Jack Bauer School of Law

Manche Artikel sind so gut geschrieben und sind so voller lesenswerter Informationen, dass es eigentlich keinen Sinn machen würde noch etwas drum herum zu bloggen. Deswegen beschränke ich mich heute einfach mit einem Zitat für die Title-Zeile und einer unwichtigen Einleitung, die auf das wichtige Hinausläuft: The Bauer of Suggestion.

(Es wird vielleicht auffallen, dass dieser Artikel nicht sehr viel mit dem Wahlkampf zutun hat. Das ist richtig, spielt aber keine Rolle, weil das hier ein Blog ist und ich mir einfach die Freiheit genommen habe auf ein kontroverses Thema zu verweisen, welches mit Sicherheit auch im Wahlkampf zur Sprache gebracht werden wird.)

Hip Hope mit Obama…

Vote!. Photo by blatantgizmo @flickr.  License: Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic

Vom 25. – 27. August findet in Denver findet in Denver ein großes Hip Hop-Festival mit dem Namen “Democratic National Convention” statt. Mit dabei: Kanye West, Wyclef Jean, N.E.R.D., John Legend, Q-Tip und die Black Eyed Peas. Das würde ich mir auch gerne angucken.

Auch der ein oder andere Hollywood-Prominente wird mal vorbeischauen: Ben Affleck, Obamas Email-Freundin Scarlett Johansson, Spike Lee, Edward Norton. Und wie kontert McCain diese Starparade. Nun, er trifft sich mit Lance Armstrong. Der kann ihm ja bestimmt ein paar gute Tipps geben, um die Leistungen seines müden Kampagnenteams ein wenig aufzuputschen. Vielleicht gibt er ihm ja auch aber gleich die Telefonnummer von Dr. Fuentes.

Foto: “Vote!” by blatantgizmo

Internet, Fernsehen, Radio. Alle müssen bedient werden.

Nun haben wir endlich unsere Beweise: Das Weiße Haus hat Fox News quasi mit Scripts für ihre konservativen Shows versorgt und der Sender hat diese dankend angenommen und so getan, als ob sie Journalismus betreiben. Zugegeben, manchen ihrer Show wurde schon seit Jahren kein journalistischer Anklang zugesprochen, doch die Wahrheit kann dennoch schmerzvoll sein.

Doch wie kommt es eigentlich zu sowas? Journalist sein ist immer ein schwieriger Job. Objektivität ist schwer mit persönlichen Motivationen zu vereinen und so wurde der Deckmantel an Neutralität in vielen Bereichen bereits vor Jahrzenten aufgegeben. Fox News ist dabei nur ein Teil einer Medienlandschaft, die genau so zerrissen ist, wie die politische Realität der USA. Demokraten würden nie auf die Idee kommen Fox News zu gucken um Informationen zu bekommen. Sie wählen eine demokratische Alternative, die genau das bringt, was sie hören wollen. Networks, Verlage, eigentlich die gesamte Medienlandschaft bedienen immer ihr Klientel.

Es ist ein Teufelskreis, weil Neutralität zu weilen sehr schmerzlich bestraft wird. Selbst die berühmte New York Times tut sich immer wieder schwer ihre konservativen Ausklänge mit ihrer Hauptklientel zu vereinen. Andere haben diesen Kampf bereits vor Jahren aufgegeben und ich kann nur immer wieder betonen: Es ist keine Sünde, die nur auf republikanischer Seite stattfindet. Die Demokraten haben ihr Instrumentarium ebenfalls. Nur sind sie damit nicht so erfolgreich, wie die Konservativen.

Doch auch das ändert sich im Moment. Viele sprechen über die immensen Erfolge von Barack Obama im Internet. Und das ist vollkommen legitim. Er wird die jungen Wähler und die vielen Spenden im November sehr zu schätzen wissen und vor allem auch wirklich brauchen.

