Präsident McCain und Bundeskanzler Putin?

Der Kalte Krieg ist zurück. Zumindest im Kopf von John McCain. Da wird wohl auch die Klimaerwärmung nichts mehr dran ändern. Raus mit Russland aus der G8. Und Putin ist also der deutsche Präsident. Ok, es war wohl mit Sicherheit ein Versprecher, wenn auch vielleicht ein freud’scher.

Oder weiß McCain einfach mehr? Stellt Die Linke Putin etwa als eigenen Kandidaten für die Bundespräsidentenwahl auf? Oder gibt es schon einen Deal zwischen Putin und McCain, dass sie im Falle eines Wahlsieges des Senators aus Arizona Europa untereinander aufteilen? Kommt dann die Mauer wieder? Wie kommen die Leute aus dem Prenzlauer Berg denn dann zur Arbeit nach Mitte? Oder war das nur ein raffinierter Trick von McCain, um sich bei der republikanischen Stammwählerschaft anzubiedern, indem er mit seiner Geographieschwäche kokettiert? Vom jetzigen Präsidenten sind sie ja schon einiges gewohnt – seine zahlreichen Lücken haben ihm im Wahlkampf ja auch nicht geschadet. Wenn das die Strategie ist, sollte er auf jeden Fall die grandiose Miss Teen South Carolina als Außenministerin in sein Schattenkabinett berufen.

“I hate war.”

“I hate war.”, sagt John McCain in seinem neuen Werbespot, für dessen Ausstrahlung, laut Angaben der New York Times, welche wir wiederum aus dem Salon.com War Room haben, ca. 3 Millionen Dollar ausgegeben wurden.

Dafür durften sich auch die Bürger folgender Bundesstaaten über neues Videomaterial eines Kandidaten freuen: Colorado, Minnesota, Missouri, Nevada, New Mexico, Iowa, Michigan, Ohio and Pennsylvania. Fällt was auf? Japp, dass sind alles die Staaten, die bei der Wahl im November eine entscheidende Rolle spielen werden. Einige von ihnen haben auch eine geteilte Meinung zum Krieg.

Das Problem für McCain ist, dass er sich, mit der Absicht die amerikanischen Soldaten eine Weile im Irak verweilen zu lassen, nicht unbedingt auf viel Verständnis bei den potentiellen Wählern trift. Selbst aus dem republikanischen Lager gibt keine geschlossene pro-Krieg-Gruppierung mehr. Dafür haben die vielen, vielen toten Soldaten, die in Särgen, unbeobachtet von den Medien, wieder zurück in die USA gebracht werden.

Die Absicht ist klar: John McCain will klar machen, dass er nicht aus Spaß für den Krieg ist. Er weiss, und das muss man ihm in der Tat lassen, was Krieg bedeutet. Persönlich und aus familiären Hintergründen. Doch selbst wenn er Recht haben sollte, ist es wirklich fraglich, ob er die Mehrheit von seinen Ansichten überzeugen kann.

Follow the money

Das Rennen ist vorbei. Oder auch nicht.

Es hatte so seine Vor- und Nachteile so lange das Rennen gegen Hillary Clinton zu bestreiten. Vorteile liegen sicherlich in der medialen Aufmerksamkeit und der ständigen Präsenz. Obama hat sich, auch dank Wohlwollen der Medien, ein sehr positives Image bekommen, welches ihm auch im Verlauf des Wahlkampfes gegen McCain einen unheimlichen Vorteil verleihen wird.

Die Nachteile dagegen sind ebenfalls sehr offensichtlich. Um sich durchzusetzen, musste Obama sehr viele Ressourcen aufwenden. Das geht an die Substanz und diese heißt im US-Wahlkampf vor allem eins: Geld. Wir haben ja schon berichtet, dass McCain, wenn es um finanzielle Mittel geht, einen deutlichen Vorsprung hat.

In All the President’s Men mit Robert Redford und Dustin Hoffman in den Hauptrollen, gibt es ein Zitat, welches uns den Weg, den Obama bereits eingeschlagen hat und noch viel intensiver in den nächsten Wochen einschlagen wird:

Deep Throat: Follow the money.
Bob Woodward: What do you mean? Where?
Deep Throat: Oh, I can’t tell you that.
Bob Woodward: But you could tell me that.
Deep Throat: No, I have to do this my way. You tell me what you know, and I’ll confirm. I’ll keep you in the right direction if I can, but that’s all. Just… follow the money.

Genau so wenig wie Deep Throat Bob Woodward sagen konnte, wo das Geld her kommt, können auch wir derzeit sagen, welche Quelle Obama tatsächlich anzapfen wird. Das er aber, ganz offensichtlich, nicht sehr zimperlich ist, sieht man vielleicht an seiner schnellen Entscheidung bei der American Israel Public Affairs Committee (AIPAC) vorbei zu schauen um über die Iran-Situation zu reden.

Mr. Obama appeared before the American Israel Public Affairs Committee, where, tacking to the right, he described a far tougher series of sanctions he would be willing to impose on Iran than he had outlined heretofore.

Neben der AIPAC, die dafür bekannt ist, dass sie ihre Kandidaten mit sehr guten finanziellen Zuschüssen versehen lassen können, gibt es natürlich noch die Familie Kennedy, in der Person von Caroline Kennedy, die als eine der engsten Beraterinnen von Obama gilt. Sie wird auch in der dreiköpfigen Jury sitzen, die für Obama den Vize aussuchen soll.

Der Mann weiß sich zu behaupten.