“We are Americans”

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Priorities USA Action hat am Mittwoch ein zweites Wahlkampf-Video veröffentlicht. Hinter dem Political Action Committee stecken die Demokraten Bill Burton und Sean Sweeney, die Barack Obama im Kampf ums Weiße Haus unterstützen wollen.

Huntsmans Kampagnenstart

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Gestern hat der Republikaner Jon Huntsman offiziell seine Präsidentschaftskandidatur angekündigt. Nach einigen technischen Startschwierigkeiten ist nun auch die Kampagnen-Webseite online; dort können sich Nutzer unter anderem seine Rede noch einmal anhören. Dass der 51-Jährige als Sieger aus den Vorwahlen hervorgeht, ist aktuellen Umfragen zufolge fraglich, mit seinem Internetauftritt liegt Huntsman jedoch an der Spitze des republikanischen Bewerberfelds.

Huntsman tritt an

Das republikanische Bewerberfeld um die Präsidentschaftskandidatur hat sich erneut vergrößert: Jon Huntsman, von 2005 bis 2009 Gouverneur des Bundesstaats Utah, hat am Dienstag offiziell seine Kandidatur angekündigt. Vor dem Hintergrund der New Yorker Freiheitsstatue warnte Huntsman in seiner Rede vor einem Niedergang der USA im 21. Jahrhundert.

“For the first time in history, we are passing down to the next generation a country that is less powerful, less compassionate, less competitive and less confident than the one we got. This, ladies and gentlemen, is totally unacceptable and it is totally un-American.”

Huntsman, 51, galt lange als republikanischer Geheimtipp. Während seiner Zeit in Utah konnte er sich als Macher profilieren. Das fiel auch Barack Obama auf, der ihn im März 2009 zum chinesischen Botschafter machte. Im Februar dieses Jahres kündigte der Mormone an, von seinem Amt zurückzutreten.

In den vergangenen Tagen hatte Huntsman versucht, sich als politisch unverbrauchter Kandidat zu präsentieren. So hatte er einen Tag vor der Bekanntgabe seiner Kandidatur mit einem Motorrad-Video auf den Start seines Wahlkampfs aufmerksam gemacht.
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Schichtwechsel im Hause Obama

Summer Organizers 2011—Miami, Florida 06/14/11

Am 18. Juni 2011 war es soweit. Das Kampagnenteam von Barack Obama hat das Zepter in Sachen Social-Media-Kommunikation übernommen und ist ab sofort wieder für die Web 2.0-Profile des Präsidenten verantwortlich. Die Mission „Wiederwahl 2012“ ist somit auch offiziell auf Twitter und Facebook eingeläutet.

Visuell wurde der Schichtwechsel mit einem Profilbildwechsel unterstützt. Auf Twitter ist das seriöse Portaitfoto vor US-Flagge passé. BarackObama strahlt nun siegessicher auf einem Profilbild mit der Jahreszahl 2012 im Vordergrund. Und auch der strategische Ansatz wurde erneuert. Das Obama 2012 Team wird zwar auch weiterhin aus dem Präsidentenalltag berichten, ergänzt wird die Kommunikation aber durch Kampagnenkommunikation im bewerten Obama-Stil. Nicht der Kandidat selbst, sondern seine Unterstützer – seine Community – sollen im Vordergrund stehen. Schließlich sind sie es, die die Kampagne mit aufbauen und als Multiplikatoren die Botschaft Obamas verbreiten sollen.

„We’re turning a page on the President’s Facebook account. From now on, Obama 2012 staff will use this account to keep you up to date not just on what the President’s doing every day, but on how millions of supporters around the country are building this campaign“