Es gibt aber noch ein anderes Medium welches ihm derzeit und vermutlich bis November sehr viele Wähler bescheren wird und es ist nicht Fernsehen oder das Internet, sondern Radio. In den Metropolen und dicht besiedelten Gebieten sind zwar Internet und Fernsehen die entscheidenden Medien, doch in einigen der Battlegrounds, in den es in manchen Gebieten keinen guten Anschluss ans Internet gibt und Fernseher keine so hohe Verbreitungsdichte wie in New York City haben, gehört das Radio zu den entscheidenden Medien im Wahlkampf.

Deswegen wird es nicht wundern, wenn Obama die ihm so wohlgesonnen afroamerikanischen Radiomoderatoren so oft mit Aufmerksamkeit beschenkt und es wird wohl nicht wundern, dass sie ihn mit aller Kraft unterstützen. Ist das Journalismus? Nein. Stört es Barack Obama? Nein. Warum nicht? Weil die Situation ihm kein Gewissen erlaubt. Lässt er sich nicht auf die Spielregeln der Medienlandschaft ein, wird er zwar der vermeitliche Strahlemann sein aber nur ein sehr unerfolgreicher.

United Wahrsager of America sehen Obama

Truth. Photo by devnull @flickr.  License: Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic

Da Umfragen ja immer unsicherer werden und mit ihren +/- 5 margins of error so genau wie meine Tipps zur Europameisterschaft sind, widmen wir uns an dieser Stelle doch mal einer wasserdichten und empirisch gründlich belegbaren Methode, den Ausgang der diesjährigen Präsidentschaftswahl vorherzusagen. Genau, wir schauen einfach mal, was die Wahrsager und Mentalisten unter uns so tippen (wobei sie natürlich nicht tippen, sondern wissen!).

Ich weiß es, verrat es aber nicht!

Der “Unglaubliche Kreskin” weiß natürlich, wer gewinnt. Den Namen schreibt er aber nur auf einen Zettel, den erstmal aber keiner sehen darf. Das wäre ja sonst auch Wettbewerbsverzerrung, und die jeweiligen Gegenkandidaten könnten ja ansonsten auch resignieren und sich aus dem Rennen zurückziehen. Der Entscheidung, den Namen des nächsten Präsidenten nicht zu nennen, muss an dieser Stelle also Respekt gezollt werden.

Hillary machts!

Michelle Whitedove hingegen hat sich festgelegt: Hillary wird die nächste Präsidentin. Nun gut, sie hat einige Vorwahlen verloren. Aber sie wird bis zur Democratic Convention durchhalten und nicht das Feld räumen. Mist, schon wieder falsch. Na gut, dann wird Obama halt erschossen – und zwar genau in den ersten drei Monaten seiner Präsidentschaft. Sowas vermutet Nobelpreisträgerin Doris Lessing ja schließlich auch. Und wenn auch das Attentat unerklärlicherweise nicht passiert: Hillary tritt dann eben 2012 gegen Präsident Obama an. Und falls das auch nicht stimmen sollte: In ihren AGBs steht, dass eine 100% Vorhersage der Zukunft leider nicht möglich sei. Dies könne schließlich nur Gott.

“Spirit Man Joseph” ist sich auch ziemlich sicher, dass Hillary Clinton der erste Präsidentin in der Geschichte der Vereinigten Staaten wird – und zwar gleich für acht Jahre. Barack Obama im Weißen Haus hingegen würde für die USA nicht näher spezifizierte große Probleme bedeuten. Er muss bei seinen spiritistischen Reisen auch in einem Paralleluniversum gestrandet sein.

Mentalists For Obama

Michelle Avanti hingegen liegt bisher noch richtig. Hillary werde Probleme haben – der Mond sei schuld. Und auch die Obamamania hat sie richtig eingeschätzt(am 10. Januar 2008):

Obama’s chart, though we have no actual time of birth, has some electrifying connections to the American people, and can make for a spectacular win, a truly revolutionary win in this election.

