“I will always speak to you with full honesty and integrity.” [Jules Manson]

“Assassinate the fucken nigger and his monkey children” –Jules Manson

Jules Manson, anscheinend nicht verwandt und verschwägert mit Charles Manson, war wohl nach eigenen Worten grade etwas “carelessly emotionally driven”, als er diesen Facebook-Post in die Tasten gehauen hat. Sowas Dummes jedoch, dass er diese Tirade nicht beim gemütlichen Rassisten-Stammtisch um die Ecke absetze. Denn dieses Internet, das es sogar im Trailer-Park von Jules gibt, ist ja mitunter etwas tückisch.

Nun ist Jules Manson nicht etwa der lokale Grand Wizard des KKK aus Carson, Kalifornien. Manson ist Libertarian, ein Tea Party-Aktivist (sagt der Examiner) – und dazu auch noch ein Riesenfan von Ron Paul. Solche Fans kann Ron Paul grad aber nicht gut gebrauchen. Leider gibt es sie aber auf Seiten der radikalen Rechten und der Tea Party immer wieder.

Newt Gingrich schwört dem Ehebruch ab

Und wieder wirft ein Republikaner seine langjährigen Prinzipien über den Haufen. Nachdem Rick Perry nun das Militär und den christlichen Glauben ins Visier nimmt und Mitt Romney meistens gar nicht weiß, wofür er steht und was er grad so unterstützt, hat nun auch Newt Gingrich einer tiefen Überzeugung, das er lange unerschütterlich gegen jede Kritik der liberalanarchosozialistischen Medien verteidigt hat: dem Ehebruch.

Diesem bereits von den Gründungsvätern in der heiligen Verfassung dargelegtem Ideal folgte Gingrich in den letzten Jahrzehnten von ganzem Herzen. Sogar als er Bill Clinton während der Lewinsky-Affäre aus dem Amt jagen wollte – einer sicher sehr aufregenden und stressigen Zeit in seinem Leben – vernachlässigte er als wahrer Konservativer seine tiefsten Überzeugungen nicht und begann eine Affäre mit einer 23 Jahre jüngeren Kongressmitarbeiterin. Wahre christliche Konservative wieSilvio Berlusconi wären stolz auf ihn.

Nun jedoch der Schock für Berlusconi, Mark Sanford und Co.: Nachdem vor ihm schon Michele Bachmann, Rick Perry, Mitt Romney und Rick Santorum den “Kein Ehebruch mehr, isch schwör”-Schwur der Lobbygruppe The Family Leader ablegten, zog Gingrich diesen Monat nach langem Zögern und innigem Zwiegespräch nach:

I also pledge to uphold the institution of marriage through personal fidelity to my spouse and respect for the marital bonds of others.”

Den gesamten Text seines Statements (in dem er auch noch andere Dinge zur Verteidigung der Institution Familie gelobt) gibt es bei Politico.

Das Rick Perry Meme

Über den neuen Wahlspot von Rick Perry hatten wir kürzlich ja schon geschrieben. Und “Strong” ist ein voller Erfolg: nach nur ein paar Tagen hat das Video auf YouTube schon mehr als 6 Millionen Klicks. Wahnsinn. Das Perry-Camp könnte sich nun die Hände reiben und wie richtige Texaner mal ein bisschen in die Seite knufen. In die Luft ballern ist ja nicht mehr zeitgemäß.

Aber eigentlich ist das Video erst als Meme so ein richtiger Erfolg geworden. Neben den 600.000+ Dislikes (womit Perry einen Rekord bei YouTube aufgestellt haben könnte) gab es bereits viele Menschen, die sich von Perrys fröhlicher Botschaft haben inspirieren lassen. So auch Jesus höchstpersönlich:

Und jetzt scheint auch die Originalversion des Videos aufgetaucht zu sein, die zeigt, was der Vater von Katy Perry eigentlich sagen wollte:

In dieser Version hat Rick Perry einen komischen Cowboyhut auf:

Hmmh – noch eine Version:

Ein Rabbi schlägt zurück:

Die Atheisten auch:

Und die Dinosaurier sowieso:

Und [Breaking News] dieser Teddy ist in Wirklichkeit Rick Perry!

Bonus: Irgendwie kam einigen Bloggern die Jacke, die Rick Perry anhat, bekannt vor:

Hier und hier gibt es noch weitere Übersichten. Enjoy.

Newt Gingrich will nett sein

Austin Powers? Nein, Newt!

