“I’m Barack Obama – and I approve this message”

Die Wahlkampagne von US-Präsident Barack Obama hat ihre ersten beiden TV-Spots veröffentlicht. Die Videos sind rund 30 Sekunden lang, beginnen mit dem im US-Wahlkampf typischen Satz “I approve this message” und zeigen vor allem eines: Obama. Der Demokrat sitzt in einem Zimmer – im Hintergrund: die US-Flagge – und ruft seine Anhänger dazu auf, sich an seiner Wahlkampagen zu beteiligen.

Hier der erste Spot mit dem Titel: “A Movement Starts With You”
[youtube width="500" height="350"]http://www.youtube.com/watch?v=8HwvnR1tuBI[/youtube]

Der Titel des zweiten Spots: “Building an Organization”
[youtube width="500" height="350"]http://www.youtube.com/watch?v=xaU_pE0fv-s[/youtube]

Laut einem Mitglied der Obama-Kampagne sind die Videos – beide werden landesweit zu sehen sein – ein erster Test, um herauszufinden, wie stark das Interesse an der Kampagne ist. Das berichtet CBS News.

999 – der Film

“Das Steuermonster erschlagen” – so lautet der Titel eines neuen Web-Videos, das der Republikaner Herman Cain jetzt veröffentlicht hat. In dem Video geht es um Cains umstrittenen “9-9-9″-Steuerplan. Sollte der 65-Jährige im November kommenden Jahres tatsächlich die Präsidentschaftswahl gewinnen, will er Einkommen, Unternehmensgewinne und Umsätze künftig mit je neun Prozent besteuern.

[youtube width="500" height="350"]http://www.youtube.com/watch?v=jneGy5tz3Io&feature=player_embedded#![/youtube]

“Politico”-Autor Alexander Burns schreibt über das fast sechsminütige und aufwendig animierte Video:

It’s the kind of thing that Cain fans may enjoy, that Cain detractors will laugh at, and that shows, in any case, how little Cain’s message has evolved since the summer.

Goodbye, Barney Frank

Heute hat Barney Frank, der für Massachusetts im House of Representatives sitzt, erklärt, dass er nicht mehr zur Wiederwahl antreten wird – nach über 30 Jahren und 16 Terms auf dem Capitol Hill. Damit verlieren vor allem linke Demokraten eine ihrer Gallionsfiguren.

Frank war 1987 das erste Kongressmitglied, das sich offen zu seiner Homosexualität bekannte – und war nicht erst seitdem bei Konservativen so beliebt wie Obamacare. Vor allem nahm Frank nie ein Blatt vor den Mund. Er war einger der wenigen Demokraten, die sich lautstark gegen die Tea Party zu Wehr setzten und sich bei Town Hall Meetings nicht unterkriegen ließen.

Durch das oben eingebundene Video bin ich eigentlich erst richtig auf Frank aufmerksam geworden:

“Madam, trying to have a conversation with you would be like trying to argue with a dining room table. I have no interest in doing it.”

Obwohl er selber sehr polarisierend war – und auch bewusst polarisierte – fasste er in seiner heutigen Pressekonferenz die aktuelle politische Lage in den USA gut zusammen:

“The activists in both primaries — the people on the left and people on the right — live in parallel universes. The left has MSNBC and the blogs. The right is on Fox and talk radio. People know different facts.”

Frank will sich nun endlich seiner Doktorarbeit an der Harvard-Universität widmen, die wohl seit Jahrzehnten brach liegt. Er sollte einfach mal bei KT Guttenberg nachfragen, der wohnt doch jetzt gleich um die Ecke und kann sicher ein paar wertvolle Tipps geben, wie man die Arbeit am besten strukturiert und Licht in den Quellen-Dschungel bringt.