Wall post auf der Obama Facebook-Seite vom 18.6.2011

Eine weitere Neuerung sind die persönlichen Tweets von Barack Obama. 2009 noch enttäuschte Obama zahlreiche Unterstützer und Fans, als er bekannt gab, dass er die Tweets nicht selbst verfasst und verschickt. Das soll sich nun ändern. In allen Tweets, die mit „- BO“ gekennzeichnet sind, richtet sich Obama persönlich an seine Unterstützer und Wählerschaft. Während sich der Präsident „nahe am Volk“ zeigt, ist das für den Kampagnenstab eine gute Möglichkeit, Vertrauen der Bevölkerung für den Wahlkampf gegen die Republikaner zu sammeln. Kraft und vor allem Durchhaltevermögen wird für den Wahlkampf 2012 von ganz besonderer Bedeutung sein, schließlich werden keine geringeren Themen wie die hohe Arbeitslosigkeit und die Schulden- und Finanzkrise der USA den Wahlkampf maßgeblich prägen. Schon jetzt schießen sich die republikanischen Kandidaten wie Mitt Romney darauf ein und kritisieren Obamas Politikentscheidungen heftig. Für den Kampagnenstab rund um Obama heißt es da, die richtigen Antworten zu finden und der Diskussion um die Schaffung neuer Arbeitsplätze den richtigen Spin zu verpassen.

Bachmann: “We will take our country back”

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Der US-Wahlkampf nimmt weiter an Fahrt auf: Am Montag hat die Republikanerin Michele Bachmann angekündigt, im kommenden Jahr gegen Präsident Barack Obama antreten zu wollen. In den vergangenen Wochen hatten sich die Anzeichen für eine Kandidatur der Kongressabgeordneten verdichtet. Trotzdem gelang es der 55-Jährigen, die US-Amerikaner zu überraschen: Denn Bachmann kündigte während der ersten großen TV-Debatte der republikanischen Kandidaten auf CNN an, dass sie die nötigen Papiere eingereicht habe, um an den Vorwahlen ihrer Partei teilnehmen zu können; ein Youtube-Video folgte kurze Zeit später.

Bachmann, die seit 2007 Minnesota im Repräsentantenhaus vertritt und dort die Fraktion der Tea-Party-Abgeordneten anführt, hat es in den vergangenen Monaten geschafft, landesweit auf sich aufmerksam zu machen. Das lag vor allem an ihrem heftigen, teils populistischen Widerstand gegen Obamas Gesundheitsreform.

Nach Bachmanns offizieller Kandidatur lastet der öffentliche Druck nun auf einer anderen republikanischen Politikerin: Sarah Palin.

Stewart und Colbert grillen ein Weiner Würstchen

Jon Stewart und Stephen Colbert haben ein schönes Leben. Dubya, Trump, Palin, O’Donnell, Glenn Beck, Sean Hannity, Spitzer, Biden undundundetceterapp – sie alle versorgen die Daily Show und den Colbert Report verlässlich mit netten Geschichten. Ganz oben mischt grade Anthony Weiner mit. Der Kongressabgeordnete aus New York hatte via Twitter ein Foto seines Wieners an eine Studentin aus Seattle geschickt. Leider nicht als DM, sondern als für alle sichtbaren Tweet. Ziemlich doof. Vielleicht sollte er mal einen seiner Praktikanten fragen, wie man Twitter richtig bedient. Dann hat er auch noch tagelang behauptet, sein Account wäre gehackt worden. Gute Ausrede. Und dann war er auch noch nicht sicher, ob er das überhaupt ein Foto von ihm sei. Noch bessere Ausrede.

Anbei mal ein kleines Best of aus der Daily Show und dem Colbert Report zum WienerWeinerGate:

Jon Stewart ist übrigens privat auch mit Anthony Weiner befreundet (wirklich!). Trotzdem schont er ihn nicht – und fordert ihn (unter tatkräftiger Mithilfe von R. Kelly) zum Rücktritt auf:

Trendscouting: Sexting für Politiker

“Rep. Anthony Weiner zeigt Größe – und bleibt standhaft”

“We are dealing with a group of people who are developing. They are experimenting, they’re taking risks, they’re experimenting with sexuality. You add technology into the mix and it’s not particularly surprising that they’re using these things that are in their pockets with them every moment of the day — the way they mostly communicate with their friends (and voters, Ed.) — to explore this other part of themselves.”