In einem Brief an seine Unterstützer hat Newt Gingrich angekündigt, auf Negativ-Campaigning gegen Mitbewerber um die republikanische Nominierung verzichten zu wollen. Gleiches forderte er auch von seinen Mitarbeitern und Unterstützern.

We will run a positive campaign focused on our country’s future. We will not be running any negative advertising. With Ronald Reagan’s eleventh commandment in mind, we will ask our supporters not to contribute to any so-called SuperPAC that runs negative ads against any other Republican contender and we will discourage ad hominem attacks on our fellow Republicans.

Nur mit einer inhaltlich fundierten und positiven Kommunikation sei es möglich, eine Wiederwahl von Präsident Barack Obama zu verhindern, so Gingrich weiter.

Er reagiert damit auch auf Bedenken in der republikanischen Partei, dass sich die Kandidaten bereits vor dem eigentlichen Wahlkampf gegenseitig politisch stark beschädigen. Amtsinhaber Obama hätte es dann leichter, den angeschlagenen Kontrahenten in den Hauptwahlen zu besiegen. Vorausgegangen war dem ein heftiger Schlagabtausch zwischen Mitt Romney und Newt Gingrich während der von ABC News organisierten Fernsehdebatte in Iowa.

UPDATE
Auch mit seinem neuesten Wahlwerbespot setzt Newt Gingrich seinen Kuschelkurs fort. Ganz im Sinne von Sartres “die Hölle sind immer die anderen”, schimpft Newt über seine Gegenkandidaten wegen deren Schmutzkampagnen und den persönlichen Attacken. Aber nur kurz, dann kommt der eigentlich bemerkenswerte Teil seines Spots. Nennen wir es Größenwahn, nennen wir es Chuzpe: Newt brüstet sich damit, dass es während seiner Zeit als Speaker einen ausgeglichenen Haushalt gab und 11 Millionen Jobs neu geschaffen wurden.

Respekt, Newt, das hast alles Du gemacht? Wir hatten ja keine Ahnung und gratulieren Dir recht herzlich. Wenn es mit dem Weißen Haus nichts wird, kannst Du immer noch zum History Channel wechseln. So long.

Ein Blick nach Iowa

Am 3. Januar ist es soweit: Die Primary-Saison geht mit dem Iowa Caucus in die erste Runde. Dabei geht es im Corn State ein bisschen anders zu als in den Primaries der anderen Bundesstaaten. Beim Caucus in Iowa kommen die Bewohner der 1784 Bezirke bei Veranstaltungen zusammen, die wie Nachbarschaftstreffen fungieren – und daher auch mal beim Nachbarn um die Ecke im Wohnzimmer stattfinden können. Dort wird debattiert und gestritten. Und von da an geht es so weiter:

Unlike the first-in-the-nation primary in New Hampshire, the Iowa caucus does not result directly in national delegates for each candidate. Instead, caucus-goers elect delegates to county conventions, who in turn elect delegates to district and state conventions where Iowa’s national convention delegates are selected. Ironically, the state conventions do not take place until the end of the primary and caucus season: Iowa is in fact one of the very last states to choose its delegates.

Also alles nicht ganz einfach – und das war nur die stark verkürzte Beschreibung. Mehr zum genauen Ablauf des Caucus (der für Republikaner und Demokraten noch einmal unterschiedlich abläuft) gibt es hier, hier und hier.

Natürlich ist Iowa nur Iowa und nicht Florida, New Hampshire oder South Carolina – und wer dort gewinnt, hat noch lange nicht die Nominierung seiner Partei in der Tasche. Aber ein Blick auf die Resultate der vergangenen Jahre verdeutlich schon, dass von dem Caucus in Iowa auch eine deutliche Signalwirkung ausgehen kann. Bei den Demokraten siegten Obama in 2008 und Kerry in 2004 (beide jeweils vor John Edwards) sowie Gore im Jahr 2000 (vor Bill Bradley). Bill Clinton bekam 1992 aber nur 3 Prozent der Stimmen. Er trat aber auch gegen den Lokalmatadoren Tom Harkin an.

Bei den Republikanern setzte sich 1996 Bob Dole vor Pat Buchanan durch, 2000 Dubya gegen Steve Forbes. 2008 gewann aber Mike Huckabee vor Romney. John McCain hingegen wurde nur Vierter. Momentan spiegeln die aktuellen Umfragen in Iowa die Stimmung in den USA annähernd wieder: Gingrich führt deutlich vor Romney. Allerdings ist Romney in Iowa deutlich schwächer und führt in den Umfragen nur hauchdünn vor Ron Paul (der wie Romney bei ca. 17 Prozent liegt). Und sowohl Perry als auch Bachmann können noch ein bisschen vom Ausscheiden Herman Cains profitieren – dieser lag vor seinem Ausscheiden in Iowa vorn. Beide kommen nun auf knapp 10 Prozent.