Gar nicht schlecht. Und auch Elizabeth Joyce lag anfangs, was das demokratische Rennen angeht, richtig. Der hartnäckige Nominierungskampf zwischen Clinton und Obama hat anscheinend jedoch auch ihren Blick in die Zukunft ein bisschen vernebelt. Der demokratische Kandidat wird erst auf dem Nominierungsparteitag gekürt – und zwar von einer Hinterzimmerbande bestehend aus Al Gore, Bill Clinton, Ted Kennedy und Nancy Pelosi. Soso. Und sie sieht auch noch, dass Ralph Nader den Demokraten viele Stimmen nehmen wird. Moment, jetzt muss ich auch kurz mal in die Zukunft blicken. Aha, ok. Ralph Nader wird nicht mehr als 0,3852 % der Stimmen bekommen.

“Obama wins, probably.”

Ende Mai kamen schließlich mehr als 1.500 Sternendeuter aus 44 Ländern in Denver zur United Astrology Conference zusammen. Auch dort stand die Präsidentschaftswahl auf der Agenda. Ein Gremium aus sieben Top-Wahrsagern beschied dort einstimmig, dass Obama der nächste Präsident werde. Dann kann ja egentlich nichts mehr schiefgehen. Doch! Denn, so Sandra-Leigh Serio, die dem auserwählten Ich-sehe-Sterne-Gremium angehörte, die Vorhersage sei ja schließlich “in the shadows of Mercury and Neptune” getroffen wurden, daher: “this might not have any validity at all in a few months.” Aha. Na gut. Aber immerhin sind sich auch die South Florida Psychics for Obama ganz sicher, dass Obama gewinnt.

Aber was sagt denn nun eigentlich Nostradamus dazu. Mehr dazu in einem nächsten Beitrag.

Foto: “bonn” by devnull

Campaign Game: General Election

Die schöne Welt des Internets und der kleinen Flash-Spiele bringt uns heute eine bizarre Form der Unterhaltung, die, so rein metaphorisch betrachtet, gar keine falsche Darstellung der realen Gegebenheiten darstellt. Nun werden sich die verehrten Leser vielleicht fragen, was genau will der Typ eigentlich? Was ich will ist simpel, ich möchte auf dieses Spiel hier verweisen, welches – wie hätte es auch anders sein können? – bei Kongregate zu finden ist.

Im Grunde genommen ist es nichts anderes als ein kleines aber sehr fein gestaltetes Strategiespiel. Die inhaltliche Arbeit liegt aber nicht weit hinter der Technischen zurück und so ist es eine große Freude zwei Dinge, die mir persönlich Spaß machen, hier verein zu sehen. Viel Spaß beim ausprobieren!

I’m Voting Republican

Noch ein schönes Video (via bundesblog.de). Und ein weiteres gutes Beispiel, wie sich das Internet zum Verbreiten von Botschaften im amerikanischen Wahlkampf nutzen lässt. In knapp 5 Wochen wurde das Video mehr als 3.3 Millionen Mal angeschaut, es gibt 93 Videoantworten und mehr als 20.000 Kommentare. Mehr interessante Informationen zu den im Video angesprochenen sozialen und politischen Problemen und Streitpunkten gibt es auf der Homepage der Macher des Videos.

Das scheint aber einen nicht unerheblichen Teil der User überhaupt nicht zu interessieren. Zwar wird dort auch mal über die Gesundheitsreform diskutiert, aber viele wollen sich eigentlich nur beschimpfen und mit abstrusen Vorwürfen überziehen. Eine wirkliche Diskussion findet oft einfach nicht statt. Und auch das gehört zu Wahlkämpfen im Internet.

Time for Some Campaigning

Die singenden Wackelköpfe sind wieder da: Gestern ist das neueste JibJab Video erschienen. In den Hauptrollen: Barack Obama und John McCain (wer sonst?), aber auch Hillary und Dubya und Konsorten tauchen auf. Wer es noch nicht gesehen hatte, sollte sich auch unbedingt noch das Pendant zur Wahl 2004 mit Kerry und Bush anschaun.

