Vorwahlkampf der Republikaner profitiert, ist jedoch Barack Obama. Sein Approval Rating steigt kontinuierlich (wenn auch von einem relativ niedrigem Level) und auch im Vergleich mit seinen möglichen Gegnern bei der Präsidentschaftswahl liegt er momentan deutlich vorne (Battleground Poll // Politico & George Washington University // 22. Februar). Hier führt Obama mit 53-43 Prozent gegen Romney und 53-42 gegen Santorum. Keine guten Aussichten also für die GOP.

Photo Credit: “Mitt Romney” // Gage Skidmore // Flickr

Basketballer für Obama

Gestern fragte Torsten Landsberg im Freitag, ob Obama auch 2012 wieder die US-HipHop-Szene für sich mobilisieren kann – und diese dann für ihn wieder vor allem die Jungwähler. Sein Fazit: die Begeisterung hat zwar nachgelassen, aber auch 2012 stehen Künstler wie Jay-Z, John Legend oder auch Will.i.am (der das wichtige “Yes We Can”-Musikvideo produzierte) wieder an seiner Seite.

Auch um eine andere Unterstützergruppe muss sich Obama anscheinend keine Gedanken machen: um die Profibasketballer und Funktionäre der NBA. Viele von ihnen unterstützten Obama bei der letzten Wahl nicht nur monetär, sondern riefen öffentlich zu seiner Wahl auf. Auch dieses Jahr scheinen die Sympathien klar verteilt: Kurz vor dem All-Star-Spiel der besten bzw. beliebtesten Basketballer schaute Obama noch persönlich bei einem Fundraising-Event im Hause von Vince Carter einem Teamkollegen von Dirk Nowitzki bei den Dallas Mavericks, vorbei. Mit dabei waren unter anderem auch Magic Johnson, Chris Paul, Mark Cuban (der Besitzer der Dallas Mavericks) sowie Ligaboss David Stern.

“I just want to say, thank you so much for settling the lockout, because I don’t know what I would be doing with myself if I didn’t at least have some basketball games around.”

Geldsäcke mit Spendierhosen – Neue ‘Super donors’ mischen den Wahlkampf auf

Fast die Hälfte aller US-Kongress-Abgeordneten sind Millionäre, berichtete ABC News letzten November. Betrachtet man also die Zahl der dort verkehrenden vermögenden Privatpersonen, ist der Kongress einer der erlauchtesten Privat-Clubs der Welt. Dumm nur, dass, wer hier Mitglied sein will, noch den Umweg über öffentliche Wahlurnen machen muss. Die besten Chancen hat, wer die öffentliche Meinung zu seinen Gunsten beeinflussen kann.

Und was für Kongressabgeordnete gilt, stimmt für potentielle Präsidenten erst recht. Nach der de facto Aufhebung der Begrenzung von Wahlkampfspenden - sie dürfen nur nicht direkt an die Kampagnen der Kandidaten gehen – zeichnet sich ab, dass bereits für die Kandidatenkür der Republikaner mehr Cash verbrannt wird als je zuvor. Besonders hervor sticht hier eine Gruppe von “Super donors” – das sind schwerreiche Geldsäcke. Knapp zwei Dutzend von ihnen haben seit Beginn des Wahlkampfes insgesamt rund 50 Millionen Dollar an Political Action Committees (PACs) gezahlt. Diese politischen Bündnisse unterstützen formal eine politische Position, sind aber in Wahlkampfzeiten praktisch kaum etwas anderes als gekaufte Geschütze für oder gegen bestimmte Kandidaten. Eine Übersicht gibt’s hier.

Dass die Sonne in Texas übrigens besonders heiß brennt, zeigt das Beispiel von Super-PAC-super-donor Harold C. Simmons. Der reiche Geschäftsmann aus Dallas ist bereits 14 Millionen Dollar losgeworden – an verschiedene republikanische Bewerber für die Präsidentschaftskandidatur . Spendete er zunächst mehrere Hunderttausend Dollar an ein PAC, das dem glücklosen Rick Perry nahestand, folgten kurz darauf Spenden an ein Newt Gingrich-freundliches PAC. Einen Scheck erhielt auch ein PAC, das Mitt Romney unterstützt und diesem dabei half, Newt Gingrich Ende Januar in Florida auszuknocken. Seine Wunden lecken durfte Gingrich dann aber wieder mit neuem Geld von Simmons. Der texanische Milliardär lebt den Zweifel. “Ich nehme an, er wollte nur helfen”, kommentiert sein Sprecher lapidar.