Übrigens debattierten die Kandidaten (minus Jon Huntsman, der lieber Curb Your Enthusiasm gucken wollte) gestern Abend in Des Moines, der Hauptstadt von Iowa. Es gab nichts Neus, sie spielten wieder “Wer ist der Konservativste?” von uns (wobei Michele Bachman mit der Erkenntnis glänzte, dass Michele Bachman die Konservativste von allen sei, und nicht Newt Romney). Schöne Nachlesender Debatte gibt es bei Spiegel Online, dem New York Magazine sowie Politico.

Schlechter Präsident – aber kein Teufel

Ob die republikanische Partei auf diesen Rat hören wird? Wie “Yahoo News” berichtet, empfehlen einflussreiche Politikberater den Republikanern, persönliche Angriffe auf Barack Obama während des Präsidentschaftswahlkampfs im kommenden Jahr zu unterlassen. Das geht aus einer Telefonkonferenz hervor, zu der das Republican National Committee (RNC), die nationale Parteiorganisation, in der vergangenen Woche eingeladen hatte. An der Konferenz nahmen unter anderem Vertreter der parteinahen Beratungsagentur Tarrance Group, Ari Fleischer, erster Pressesprecher des ehemaligen Präsidenten George W. Bush, und – aufgrund einer Verwechslung im RNC – auch einige Journalisten von “Yahoo News” teil. So konnten diese beispielsweise hören, wie Nicholas Thompson, Vizepräsident der Tarrance Group, sagte:

“We’re hesitant to jump onboard with heavy attacks. There’s a lot of people who feel sorry for him [Barack Obama].”

Thompson führte aus, dass aktuelle Umfragen ergaben hätten, dass die Amerikaner zwar unzufrieden mit Obamas Amtsführung seien, sie ihn als Person jedoch schätzten. “Sie sehen ihn nicht als teuflischen Mann an, der die USA zum Schlechten verändern will”, sagte der Stratege weiter.

Fleischer hingegen schien von dieser Einschätzung nicht begeistert zu sein: “Ich mag es nicht, defensiv zu spielen”, sagte der 51-Jährige. Stattdessen schlug er eine andere Strategie vor:

“When it comes to flip flopping, Barack Obama is the king of flip flopping. You can offer that to anybody.”

Doch können die Republikaner mit diesem Plan 2012 wirklich das Weiße Haus erobern? “Slate.com” fügt zurecht an, dass die “flip-flop”-Strategie, dem politischen Gegner also das ständige Wechseln der Positionen vorzuwerfen, bereits von den Demokraten angewendet wird; zuletzt mit der Webseite “Mitt vs. Mitt“. Untertitel: “Die Geschichte von zwei Männern, gefangen in einem Körper.”

US-Medien rüsten auf

Für politikbegeisterte Nutzer gibt es seit kurzem drei neue Möglichkeiten, sich über den republikanischen Vorwahlkampf, aktuelle Umfragen und US-Präsident Barack Obama zu informieren. Ein kurzer Überblick:

Das Magazin “New York” informiert seit der vergangenen Woche auf seiner neuen Politik-Webseite “Early & Often” über den US-Wahlkampf. “Wir haben so viele gute Autoren und berichten so oft über Politik – es war an der Zeit, all das zu bündeln”, sagte Ben Williams, Online Chef des Magazins, zur Medien-Webseite “Folio Magazine”.

Die altehrwürdige “New York Times” will mit einer neuen iPhone-App auf ihre Politikexpertise aufmerksam machen. Die App ist kostenlos, jedoch nur in der Basisversion. Wer Meinungsbeiträge lesen, einen Blick auf wichtige Termine und Umfragen werfen sowie Videos anschauen will, muss zahlen: 11,99 Dollar kostet das monatliche Abo, das auch einen freien Zugriff auf “NYTimes.com” ermöglicht.

Die Webseite “Politico” hat sich dagegen für ein E-Book entschieden. Titel: “The Right Fights Back“. Autoren des Buchs sind der “Politico”-Korrespondent im Weißen Haus, Mike Allen, und der Buchautor und Politikjournalist, Evan Thomas. Preis des Buchs: 2,99 Dollar.