Eine Studie des Pew Research Centers aus dem Jahre 2009 alarmierte die amerikanische Gesellschaft, dass 15 Prozent der amerikanischen Teenager sogenanntes Sexting mit ihren Handys betreiben. Nun greifen auch amerikanische Politiker vermehrt diesen neuen Trend auf, um auf diesem Weg engen Kontakt zum Wahlvolk aufzubauen.

Nachdem der republikanische Kongressabgeordnete Chris Lee bereits im Februar diese neue Kommunikationsform testete, zog nun Anthony Weiner nach, seines Zeichens Kongressabgeordneter aus New York, also einem Bundesstaat, der beim Einsatz moderner Kommunikationstechniken immer vorne mit dabei ist.

Waren Lee’s Versuche noch etwas unbeholfen – er kommunizierte über das altmodische Internetforum Craigslist und musste nach einem misslungenen Versuchen schlussendlich zurücktreten – setzte Weiner voll auf die sozialen Netzwerke Twitter und Facebook. Mit Erfolg: er trat so in direkten Kontakt mit 6 potentiellen Wählerinnen.

Durch den Einsatz dieser modernen Medien konnte Weiner sehr persönliche Beziehungen zu den Frauen herstellen – und sie unter anderem mit einem Foto seiner blanken Brust und grauen Unterhosen von den Vorteilen der Gesundheitsreform überzeugen. Freundlicherweise stellte er dem konservativen Blogger Andrew Breitbart das Material zur Verfügung, um die Überlegenheit der Demokraten bei der Kommunikation via Social Media zu unterstreichen.

Weiner behauptete zwar vermutlich aufgrund seiner Bescheidenheit, dass seine beiden Accounts gehacked wurden und die Fotos nicht von ihm seien. Er sollte aber mutig zu seiner Rolle als Trendsetter stehen!

Denn Sexting könnte in kommenden Wahlkämpfen eine große Rolle spielen und integraler Bestandteil jeder Kampagne werden. Fotomaterial von Präsident Obama für den Einsatz via Sexting wurde schon professionell produziert. Und auch Sarah Palin soll schon über den Einsatz dieser für Politiker neuen Kommunikationsform nachdenken. Zudem spielte Sexting unbestätigten Gerüchten zufolge eine tragende Rolle bei der Entscheidung von Mike Huckabee, seinen Verzicht auf eine Kandidatur zu erklären. Denn in einer ausgewählten Focus Group kamen seine Sexting-Bilder nicht sonderlich gut an. Wir sind auf jeden Fall gespannt, welcher Politiker hier den nächsten Schritt tun wird!

Zwei plus zwei ist vier

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Schlägt jetzt die Stunde von Herman Cain? Mitte Mai hatte der Republikaner angekündigt, im kommenden Jahr gegen Barack Obama antreten zu wollen. Eine Welle der Euphorie konnte der ehemalige Chef der Pizzakette Godfather’s Pizza mit seiner Kandidatur nicht auslösen; die Berichterstattung der US-Medien drehte sich dafür zu stark um Cains innerparteiliche Konkurrenten Mitt Romney, Tim Pawlenty und Newt Gingrich. Dazu kamen die erneut aufflammenden Diskussionen über die politischem Ambitionen von Sarah Palin.

Doch Cain schaffte es, die konservativen Wähler auf sich aufmerksam zu machen. Dabei half dem 65-Jährigen, dass mit Mike Huckabee und Mitch Daniels zwei populäre Republikaner rund acht Monate vor den ersten Vorwahlen in Iowa und New Hampshire das Handtuch warfen. Aktuelle Umfragen, beispielsweise von Gallup oder von Public Policy Polling, zeigen, dass Cain dabei ist, politisches Momentum aufzubauen. Das Online-Magazin “Salon.com” schreibt: “Welcome to Herman Cain’s moment.”