Der Obama-Mix

Barack Obama hat ja neulich seine Spotify Playlist veröffentlicht. Und da sind ein paar schöne Tracks drauf. Das fanden wohl auch Mick Boogie und Terry Urban, die aus den einzelnen Stücken flugs einen schönen Mix gemacht haben. Bei Soundcloud gibt es den Mix zum Download – oder einfach im Stream anhören.

Mit dabei sind unter anderem Aretha Franklin, Al Green, U2, Bruce Springsteen und sogar Ricky Martin. Aber damit ist auch für jeden Wähler was dabei, von Soul über Rock bis hin zu Country. Nur Rap fehlt, obwohl Obama da ja durchaus Vorlieben hat. Das scheint aber Kalkül zu sein, wie David Graham schreibt. Er hat sich im Atlantic mal ein paar Gedanken über die Auswahl der Songs auf der Playlist gemacht.

Via whudat.de. Cover Art by M-C.

Links /// 21/02/2012

  • Politico: Rick Santorum sammelt jetzt auch dringend benötigte Wahlkampfspenden ein. Wie bei Obama 2008 scheint der Großteil davon von Kleinspendern zu kommen.
  • USA2012.at: Yussi Pick über Rick Santorum und Mitt Romney und ihr Problem mit sog. Google Bombs.
  • Campaign Stops [NYT]: “Is this the end of market democracy?” fragt Thomas B. Edsall und stellt fest, dass weder Demokraten noch Republikaner Antworten auf die Herausforderungen der Zukunft haben – und auch nicht die richtigen Fragen stellen.
  • Indecisionforever.com: Eine Sprecherin von Rick Santorum stellt fest, dass Obama “radical islamic policies” verfolgt. Gehirnwäsche oder doch bloss Freud’scher Versprecher?
  • Democracy in America [Economist ]: Auch Leute aus dem Dunstkreis von Occupy Wall Street haben jetzt eine Super PAC gegründet. Können die Super PACs also doch demokratische Werkzeuge für US-Bprger sein?
  • TPM: Zwei Charts, die Obama erfreuen und die Republikaner erschaudern lassen.
  • New York Daily News: Sheriff Paul Babeu tritt von seinem Posten als Co-Chairman der Romney-Kampagne in Arizona zurück. Er soll seinen mexikanischen Ex-Lover mit der Ausweisung gedroht haben.

Photo Credit: “USA” // loop_oh // Flickr

Christliche Thras Metaller für Santorum

Das ist doch mal ein Endorsement für Rick Santorum: Dave Mustaine, der Frontmann der heiteren Thrash Metaller von Megadeath, möchte Santorum gerne im Weißen Haus sehen:

“You know, I think Santorum has some presidential qualities, and I’m hoping that if it does come down to it, we’ll see a Republican in the White House… and that it’s Rick Santorum.”

Mustaine hat wie Christine O’Donnell in jungen Jahren auch mal ein bisschen mit Schwarzer Magie rumgespielt, ist aber seit einiger Zeit wiedergeborener Christ. Und da kann man ja nur für Santorum sein.

Viele Musiker, Schauspieler und Künstler haben sich ja bei der letzten Wahl für Obama ausgesprochen, neben Country-Musikern finden sich dort eher selten Republikaner. Daher hat Santorum mit diesem vermeintlichen Endorsement seinen Mitbewerbern einiges voraus. Herzlichen Glückwunsch! Angeblich soll Mitt Romney in Verhandlungen mit der Punk Band Agnostic Front für ein Endorsement stehen, um hier gleichzuziehen und die Primary in Michigan nicht zu gefährden.

Gawker sieht sich ob dieser Entwicklungen nun gewzungen, eine Übersicht mit den Endorsements der Metal-Szene zu führen. Denn Alex Skolnick von Testament scheint doch tatsächlich Obama zu unterstützen.

Happy President’s Day!

Am President’s Day meldet sich auch Sarah Palin wieder zu Wort. Toll. Ich habe ihre engelsgleiche Stimme schon vermißt.

“We stand today at the symbolic crossroads of our nation’s history…” Ok, das reicht. Was auch immer sie meint. Schön ist wenigstens, dass im Video nicht nur so alte Knacker wie Lincoln und Washington (leben die eigentlich noch?), sondern dass man vor allem die größte und klügste Präsidentin von allen immer schon sieht: Sarah Palin.

Rick Santorum hat Präsident Obama übrigens auch herzlich zum President’s Day gratuliert:

Rombos Schlammschlacht

[youtube width="500" height="350"]http://www.youtube.com/watch?v=OtOcrS6axnE[/youtube]

Wunderbarer Vorwahlkampf: Der Republikaner Rick Santorum hat ein neues und sehr amüsantes Web-Video veröffentlicht, in dem er die angeblich schmutzigen Kampagnenstrategien seines Konkurrenten Mitt Romney anprangert.