Rick Perry im Garten Eden

Dear Rick,

ich schäme mich auch nicht dafür, Christ zu sein. Freue ich mich auf Weihnachten? Hell yeah! Ich bin Protestant, zahle monatlich meine Kirchensteuer, trinke wie Margot Käßmann gerne ein gutes Glas Wein (zuviel) und lese dann und wann in der Bibel, um zu verstehen, wie der Hase läuft. Und – believe me – ich wohne in Neukölln und weiß was es heißt, sich als Christ manchmal etwas awkward zu fühlen. Aber, Rick, das gehört dazu: Zweifel zu haben, ist Teil des Deals. Sonst könnten Du und ich (Gott bewahre!) ja auch Katholiken sein.

Wofür ich mich (fremd-)schäme, ist Dein furchtbares Video. Damit hast Du es gerade noch ein bißchen schwieriger gemacht, sich als Christ in der modernen Welt durchzuschlagen.

God bless you,
Georg

PS: Was zum Teufel haben Schwule beim Militär damit zu tun?

Romney will Obama zum Golfen schicken

Am Mittwoch ging der Kampagnenstab von Mitt Romney mit einer neuen Fundraising-Initiaitve an den Start. Während Ron Paul Pin-Up Kalender verkauft, möchte Romney Obama eine “permanente” Golfreise spendieren. Auf der Microsite http://fortyfore.com/ fordert Romney seine Unterstützer auf, 18 Dollar zu spenden, um dem Präsidenten einen wahren “Golfertraum” zu erfüllen. Romney spielt damit auf die zweite sportliche Leidenschaft des Präsidenten an: Neben einem begeisterten Basketballspieler ist Obama auch begnadeter Golfer.

Wie erfolgreich diese Initiative tatsächlich sein wird, ist laut TechPresident Autorin Sarah Lai Stirland schwer einzuschätzen. Schließlich wurde die Seite bislang eher spärlich über die sozialen Netwerke mit anderen geteilt:

Its social media buttons tell us that it was only tweeted 215 times, liked by 482 people on Facebook, +1ed on Google 44 times and e-mailed 23 times as of Thursday morning.

“OK, bye-bye!”

Politiker und Kinder – in der Regel eine erfolgversprechende Kombination. Treffen kühl kalkulierende Volksvertreter auf niedliche Babys und keck dreinschauende Kleinkinder, geht dem Beobachter vor Ort meist das Herz auf. Noch besser ist es, wenn ein Fotograf in der Nähe ist, um den Besuch im Kindergarten, im Zoo oder in der Grundschule zu dokumentieren und die Bilder an die Redaktionen weiterzuleiten.

Doch, man ahnt es, das Treffen der Generationen kann auch böse enden. Dann nämlich, wenn die Kinder – so sind sie nun mal – politisch unkorrekt drauflos plappern und den Politiker ziemlich alt aussehen lassen. So jüngst geschehen bei Michele Bachmann, 55, die im kommenden Jahr für die Republikaner gegen US-Präsident Barack Obama antreten will.

Anfang der Woche ist Bachmann in South Carolina unterwegs, um Werbung für ihr neues Buch “Core of Conviction – My Story“, zu Deutsch: “Aus voller Überzeugung – meine Geschichte”, zu machen. Darin widmet sich die erzkonservative Anhängerin der “Tea-Party” auch der gleichgeschlechtlichen Ehe und erklärt, warum sie diese nicht nur ablehnt, sondern auch für moralisch falsch hält.

Während Bachmann also Bücher signiert, tritt der 8-jährige Elijah an sie heran und sagt zu ihr:

My mom is gay and she doesn’t need fixing.”

So viel Ehrlichkeit ist für die Republikanerin zu viel. Bachmann schaut den Kleinen, den sie Sekunden vorher noch ganz nah an sich herangezogen hatte, entgeistert an – und bringt nur einen Satz heraus:

“OK, bye-bye!”

[youtube width="500" height="450"]http://www.youtube.com/watch?v=2K8CGeC2M_U&feature=player_embedded[/youtube]

Vielleicht sollte sich Bachmann noch einmal mit dem Mann unterhalten, den sie im kommenden Jahr als US-Präsidenten ablösen will: Barack Obama. Dieser legt im Umgang mit Kleinkindern ein erstaunliches Einfühlingsvermögen an den Tag. Folgendes Video aus dem Juni dieses Jahres beweist es:

[youtube width="500" height="350"]http://www.youtube.com/watch?v=8WPtEGOp5rI[/youtube]

Der direkte Präsident

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Ein parteiloser Präsident? Wenn es nach der US-amerikanischen Non-Profit Organisation “Americans Elect” geht, soll das schon 2012 möglich sein. Die Gruppe hat es sich zum Ziel gesetzt, einen Präsidentschaftskandidaten außerhalb des etablierten Zwei-Parteien-Systems aus Demokraten und Republikanern aufzustellen. Dabei setzt sie auf direkte Demokratie, einen möglichst transparenten Nominierungsprozess und das Internet als Mobilisierungsplattform.

