Die Obama Woche

Change we can trust in.

Barack Obama hat eine gute Woche. Dies ist, mit Sicherheit, kein Zufall. Im Gegensatz zu dem sonst vorherrschenden Chaos der demokratischen Partei, ist Obamas Team schon immer dafür bekannt gewesen sehr penibel zu sein. Alles ist koordiniert, kontrolliert und kommunikativ ausgenutzt.

Mit einem Menschen wie Rahm Emanuell, David Axelrod und Pete Rouse ist es nicht weiter verwunderlich, dass der Alltag des Präsidenten nahezu reibungslos zu Verlaufen scheint. Mal sehen, ob wir noch erfahren werden, welche Rolle Emanuell bei der Abstimmung zur Gesundheitsreform gespielt hat – seine Verbindung zu den Abgeordneten und sein Einfluss unter diesen waren unter anderem die ausschlaggebenden Gründe für seine Ernennung zur Rechten Hand des Präsidenten. Dass die beiden alte Freunde sind, hat natürlich ebenfalls nicht geschadet.

Doch wer meint, dass die Gesundheitsreform – an der Präsidenten in den USA seit 70 Jahren scheiterten – alleine schon ausreichend wäre, der täuscht sich. Nach Wochen und Monaten in den die Administration einiges an Glaubwürdigkeit und Reputation eingebüsst hat, was sich vor allem in den Umfragewerten widerspiegelt, müssen nun Zeichen gesetzt werden. Jetzt, nach der großen, schweren Kampf mit sehr vielen Lehrstunden ein Eigenständnisen kann sich die demokratische Maschinerie auf den Wahlkampf im November einschießen. Und das muss sie. Die Republikaner konnten zwar die Gesundheitsreform nicht verhindern, doch der gemeinsame Widerstand hat die Partei zu einer neuen Form des Zusammenhalts geführt. Zwar gibt es noch keinen eindeutigen Kandidaten der Obama in zwei Jahren anfechten kann, doch darum geht es im November auch noch nicht.

Um wieder Schwung für die Administration und die Partei selbst aufzunehmen, wurde die perfekte Barack Obama Woche inszeniert. Erst die Gesundheitsreform und ein paar Tage später einigt man sich nun mit Russland bei dem Thema Abrüstung von atomaren Waffen.

The United States and Russia have broken a logjam in arms control negotiations and expect to sign a treaty next month to slash their nuclear arsenals to the lowest levels in half a century, officials in both nations said Wednesday.

Ein Meilenstein, der vor allem einer Mona Sutphen zu zuschreiben ist. Die Beraterin des Präsidenten hat die Zeichen der Zeit früh erkannt und sieht schon lange nicht mehr die USA als alleinige Großmacht auf dem internationalen Parket. Ihre Reputation als konstruktive Verhandlungspartnerin mit eindeutigen Loyalitäten wird geschätzt, nicht nur vom Präsidenten sondern auch von internationalen Verhandlungspartnern.

Zwei große, bedeutende Errungenschaften für Barack Obama in einer Woche. Damit hat sich die Administration einer gesamte Woche voller positiver Schlagzeilen orchestriert, die sie schon sehr lange nicht mehr hatte. Sie ist auch bitter nötig, den die Umfragezahlen des Präsidenten liegen als schwerer Schatten über den Abgeordneten und Senatoren, die im November zur Wahl antreten müssen. Doch damit da nicht allzu viel schief läuft, wurde ja bereits ein weiterer Experte aus dem alten Wahlkampf Team von Obama in einer neue Machtposition gehoben. Ab jetzt beginnen die David Plouffe Monate …

Was macht eigentlich… Ari Fleischer?

The Daily Show With Jon Stewart Mon – Thurs 11p / 10c
Ari Fleischer
www.thedailyshow.com
Daily Show
Full Episodes
Political Humor Health Care Reform

Wir erinnern uns: Ari Fleischer, der erste Sprecher von George W. Bush stand oft im Weißen Haus vor den Pressevertretern, guckte traurig in die Runde und versuchte die versammelte Meute von den Standpunkten der Bush-Regierung zu überzeugen. Das hat nicht immer geklappt, manchmal lachte in das Pressekorps gemeinerweise aus, auch von der Existenz von Massenvernichtungswaffen war Fleischer felsenfest überzeugt. Jedenfalls wollte er zumindest die Medien davon überzeugen. Außer der Darlegung der eigenen Standpunkte war ihm jedoch sehr wenig an der Verbreitung objektiver Informationen (soweit es diese überhaupt gibt, aber das ist ja eine eigene Geschichte).

2003 hat er dann hingeschmissen, um mehr Zeit mit seiner Frau zu verbringen, hat dann ein Buch geschrieben, in dem das White House Press Corps ordentlich einen auf den Deckel bekommt, weil sie ja alle immer so unverschämt waren, so viele Fragen zu stellen und nicht einfach alles geglaubt haben, was er ihnen erzählte, und sie ja überhaupt eigentlich alle Demokraten sind. Und er verteidigt nach wie vor mit Verve seinen ehemaligen Vorgesetzten und damit ja auch wieder sich selbst. In der Daily Show schaut er auch mal vorbei undbetont, dass er Sarah Palin eigentlich auch ganz gut findet.

Und vielleicht findet sich ja in ihrer Wahlkampfmaschine ein Plätzchen für Ari Fleischer, erfahrene und mit der Abwehr von kritischen Fragen vertraute Presseleute kann Sarah Palin immer gut gebrauchen. Irgendwer wird ihn schon irgendwann wieder nach Washington rufen. In der Zwischenzeit beschäftigt sich Fleischer nun als Kommunikationsberater damit, Tiger Woods nach ein paar Eskapaden wieder als respektables Mitglieder der Golf-Gemeinschaft zu etablieren. Das kann nach dem Einstehen für die irakischen Massenvernichtungswaffen und der Vorwärtsverteidigung für die Präsidentschaft von George W. Bush ja nur ein Pappenstiel werden.