Ein dicker Cowboy steht auf dem Dach und singt…

Eigentlich ohne Worte… aber warum steht der dicke Cowboy mit dem stoischen Gesichtsausdruck eines verwegenen Südstaatlers eigentlich auf dem Dach und klimpert auf seiner Klampfe? Die Symbolik in diesem Video ist ja zum Großteil so flach, dass der Subtext einfach komplett verschwindet. Da muss man dann ja wortwörtlich aufs Dach steigen. Mann, diese verdammten Liberalen müssen Cowboy-Mike echt verwirrt haben.

Auch ein Besuch seiner Webseite lohnt sich. Hier stellt sich Cowboy-Mike auch schön vor:

“I claim to be a man of God and like millions of others, I love this great nation, “The United States of America.” I wrote this song to encourage and motivate as many people as possible not to vote for a “Democrat” in the 2008 Presidential Election.”

Besonders gut gefällt mir am Song auch schon die erste Strophe. Kein langes Rumgeeiere, Mike bringt gleich auf den Punkt, wer Schuld an allem ist: Die verdammten säkular-progressiven Demokraten, die das ganze Geld von ihm bis ins Detail definierten “lazy folks” zuschustern wollen.
Und seine Ausführungen zum Thema “Öl” sind auch sehr interessant. Die Behauptung, dass die USA im Irak wegen des Erdölvorkommens einmarschiert sind, sei ja wohl völliger Quatsch. Denn die Vereinigten Staaten hätten ja schließlich genug eigenes Öl, man müsse nur danach bohren. Das stimmt! Wenn man tief genug bohrt, kommt man ja irgendwann wieder raus – am anderen Ende der Welt gibts mit Sicherheit Erdölvorkommen, die man nur noch anzapfen muss.

Politische Realität und die zerstörten Träume von Träumern.

Es kommt, wie es kommen musste. Nein, wirklich, ihr könnt mir ruhig glauben, wenn ich sage, dass Obama gar keine andere Wahl hat als sich, nach der gewonnen Nominierung, in Richtung der Mitte zu bewegen. So Links wie er gestanden hat, war es schon sehr verwunderlich, dass er diesen Ruck nicht bereits während der Vorwahlkampfphase gemacht hat. Die Konsequenz wurde aber belohnt, die Nominierung steht fest und die Demokraten werden keine andere Wahl haben als ihn zu wählen.

Niemand, auch nicht der neue Kennedy, gewinnt den Wahlkampf in den USA von Links. Selbstverständlich sind die Anhänger des überaus linksorientierten Obama nun verärgert und niemand wird es ihnen übel nehmen. Sie wollten Konsequenz und sie haben sie bis heute bekommen. Sie, diese Anhänger, sind, bis zu einem gewissen Grad, sehr verwöhnt und das könnte ein Problem werden aber keins, mit dem die Kommunikationsstrategen von Obama nicht fertig werden. Am Ende des Tages werden auch die verärgerten, verwöhnten Anhänger wählen gehen. Warum? Weil sie genau wissen, dass die Alternative sehr viel schlimmer ist. Lieber ein nicht ganz konsequenten Obama, der vielleicht doch nicht der Kennedy ist auf den alle gewartet haben, als einen konservativen, alten Knochen wie McCain.