In dem rund 30 Sekunden langen Video – der Titel lautet “Rombo” – attackiert ein Mitt-Romney-Double Pappaufsteller von Santorum mit einem Schlamm-Maschinengewehr. All das macht den Clip, der auf den Actionklassiker “Rambo” anspielt, bereits zu einem Höhepunkt im republikanischen Vorwahlkampf. Dazu kommt mit einem kurzen Auszug aus Georges Bizets Oper “Carmen” eine musikalische Untermalung, die sich klar von anderen Wahlkampfvideos unterscheidet. Der Spot beginnt mit dem Satz “Mitt Romneys Schmutzattacken-Maschine ist zurück” und schließt mit “Am Ende fallen die hässlichen Anschuldigungen auf ihn zurück”. Passend dazu hat das Gewehr des falschen Romneys Ladehemmung – und feuert den bräunlichen Schlamm auf ihn selbst. Auf Youtube haben sich in drei Tagen fast eine Viertelmillion Nutzer das Video angesehen. Ein Achtungserfolg für den konservativen Ex-Senator aus Pennsylvania.

“Mashable.com” schreibt, dass die Santorum-Kampagne den Clip als TV-Werbung im US-Staat Michigan schaltet. Dort – und in Arizona – finden am 28. Februar die nächsten Vorwahlen der Republikaner statt. Aktuellen Umfragen zufolge liegt Santorum in Michigan und auf Bundesebene mittlerweile vor Romney.

Zweikampf um Michigan

“I want to make Michigan stronger and better. Michigan’s been my home, and this is personal.”

Mitt Romney muss in Michigan gewinnen. Michigan ist sein Heimatstaat, dort ist er aufgewachsen. Und dort sah er in allen Umfragen lange auch als eindeutiger Sieger aus. Doch seit dem rasanten Aufstieg von Rick Santorum schwankt der Favorit erheblich. Nicht nur US-weit liegt Santorum mittlerweile vorne, auch in Michigan, rund um die Motor City Detroit, hat Santorum mittlerweile die Nase knapp vorne.

Romneys Reaktion?

Seine Super PAC Restore our Future attackiert Santorum nun erstmals direkt in einer Fernsehwerbung: “Rick Santorum. Big Spender. Washington Insider.”

Romney selbst setzt darauf, dass ihn die Menschen in Michigan wählen, weil er einer von ihnen ist. Nicht weil dort auch alle Millionäre sind, sondern weil – und das haben wohl viele vergessen – Mitt Romney im Staat an den Great Lakes, dem Herzen der amerikanischen Autoindustrie, aufgewachsen ist: “This is personal.”

Dazu hat er einen Wahlspot produzieren lassen, in dem Romney im Auto – natürlich fährt er hier auch mal selber Auto, auch noch einen Mittelklassewagen, höchstwahrscheinlich amerikanisch. Nostalgie wird angerufen, Emotionen sollen geweckt werden. Und natürlich waren und sind die Demokraten schuld, dass es Detroit und Michigan so schlecht geht:

President Obama did all the things that liberals have wanted to do for years and still, people in Detroit are distressed.

Nur: Es ist mittlerweile eigentlich einhellige Meinung, dass Obamas großer Bail Out die Autoindustrie in der Motor City gerettet hat. Ohne diese Hilfsmaßnahmen würde es GM und Chrysler wohl nicht mehr geben. Zudem hat Romney selber 2008 in der New York Times ein Op-Ed mit dem Titel “Let Detroit go bankrupt” geschrieben. Der Name ist Programm. Das dürfte auch heute noch ein Problem für Romney sein.

Aber das war natürlich alles nicht so gemeint damals, und 2008 ist schon so lange her. Mitt Romney wäre nicht Mitt Romney, wenn er nicht auch hier den Gottlieb Wendehals geben würde. In einem neuen Op-Ed für die Detroit News versucht er seinen damaligen Standpunkt zu verteidigen.

Außer peinlicher Nostalgie (” grew up drinking Vernors and watching ballgames at Michigan & Trumbull. Cars got in my bones early. And not just any cars, American cars.”), billigem Pathos (“Their dream is alive in all of us who have ever called Detroit home.”) bietet das Op-Ed aber nur Argumente der Kategorie “Hätte-hätte-Fahrradkette”.