Links 28/11/11

  • Nach dem Endorsement durch die größte Tageszeitung in New Hampshire sieht Politicos Jonathan Martin Newt Gingrich nun als – bleibenden – Hauptkonkurrenten von Mitt Romney. Diese Rollen hatten vorher auch schon Michele Bachmann, Donald Trump, Rick Perry und Herman Cain inne. Daher: warten wir mal ab, vielleicht hievt sich ja auch Rick Santorum noch einmal an die Spitze.
  • Stefan Bachleitner von usawahl2012.at über Obama und Expectation Management.
  • Die Demokraten glauben an Mitt Romney und launchen Mitt v. Mitt: The story of two men trapped in one body.
  • pollsandvotes.com schaut sich einmal den Aufstieg von Newt Gingrich genauer an.
  • Einige Leute wollen doch tatsächlich immer noch Sarah Palin davon überzeugen, als Präsidentschaftskandidatin anzutreten. Ich hoffe, sie haben Erfolg. Dann wird es noch lustiger.
  • Teenager beleidigt Gov. Sam Brownback via Twitter. Sam Brownback ist beleidigt. Teenager soll Entschuldigungbrief schreiben. Sagt der Schuldirektor. Teenager will nicht. Denn Sam Brownback darf ja auch weiterhin über Homosexuelle und Evolution reden, ohne Millionen Amerikanern und Charles Darwin einen Entschuldigungsbrief schreiben zu müssen. Free Speech und so.
  • Der New Yorker schreibt über The Conservative Dilemma:

With the rise and fall of Michele Bachmann, Rick Perry, and Herman Cain, conservative Republicans are now left with the prospect of Mitt Romney or Newt Gingrich as their candidate. Despite the best efforts of the Republican establishment to make this a palatable choice, many conservative activists are gagging on it, and why wouldn’t they be? From their perspective, the choice appears to be between a Johnny-come-lately convert to conservative ideas who is quite likely to betray them once he has been elected, and a fixture of the corrupt Washington establishment who has already sold out his principles and his supporters.

 

Einwanderungspolitik // Gingrich gegen den Rest

“I don’t see how the party that says it’s the party of the family is going to adopt an immigration policy which destroys families that have been here a quarter-century, and I’m prepared to take the heat for saying, ‘Let’s be humane in enforcing the law without giving them citizenship but by finding a way to create legality so that they are not separated from their families.’” –Newt Gingrich [Republican presidential debate, Nov. 23]

Michele Bachmann möchte ganz viel Zäune bauen, um illegale mexikanische Einwanderer davon abzuhalten, in die USA zu gelangen. Herman Cain möchte noch mehr Zäune bauen, am besten gleich elektrische. Mitt Romney möchte alle illegalen Einwanderer am liebsten deportieren, sagt er jedenfalls. Und Rick Perry, der als Governeur von Texas mal den Texas Dream Act verabschiedete, der illegalen Einwanderern leichteren Zugang zu texanischen Unis verhalf und dafür von seinen Mibewerbern wie ein Steak gegrillt wurde, attackiert Romney, weil dieser mal irgendwann ein paar illegale Einwanderer in seinem Garten hat werkeln lassen.

Bei der letzten Debatten der republikanischen Präsidentschaftskandidaten sagte Newt Gingrich nun zum Erstaunen seiner Mitbewerber, dass man doch nun nicht alle illegalen Einwanderer gleich deportieren müsse. Bachmann, Romney und Co. konnten ihr Glück kaum fassen, wohlwissend, dass eine Amnestie für illegale Einwanderer bei den republikanischen Wählern überhaupt nicht gut ankommt. Gingrich würde noch während der Debatte und auch danach sogleich von Bachmann, Romney und Santorumattackiert.

Vor allem Romney versucht sich hier wieder einmal als waschechter Konservativer zu positionieren. Er sagt und tut wirklich alles, um ja nicht moderat zu wirken und um Perry und Bachmann von rechts zu überholen. Nur doof, dass es dieses Internet gibt. Das kann sogar Rush Limbaugh mit seinen Wurstfingern bedienen – und dann einen Clip finden, in dem Romney einen Auftritt bei Meet the Press hat und eine Amnestie für illegale Einwanderer eingentlich gar nicht so schlecht findet.

Gingrich hat durch seine im Vergleich mit den anderen Kandidaten liberalen Ansichten anscheinend direkt schon in die Quittung bekommen, denn seine Umfragewerte fielen direkt nach der Debatte. Nicht dramatisch, aber schon deutlich. Denn bei den republikanischen Wählern kommen Positionen wie die von Gingrich in der Debatte vertretene einfach nicht an. Deswegen rudert er auch schon ein bisschen zurück.