Aus Sicht von Obama besteht aber ein Problem. Er liegt vorne bei den Umfragen und das mit einem deutlichen Vorsprung von 5% – unter diesen Bedingungen hätte Kerry letztes Mal gewonnen und er war definitiv nicht so überzeugend wie Obama. Was das Problem sein soll? Die Umfragen trügen, weil im Land eine Begeisterungswelle für diesen schwarzen Senator herrscht. Wer nicht für Obama ist, ist uncool. Wer nicht für Obama ist, ist für McCain und das wollen Viele einfach nicht sein. Jedenfalls nicht im Moment. Die Situation kann sich, in dem Land der schnellen Wechsel, im November schon ganz anders aussehen. Im November, zur Wahl, könnte McCain evtl. doch nicht so schlimm sein. Deswegen ist „sehr links“ und „schwarz“ nicht nur ein Vorteil. Deswegen muss Obama sich die Stimmen aus der Mitte fischen und das kann er nur mit einem Ruck machen. Dass er sich dabei immer rechts von seiner ursprünglichen Position bewegt, ist dabei nicht verwunderlich. So „links“ wie er war, geht etwas anderes auch gar nicht und deswegen hat sich auch McCain während der Vorwahlkampfphase so oft „links“ von der Basis seiner Partei bewegt, weil er ganz genau weiss, dass ebenfalls die Mitte gewinnen muss.

Wer Illusionen über den US-Wahlkampf und die angetretenen Kandidaten hat wird sich derzeit wohl viel darüber beschweren, dass Obama nicht mehr der liberale Senator aus Illinois ist. Richtig, doch wenn er der Präsident der USA werden möchte, kann er auch nicht mehr der Senator aus Illinois sein. Die politische Realität in den USA erlaubt es nicht.

McCain und die Rove-Connection

Truth. Photo by MatthewBradley @flickr. License: Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic

Wer hätte das gedacht: John McCain hat einen neuen Kampagnenmanager mit dem Namen Steve Schmidt. Hört sich unspektakulär an, was bei dem Namen ja auch wirklich kein Wunder ist.

Aber der gute Mann mit dem Durchschnittsnamen gilt als Ziehsohn von Karl Rove, dem für viele, zumindest alle Demokraten, “Evil Genius” der GOP, der mit seinen schmutzigen Tricks seit Jahrzehnten für die Republikaner kämpft. Als “Bush’s Brain” war er der entscheidende strategische Spin-Doktor hinter den beiden erfolgreichen Präsidentschaftskampagnen von George W. Bush. Und auch John McCain wurde bei den republikanischen Primaries im Jahre 2000 bereits Opfer einer von Rove inszenierten Schmutzkampagne.

Alito, Roberts, Cheney, Bush

Wenn man sich mal anguckt, für wen Schmidt sich bisher im politischen Ring gehauen hat, lässt befürchten, dass McCain nun auch weiter nach rechts rücken wird (denn auch die Rove-Schüler Nicole Wallace und Greg Jenkins arbeiten nun für McCain): Matt Fong (ok, den kennt niemand, er hat aber Verbindungen zur christlichen Rechten), Samuel Alito, John Roberts (beides konservative Supreme Court Judges), Dick Cheney (ohne Worte) und schließlich George W. Bush, dessen Wiederwahl er zusammen mit Rove organisierte. Aus der Liste seiner Klienten sticht nur Arnold Schwarzenegger heraus.

The Return of ‘Turd Blossom’ (jaja, welch ein toller Spitzname)

Und Rove selber schaltet sich anscheinend auch wieder aktiv in den Wahlkampf ein… mit einer – Vorsicht, Überraschung! – Attacke gegen Obamas Haltung zur Abtreibungsfrage. Aufgrund seiner Haltung sei er ein Spalter, der die Nation nicht zusammenbringen könne. Obwohl hier augenscheinlich ein klassischer Fall von Projektion (Freud: “Projektion ist das Verfolgen eigener Wünsche in anderen.”) vorliegt, folgt diese Aussage doch Roves von jeher eingesetzter “Divide and Conquer”-Strategie.