Steve Rattner, der damals für Obama den Bail Out für Detroit konzipierte, reagierte auf das Op-Ed prompt:

“Romney’s op-ed piece once again demonstrated that he is either completely clueless or thoroughly disingenuous when it comes to the auto rescues. The fact is that had the government not stepped in (under both President Bush and Obama), GM and Chrysler would have closed their doors and liquidated, bringing down the entire auto sector, with them. With suppliers also closed, Ford would have had to shut, at least for a time. More than a million jobs would have been lost. Michigan, and the entire industrial Midwest, would have been devastated.”

Die Demokraten freuen sich denn auf den Primary auch besonders. Denn (wieder eine Besonderheit des Primary-Systems) die Vorwahlen in Michigan sind sogenannte Open Primaries, das heißt es können auch Einwohner des Bundesstaates abstimmen, die nicht Mitglied der Republikaner sind.

Daher werden zumindest einige Demokraten versuchen, Romney einen Denkzettel zu verpassen. Zudem hilft jede Stimme gegen Romney momentan vor allem Rick Santorum. Und der wäre ein Wunschgegner für Barack Obama.

Photo Credit: “Motor City Bar in the morning” // holycalamity // Flickr

Dogs Against Mitt Romney

Wir hatten ja bereits im September kurz drüber berichtet: Mitt Romney hat ein Problem mit Hundeliebhabern. Denn er hat seinen Hund mal ziemlich mies behandelt, hier nochmal kurz die Zusammenfassung:

Romney hatte den Familienhund 12 Stunden lang in einem mobilen Hundezwinger auf dem Dach eines Autos relativ schutzlos quer durch die USA kutschiert. Der Hund fand das wohl nicht gut. Faszinierenderweise hatte Romney diese Episode in einem Interview mit dem Boston Globe 2007 selber publik gemacht – und als Beispiel für sein “emotion-free crisis management” angeführt, da er den Hund auch nicht mal schnell zum Gassi gehen vom Dach geholt hat (was der Hund wohl nach ein paar Stunden Fahrt auf dem Dach begrüßt hätte), sondern Hund, Auto und Hundezwinger einfach mal schnell mit einem Wasserschlauch abgespritzt hat, damit alles wieder schön sauber ist.

Die dazugehörige Facebook-Gruppe “Dogs Against Mitt Romney” hatte damals noch ein paar hundert Fans. Mittlerweile sind es mehr als 26.000 Fans, Tendenz steigend. Denn nicht nur Newt Gingrich hatte das Thema aufgegriffen, vor kurzem twitterte auch Obama-Berater David Axelrod ein Foto von Obama und First Dog Bo in einer Limousine mit dem Zusatz “How loving owners transport their dogs.” Auch auf Twitter gibt es unter dem Hashtag #irideinside ordentlich Buzz – für Hunde und gegen Mitt Romney.

Da nun auch Medien wie Slate oder die New York Times die Geschichte wieder aufgreifen, wird sich die Hundelobby sicher weiter über Aufmerksamkeit freuen.

Adele vs Newt

I know the Mormon’s the other guy
Funny that it’s you who has juggled three wives
Now you want a base up in outer space
The only moon that you’ll see is my ass in your face

Zugegeben, zur echten Adele hört man dann doch noch einen Unterschied. Aber die Macher haben sich hier echt Mühe gegeben, Newt Gingrich im schlechtmöglichsten Licht erscheinen zu lassen. Ich bin mir aber noch nicht sicher, aus welcher Ecke das jetzt kommt. Aber sowohl Gingrichs Primary-Gegner als auch alle Demokraten freuen sich über dieses virale Video. Ich mag da ja voreingenommen sein, aber Anhängern von sagen wir Rick Santorum trau ich irgendwie so ein Video einfach nicht zu.

[via Erik Meyer]

Happy Birthday, Simpsons!

“The next value I speak of must be forever cast in stone. I speak of decency, the moral courage to say what is right and condemn what’s wrong, and we need a nation closer to the Waltons than the Simpsons. An America that rejects the incivility, the tide of incivility and the tide of intolerance”. — President George H. W. Bush // Jan. 27 1992 // in a speech during his re-election campaign

“Hey, we’re just like the Waltons. We’re praying for an end to the Depression, too.” — Bart Simpson // in response to President Bush // Episode: Stark Raving Dad

Ralph Wiggum for President! Ob Cameos von Clinton, Bush, Dole, Carter, ob Seitenhiebe auf den eigenen Schwesterkanal Fox New (“Fox News: ‘Not Racist, But #1 With Racists”), ob die Thematisierung des Konflikts zwischen Evolution und Kreationismus (The Monkey Suit) oder einfach wiedergeborene Frömmler wie Ned Flanders (“I wish we lived in a place more like the America of yesteryear that only exists in the brains of us Republicans.”) – die Simpsons und ihre, nun ja, doch eher progressiven Autoren waren immer politisch, immer subsersiv, immer gesellschaftskritisch.