Andere Stimmen in der GOP (zum Beispiel Karl Rove und Jeb Bush) warnen hingegen, dass sich die Republikaner durch den von Hysterie und Scharfmacherei geprägten Immigrations-Diskurs selber schaden. Denn der Anteil der Latinos an der amerikanischen Bevölkerung steigt rasant. 2008 stimmten 67 Prozent der Latinos für Obama. Vor dem Hintergrund der Debatte innerhalb der GOP und weitreichenden, von Republikanern verabschiedeten Gesetzen in Staaten wie Arizona und Alabama, die dem Racial Profiling Vorschub leisten, unterstützen in einer aktuellen Umfrage immer noch 64 Prozent der Latinos Obama.

Obama und die Demokraten freuen sich derweil – und unterstützen mit einem neuen Video munter Gingrich:

Ein Mormone unter Republikanern

Dass Mitt Romney überzeugter Mormone ist, ist kein Geheimnis. Gut die Hälfte aller amerikanischen Wahlberechtigten wissen ob der religiösen Überzeugung des republikanischen Präsidentschaftskandidaten. Das ergab eine jüngst veröffentlichte Studie des PEW Research Center. Gerade in Diskussionen um die Nominierung des republikanischen Kandidaten stellt sich die Frage, inwiefern die Zugehörigkeit zum Mormonentum die Chancen einer Nominierung und letztlich auf den Sieg gegen Obama mindert.

Laut PEW ist es wahrscheinlich, dass der Glaube von Rommney zwar bei der Vorwahl eine Rolle spielt. Sofern er aber das Ticket der Republikaner erhielte, würde sein Glaube das Wahlverhalten der Republikaner weniger beeinflussen. Hintergrund hierfür ist, dass weiße Evangeliken, die zu einem zentralen Wählerstamm der Republikaner gehören, das Mormonentum zwar negativ ansehen, in einer direkten Gegenüberstellung mit den liberalen Einstellungen Obamas aber deutlich weniger Gewicht haben. Glaubt man den Schlussfolgerungen der PEW Umfrage, so ist davon auszugehen, dass die Ablehnung Obamas gerade unter der sehr konservativen Wählerschaft als Trumpf gegen die Ablehnung des Mormonentums fungiert und letztliche die republikanische Wählerschaft mobilisieren kann.

Der gesamten Studienergebnisse können hier eingesehen werden.

Obama Plus

Die Online-Offensive der Obama-Kampagne geht weiter: Nun hat das Kampagnen-Team des US-Präsidenten auch eine Seite im sozialen Netzwerk Google Plus angelegt.

Die Begrüßungsnachricht der Obama-Kampagne:

Welcome to the Obama 2012 Google+ page. We’re still kicking the tires and figuring this out, so let us know what you’d like to see here and your ideas for how we can use this space to help you stay connected to the campaign.

Erst in der vergangenen Woche hatte die Obama-Kampagne eine überarbeitete Webseite vorgestellt. Ende Oktober ist bereits eine eigene Tumblr-Seite dazugekommen.

Happy Thanksgiving!

Sarah Palin will im Gespräch bleiben und hat keine Kosten und Mühen gescheut (echte Tiere!), ein spektakulär-aufwendiges Video (Regie: George A. Romero) mit liebevollen Thanksgiving-Grüßen an das amerikanische Volk zu schicken. Ich kann nur sagen: Danke Sarah, danke, für dieses tolle Video! Happy Thanksgiving!

The Roots dissen MC Bachmann

Diese frechen, kommunistischen HippieGangstaRapper. Wenn sie dafür nicht irgendwann in der Hölle schmoren. Beim Auftritt von MC Bachmann, der Frontfrau der famosen Tea Party, in der Jimmy Fallon Show spielten The Roots einen kleinen musikalischen Gruß: “Lyin’ Ass Bitch” von Fishbone. Questlove, das Mastermind der Roots, posiert auf seinem Twitter-Profilbild mit Obama, daher haben sie wohl auch nicht dieses tolle Lied hier gespielt.

Mal abwarten, wann Limbaugh, Beck, Hannity und Co. Obama auffordern, sich für dieses – zugegeben nicht nette -Ständchen zu entschuldigen. Sie fordern dann sicher den gleichen Respekt, den sie und Bachmann immer Homosexuellen, der Wissenschaft oder auch Präsident Obama entgegenbringen.

Gewerkschafter für Obama

Auch in den USA gibt es noch schlagkräftige Gewerkschaften. Das stellen die Basketballprofis der NBA grade unter Beweis. Denn sie streiken, es droht der totale Ausfall der Saison. Millionäre und Billionäre liegen im Clinch. Die arbeitslosen Millionäre langweilen sich ein bisschen, twittern, reisen um die Welt und spielen in ein paar bedeutungslosen Pick Up Games mit. Auf jeden Fall haben sie grade sehr viel Zeit.