In der gleichen Rede, in der Rove Obama angriff, lobte er übrigens das Ehepaar McCain für die Adoption eines Waisenkindes aus Bangladesh (McCains 16-jährige Tochter Bridget). Daran ist ja eigentlich mal nichts auszusetzen, wenn, ja wenn er nicht bei den Vorwahlen der Republikaner im Jahr 2000, bei der Bush und McCain sich gegenüberstanden, Gerüchte gestreut hätte, diese Tochter sei ein außereheliches Kind, welches McCain mit einer Afro-Amerikanerin gezeugt hätte. Der Mann schreckt also vor nichts zurück.

Rove fungiert nun also quasi als informeller Berater von McCain. Obwohl Rove und Schmidt anscheinend keine ultrakonservativen Ideologen sind, werden sie jedoch genau die Ideologiesierung des Wahlkampfes vorantreiben. Der Kulturkampf kehrt zurück.

Foto: “Truth” by MatthewBradley

John McCain: “I hate the bloggers”

Das ist doch ein interessantes Video, welches ich bei Crooks & Liars” (via Nico Lumma in Friendfeed) gefunden habe.

Nun muss man zu McCains Verteidigung vielleicht festhalten, dass es a) ein sehr kurzes Video ist, d.h. die Aussage kann aus dem Zusammenhang gerissen worden sein und b) er spricht vor einer bestimmten Zielgruppe und es war offensichtlich als ein Witz gemünzt. Dennoch, solche Aussagen schaffen nicht unbedingt Sympathien. Lassen wir dabei die liberalen, Obamablogs außen vor. Es gibt eine immense Anzahl an sehr einflussreichen, Republikanern die bloggen und sich von diesem Statement ebenfalls angesprochen fühlen werden. Das es sich dabei meist um jüngere Menschen handelt, muss ich wohl nicht erwähnen, oder?

McCains evangelikale Kopfschmerzen

John McCain hat alle Hände voll zu tun, desillusionierte Bush-Wähler wieder ins Boot der Republikaner zu holen. Eine Wählergruppe wird gegen seine Avancen allerings so resistent bleiben wie keine andere: evangelikale Christen. Jene wiedergeborenen Amerikaner, die im Bibel-Gürtel der USA George W. bei vergangenen Wahlen die (möglicherweise entscheidenden) Stimmen eingebracht hatten.

John McCain, der Vietnam-Veteran kommt bei dieser Klientel nicht durch. Auch seine Fließband-Rethorik für ein starkes Amerika, den Krieg gegen den Terror, die Waffen-Lobby, Immigrationskontrolle etc. zieht nicht so richtig. Nein, er müsste sich schon zu einer der Ihren machen wie sein amtierender Parteikollege im Weißen Haus, um den Segen der Evangelikalen zu bekommen.

Wenn sie ihn schon nicht wählen, dann sollen sie wenigstens ihren Mund halten – denkt wohl auch McCain. Den Knebel dafür besorgt ihm gegenwärtig McCains Parteigenosse Senator Charles Grassley. Er leitet einen Kongress-Untersuchungsausschuss, der sechs der so genannten Mega-Churches unter die Lupe nehmen soll – wegen möglichen Missbrauchs von steuerbefreiten Geldern. Die Riesenkirchen mit Tausenden von Mitgliedern, unterhalten eigene Medienimperien inlusive evangelikalen TV-Sendern. Ihre Chef-Priester haben von ihren Schäfchen Luxus-Anwesen, Privatjets und dergleichen spendiert bekommen. Und offenbar steuerlich absetzbar, oder doch nicht?

Die TV-Prediger wehren sich. “Es ist nicht für Euch, sondern nur für Gott zu sehen”, sagt etwa Kenneth Copeland, der sich weigert, seine Einkünfte offenzulegen – und begründet dies mit dem Prinzip seiner säkularen Gegner: die Trennung von Staat und Kirche.

Es sieht nicht so aus, dass der US-Kongress dieser Logik unbedingt folgt. Wer weiß, vielleicht könnte der Ausschuss geneigt sein, Milde walten zu lassen, wenn sich die charismatischen und einflussreichen “Teleangelicals” mit öffentlicher Kritik an McCain zurückhalten.