Am kommenden Sonntag feiern die Simpsons einen runden Geburtstag: Fox wird dann die 500. Episode ausstrahlen. Vielleicht taucht darin ja auch wieder ein Simpsons-Charakter auf, der wie Ralph Wiggum US-Präsident werden will. Auf jeden Fall wird in den folgenden Episoden sicher wieder auch der ein oder anderen Kommentar zum Wahlkampf auftauchen. Hoffentlich!

Chuck Norris entscheidet die Wahl // Gingrich wird neuer US-Präsident

Wer soll ihn jetzt noch stoppen? Umfragen hin oder her – Newt Gingrich ist der neue Favorit und Champion der Republikaner und wird Obama im November mit einen ordentlichen Roundhouse-Kick aus dem Weißen Haus befördern. Denn Chuck Norris wird Newt Gingrich wählen. Das hat Gingrich jetzt noch einmal auf seiner Homepage klar gestellt.

Nach Rick Perry, Herman Cain und Sarah Palin hat sich damit wieder ein intellektueller Vordenker der Republikaner auf die Seite von Gingrich geschlagen:

“We truly believe Newt’s experience, leadership, knowledge, wisdom, faith and even humility to learn from his failures (personal and public) can return America to her glory days. And he is the best man on the battlefield who is able to outwit, outplay and outlast Obama and his billion-dollar campaign machine.”

Rick Santorum bekommt auch noch einen amtlichen Handkantenhieb mit auf den Weg. Denn Santorum ist in den Augen von Chuck Norris nur ein Mitt Romney-Klon, den er 2008 ja schließlich unterstützt hat. Damals hat Chuck Norris auch Mike Huckabee unterstützt und nicht McCain oder eben Romney. Das mit Huckabee hat irgendwie aber nicht so richtig geklappt.

Chuck Norris hat ja bekanntlich auch schon bis unendlich gezählt. Sogar zwei mal. Bis Newt Gingrich Präsident der Vereinigten Staaten hat Chuck noch Zeit, unendlich Mal bis unendlich zu zählen. Viel Spaß, Chuck!

Romney gewinnt Maine und CPAC Straw Poll // Santorum holt in Michigan auf

Zwei Siege am Wochenende, aber weiterhin in der Krise: In Maine gewann Mitt Romney den (non-binding) Caucus mit39 Prozent knapp vor Ron Paul (36 Prozent), der alle seine Hoffnungen und Kräfte auf einen Sieg im Neuengland-Staat gelegt hatte. Eigentlich also gute Nachrichten für Romney. Doch weder Santorum noch Gingrich hatten dort campaigned.

Kurz vorher hatte Romney ebenfalls den Straw Poll der Conservative Political Action Conference (CPAC) gewonnen: Romney erhielt 38 Prozent der Stimmen und lag damit doch deutlich vor Santorum (31 Prozent). Gingrich (15) und Paul (12) spielten nur untergeordnete Rollen. Getrübt wurde Romneys Siegesstimmung jedoch durch Anschuldigungen, dass er den Sieg beim CPAC Straw Poll gekauft hat. Denn Team Romney soll eine Menge Tickets für CPAC gekauft haben, um sicherzustellen, dass er bei der Konferenz auch genügend Stimmen bekommt. Wer das behauptet? Natürlich Rick Santorum. Wie dem auch sei: eine Niederlage hätte Romney sich nicht leisten können, sonst wären die Stimmen, die sagen, er könne die konservative Basis nicht hinter sich scharen, noch lauter geworden.

Trotz der zwei Siege kann sich Romney nicht freuen: Denn die letzten Umfragen deuten darauf hin, dass Romney die wichtige Primary in Michigan gegen Santorum verlieren könnte – und damit auch seinen Status als Favorit und Frontrunner. Romney ist in Michigan geboren und aufgewachsen und sollte daher eigentlich auf einen Heimbonus zählen können. Doch die neueste Public Policy Polling-Umfrage sieht Santorum (39 Prozent) deutlich vor Romney (24). Im letzten Gallup Tracking liegt Romney jedoch 32-30 vorne. Die aktuellste Umfrage von Pew Research sieht hingegen wieder Santorum vorne – alles in einem Zeitraum von 5 Tagen. Es kann sich daher noch viel tun, denn erst am 28. Februar wird gewählt. Romney kann sich jedoch nicht mehr sicher zu sein, seinen Heimatstaat zu gewinnen – einen Staat, den er eigentlich schon fest als win auf dem Weg ins Weiße Haus verbucht hatte.