Davon profitiert nun auch Präsident Barack Obama. Der macht ja nicht nur selbst auf dem Basketballfeld eine gute Figur, sondern vor allem auch beim Spendensammeln. Daher findet am 12. Dezember in Washington das “Obama Classic” statt, ein mit aktuellen und ehemaligen Basketball-Superstars gespicktes Fundraising-Spiel für den Obama Victory Fund. Tickets kosten zwischen 100 und 5.000 Dollar. Und die arbeitslosen Millionäre, von denen sich einige auch schon 2008 stark für den jetzigen Mann im Weißen Haus engagiert haben, werden sicher auch noch den ein oder anderen Doller springen lassen.

Ihre Teilnahme zugesagt haben bisher unter anderem einige der Topstars der Liga: Kevin Durant und Russell Westbrook (Oklahoma Thunder), Carmelon Anthony und Amare Stoudemire (beide NY Knicks), Chris Paul (New Orleans Hornets), Chris Bosh (Miami Heat), Blake Griffin (LA Clippers), Kevin Love (Minnesota Timberwolves) und viele mehr. Mit Patrick Ewing, Alonzo Mourning und Reggie Miller stehen auch ein paar Legenden der Liga auf dem Parkett. Und mit Derek Fisher von den LA Lakers nimmt auch der Verhandlungsführer der Spielergewerkschaft im Arbeitskampf teil. Das nennt man dann wohl Lobbying.

Vielleicht kann Ex-Präsident Clinton dafür ja dann als Vermittler den Streik in der NBA zu Ende bringen. Ich würde es mir wünschen.

Die Zeichen stehen auf Wahlkampf

Das Kampagnen-Team von US-Präsident Barack Obama hat die Webseite “barackobama.com” gerelauncht. In einem Blog-Eintrag erklären die Macher, dass die Kampagne mit der neuen Optik die Wahlkämpfer dabei unterstützen will, an der Basis für die Ziele des Präsidenten zu werben. Auch kündigen sie an, die Webseite demnächst weiter auszubauen.

Auf “Techpresident.com” schreibt Nick Judd, dass die Obama-Kampagne den Relaunch des Internetauftritts selbst durchgeführt habe. Weitaus wichtiger ist für Judd jedoch eine neue Eigenschaft der Webseite: Sie passt sich an den Browser des jeweiligen Nutzers an. Konkret bedeutet das: Verkleinert der Nutzer das Fenster seines Browsers, verändern sich automatisch auch Form und Inhalt der Webseite; für Tablet-Computer gibt es ebenfalls eine speziell angepasste Version.

“Politico”-Autor Ben Smith schreibt in diesem Zusammenhang von einem “technischen Meilenstein”.

Jesusse mehrheitlich für Obama

Amerikanischer Jesus

Der in den USA allgegenwärtige Jesus hat sich im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahlen klar für den amtierenden Präsidenten Barack Obama ausgesprochen. Das geht aus der aktuellen Spendenstatistik der Nationalen Wahlbehörde (Federal Election Commission – FEC) hervor.

Recherchen von “Amerika waehlt” haben ergeben, das bis zum 6. November – also ein Jahr vor dem eigentlichen Wahltermin – insgesamt 22 Jesusse im Wahlkampf gespendet haben. 14 mal hat Jesus dabei für Obama in die Tasche gegriffen. Zweitliebster Jünger bei Jesus-Spenden ist Rick Perry, der in diesem Fall drei zusammen kriegt.

Im Gleichnis vom Weinberg bekommen alle Arbeiter den gleichen Lohn. Auch diejenigen, die erst später angefangen haben zu arbeiten. Das sollte den Republikanern Ansporn sein, denn noch ist die Messe nicht gelesen. Zum Vergleich: 2008 wurden über 600 Spenden von Jesus verzeichnet.

Es ist aus!