So wie die Tea-Party-Bewegung und die Aktivisten von Occupy Wallstreet kritisieren die Vertreter von “Americans Elect” den Stillstand und die politischen Blockaden in Washington DC. Nur machen sie nicht die jeweils andere Partei, sondern beide Parteien verantwortlich.

Es geht den Anhängern einer Partei-unabhängigen Nominierung nicht in erster Linie um Inhalte. Mit politischen Äußerungen halten sie sich zurück. Zeltstädte und radikalisierte Teestunden sind nicht zu erwarten. Genauso grenzen sich die Aktivisten um CEO Kahlil Byrd von dritten Parteien wie den Grünen, Libertären oder der Verfassungs-Partei ab. “Uns geht es um einen zweiten Weg, einen Kandidaten auszuwählen und nicht um eine dritte Partei”, heißt es auf der Webseite der Gruppe.

Wie läufts konkret? Jeder registrierte Wähler (in den USA muss man sich registrieren, um wählen zu können) ist eingeladen, Delegierter von “Americans Elect” zu werden. Kandidaten stellen sich in einem offenen Prozess selbst auf oder lassen sich durch Delegierte nominieren. Schließlich wählen die Delegierten aus diesem Kandidatenkreis ihren Favoriten. Damit keine Extremisten, Pornostars und/oder Österreicher die Nominierung gewinnen, soll eine unabhängige Kommission überprüfen, ob alle Kandidaten bestimmte Mindeststandards erfüllen. Das alles passiert im Netz.

Mit mehr als drei Millionen Unterschriften ist es “Americans Elect” schon in neun Bundesstaaten gelungen, sich einen Platz für ihren (noch zu kürenden) Kandidaten auf den amtlichen Wahllisten zu sichern. Bis Ende des Jahres sollen es 28 Staaten werden und schließlich alle 50 wenn es im November 2012 heißt: “Americans, elect!”

Wie Gingrich einigen Demokraten das Fürchten lehrt

Seit dem Ausstieg von Herman Cain hat die Debatte um den aussichtsreichsten Kandidaten der Republikaner erneut Fahrt aufgenommen. Newt Gingrich ist zur Freude vieler Demokraten zu einem “Front Runner” für die Nominierung aufgestiegen. Viele Demokraten sehen gar mit einer Nominierung von Gingrich die Wiederwahl Obamas gesichert. Doch Hochmut kommt vor dem Fall. Gingrich besitzt eine Geheimwaffe, die Obama das Leben schwer machen könnte: Wie kein anderer Kandidat der Republikaner umgarnt er die “Hispanics” – eine Wählergruppe, die 2008 maßgeblich zum Erfolg Obamas beigetragen hat.

Wie die Washington Post heute berichtet, sind einige Strategen der Demokraten durchaus besorgt ob der versteckten Qualitäten von Newt Gingrich. Während Gingrich einerseits die hoch konservative Parteibasis der Republikaner mobilisieren kann, hat er sich andererseits einen langfristig angelegten Masterplan ausgedacht, um die hispanoamerikanische Wählerschaft für sich zu gewinnen.

Gingrich is distributing a weekly Spanish-language newsletter to Hispanic voters (the subject line is “Newt con nosotros,” or “Newt with us”), holding a monthly call with community leaders, even studying Spanish and using it in appearances on Univision, the Spanish-language network.

Auch im direkten Vergleich mit Mitt Romney kommt Gingrich aufgrund seiner Positionen zur Einwanderungspolitik besser weg:

He has expressed support for legalizing some immigrants with deep ties to the United States, a position that Romney has derided as “amnesty.”

Doch so ganz scheint die von Gingrich ausgehende Gefahr bei dem Wahlkampfstab von Obama nicht angekommen zu sein. Sie berufen sich auf Umfragewerte, in denen Obama in einer direkten Gegenüberstellung mit Gingrich klar vorne liegt. Und auch der bald aus dem Amt scheidende Rep. Barney Frank zeigt sich siegessicher: “I did not think I lived a good enough life to see Newt Gingrich as the Republican nominee. (…) He would be the best thing to happen to Democrats since Barry Goldwater.”