Cain will die Chance nutzen, die ihm die steigenden Umfragewerte bieten. In einem neuen Musik-Video – Titel: “The Cain Train” – präsentiert er sich als Kandidat der rechten Tea-Party-Bewegung, der den “American Dream” gelebt hat und sich nun um die finanzielle Stabilität der USA Sorgen macht. So sagt Cain in dem Video: “Dumme Leute regieren Amerika.” Das Land habe zurzeit keine Anführer, die verstünden, dass zwei plus zwei vier ist. Er selbst habe es geschafft, Godfather’s Pizza vor dem nahenden Konkurs zu bewahren – als Präsident könne er auch die US-Finanzen wieder in Ordnung bringen.

Gelingt Cain nun also der Durchmarsch an die Spitze des republikanischen Bewerberfelds? Die nächsten Wochen werden es zeigen. Der ehemalige Godfather’s-Chef kann mit seinen konservativen Ansichten vor allem beim rechten Teil seiner Partei punkten – seine häufigen Auftritte beim TV-Sender Fox News helfen ihm dabei. Doch die wichtigste Frage bleibt: Mit wie viel Geld kann Cain in den Wahlkampf ziehen. Seine bestens vernetzten Konkurrenten – vor allem Mitt Romney – haben bereits Millionen US-Dollar an Spenden eingesammelt.

Zwei plus zwei ist vier: Auch Herman Cain kann die finanziellen Gesetze eines Vorwahlkampfs nicht außer Kraft setzen.

Was macht eigentlich… Rudy Giuliani?

Um Rudy Giuliani war es ja in letzter Zeit etwas ruhiger geworden. Der Ex-Bürgermeister von New York war 2008 zu Beginn der republikanischen Vorwahlen einer der Frontrunner, stürzte danach aber nicht nur aufgrund strategischer Fehler bei der Kampagnenplanung rapide ab. Und bisher spielte er bei den Diskussionen, wer denn nun 2012 gegen Obama antreten werde, keine große Rolle.

Nun taucht er aber wieder verstärkt in den Medien auf: nicht nur als Talking Head, sondern auch als Thema der Berichterstattung. Denn Giuliani werden wieder eigene Ambitionen auf eine Präsidentschaftskandidatur nachgesagt. Auf NBC gab er kürzlich zu, ernsthaft darüber nachzudenken. Und Zufall oder nicht: Er stattete grade New Hampshire einen Besuch ab, dem Staat der nach dem Straw Poll in Iowa Schauplatz der ersten Primary sein wird.

Durch eine aktuelle CNN Umfrage vom letztem Freitag fühlt sich Giuliani sicher bestärkt, denn dort führt er das Kandidatenfeld der GOP mit 16 Prozent vor Romney (15), Plain (12) und Paul (12 Prozent) an. Das ist zwar knapp und verdeutlicht die Fragmentierung der konservativen Wähler, doch Giuliani scheint wieder dabei zu sein.

Das Giuliani jetzt anscheinend wieder ernsthaft drüber nachdenkt, seinen Hut ins Rennen zu schmeißen, hat aber weniger mit seiner Stärke und Popularität als mit der Schwäche der Kandidaten zu tun, die sich bereits erklärt haben. Es hat sich bisher niemand herauskristallisiert, von dem Giuliani denkt, dass er ihn (oder sie) nicht schlagen könnte. Aber selbst wenn es keinen Favoriten bei der GOP gibt: Giuliani wird es dieses Jahr noch schwerer als 2008 haben.

Denn 2007/2008 zehrte er noch vom Nimbus des 9/11-Helden, der sich als Experte für nationale Sicherheit Law und Order positionieren konnte. Dieses Mal? Er ist vielen Republikanern deutlich zu moderat, unterstützt die Homo-Ehe, war circa 38 Mal verheiratet, liegt bei wichtigen Themen wie der Immigrationspolitik weit links von seiner eigenen Partei. Vielleicht hilft ihm ja sein Beratungsengagement bei Keiko Fujimori, die bald die neue Präsidentin von Peru werden könnte. Sie ist die Tochter von Alberto Fujimori, dem Ex-Präsidenten des Andenlandes, der laut Töchterchen Keiko “die beste Regierung, die Peru je hatte” (Süddeutsche Zeitung), anführte. Er sitzt grade im Gefängis, wegen Korruption und dem Einsatz von Todesschwadronen. Bravo.