Have you ever had sex with Rick Perry?

Rick Perry hat ja nun neulich auch seinen Cowboyhut in den Ring geschmissen, seine Sporen gewetzt und sich ziemlich schnell in der Spitzengruppe der möglichen republikanischen Präsidentschaftskandidaten breit gemacht. Seine Mischung aus Religiösität, toller Frisur und vermeintlichem Außenseitertum hat ihm dabei natürlich gleich ein riesiges Medienecho beschert. Das finden die Anhänger von Ron Paul einfach nicht fair, die sich immer wieder beschweren, dass ihr Hoffnungsträger nicht nur von der Armada der liberalen Mainstreammedien ignoriert wird, sondern sogar von FOX News (nun, Jon Stewart findet das übrigens auch).

Aber in amerikanischen Wahlkämpfen gibt es ja viel mehr tolle Möglichkeiten, dem Gegner mal eins auf den Deckel zu geben. So hat Robert Morrow, ein Anhänger von Ron Paul auch gleich eine schöne Anzeige geschaltet:

“Are you a stripper, an escort, or just a ‘young hottie’ impressed by an arrogant, entitled governor of Texas? Contact CASH [Committee Against Sexual Hypocrisy], and we will help you publicize your direct dealings with a Christian-buzzwords-spouting, ‘family values’ hypocrite and fraud.”

Sehr unterhaltsam. Und Morrow legt hier auch noch nach. Ich glaube, er mag Rick Perry wirklich nicht.

Von diesen Problemen kann Mitt Romney nur träumen. Ihm werden keine Sexorgien mit Strippern nachgesagt. Wie gemein. Stattdessen hat ihn das Weiße Haus ins Visier genommen, da das Obama-Camp Romney anscheinend als den stärksten Gegner einschätzt. Aber nicht nur mit dem Präsidenten muss er sich rumschlagen. Nein, haben sich auch die Hunde Amerikas gegen ihn verschworen. Denn die einflussreiche Lobbygruppe “Dogs Against Romney” hat die Zähne gefletscht, da Romney einen der ihren vor einigen Jahren mal wirklich mies behandelt hat (Romney hatte den Familienhund 12 Stunden lang in einem mobilen Hundezwinger auf dem Dach eines Autos relativ schutzlos quer durch die USA kutschiert; der Hund fand das nicht gut). Faszinierenderweise hatte Romney diese Episode in einem Interview mit dem Boston Globe 2007 selber publik gemacht – und als Beispiel für sein “emotion-free crisis management” angeführt, da er den Hund auch nicht mal schnell zum Gassi gehen vom Dach geholt hat (was der Hund wohl nach ein paar Stunden Fahrt auf dem Dach begrüßt hätte), sondern Hund, Auto und Hundezwinger einfach mal schnell mit einem Wasserschlauch abgespritzt hat, damit alles wieder schön sauber ist. Applaus dafür, Mitt Romney. Vielleicht sollte er nächstes Mal doch lieber über außerehelich Affären sprechen…

Starbucks-Chef fordert Spendenboykott

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“Dear fellow concerned Americans”! Wer die Mails des Vorstandsvorsitzenden der Kaffeehauskette Starbucks, Howard Schultz, liest, könnte glauben, dass hier ein neuer Präsidentschaftskandidat antritt. Und ganz ehrlich, wer eine Mail an seine Mitarbeiter mit “Leading trough uncertain times” überschreibt, hat mehr zu verkünden als die neuen Quartalszahlen. Die übliche internen Kommunikation eines Firmenlenkers klingt anders.

Schnell wird klar: Schultz gets the Blues. Der sonst politisch eher zurückhaltende Schultz hat ein Anliegen als Bürger, als politisch-denkender Mensch. Man muss keine Kaffeesatzleserei betreiben, um zu begreifen, was ihn nervt: “I found myself growing more and more frustrated at the lack of cooperation and irresponsibility…This is not the leadership we have come to expect, nor deserve.”

Was also fordert Schultz? Schluss mit den Spenden bis sich Demokraten und Republikaner, Kongress und Präsident auf eine langfristige Lösung der Schuldenkrise geeinigt haben. Und zwar ohne Tabus – von Sozialkürzungen bis hin zu Steuererhöhungen für die Reichen – und bevor die Deadline im Herbst ansteht. Der oberste Barista hat einen Brief an andere Firmenlenker geschrieben, indem er sie dazu aufruft, von Spenden bis auf weiteres abzusehen. Beifall kommt unter anderem von der Führung der New Yorker Börse und von reform-orientierten Gruppierungen wie z.B. Democracy 21.

“We also believe in leading by positive example.” Schultz gibt sich damit keinesfalls zufrieden. Stattdessen paraphrasiert er Kennedys Antrittsrede: “In these uncertain times, it’s important that we ask what we at Starbucks can do.” Jobs müssen her und Starbucks und andere Firmen sollen sie schaffen, ohne auf das nächste Stimulus-Paket der Regierung zu warten. Auch bei FDR bedient sich Schultz im weitesten Sinne: Wo jener am Kamin vor der Ansteckungsgefahr von Furcht warnte, dreht Schultz den Effekt ins Positive: “Confidence is contagious. The best thing we can do now is to spread it.”

Mal schauen ob Bachman, Obama und Co jetzt zu einem Starbucks-Boykott aufrufen. Wenn es passiert, lest ihr es auf “Amerika wählt”!