[youtube width="500" height="350"]http://www.youtube.com/watch?v=WW_nDFKAmCo&list=UUx3OuVURpwh-UYamOrw-b4A&index=9&feature=plpp_video[/youtube]
Herman Cain steht vor dem Aus. Der ehemalige Chef der Restaurantkette Godfather’s Pizza muss zurzeit mitansehen, wie sich sein Traum, im kommenden Jahr ins Weiße Haus einzuziehen, in Luft auflöst. Gründe dafür gibt es genug. Zurzeit kursiert ein für Cain peinliches Video im Netz, das den Republikaner während eines Interviews mit der US-Zeitung “Milwaukee Journal Sentinel” zeigt. Als einer der Journalisten Cain nach seiner Meinung zur Libyen-Politik von Präsident Barack Obama fragt, gerät der 65-Jährige ins Schleudern. “Präsident Obama hat den Aufstand in Libyen unterstützt, richtig?”, fragt Cain ratlos und versucht, Zeit zu gewinnen. Doch auch der Rest seiner Antwort bleibt vage. Die “Huffington Post” schreibt wenig später: “Herman Cains Interview-Desaster”.

Dazu kommen die Umfragewerte. Nachdem in den vergangenen Tagen mehrere Frauen Cain der sexuellen Belästigung beschuldigt haben, sinken die Umfragewerte des Afro-Amerikaners rapide. Eine neue CNN-Umfrage beweist das. Demnach liegt Cain nur noch auf dem dritten Platz. Hinter Mitt Romney – und dem wiedererstarkten Newt Gingrich.

Als sei all das nicht schlimm genug, hat vor wenigen Tagen auch noch das Amerikanische Schnurrbart-Institut (AMI) angekündigt, Cain nicht weiter unterstützen zu wollen. Das Institut nennt vor allem zwei Gründe für seinen Rückzug. Mittlerweile seien die Vorwürfe gegen Cain einfach zu massiv. Dazu seien Zweifel an Cains Schnurrbart aufgetaucht. Abraham Jonas Froman, AMI-Geschäftsführer: “Es gibt immer mehr Beweise, die den Verdacht nahelegen, dass Cains Schnurrbart eine Fälschung ist.”

Was würde Cains Konkurrent Rick Perry wohl dazu sagen?

Gemeinsam gegen Folter: John, Ron und Ronald

Ron Paul

Ron Paul, Mitglied des Repräsentantenhauses, erklärter Libertärer und – hier nicht ganz unwichtig – Arzt, hat seine Mitbewerber um die republikanische Präsidentschaftskandidatur scharf für ihre Haltung zu Folter kritisiert. Alle Kandidaten hätten sich in jüngsten Äußerungen dafür ausgesprochen, zum Schutz der Vereinigten Staaten auch Folter einsetzen zu wollen. Ausnahme sei lediglich Jon Huntsman, der als Mitglied des gemäßigten Flügels der Republikaner gilt.

Dabei ist es aus Pauls Sicht unerheblich, ob die Kandidaten offen von Folter oder von “advanced interrogation techniques”, also fortgeschrittenen Verhörmethoden sprechen. So sei beispielsweise Waterbording schlichtweg Folter. Ron Paul, der als Außenseiter im Rennen um die republikanische Kandidatur gilt, beruft sich dabei auf zwei prominente Parteifreunde: den mittlerweile verstorbenen Ex-Präsidenten Ronald Reagan und den Präsidentschaftskandidaten von 2008 John McCain.

Die Wahl der Kronzeugen ist politisch geschickt: Reagan gilt vielen amerikanischen Konservativen immer noch als Vorbild. McCain genießt als Vietnamkriegsveteran und langjähriger Kriegsgefangener eine hohe Glaubwürdigkeit in diesen Fragen. Seine Warnung, die Aufweichung des Folterverbots gefährde auch US-Soldaten, hatte ihm während der Vorfälle im Irak und auf Guantanamo Ärger mit der Bush-Regierung aber viel Beifall aus den Streikräften eingebracht.

Schützenhilfe bekommt Paul auch vom prominenten konservativen Kommentator (und Unterstützer der Paul-Kandidatur) Jack Hunter. Hunter kritisiert vor allem Newt Gingrich für seine Haltung. So habe dieser in der Vergangenheit stets von China gefordert, auf Folter zu verzichten.

Paul, der in vielen Punkten von partei-üblichen Positionen abweicht, z.B. bei der Legalisierung von harten Drogen, wird damit wenig Gehör finden. Zu sehr sind die Kandidaten darauf bedacht, an der republikanischen Basis als tough zu gelten. Es ist wie Jon Stewart in seiner Daily Show sagte: “Ron hat gute Chancen die Nominierung seiner Partei zu erhalten. Nur sind die Republikaner nicht seine Partei!”